Starkregen: Auswirkungen & Vorsorgestrategien

Die Auswirkungen von Starkregen und wie man dagegen vorsorgen kann gewinnen immer mehr an Wichtigkeit. Credit: Unsplash

Starkregenereignisse nehmen infolge des Klimawandels sowohl an Häufigkeit als auch an Intensität zu. Diese Wetterphänomene stellen eine ernsthafte Bedrohung für urbane und ländliche Gebiete dar, da sie oft zu Überschwemmungen führen, die Infrastruktur schädigen, landwirtschaftliche Flächen beeinträchtigen und das Risiko für menschliche Sicherheit erhöhen können.

Wie Starkregen zu Überschwemmungen führt

Starkregen entsteht durch intensive Niederschläge innerhalb kurzer Zeiträume, wodurch große Wassermengen auf einmal auf die Erdoberfläche treffen. In urbanen Gebieten tragen versiegelte Flächen wie Straßen, Gehwege und Gebäude dazu bei, dass Regenwasser nicht in den Boden versickern kann. Die unzureichende Aufnahmefähigkeit des Bodens und oft veraltete oder unzureichende Entwässerungssysteme führen dazu, dass sich Wasser ansammelt und Überschwemmungen verursacht.

Auch ländliche Gebiete sind nicht immun gegen die Folgen von Starkregen. Dort können wasserundurchlässige Böden, die durch landwirtschaftliche Monokulturen oder intensive Bodenbearbeitung entstehen, die natürliche Versickerung behindern. Zudem können Flüsse und Bäche durch plötzliche Wassermengen über die Ufer treten, was weite Flächen überfluten kann.

Vorsorgestrategien für den urbanen Raum

Städte sind besonders anfällig für Überschwemmungen durch Starkregen, da ihre Bebauung oft auf maximale Flächennutzung ausgelegt ist und Entwässerungssysteme überlastet werden können. Um dem entgegenzuwirken, haben Stadtplaner und Ingenieure verschiedene Maßnahmen entwickelt:

  1. Erhöhung der Entwässerungskapazitäten

   Moderne Entwässerungssysteme können größere Wassermengen ableiten. Durch den Ausbau von Kanalsystemen und die Installation von Rückstauklappen wird sichergestellt, dass das Wasser schneller abfließt und Rückstau in Gebäude vermieden wird.

  1. Bau von Regenrückhaltebecken und Rigolen

   Regenrückhaltebecken speichern überschüssiges Regenwasser, das später kontrolliert abgeleitet werden kann. Rigolen, also unterirdische Wasserspeicher, ermöglichen zusätzlich eine kontrollierte Versickerung und Speicherung von Regenwasser.

  1. Blau-grüne Infrastruktur

   Dieser Ansatz kombiniert wasserwirtschaftliche (blaue) und pflanzliche (grüne) Elemente. Beispiele sind begrünte Dächer, durchlässige Pflastersteine und urbane Grünflächen, die Wasser aufnehmen können. Diese Maßnahmen verringern die Versiegelung und schaffen natürliche Rückhaltemöglichkeiten.

Das Konzept der Schwammstadt

Die Schwammstadt (engl. Sponge City) ist ein integrativer Ansatz, der die Wasseraufnahmefähigkeit von städtischen Gebieten durch eine Vielzahl von Maßnahmen verbessert. Ziel ist es, Regenwasser möglichst lokal zu speichern, zu filtern und zu nutzen, bevor es in die Kanalisation abfließt. Wesentliche Bestandteile dieses Konzepts sind:

  • Begrünte Flächen: Parks, Gründächer und bepflanzte Straßenränder erhöhen die Versickerung und reduzieren den Oberflächenabfluss.
  • Retention und Wiederverwendung von Regenwasser: Systeme zur Regenwassersammlung ermöglichen die Nutzung von Regenwasser für Bewässerung und andere Zwecke.
  • Natürliche Wasserwege und Feuchtgebiete: Diese Elemente schaffen Rückzugsräume für überschüssiges Wasser und fördern die Biodiversität.

Der Vorteil der Schwammstadt liegt nicht nur in der Reduzierung von Überschwemmungen, sondern auch in der Verbesserung des Mikroklimas, der Steigerung der Lebensqualität und der Förderung von Nachhaltigkeit.

Vorsorge auf dem Land: Naturnahe Ansätze

In ländlichen Gebieten setzen Vorsorgestrategien oft auf die Wiederherstellung natürlicher Wasserzyklen. Dazu gehören:

  • Renaturierung von Flussläufen: Durch die Rückführung begradigter Flüsse in ihre natürlichen Kurven können Wassermengen besser verteilt und Überflutungen vermindert werden.
  • Anpflanzung von Wäldern und Hecken: Vegetation verbessert die Bodenstruktur und fördert die Wasseraufnahmefähigkeit.
  • Anlegen von Pufferzonen: Flächen, die gezielt für den Wasserabfluss reserviert werden, verhindern Schäden an bebauten oder landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Fazit

Starkregen und die daraus resultierenden Überschwemmungen sind eine wachsende Herausforderung für urbane und ländliche Gebiete. Mit innovativen Maßnahmen wie blau-grüner Infrastruktur, dem Schwammstadt-Konzept und naturnahen Lösungen können die Auswirkungen deutlich gemildert werden. Es bedarf jedoch einer langfristigen Planung und Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Ingenieuren, Landwirten und der Bevölkerung, um diesen Herausforderungen effektiv zu begegnen. Nur durch integrierte Strategien kann der Schutz vor Starkregenereignissen nachhaltig gewährleistet werden.

Mehr zum Thema und unserer Kampagne STOP THE FLOOD hier

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Frankfurt Mertonviertel – Wettbewerb entschieden

Das neue grüne Herz im Mertonviertel. Copyright: Teleinternetcafe, Treibhaus und c/o Zukunft
Das neue grüne Herz im Mertonviertel. Copyright: Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus mit Treibhaus Landschaftsarchitekten und c/o Zukunft Stadtplanung und Stadtentwicklung

Die Sieger*innen des städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerbs stehen fest. Am 21. Oktober wählte das Preisgericht einstimmig den Entwurf von Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus mit Treibhaus Landschaftsarchitekten und c/o Zukunft Stadtplanung und Stadtentwicklung.

Ideenwettbewerb „Mertonviertel / Nördlich Lurgiallee“

Der Ideenwettbewerb zur Zukunft des Mertonviertels in Frankfurt ist entschieden: In seiner Sitzung am 21. Oktober vergab das Preisgericht den ersten Preis einstimmig an den Entwurf der Bürogemeinschaft Teleinternetcafé Architektur und Urbanismus aus Berlin. Auch Treibhaus Landschaftsarchitektur aus Hamburg und c/o Zukunft – Stadtplanung und Stadtentwicklung aus Hamburg gehören zum Gewinnerteam.

Laut der Jury steht der Büro- und Gewerbestandort Mertonviertel im Norden von Frankfurt vor strukturellen Herausforderungen und großen Veränderungen. Der Abbruch des ehemaligen Lurgihauses hat ein großes Potenzial für eine städtebauliche Neuordnung geschaffen. Für den Wettbewerb suchte Planungsdezernent Mike Josef nach Vorschlägen, die die Themen Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Lebensqualität und Umwelt kombinierten.

Der Siegervorschlag bietet „die beste Lösung für ein vielfältiges und Identifikation stiftendes Quartier nördlich der Lurgiallee“, so Josef. „Durch diese Neuentwicklung wird es auch einen positiven Impuls für das gesamte Mertonviertel als attraktiven und lebendigen Arbeits- und Wohnstandort geben.“

Der Wettbewerb wurde vom Stadtplanungsamt Frankfurt am Main ausgelobt. Die AGB Frankfurt Holding und die gsp Städtebau sind darüber hinaus wesentliche Stakeholder. Die Geschäftsführer beider Institutionen erklärten, dass sie ein neues, urbanes, durchmischtes Stadtquartier mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität anstreben.

Eine neue Grüne Mitte – Lovely Lurgi

Der Entwurf der Sieger*innen trägt den Titel „Lovely Lurgi – Ein neues Herz für das Mertonviertel“. Er überzeugte die Jury durch die Entwicklung des eigentlichen Baugrundstückes aus den Strukturen und Konzeptvorschlägen für das Viertel. Im Herzen der neuen Entwicklung entsteht ein großzügiger grüner Freiraum, der viele Nutzungsmöglichkeiten und außerdem eine hohe Identitätskraft bietet.

„Lovely Lurgi“ im Mertonviertel sieht eine neue Quartiersmitte vor, die von urbanen Gebäuden umgeben wird. Der grüne Mittelpunkt sowie andere Elemente des Projektes folgen zudem dem „Schwammstadtprinzip“, indem sie vielfältige Regenrückhalte- und Bewirtschaftungsflächen sowie Raum für Bäume mit echtem Bodenanschluss bieten.

Übrigens: Mehr über die Schwammstadt lesen Sie in der November 2021 Sonderausgabe der G+L.

Weitere Besonderheiten des neuen Quartiers sind die räumliche Zonierung mit ausgeprägter Nutzungsmischung sowie die kleinteilige Gestaltung des Stadtraums. Zudem gibt es Platz für eine neue Grundschule. Zu den geplanten Gebäuden gehören darüber hinaus Gewerbeflächen, Einzelhandel, gastronomische Angebote und zwei Kindertagesstätten. Somit soll es gelingen, zwischen dem bestehenden und dem neuen Quartier zu vermitteln.

Die Bürogemeinschaft Teleinternetcafé Architektur und Urbanismus, Treibhaus Landschaftsarchitektur und c/o Zukunft erarbeiteten eine Rahmenplan für das Mertonviertel sowie ein städtebauliches Konzept für das Bebauungsplanverfahren Mertonviertel / Nördlich Lurgiallee. Dabei handelt es sich um eine rund acht Hektar große Fläche. Künftig sollen hier etwa 900 Wohneinheiten nahe der U-Bahn-Station Riedwiesen/Mertonviertel und der Einkaufsgalerie „Merton’s Passage“ entstehen.

Der Plan für das neue Lurgi-Areal im Mertonviertel. Visualisierung: Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus mit Treibhaus Landschaftsarchitekten und c/o Zukunft Stadtplanung und Stadtentwicklung
Der Plan für das neue Lurgi-Areal im Mertonviertel. Visualisierung: Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus mit Treibhaus Landschaftsarchitekten und c/o Zukunft Stadtplanung und Stadtentwicklung

Die Preisverleihung

Die Jury war in diesen nichtoffenen städtebaulichen, freiraumplanerischen Ideenwettbewerb auf der Suche nach mutigen Ideen für die Zukunft des Mertonviertels inklusive eines stimmigen Konzeptes für das Gelände des ehemaligen Lurgihauses. Der Wettbewerb bestand dabei aus zwei Bearbeitungsphasen. Ursprünglich hatten sich zwölf qualifizierte Bewerbergemeinschaften aus Stadtplaner*innen sowie Städtebauarchitekt*innen beworben. Davon wählte die Jury am 21. Juli vier Arbeiten für die weitere Bearbeitung aus.

In der zweiten Preisgerichtssitzung am 21. Oktober vergab das Preisgericht neben dem ersten Platz auch drei dritte Preise. Diese gingen gleichrangig an die Bewerbergemeinschaften Karl Richter Architekten BDA, Frankfurt, mit KuBus Freiraumplanung, Wetzlar, Machleidt Städtebau und Stadtplanung, Berlin mit SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin sowie Stefan Forster, Frankfurt, mit nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock, Hannover.

Zur Jury gehörten renommierte Architekt*innen, Stadtplaner*innen und Landschaftsarchitekt*innen sowie Vertreter*innen der Stadt Frankfurt. Auch die Eigentümerin des Grundstücks des ehemaligen Lurgihauses, Sachverständige und Vertreter*innen politischer Fraktionen waren vertreten. Bis zum 3. November wurden die Wettbewerbsbeiträge im Atrium des Frankfurter Planungsdezernates ausgestellt.

Mit dem neuen Entwurf soll das Frankfurt Mertonviertel wieder belebt werden. Visualisierung: Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus mit Treibhaus Landschaftsarchitekten und c/o Zukunft Stadtplanung und Stadtentwicklung
Mit dem neuen Entwurf soll das Frankfurt Mertonviertel wieder belebt werden. Visualisierung: Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus mit Treibhaus Landschaftsarchitekten und c/o Zukunft Stadtplanung und Stadtentwicklung

Über das Frankfurt Mertonviertel

Das Mertonviertel ist ein Büro- und Wohnquartier im Norden von Frankfurt am Main. Es erhielt seinen Namen in Erinnerung an Wilhelm Merton, Gründer der Metallgesellschaft sowie des Instituts für Gemeinwohl. Dieses war ein Vorläufer der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Das Viertel ist recht neu. Es entstand ab Mitte der 1980er Jahre auf einem Gebiet von etwa 60 Hektar Größe, das bis zum Jahr 1982 zu den Industrieanlagen der früheren Vereinigten Deutschen Metallwerke gehörte. Das Erdreich im Mertonviertel war stark durch Kohlenwasserstoffe sowie Schwermetalle belastet und musste in einem aufwändigen Verfahren gereinigt werden. Dafür gab es eine eigens errichtete Entgiftungsanlage, die parallel zu den Bauarbeiten bis in die frühen 2000er Jahre vor Ort war.

Lurgihaus und Hundertwasser-Kindertagesstätte

Das Lurgihaus war schließlich lange das dominante Gebäude des Quartiers in Frankfurt-Heddernheim. Es entstand im Jahr 1987 als erster Neubau des Mertonviertels. Mit einer Bürofläche von fast 90 000 Quadratmetern gehörte es damals zu den größten Bürogebäuden Deutschlands. Es bestand aus einem viereckigen Hauptgebäude mit sieben stark gegliederten Nebengebäuden. Ursprünglich war es das Hauptquartier der Lurgi AG, einem Unternehmen für Großanlagenbau, und nahm über die Jahre auch weitere Mietparteien auf. 2014 verließ Lurgi das Bürogebäude. Weiteres Gebäude im Mertonviertel ist die Hundertwasser-Kindertagesstätte mit ihrer weithin sichtbaren Kuppel, Bürogebäude und Wohnhäuser. Zeitweise gab es 5 000 Arbeitsplätze in diesem Viertel. In den letzten Jahren nahm die Anzahl an Arbeitsplätzen und Bewohner*innen ab, aber mit dem neuen Entwurf soll das Mertonviertel wieder belebt werden.

Mehr Planung aus der bevölkerungsreichsten Stadt Hessen gibt es mit einem Megaprojekt, das in etwa zehn Jahren fertig sein könnte, hier: Fernbahntunnel Frankfurt.

Easy Going mit der EasyBettung

Abbildung: iStock

Die neue EasyLay-Technologie (ELT) von tubag revolutioniert das Verlegen von Platten und Pflastersteinen.

Wer kennt es nicht: Die Wartezeit, bis ein Produkt fertig zum Verarbeiten ist, frisst oft viele Kapazitäten. So ist es auch in den Abläufen beim Verlegen von Pflaster- und Plattenbelägen in Systembauweise. Doch tubag, die Premiummarke der Sievert SE für den Garten-, Landschafts- und Straßenbau, hat dagegen Abhilfe geschaffen – mit dem ersten drainfähigen Bettungsmörtel überhaupt: der EasyBettung.

Die neue EasyLay-Technologie (ELT) von tubag basiert auf einer neu entwickelten Mörtel- und Bindemittelrezeptur, die nicht angemischt werden muss.  „Weil auf das bisher übliche Anmischen verzichtet werden kann, fällt ein kompletter Arbeitsgang weg. Somit werden die Arbeitsabläufe bedeutend effizienter und die Flächenleistung pro Mitarbeiter steigt an. Das bietet den Unternehmen neue Möglichkeiten bei der Planung, Kalkulation und vor allem auch der Ausführung ihrer Aufträge“, sagt Georg Zimmermann, Produktmanager für Garten-, Landschafts- und Straßenbau bei der Sievert SE. Zur Verdeutlichung: Die Ruhezeit nach dem Wässern des Belages beträgt 36 Stunden. Das bedeutet, dass nicht einmal zwei Tage nach der Erstellung der Flächen die Fugen mit den üblichen Fugenmörteln aus dem tubag-Programm geschlossen werden können.

Die gesamte Anwendung des neuen Produkts ist denkbar einfach. Die EasyBettung wird auf die vorbereitete ungebundene Tragschicht gegeben und nach der höhengerechten Ausnivellierung kurz mit Hilfe eines Wasser-Sprühnebels aktiviert. Um den Haftverbund zwischen Belag und Bettungsmörtel zu optimieren, werden die Platten oder Pflastersteine beim Verlegen an der Unterseite mit der tubag Haftschlämme TNH flex versehen. Das geschieht entweder über die Zahnkelle oder den Vorgang des Eintauchens. Nach dem hammerfesten Einbringen der Platten oder Steine wird der Belag komplett satt gewässert. „Die neuartige EasyLay-Bindemitteltechnologie verfügt über spezielle Leichtzuschläge, die das Saugverhalten so begünstigen, dass die EasyBettung komplett über das Wasser aktiviert wird, das über die Fugen eintritt“, erklärt Endrit Imeri, Entwicklungstechniker Mineralische Mörtelsysteme bei der Sievert Baustoffe. Worauf zu achten ist: Die Fugen müssen dabei mindestens fünf Millimeter breit sein, beim Verlegen von Platten darf die kurze Kantenlänge höchstens 80 Zentimeter betragen.

Welche Vorteile die EasyBettung außerdem hat? Nicht nur zeitlich, auch wirtschaftlich zahlt sich die Verwendung des tubag-Produktes aus: Gegenüber konventionellen Bettungsmörteln punktet die EasyBettung reaktiv mit einem ca. 25 Prozent niedrigeren Materialverbrauch. Alle weiteren Informationen zur Innovation Easy Bettung finden Sie unter www.tubag.de