Entsiegelung strategisch planen – wo, wie viel und mit welchem Effekt?

hochwinkelfotografie-der-stadt-RvCbIQ0S-Lc
Fotografie einer deutschen Stadt aus der Vogelperspektive von Markus Spiske, geschossen mit einer Canon 5d Mark III und Leica Summicron-R 2.0/50mm (1981).

Entsiegelung ist längst mehr als ein Feigenblatt für das schlechte Gewissen urbaner Gesellschaften. Wer Flächen entsiegelt, gestaltet nicht nur schöner, sondern smarter – und schafft messbare Mehrwerte für Klima, Stadtbild, Lebensqualität und Biodiversität. Doch wo, wie viel und mit welchem Effekt? Wer strategisch entsiegelt, braucht mehr als Spaten und gute Absichten. Es geht um datenbasierte Priorisierung, innovative Methoden und ein tiefes Verständnis urbaner Dynamiken. Willkommen in der Königsdisziplin der nachhaltigen Stadtentwicklung – dem gekonnten Rückbau.

  • Warum Entsiegelung aus ökologischer, stadtklimatischer und sozialer Perspektive unverzichtbar ist.
  • Wie eine strategische Herangehensweise die Effekte der Entsiegelung maximiert.
  • Welche Planungsinstrumente und datenbasierten Methoden die Priorisierung geeigneter Flächen ermöglichen.
  • Wie viel entsiegelt werden muss, um relevante Effekte zu erzielen – und wie diese Effekte messbar gemacht werden.
  • Innovative Umsetzungsbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Typische Stolpersteine: rechtliche, wirtschaftliche und kulturelle Hürden.
  • Langfristige Monitoring-Strategien und die Rolle partizipativer Ansätze.
  • Ein Blick in die Zukunft: Wie Digitalisierung und Urban Data die Entsiegelung revolutionieren.
  • Fazit: Warum Entsiegelung zur DNA nachhaltiger Stadtentwicklung gehören muss – und wie sie zum Erfolgsmodell wird.

Entsiegelung als strategische Aufgabe: Von der Pflichtübung zum Transformationsmotor

Wer heute über Entsiegelung spricht, denkt oft noch an kleine Stadtgartenprojekte, an das Aufbrechen eines Parkplatzes oder das Entfernen von Pflastersteinen im Hinterhof. Doch tatsächlich hat sich das Thema in den letzten Jahren zu einem hochrelevanten Baustein der nachhaltigen Stadtentwicklung gemausert. Die Gründe liegen auf der Hand: Versiegelte Flächen verschärfen urbane Hitzeinseln, verhindern Wasserversickerung, fördern Überschwemmungen und zerstören Lebensräume. Angesichts immer extremerer Wetterlagen, wachsender Städte und eines zunehmenden gesellschaftlichen Bewusstseins für Klimaanpassung rückt die Frage nach der gezielten Rückgewinnung offener Flächen in den strategischen Fokus.

Entsiegelung ist damit längst keine freiwillige Kür mehr, sondern eine Pflichtaufgabe, die weit über das Symbolische hinausgeht. Städte und Gemeinden stehen unter dem Druck, Flächenverbrauch zu reduzieren und bestehende Flächen nachhaltiger zu nutzen. Gleichzeitig verlangen Förderprogramme, europäische Klimaziele und nationale Nachhaltigkeitsstrategien messbare Fortschritte. Das führt zu einer bemerkenswerten Dynamik: Entsiegelung wird zum Prüfstein für Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit von Kommunen, Planungsbüros und Landschaftsarchitekten.

Anders als bei klassischen Grünflächenprojekten geht es bei der Entsiegelung um den bewussten Rückbau bestehender Strukturen. Dies bedeutet, befestigte Oberflächen – von Asphalt über Beton bis zu Pflaster – zu entfernen, den Boden zu revitalisieren und neue, multifunktionale Nutzungen zu ermöglichen. Dazu gehören nicht nur Parks und Wiesen, sondern auch urbane Gärten, Regenwassermanagement-Flächen, temporäre Kulturorte oder neue Mobilitätsräume. Die Kunst besteht darin, aus einer scheinbaren Schwäche – dem Zuviel an Beton – eine Stärke zu machen: mehr Lebensqualität, mehr Resilienz, mehr städtische Vielfalt.

Wer strategisch entsiegeln will, muss allerdings groß denken. Es reicht nicht, punktuell zu agieren oder auf Einzelprojekte zu setzen. Vielmehr bedarf es einer integrierten Herangehensweise, die unterschiedliche Fachdisziplinen, Verwaltungsbereiche und die Zivilgesellschaft einbindet. Entsiegelung ist somit ein klassisches Querschnittsthema, das Planung, Umwelt, Mobilität, Wasserwirtschaft, Soziales und Wirtschaft gleichermaßen betrifft. Die Herausforderung: Wie lässt sich dieser Spagat in der Praxis meistern? Und wie können planerische Instrumente, digitale Werkzeuge und partizipative Prozesse dazu beitragen, die Entsiegelung vom Nischenprojekt zum Motor einer umfassenden Stadttransformation zu machen?

Der Wandel ist spürbar. Immer mehr Kommunen setzen sich verbindliche Entsiegelungsziele. Förderprogramme wie das Bundesprogramm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ oder Landesinitiativen in Bayern und Nordrhein-Westfalen machen Tempo. Gleichzeitig entstehen neue Allianzen zwischen Umweltverbänden, Bürgerinitiativen, Unternehmen und Stadtverwaltungen. Das Ziel: Entsiegelung als strategische Aufgabe zu begreifen, messbare Effekte zu erzielen und echte Innovation zu wagen. Wer jetzt handelt, gestaltet die Stadt von morgen – und sichert sich einen Platz in der Champions League der Stadtentwicklung.

Wo und wie viel entsiegeln? Datenbasierte Priorisierung im komplexen Stadtraum

Die Gretchenfrage der Entsiegelung: Wo bringt sie den größten Effekt? Und wie viel muss zurückgebaut werden, um spürbare Verbesserungen für Klima, Biodiversität und Lebensqualität zu erzielen? Die Antwort liegt im Dreiklang aus Analyse, Priorisierung und Wirkungskontrolle. Moderne Stadtplanung verlässt sich dabei längst nicht mehr auf Bauchgefühl oder politische Opportunität, sondern auf eine immer ausgefeiltere Datenbasis. Insbesondere Geoinformationssysteme (GIS), digitale Stadtmodelle und Urban Data Platforms eröffnen heute neue Möglichkeiten zur Flächenanalyse, Szenarienbildung und Erfolgskontrolle.

Zunächst gilt es, das Ausmaß der Versiegelung präzise zu erfassen. Hierzu werden Satellitendaten, Drohnenbefliegungen, Katasterinformationen und Bodenproben kombiniert. So entsteht ein differenziertes Bild der Oberflächen: von komplett versiegelten Verkehrsflächen über teilversiegelte Innenhöfe bis zu ungenutzten Brachflächen. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Flächen, die technisch entsiegelt werden können (z. B. Parkplätze, aufgegebene Gleisanlagen), und solchen, die aus funktionalen oder rechtlichen Gründen nicht infrage kommen (z. B. kritische Infrastrukturen, Denkmalschutz).

Ein zentrales Werkzeug ist die Überlagerung von Versiegelungskarten mit stadtklimatischen Daten. Wo entstehen Hitzeinseln? Wo fehlen Frischluftschneisen oder Versickerungsflächen? Wo sind Überflutungsrisiken am höchsten? Durch die Kombination mit Bevölkerungsdaten, Mobilitätsströmen und sozialen Indikatoren lassen sich sogenannte Hotspots identifizieren – also Orte, an denen Entsiegelung besonders hohe ökologische, klimatische oder soziale Effekte verspricht. Gerade in dicht bebauten Quartieren mit wenig Grün können schon kleine Eingriffe große Wirkung entfalten.

Doch wie viel Fläche ist genug? Die Forschung zeigt: Schon geringfügige Reduzierungen der Versiegelung können lokal signifikante Verbesserungen bringen. Beispielsweise reicht es oft, gerade einmal 10 bis 15 Prozent der Fläche eines Quartiers von versiegelten Oberflächen zu befreien, um die Überflutungsgefahr nach Starkregen deutlich zu senken. Für spürbare Temperaturreduktionen sind etwas größere Umfänge nötig, insbesondere wenn Frischluftachsen oder Kaltluftentstehungsgebiete betroffen sind. Hier kommt die Szenariotechnik ins Spiel: Digitale Modelle simulieren, wie sich unterschiedliche Entsiegelungsgrade auf das Mikroklima, die Biodiversität oder den Wasserhaushalt auswirken. So lassen sich Zielgrößen und Prioritäten evidenzbasiert festlegen.

Neben den ökologischen Kriterien spielen ökonomische und soziale Aspekte eine zentrale Rolle. Welche Flächen lassen sich mit vertretbarem Aufwand entsiegeln? Wo gibt es Akzeptanz bei Eigentümern, Anwohnern oder Nutzern? Wo entstehen neue Nutzungskonflikte, etwa zwischen Parkraum, Lieferverkehr und urbanem Grün? Je früher diese Fragen in der Planung adressiert werden, desto größer die Erfolgswahrscheinlichkeit. Der Schlüssel liegt in der übergreifenden Zusammenarbeit: Stadtplaner, Landschaftsarchitekten, Wasserwirtschaftler, Soziologen und Wirtschaftsexperten müssen gemeinsam an einem Strang ziehen – unterstützt von intelligenten Datenplattformen und partizipativen Tools.

Schließlich darf die Wirkungskontrolle nicht fehlen. Was nützt die schönste Entsiegelungsmaßnahme, wenn ihre Effekte nicht messbar oder nachvollziehbar sind? Monitoring-Ansätze – von Bodensensoren über Satellitenbilder bis zu Bürgerfeedback – liefern wertvolle Daten zur Wirksamkeit. Sie helfen, den Return on Invest für Stadtklima, Artenvielfalt und Lebensqualität zu belegen – und die Entsiegelung als dauerhaften Bestandteil urbaner Transformationsstrategien zu verankern.

Methodische Vielfalt: Innovative Instrumente und Best-Practice-Beispiele

Die Praxis der Entsiegelung zeigt sich heute bemerkenswert vielseitig – und oft überraschend kreativ. Neben den klassischen Methoden des Rückbaus von Straßenbelägen, Parkplätzen und Industrieflächen kommen immer mehr innovative Ansätze ins Spiel. Modularität, temporäre Nutzungen, partizipative Prozesse und die Integration digitaler Werkzeuge eröffnen neue Spielräume für die Umgestaltung urbaner Räume.

Ein herausragendes Beispiel liefert die Stadt Zürich, die mit ihrem Programm „Stadtgrün 2025“ systematisch öffentliche Flächen entsiegelt und umgestaltet. Hier werden nicht nur Verkehrsinseln und Parkplätze zurückgebaut, sondern auch Schulhöfe, Innenhöfe und Gewerbeflächen neu gedacht. Entscheidend ist die enge Verzahnung mit der Klima- und Biodiversitätsstrategie der Stadt – und der konsequente Einsatz von GIS-basierten Analysen zur Priorisierung und Erfolgskontrolle. Ähnliche Ansätze finden sich in Wien („GrünStadtKlagenfurt“), Hamburg („Blue-Green-Streets“), München („Grüne Inseln“) und immer häufiger auch in mittleren und kleinen Kommunen.

Ein Trend ist die Transformation vormals rein technischer Infrastrukturen in multifunktionale Räume. Aufgelassene Bahndämme werden zu linearen Parks, aufgegebene Industrieareale verwandeln sich in urbane Gärten, und Parkplätze mutieren zu temporären Kulturorten oder Regenwasserspeichern. Besonders wirksam sind solche Maßnahmen, wenn sie flexibel und modular angelegt sind: mobile Pflanzinseln, begrünte Regenmulden, temporäre Spiel- und Aufenthaltsflächen. Das schafft nicht nur ökologische Mehrwerte, sondern auch soziale Aufenthaltsqualität und neue Räume für Begegnung.

Digitale Werkzeuge spielen zunehmend eine Schlüsselrolle. Mithilfe von „Urban Digital Twins“ – digitalen Zwillingen der Stadt – lassen sich Szenarien durchspielen, Wirkungen simulieren und Beteiligungsprozesse visualisieren. So können Bürger, Verwaltung und Politik gemeinsam entscheiden, wo und wie Entsiegelung am meisten Sinn macht. Auch Monitoring und Pflege werden digital gestützt: Sensoren erfassen Bodenfeuchte, Temperaturen oder Biodiversität, Apps ermöglichen Feedback und Beteiligung in Echtzeit.

Immer wichtiger werden auch partizipative Ansätze. Entsiegelung wird dann besonders erfolgreich, wenn sie als Gemeinschaftsaufgabe begriffen wird. Bürgerbeteiligung, Quartiersworkshops und kooperative Planung sorgen für Akzeptanz, Identifikation und nachhaltige Pflege der neuen Flächen. So entstehen nicht nur grüne Oasen, sondern auch soziale Innovationen und neue Formen urbaner Nachbarschaft.

Die Vielfalt der Methoden zeigt: Es gibt keinen Königsweg der Entsiegelung. Erfolgreiche Projekte kombinieren klassische Ingenieurkunst mit innovativen Materialien, digitaler Planung und sozialer Kreativität. Wer offen für Neues bleibt und unterschiedliche Disziplinen zusammenbringt, verwandelt Rückbau in Fortschritt – und bringt die Stadtentwicklung auf das nächste Level.

Rechtliche, wirtschaftliche und kulturelle Stolpersteine – und wie man sie elegant umgeht

So schön die Vision der strategischen Entsiegelung klingt – die Realität ist oft komplizierter. Rechtliche und administrative Hürden, wirtschaftliche Interessen und kulturelle Vorbehalte bremsen vielerorts den Fortschritt. Wer hier nicht strategisch agiert, bleibt schnell im Dickicht aus Zuständigkeiten, Vorschriften und Widerständen stecken.

Ein zentrales Problem ist die Eigentumsfrage. Viele potenzielle Entsiegelungsflächen sind in privater Hand – von Wohnungsbaugesellschaften über Unternehmen bis zu Einzelpersonen. Ohne Anreize, Förderungen oder regulatorischen Druck bleibt die Bereitschaft zum Rückbau gering. Hier sind kreative Modelle gefragt: von Kooperationsverträgen über steuerliche Vorteile bis zu städtebaulichen Verträgen, die Entsiegelung als Gegenleistung für Nachverdichtung oder Baurechte ermöglichen.

Auch das Baurecht ist nicht immer ein Freund der Entsiegelung. Bebauungspläne, Stellplatzverordnungen oder Denkmalschutzauflagen machen flexible Umnutzungen oft schwierig. Wer innovative Lösungen will, muss rechtliche Spielräume nutzen – etwa durch Experimentierklauseln, Sondernutzungen oder temporäre Genehmigungen. Gerade die Kombination von Entsiegelung mit Zwischennutzungen, Kulturprojekten oder urbaner Landwirtschaft bietet hier neue Möglichkeiten.

Wirtschaftlich betrachtet stellt sich die Frage nach Kosten und Nutzen. Entsiegelung ist kein billiges Vergnügen – Rückbau, Bodensanierung und Neugestaltung kosten Geld. Förderprogramme, Klimafonds und kommunale Budgets helfen, die finanzielle Last zu tragen. Ebenso wichtig ist die Kommunikation der langfristigen Vorteile: weniger Hitze, weniger Überflutungen, mehr Aufenthaltsqualität und höhere Immobilienwerte. Wer diese Mehrwerte belegt, gewinnt Partner in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Kulturell schließlich ist Entsiegelung oft eine Frage der Gewohnheit. Asphaltierte Plätze gelten als „sauber“, grüne Flächen als „pflegeintensiv“ oder „unsicher“. Hier hilft nur Aufklärung, Beteiligung und sichtbarer Erfolg. Pilotprojekte, Stadtteilfeste, temporäre Installationen und kreative Zwischennutzungen zeigen, wie attraktiv entsiegelte Räume sein können – und bauen Vorbehalte ab. Der Wandel braucht Zeit, Mut und überzeugende Bilder.

Wer Stolpersteine frühzeitig erkennt und elegant umgeht, macht Entsiegelung zum Erfolgsmodell. Entscheidend ist eine integrierte Strategie, die rechtliche, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte von Anfang an mitdenkt – und flexibel auf neue Herausforderungen reagiert. So wird aus dem vermeintlichen Problem ein echter Standortvorteil für die Stadt von morgen.

Ausblick: Digitalisierung, Monitoring und die Zukunft der urbanen Entsiegelung

Die Entsiegelung der Zukunft ist digital, datenbasiert und vernetzt. Moderne Technologien eröffnen neue Chancen, den Rückbau nicht nur effizienter, sondern auch smarter und partizipativer zu gestalten. Digitale Zwillinge, GIS-gestützte Flächenanalysen, Sensorik und Big Data machen aus dem klassischen Rückbau ein hochpräzises Steuerungsinstrument für die Stadtentwicklung.

Urban Digital Twins – digitale Abbilder der Stadt – ermöglichen es, Entsiegelung als Teil komplexer Stadtprozesse zu simulieren. Wie verändert sich das Mikroklima, wenn eine Straße rückgebaut wird? Wie wirkt sich eine neue Grünfläche auf den Wasserhaushalt, die Biodiversität oder das soziale Miteinander aus? Durch die Verknüpfung mit Echtzeitdaten und Szenariotechnik werden solche Fragen nicht mehr im Nachhinein, sondern im Vorfeld beantwortet. Das macht die Planung flexibler, transparenter und nachvollziehbarer.

Monitoring gewinnt in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Sensoren erfassen kontinuierlich Bodenfeuchte, Temperatur, Luftqualität oder Artenvielfalt. Apps und Online-Plattformen ermöglichen Bürgern, ihre Erfahrungen, Wünsche oder Probleme einzubringen. So entsteht ein fortlaufendes Feedbacksystem, das Erfolge sichtbar macht, Defizite aufzeigt und Anpassungen ermöglicht. Entsiegelung wird zum lernenden Prozess, der sich dynamisch an neue Herausforderungen anpasst.

Die Digitalisierung eröffnet auch neue Potenziale für die Beteiligung. Virtuelle Stadtspaziergänge, digitale Beteiligungsplattformen und interaktive Karten machen Planung zugänglich und nachvollziehbar. So können verschiedene Gruppen – von Anwohnern über Unternehmen bis zu Politikern – gemeinsam entscheiden, wo und wie entsiegelt werden soll. Das erhöht die Akzeptanz, die Identifikation und die Nachhaltigkeit der Maßnahmen.

Blickt man voraus, wird Entsiegelung zum festen Bestandteil urbaner Transformationsstrategien. Sie ist keine isolierte Maßnahme mehr, sondern ein integraler Teil von Klimaresilienz, Biodiversitätsförderung, Mobilitätswende und sozialer Stadtentwicklung. Wer die Chancen der Digitalisierung nutzt, verankert Entsiegelung als dynamisches, lernendes und partizipatives Element in der DNA der Stadt von morgen – und setzt Maßstäbe für eine wirklich nachhaltige Urbanität.

Fazit: Entsiegelung ist weit mehr als ein technischer Rückbau urbaner Oberflächen. Sie ist eine strategische, interdisziplinäre und zunehmend digitale Aufgabe, die das Potenzial hat, Städte resilienter, lebenswerter und zukunftsfähiger zu machen. Wer gezielt und evidenzbasiert entsiegelt, schafft messbare Mehrwerte für Klima, Biodiversität und Stadtgesellschaft. Entscheidend ist der strategische Ansatz: datenbasierte Priorisierung, innovative Methoden, integrierte Planung und partizipative Prozesse. Rechtliche, wirtschaftliche und kulturelle Hürden sind real, aber überwindbar – mit Kreativität, Kooperation und einem langen Atem. Die Zukunft der Entsiegelung ist vernetzt, digital und offen für Wandel. Sie gehört in jede Planung, in jedes Stadtentwicklungskonzept und auf die Agenda der urbanen Avantgarde. Wer heute investiert, erntet morgen grüne Dividende – und schreibt ein neues Kapitel nachhaltiger Stadtgestaltung.

Das könnte Sie auch interessieren
Ausstellung The Gift: Großzügigkeit und Gewalt in der Architektur
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-GLnZNGNCqj4
Digitale Rückbauprognosen für Flächenumnutzung
bunte-gebaude-saumen-einen-fluss-mit-bergen-im-hintergrund-W7gR8mtPF04
Wie Planetare Gesundheit zum Leitbild der Planung wird
luftaufnahme-einer-stadt-neben-einem-gewasser-e7firQySMRg
Was ist ein generatives Modell? – von Text zu Stadtentwurf
Begrünte, klimaangepasste Stadtinfrastruktur zum Thema Dachbegrünung Satteldach
Dachbegrünung Satteldach: Funktion, Vorteile und Umsetzung
Panorama von Bogotá mit urbanen Quartieren, Symbol für Wandel durch partizipative Planung.
Wie Bogotá mit partizipativer Infrastrukturplanung neue Sozialräume schafft
Piet Oudolf privat
Bundespreis Stadtgrün 2022
Bundespreis Stadtgrün 2022
Publikumsvoting gestartet: Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2026
Im Hintergrund Bergpanorama, davor ein See und grüne Wiesen. Im Vordergrund blüht eine lilafarbene Blume. Der schöne Schein trügt? Das Landesentwicklungsprogramm Bayern braucht einen Neustart. Foto: Mario Dobelmann via Unsplash
Neustart für Landesentwicklungsprogramm Bayern

Slow Food Landscape bei Turin

Team 3)

Turin ist die Stadt des Slow Food. Alle zwei Jahre findet hier der Salone del Gusto statt, die weltweite Messe des Slow Food. In der Stadt gibt es zahlreiche Märkte und Läden mit einem Angebot handwerklich veredelter Lebensmittel, von der Schokolade bis zum Reismehl. Der Filialist „Eataly“ zeigt, wie sich auch aus traditionellen Produkten ein großes Geschäft machen lässt, mittlerweile nicht mehr nur in italienischen Großstädten, sondern auch in New York und Tokio.

Der Boom von „slow“ und „local“ ist mit traditionell ländlichen Bildern verbunden. Eine Verbindung zur Landwirtschaft wird jedoch nicht hergestellt. Die agrarisch geprägte Landschaft entlang des Po findet wenig Beachtung. Wie aus dieser diffusen Peripherie in Verbindung mit einer zukunftsfähigen Landwirtschaft ein anerkannter Teil der Stadtlandschaft werden kann, damit hat sich im April 2014 das Erasmus Intensive Programme CITYGREENING auseinandergesetzt. Beteiligt waren neben der organisierenden Politecnico di Torino (Architektur) der Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur der RWTH Aachen University (Architektur), die University of Brighton (Architektur), die Istanbul Technical University (Landschaftsarchitektur), die Tschechische technische Universität Prag (Architektur/Landschaftsarchitektur), die Université de Rennes (Geographie/Agronomie) und die UAECG Sofia (Stadtplanung). Sechs international und interdisziplinär gemischte Gruppen haben nach einer Einführung durch internationale Experten und lokale Akteure elf Tage intensiv an Konzepten für die stadtnahe Landwirtschaft im Süden von Turin gearbeitet.

 

Dort überlagert Verkehrsinfrastruktur die Agrarlandschaft im Überschwemmungsgebiet des Po. Kiesabbau und ein Heizkraftwerk haben Teile der großflächigen Landwirtschaft entlang des Flusses verdrängt. Auch historische Landmarken wie Wegetrassen, Wehrhöfe oder ehemalige Viehmarkthallen sind heute kaum noch in der Landschaft ablesbar. Zwar nimmt die Landwirtschaft nach wie vor einen Großteil der Fläche ein, ihre Anliegen finden jedoch die geringste Anerkennung im Wettstreit der sektoralen Planungen.

Um diese Situation zu überwinden, spielten in den Überlegungen der Workshopteilnehmer vor allem die Zugänglichkeit, die Identität, die Wirtschaftlichkeit und die Kommunikation eine Rolle. Viele der beteiligten Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten setzten vor allem auf die Lesbarkeit und Erlebbarkeit der Landschaft. Neue Wegeverbindungen sollen die Entdeckung der Landwirtschaft vor den Toren der Stadt ermöglichen, historische Strukturen als Leitlinien und Attraktionen dienen, auf denen sich eine neue Identität aufbauen lässt.

 

In Zusammenarbeit mit Geographen und Agronomen konnten diese räumlichen Strategien auch ökonomisch hinterlegt werden. Die Entwicklung von Wertschöpfungsketten für die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle, um Landnutzung am Stadtrand zu stabilisieren. Mehrere Workshopteams entwickelten Modelle, wie Landwirte untereinander und mit stadtgesellschaftlichen Akteuren kooperieren könnten.
Die Konzepte des Workshops wurden an der RWTH Aachen vertieft. 13 Studierende der Lehrstühle für Gebäudelehre und Landschaftsarchitektur entwickelten in ihrer Bachelorarbeit einen Gebäude- und Freiraumentwurf, der die Ziele der Verknüpfung von Stadt und Landwirtschaft unter dem Titel casa / agricoltura aufgreifen sollte.

 

Helena Rafalsky ließ sich für ihre Arbeit „SaftMühle“ von den Produkten der Region Piemont und den privaten und kleingewerblichen Aktivitäten des Anbauens und Veredelns landwirtschaftlicher Produkte am Stadtrand inspirieren. Mit ihrem Gebäude schafft sie einen neuen Ort in der Zwischenstadt, an dem Menschen zusammenkommen können, um ihre Nahrungsmittel gemeinsam zu verarbeiten und zu genießen.

 

Friederike Henne nutzt als Standort für ihre casa agricoltura den bestehenden Parco Le Vallere am Po, dessen extensiv gepflegter Landschaftspark bisher kaum mit den benachbarten Landwirtschaftsflächen in Verbindung steht. In die Baumhecke, die eine verbindende Struktur zwischen Parkeingang am historischen Hof Le Vallere und dem Fluss, aber auch die Trennung zwischen Park und Landwirtschaft darstellt, integriert sie ein offenes Gebäude für die pädagogische Arbeit mit Kindern. Das Gebäude und eine neue Wegeverbindung stellt die Anbindung des Landschaftsparks an Felderlandschaft her.

 

Den auf den freien Feldern vor der Stadt gelegenen Weiler Barauda hat Fabian Klemp für sein Zentrum für Gartentherapie ausgewählt. Psychisch Erkrankte erhalten hier die Gelegenheit, sich im Kontakt mit der Natur und in strukturierten Abläufen den Weg zu einer geregelten Lebensweise zu erarbeiten. Der Aufbau der Wohneinheiten ergibt sich aus den Maßen der Gartenbeete, die den Wohnungen direkt zugeordnet sind.
Alle drei Entwürfe zeigen, wie sich Gebäude sowohl formal als auch funktional aus der Landschaft und ihrer landwirtschaftlichen Nutzung entwickeln lassen. Sie sind damit ein Beispiel, wie sich das Wissen und die Herangehensweisen von Architekten und Landschaftsarchitekten, hier in der Betreuung durch die beiden Lehrstühle der RWTH, in einer gemeinsamen Arbeit miteinander verschränken lassen.

Erasmus IP und Bachelorarbeit sind ein Versuch, einem neuen Konsumverhalten Orte zu geben. Mehr als jedes Bio-Siegel oder jede Herkunftsbezeichnung können diese Orte den Kontakt zu Landwirten, ihren Produkten und deren Verarbeitung herstellen und damit den Nachweis von Qualität erbringen. Slow Food bleibt nicht ein Schlagwort und Label, sondern wird in der Landschaft verankert.

Weitere Informationen: http://areeweb.polito.it/erasmus-ip-citygreening

Der Autor ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur der RWTH Aachen University.

Kinder gehören auf den Spielplatz – oder doch in den gesamten städtischen Raum? Wir sprachen mit Dirk Schelhorn, Landschaftsarchitekt und Experte für kindgerechte Gestaltung, und Dr. Renate Zimmer, Expertin für kindliche Bewegungsforschung, wie öffentlicher Raum gestaltet sein muss, damit sich dort auch Kinder wohlfühlen.

Was braucht es, um wirklich gute Räume für Kinder zu planen?

DS: Planer müssen wissen, wie die Kindheitsentwicklung funktioniert und was Kinder wirklich brauchen, um gesund und sicher aufzuwachsen. Das ist Grundwissen. Und dieses Grundwissen muss vernetzt werden. Es reicht nicht wenn der Landschaftsarchitekt das weiß, und es reicht nicht, wenn das Gartenamt das weiß. Die wesentlichen Entscheidungen zu einem gestalteten Raum, werden auf einer anderen Ebene getroffen. Auf der Ebene der Politik und Stadtplanung.

RZ: Für den Planungsprozess wäre es wichtig verschiedene Spezialisten direkt in die Kreation von Projekt mit einzubeziehen. Das gäbe zusätzliche Inspiration und direkte Rückmeldungen, ob Planungsideen Sinn machen und umsetzbar sind.

 

Frau Zimmer, hatten Sie schon einmal das Vergnügen bei einem interdisziplinär besetzten Projekt mitarbeiten zu dürfen?

RZ: Bei größeren bisher noch nicht. Momentan bin ich aber bei der Konzeption eines Spielraums für eine Behinderteneinrichtung in Südkorea dabei. Mit der Einrichtung hatte ich bisher über Fortbildungen zusammengearbeitet und nun bauen wir einen Fußballplatz in einen neuen Spielbereich um.

 

Spielplätze gibt es viele – und die sehen alle gleich aus. Woran liegt das?

RZ: Also entweder liegt es an den finanziellen Verhältnissen der Kommunen, dass sie sich nur einfallslose Spielplätze für Kinder leisten können oder es liegt daran, dass Firmen mit ihren Spielgeräten so unkreativ sind. Es gibt viele Initiativen, die versuchen auch den Raum außerhalb des Spielplatzes zu gestalten, aber da würde ich mir wünschen, dass ein bisschen kreativer mit Bewegungsideen umgegangen wird.

DS: Abprüfbare Qualitäten, wie wir sie bereits in der Spielleitplanung definiert haben, würden helfen. Kinderfreundlich ist eine Gemeinde nicht, wenn sie 13 Kindergärten hat. Das ist elternfreundlich. Kinderfreundlich ist aus der Perspektive der Kinder zu denken.

 

Wie müssten Städte gestaltet sein, damit sie auch Kinder ansprechen?

DS: Kinder sind in ihrem Tagesablauf wesentlich mehr auf Wegen unterwegs als auf Spielplätzen, etwa der Weg zur Schule oder zum Einkaufen. Wenn wir den öffentlichen Raum mal nach Qualitäten für Kinder abprüfen, dann fangen wir bei Wegesystemen und Plätzen zum Verweilen an. Warum gestaltet man den Raum nicht so, dass Kinder auch ihre Freude haben. Ich stelle mir eine Stadt, ein Quartier vor, wo Kinder nicht auf Spielplätzen sondern überall Dinge vorfinden, an denen sie sich betätigen können. Ein Raum muss ausstrahlen: Benutz mich!

RZ: Ich würde mir einen öffentlichen Raum mit sehr differenzierten Anspruchsformen vorstellen. Er muss Selbstständigkeit fördern und ganz unterschiedliche Schwierigkeitsstufen anbieten. Es muss anspruchsvolles geben, weil sich auch Zehnjährige richtig messen wollen, das Angebot darf aber auch ein dreijähriges Kind nicht total überfordern.

 

Nicht alle Städte haben Nachholbedarf in der kindgerechten Gestaltung ihres öffentlichen Raums. Welche Städte sehen sie als positive Vorreiter?

DS: Basel zum Beispiel. Basel hat eine Innenstadt mit ganz vielen Brunnen. Sobald es richtig warm ist, spielen die Kinder am und im Brunnen. Reutlingen ist auch ein gutes Beispiel. Dort werden wir auf einem Kulturplatz, eine ganze Bankreihe durch Schaukeln ersetzen – wo drei Leute nebeneinander sitzen können. Schaukeln ist immer Treffpunkt. Warum muss eine Schaukel immer nur auf einem Spielplatz stehen? Planer sollten Mut haben auch mal witzige Dinge zu tun.

RZ: Es gibt schon gute Beispiele, aber viele Räume könnte noch ein bisschen aufgepeppt und interessanter gestaltet werden, damit alle Altersstufen sich gemeinsam betätigen können.

DS: Ein weiteres Vorzeigeprojekt ist „alla hopp!“. Die Stiftung des SAP-Gründers Dietmar Hopp hat im Rahmen dieser Aktion 19 Kommunen in der Metropolregion Rhein-Neckar Bewegungsparks gestiftet. In enger Zusammenarbeit mit drei weiteren Büros setzen wir diese nun Schritt für Schritt um. Vier konnten wir auch schon fertig stellen.

 

Herr Schelhorn, Sie sagten, es sollte Richtwerte geben. Was genau würden Sie sich wünschen?

DS: In der Spielleitplanung haben wir bereits vor 15 Jahren verbindliche Qualitäten einer Raumgestaltung und Stadtentwicklung zu Gunsten von Kindern definiert. Die DIN 18034 spiegelt das auch wider. Sie hat den gleichen Wert wie die Gerätenorm, die DIN 1176. Aber wenn eine Sicherheitsüberprüfungen vor Ort gemachen wird, dann nimmt jeder die Gerätenorm, aber keiner überprüft den Stadtteil nach der DIN 18034.

 

Was steht in der DIN 18034?

DS: Sie spricht von einem kalkulierbaren Risiko. Da steht drin, dass wir bei der Planung für Kinder verpflichtet sind, kalkulierbares Risiko anzubieten – zur Förderung.

RZ: Gefahren müssen für Kinder erkennbar und einsehbar sein. Aber sie sind nötig, damit ein Gefahrenbewusstsein und eine Risikokompetenz aufgebaut und geübt werden kann.

DS: Die Norm findet aber leider wenig Anwendung und ist am Rahmen der Stadtgestaltung wenig bekannt. Bei der Stadtplanung ist sie eigentlich auf keinem Schreibtisch.

 

Wie kommt das?

DS: Keine Ahnung. Vollzugsdefizit, kein Wissen in der Ausbildung, nicht bekannt gegeben. Das Bundesland Vorarlberg in Österreich ist da momentan am vorbildlichsten. Dort gibt es ein Spielraumgesetz, an dem wir vor Jahren mitgewirkt haben. Mit Beratung aber auch konkreten Projekten.

 

Wenn Städte mehr in kindgerechten Raum investieren würden, welche Chancen würden sich bieten?

DS: Die Chancen sind natürlich riesig: Wir würden wesentlich mehr gesunde Kinder haben. Wir würden aber auch wesentlich weniger Geld in Bildung aus zweiter Hand ausgeben müssen, weil Kinder durch ihr Spielen – elf bis zwölf ist hier die Grenze – ganzheitlich gebildet werden. Die interessantesten, die abenteuerlichsten Dinge, die lernt man auf der Straße, im Wald und oft da, wo Erwachsen nicht davon ausgehen, dass man sie dort lernen kann. Die Chance einer kindgerechten Gestaltung hat aber auch einen generationsübergreifenden Effekt.

 

Wir müssen also für Kinder und Erwachsene planen?

RZ: Ja, über die Interaktion von Eltern und Kindern im öffentlichen Raum bahnt sich auch so was wie ein aktiver Lebensstil an, der sich auf die Kinder überträgt. Kinder sehen wie Eltern mit dem öffentlichen Raum umgehen. Ob sie hasten, um zum nächsten Termin zu kommen, oder ob sie sich auch mal Zeit nehmen.

DS: In einer kindgerechten Gestaltung haben auch Erwachsene ihren Platz. Der generationsübergreifende Aspekt hat nichts damit zu tun, dass Mutti irgendwas auf dem Walker macht und das Kind 20 Meter weiter im Sandkasten spielt. Sondern eine kindgerechte Gestaltung hat auch immer Platz für beobachtende Erwachsene – für teilnehmende Erwachsene. Sich freuen zu können am Kinderlachen, das ist vor allem für alte Leute sehr wichtig. Oder Kinder können mal Erwachsene beobachten. Wenn Kinder an einer Baustelle stehen bleiben, weil da drei Bagger fahren, dann ist das schon generationsübergreifende Teilhabe.

RZ: Ich würde sogar noch weiter gehen – Spielplätze für Ältere. Das ist ein Thema, das überhaupt noch nicht richtig weiter gedacht wurde.

 

Mit dem Thema „kindgerechte Gestaltung des öffentlichen Raums“ beschäftigen wir uns auch in Garten + Landschaft 05/2016 – der Platz, das Gefühl und wir.