Studio Loader Monteith revitalisiert einen Platz in Glasgow

Die revitalisierte St. Columbkille’s Church in Glasgow mit dem neu gestalteten einladenden Platz. Foto: ©Will Scott
Die revitalisierte St. Columbkille’s Church in Glasgow mit dem neu gestalteten einladenden Platz. Foto: ©Will Scott

Das Glasgower Architekturstudio Loader Monteith hat einen Gemeinschaftsplatz in der schottischen Stadt mit neuem Leben versehen. Gemeinsam mit Landschaftsarchitekten Mark Donaldson haben die Architekt*innen den Zugang zu der Piazza vor der Kirche St Columbkille’s deutlich verbessert. Diese Geste des Willkommens an die Stadtgemeinschaft ist gut angekommen.

St Columbkille’s Church in Glasgow wurde ursprünglich im Jahr 1851 gegründet. Die katholische Kirchengemeinde besitzt ein imposantes Gebäude aus dem Jahr 1940 – eine der wenigen Kirchen, die nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges errichtet wurden. Der Bau ist eine moderne Interpretation einer römischen Basilika und befindet sich direkt an der Main Street von Glasgow. Er ist ein wichtiger Bestandteil der katholischen Gemeinschaft. Entworfen wurde das Gebäude, das für seine eindrucksvolle Fassade aus rotem Backstein und für sein schieres Volumen bekannt ist, von Jack Coia von Gillespie, Kidd & Coai Architects. Aber der Eingang zu dem Gelände hatte bislang keinen besonders einladenden Charakter, weshalb Loader Monteith mit der Revitalisierung beauftragt wurde.

Eine Willkommensgeste

Bislang bestand der Vorplatz von St Columbkille’s aus einer Mischung aus Pflaster und Beton mit einer kurzen Treppe, die einen wenig imposanten Eingang zu der großen Kirche bot. Der barrierefreie Zugang war seitlich zu finden und bestand aus einer steilen Rampe, die ohne Unterstützung kaum zu bewältigen war.

Das Glasgower Architekturbüro Loader Monteith hat den Eingang zu der eindrucksvollen Kirche neu erfunden. Die Piazza für die Gemeinschaft steht dabei im Zentrum. Sie ist bepflanzt und bietet sowohl Grünfläche als auch besseren Zugang zur Straße. Ein Belag aus Backsteinen führt von der Straße zur Piazza und stellt einen kontinuierlichen, einheitlichen Übergang dar.

Eine neue Rampe befindet sich im Zentrum des neuen Designs. Sie ist in die geschwungenen Steinstufen aus York Stone integriert und ermöglicht einen barrierefreien Zugang. Somit wird die Zugänglichkeit der Kirche für alle symbolisiert. Dabei hat das Büro Inspiration in den internen Proportionen der Kirche sowie in den gemischten Rampen am Frank Lloyd Wright‘s Guggenheim Museum in New York gefunden. Die Rampe kulminiert in einem langen Eingangsbereich mit Terrasse für die Kirchengänger*innen.

Der neu gestaltete, stufen- und rampenförmige Eingang der St. Columbkille’s Church, mit einer integrierten, geneigten Rampe und geschwungenen York-Stein-Stufen, bietet barrierefreien Zugang und schafft einen einladenden Raum für alle. Foto: ©Will Scott
Der neu gestaltete, stufen- und rampenförmige Eingang der St. Columbkille’s Church, mit einer integrierten, geneigten Rampe und geschwungenen York-Stein-Stufen, bietet barrierefreien Zugang und schafft einen einladenden Raum für alle. Foto: ©Will Scott

Die Gemeinschaft zusammenbringen

Ab jetzt können die Gemeindemitglieder von St Columbkille’s sich vor und nach dem Gottesdienst auf den Treppen und der Terrasse vor der Kirche treffen. Dieser Ort hatte bisher gefehlt. Der neue Vorplatz bietet außerdem integrierte Sitzmöglichkeiten, die für Menschen jeder Glaubensrichtung gedacht sind und eine Einladung an alle darstellen, diesen öffentlichen Platz zu genießen.

Die detaillierten Backsteinmuster auf der Piazza spiegeln die Fassade der Kirche wider. Zudem geben sie der Umgebung Textur und visuelles Interesse, wodurch ein Ambiente wie auf einem europäischen Platz entsteht. Father Bernard Mournian, der seit 2017 der Gemeinde vorsteht, hat einen Teil seines Studiums in Rom absolviert, wo er sah, wie das Leben auf der Straße die Gemeinschaft zusammenbringen kann. Dies inspirierte seine Vorstellungen für die Revitalisierung des Platzes. Loader Monteith hat bereits Erfahrung darin, kulturelles Erbe mit neuem Leben zu versehen. Zudem brachten die Architekt*innen viel Liebe zum Detail mit und schafften es so, den Außenraum mit der historischen Architektur des Kirchengebäudes zu verbinden.

Um die steinernen Bereiche und die Backsteinfassade von St Columbkille’s aufzulockern, haben Loader Monteith und Mark Donaldson auch einige Beete integriert, die rund um das Jahr Farbe bringen sollen. Eine neue Treppenbeleuchtung macht es auch in den dunklen Monaten leicht, sich zu orientieren. Diese Elemente rahmen die Kirche ein und betonen, dass ihre Umgebung für Gemeindemitglieder und Besuchende zugleich gedacht ist.

Der neue Vorplatz der St. Columbkille’s Church mit Sitzgelegenheiten, dekorativem Mauerwerk und Pflanzbeeten bietet der Gemeinde einen einladenden Treffpunkt. Foto: ©Will Scott
Der neue Vorplatz der St. Columbkille’s Church mit Sitzgelegenheiten, dekorativem Mauerwerk und Pflanzbeeten bietet der Gemeinde einen einladenden Treffpunkt. Foto: ©Will Scott

Ein angemessener Platz für eine Kirche

Die Revitalisierung dieser Piazza soll zugleich als Beispiel und Inspiration für künftige Projekte dienen, die mit kulturellem Erbe befasst sind – so die Hoffnung von Loader Monteith. Durch die Kombination von historischem Respekt und moderner Zugänglichkeit kann es gelingen, ein neues Herz für eine Gemeinschaft zu gestalten.

Iain King, Iain King, Facharchitekt für Denkmalpflege und Direktor bei Loader Monteith, sagte: „Es ist uns eine Ehre, die Kirche bei der Verwirklichung der ehrgeizigen Ziele dieses Projekts zu unterstützen und die positiven Ergebnisse zu sehen. Dieses Projekt hat die Präsenz der Kirche in Rutherglen gestärkt, indem es einen einladenden, für alle zugänglichen Eingang geschaffen hat, der durch die Öffnung der Kirche und den Abbau von Barrieren die Öffentlichkeitsarbeit fördert.

Durch die Integration einer Rampe mit geringem Gefälle in die stufenförmig angelegten Terrassen gewährleisten wir Inklusion, ohne die Integrität des Bauwerks zu beeinträchtigen. Die weiche Landschaftsgestaltung ergänzt die Eingangsachse mit einer Bepflanzung, die das Kirchenjahr widerspiegelt und saisonal interessant ist.

Die Gemeinde hat den neuen Platz mit offenen Armen aufgenommen. Pfarrer Bernard Mournian sagte: „Die Gemeindemitglieder und ich sind begeistert, wie das Projekt geworden ist, es hat unsere Erwartungen übertroffen, der neue Platz passt jetzt zum Inneren unserer Pfarrkirche.“

Loader Monteith ist dafür bekannt, dass er „in jedes Design eine Geschichte von Bedeutung und Zweck einwebt“, wie es in der eigenen Beschreibung heißt. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 schafft das Architekturstudio Räume für Kunst, Kultur, Bildung, Wohnungen und Arbeitsplätze in Großbritannien und darüber hinaus.

Weiterlesen: In der kleinen Stadt Paisley vor den Toren Glasgows gibt es ebenfalls ein faszinierendes Erneuerungsprojekt.

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An prominenter Stelle im Pershing Park an der Pennsylvania Avenue in Washington, DC soll eine neue Gedenkstätte errichtet werden. Dann soll nicht mehr nur General Pershing, dem Oberbefehlshaber der US-Truppen an der Westfront im Ersten Weltkrieg, gedacht werden, sondern allen Veteranen und gefallenen Amerikanern. Nur wenige Schritte vom Weißen Haus entfernt und mit dem Capitol, dem Sitz des Kongresses, in Sichtweite, soll das Memorial auf 7.300 Quadratmetern gleichzeitig Erinnerungsstätte und Erholungsort sein.

Das Projekt wurde von der United States World War One Centennial Commision ins Leben gerufen und allein durch Spendengelder finanziert. Eine Jury wählte Ende August aus 350 Beiträgen des international ausgeschriebenen Wettbewerbs die fünf Finalisten. Sie arbeiten in der zweiten Runde zusammen mit dem Komitee, öffentlichen Entscheidungsträgern und anderen Interessengruppen an ihren Konzepten. Die World War One Commission will den Sieger im Januar 2016 bekannt geben.

In den USA werden erst seit den 80er-Jahren auch Gedenkstätten für die Veteranen im zweiten Weltkrieg, den Vietnam- und den Koreakrieg errichtet, anstatt wie zuvor nur Einzelpersonen zu würdigen. Für die Soldaten des Ersten Weltkriegs fehlte bislang jedoch eine solches Memorial. Laut World War One Commission sind jedoch im ersten Weltkrieg über 115.000 Amerikaner gefallen, mehr als in Vietnam und Korea zusammen. Mit dieser Opferzahl auf Seiten der USA folgt der Erste Weltkrieg damit dem Amerikanischem Bürgerkrieg und Zweitem Weltkrieg auf Platz drei.

 

Zu den Finalisten des World War One Memorial Wettbewerbs in Washington:

Plaza to the Forgotten War
Brian Johnsen, AIA; Sebastian Schmaling, AIA, LEEP AP; Andrew Cesarz
World War One Memorial Concept
Devin Kimmel, Kimmel Studio LLC
The Weight of Sacrifice
Joseph Weishaar
An American Family Portrait
STL Architects
Heroes Green
Maria Counts, Counts Studio