Tel Aviv als Start-up-Hub der Stadtplanung – Urban Tech zwischen Vision und Kontrolle

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Beeindruckende Stadtansicht aus der Vogelperspektive, aufgenommen von Markus Spiske mit einer Canon 5D Mark III und Leica Summicron-R Objektiv.





Tel Aviv als Start-up-Hub der Stadtplanung – Urban Tech zwischen Vision und Kontrolle


Stadtplanung als Abenteuer? In Tel Aviv ist das längst Alltag: Hier entstehen urbane Lösungen, die morgen schon den globalen Standard prägen könnten – aber was steckt hinter dem Hype um Urban Tech, und wie viel Kontrolle, Vision und Risiko liegen im neuen Start-up-Urbanismus? Ein Blick an die Strände, in die Büros und in die Datenzentren der quirligsten Stadtplanungswerkstatt des 21. Jahrhunderts.

  • Wie Tel Aviv zum weltweit bewunderten Start-up-Hub für Stadtplanung und Urban Tech wurde
  • Welche digitalen Werkzeuge und Plattformen den Stadtentwicklungsprozess revolutionieren
  • Warum Governance, Datenhoheit und Beteiligungsformate entscheidend für den Erfolg sind
  • Wie lokale Start-ups mit globalen Tech-Konzernen konkurrieren – und kooperieren
  • Welche Rolle Tel Avivs Innovationskultur für Geschwindigkeit und Risikofreude spielt
  • Wie Urban Tech den Alltag sichtbar verändert – von Mobilität bis Klimaresilienz
  • Wo Chancen und Risiken datengetriebener Stadtentwicklung liegen
  • Welche Lehren die DACH-Region für ihre eigene Stadtplanung ziehen kann
  • Warum Tel Aviv zum Labor für urbane Governance und Partizipation wird
  • Was das alles mit Kontrolle, Experiment und urbaner Intelligenz zu tun hat

Tel Aviv: Wie eine Stadt zum Magneten für Urban Tech wurde

Wer Tel Aviv nur als „Stadt am Strand“ oder als Partyhochburg kennt, hat die eigentliche Revolution übersehen: Die israelische Metropole ist inzwischen weit mehr als ein Technologiezentrum – sie ist ein globaler Katalysator für urbane Innovationen, ein Testfeld für die Zukunft der Stadtplanung. In kaum einer anderen Stadt der Welt treffen so viele Start-ups, Tech-Unternehmen, Planungsbüros und öffentliche Akteure aufeinander, um an der Schnittstelle von Raum, Daten und Gesellschaft zu experimentieren. Der berühmte „Start-up-Nation“-Mythos Israels manifestiert sich in Tel Aviv vor allem im urbanen Maßstab: Über 2800 Start-ups, unzählige Inkubatoren, Acceleratoren und internationale Forschungskooperationen prägen das Bild.

Das Erfolgsrezept? Ein Mix aus Risikofreude, politischer Unterstützung, gezielter Förderpolitik und einer ausgeprägten Kultur des Experimentierens. Die Stadtverwaltung agiert längst nicht mehr nur als Genehmigungsbehörde, sondern als Plattform: Sie öffnet Daten, testet neue Mobilitäts-Apps, beteiligt Bürger an Beta-Phasen urbaner Dienstleistungen und fördert die Zusammenarbeit zwischen etablierten Akteuren und jungen Innovatoren. Das klingt nach Silicon Valley, ist aber urban gedacht – und mit einem Schuss typisch israelischer Pragmatik gewürzt.

Wer als Planer in Tel Aviv arbeitet, begegnet nicht nur klassischen Stadtentwicklern, sondern auch Data Scientists, UX-Designern, Soziologen und Investoren. Der Austausch zwischen Disziplinen ist kein Nebenschauplatz, sondern der Kern des Erfolgs. Neue Ideen werden nicht in endlosen Gutachten zerredet, sondern als Prototypen in die Stadt gebracht – und zwar schnell. Vom ersten Datensatz bis zur Anwendung auf der Straße vergehen oft nur wenige Wochen. Fehlertoleranz wird hier gelebt, Scheitern ist keine Schande, sondern Lernanlass.

Diese Dynamik hat Tel Aviv zum Piloten für urbane Technologien gemacht, die anderswo noch als Vision gelten: Echtzeit-Verkehrssteuerung, datenbasierte Klimaanpassung, partizipative Stadtmodelle, smarte Energie- und Wasserinfrastruktur oder KI-gestützte Beteiligungsplattformen. Die Stadt ist nicht nur Labor, sondern auch Schaufenster – und zieht damit internationale Investoren und Fachleute an, die sich Inspiration und Know-how holen wollen.

Die Kehrseite? Die Geschwindigkeit der Innovation stellt Governance, Ethik und Teilhabe vor neue Herausforderungen. Wer entscheidet, welche Technologie zum Einsatz kommt? Wo werden Daten gespeichert? Und wie lassen sich digitale Lösungen skalieren, ohne soziale Spaltungen zu vertiefen? In Tel Aviv werden diese Fragen nicht ausgesessen, sondern offensiv verhandelt – mit manchmal überraschend pragmatischen, manchmal provokanten Ergebnissen.

Zusammengefasst: Tel Aviv ist keine perfekte Modellstadt, aber ein einzigartiges urbanes Reallabor. Wer verstehen will, wie Urban Tech Stadtplanung transformieren kann, findet hier die Antworten – und die offenen Fragen gleich dazu.

Digitale Werkzeuge, urbane Daten und die neue Planungsrealität

Die Schlagworte „Urban Digital Twin“, „Smart City Platform“ oder „Urban Data Lake“ sind in Tel Aviv längst gelebte Praxis. Was anderswo als ambitioniertes Pilotprojekt gilt, ist hier Teil der Alltagsplanung. Die Stadt hat früh erkannt, dass Daten nicht nur gesammelt, sondern intelligent vernetzt und genutzt werden müssen, um echten Mehrwert zu schaffen. Das beginnt bei der Open Data Strategie: Die Verwaltung stellt Geodaten, Verkehrs- und Umweltdaten, Bebauungspläne oder Energieverbrauch offen bereit. Start-ups können darauf aufsetzen, neue Anwendungen entwickeln und diese in Echtzeit mit den Bürgern testen.

Besonders prägend für die Planungslandschaft ist der Einsatz von Urban Digital Twins. Anders als klassische 3D-Modelle sind diese digitalen Zwillinge dynamische, lernende Systeme: Sie integrieren Sensorik, Echtzeit-Monitoring und Simulationen, um Stadtentwicklungsprozesse zu begleiten. Verkehrsflüsse, Mikroklima, Energiebedarf, soziale Interaktionen – all das wird erfasst, visualisiert und für Planungsszenarien genutzt. Planer und Entwickler können so verschiedene Entwurfsvarianten unmittelbar vergleichen, Auswirkungen testen und mit den realen Bedürfnissen der Stadt abgleichen.

Doch damit nicht genug: Tel Aviv hat früh in KI-basierte Analysewerkzeuge investiert, die Muster in Mobilitätsdaten, Umweltparametern oder sozialen Medien erkennen. Dadurch entstehen Prognosemodelle, die weit über klassische Verkehrszählungen oder Umfragen hinausgehen. Smarte Verkehrssteuerung, flexible Mikro-ÖPNV-Angebote, dynamische Parkraumverwaltung oder vorausschauende Wartung der Infrastruktur sind nur einige Beispiele für die praktische Anwendung.

Auch die Bürgerbeteiligung erfährt durch digitale Plattformen eine neue Qualität. Ob Beteiligungs-Apps, partizipative Karten oder Online-Dialoge – die Schwelle zur Mitwirkung sinkt, die Transparenz steigt. Projekte wie „DigiTel“ oder „CityZoom“ ermöglichen es, Feedback einzuholen, Planungsalternativen zu simulieren und die Öffentlichkeit an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. So entsteht nicht nur mehr Akzeptanz, sondern auch eine neue Form der urbanen Demokratie, in der Daten als Argument und als Werkzeug zugleich dienen.

Die größte Stärke Tel Avivs liegt dabei in der Integration: Digitale Werkzeuge, urbane Daten und analoge Stadtentwicklung werden nicht als getrennte Silos betrachtet, sondern als Bausteine einer gemeinsamen Strategie. Das macht die Stadtplanung agiler, kreativer – und öffnet neue Räume für Innovation und Kooperation. Gleichzeitig entstehen neue Risiken: Datenschutz, algorithmische Verzerrungen, digitale Exklusion und die Gefahr einer technokratischen Stadtentwicklung fordern Planer und Politik heraus, die Balance zwischen Vision und Kontrolle ständig neu zu verhandeln.

Governance, Partizipation und Machtfragen im digitalen Stadtlabor

Während viele europäische Städte in Governance-Fragen noch hadern, geht Tel Aviv ungewöhnlich selbstbewusst voran. Die Stadt hat früh verstanden, dass der produktive Umgang mit Urban Tech vor allem eine Frage der richtigen Steuerung ist. Im Zentrum steht eine Governance-Architektur, die auf Offenheit, Kooperation und Iteration setzt. Die Verwaltung versteht sich als Enabler, nicht als Gatekeeper: Sie schafft Schnittstellen zwischen Start-ups, etablierten Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist die agile Verwaltungspraxis. Anstatt in starren Fünfjahresplänen zu denken, werden kurzfristige Pilotprojekte bevorzugt, die schnell skaliert oder angepasst werden können. Fehler werden nicht versteckt, sondern öffentlich reflektiert. Das schafft Vertrauen – und motiviert weitere Akteure, sich einzubringen. Gleichzeitig setzt die Stadt auf einen Mix aus Top-down-Strategie und Bottom-up-Initiativen: Während zentrale Leitlinien für Urban Tech gesetzt werden, bleibt genug Raum für Experimente vor Ort.

Besonders spannend ist der Umgang mit Machtfragen: Wem gehören die Daten? Wer kontrolliert die Algorithmen? In Tel Aviv gibt es klare Regulierungen zur Datensouveränität, aber auch offene Debatten über die richtige Balance zwischen privater Innovation und öffentlicher Kontrolle. Die Stadt arbeitet mit unabhängigen Ethikräten, führt Transparenzregister und veröffentlicht Algorithmen, die für Entscheidungsprozesse relevant sind. Damit wird verhindert, dass einzelne Anbieter oder globale Tech-Konzerne die Kontrolle über urbane Systeme übernehmen.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit wird dabei nicht als Pflichtübung, sondern als strategischer Vorteil verstanden. Bürger können sich nicht nur zu einzelnen Projekten äußern, sondern an der Entwicklung ganzer Plattformen mitwirken. So entstehen digitale Werkzeuge, die wirklich auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind – und nicht als Importware aus dem Silicon Valley landen. Gleichzeitig bleibt die Verwaltung in der Lage, zentrale Steuerungsfunktionen zu übernehmen, wenn es um Infrastruktur, Sicherheit oder Grundversorgung geht.

Natürlich gibt es auch in Tel Aviv Konflikte: Zwischen den Ansprüchen von Investoren und den Erwartungen der Stadtgesellschaft, zwischen dem Wunsch nach Innovation und der Notwendigkeit, Risiken zu kontrollieren. Doch die Bereitschaft, diese Konflikte offen auszutragen und Lösungen im Dialog zu suchen, macht die Stadt zu einem Modell für partizipative Governance im digitalen Zeitalter – mit allen Chancen und Herausforderungen.

Urban Tech im Alltag: Mobilität, Klima, Lebensqualität – und neue Risiken

Urban Tech ist in Tel Aviv kein abstraktes Buzzword, sondern prägt den Alltag der Stadt. Wer morgens mit der App „Moovit“ den optimalen Weg durch den Verkehr findet, erlebt die direkte Wirkung datenbasierter Planung. Smarte Ampelsysteme, dynamische Buslinien, flexible Sharing-Angebote – all das basiert auf einer Infrastruktur, die Echtzeitdaten sammelt, analysiert und sofort in Steuerungsentscheidungen umsetzt. Das Ziel: weniger Stau, bessere Luft, effizientere Verteilung des Verkehrs.

Auch beim Thema Klimaresilienz setzt Tel Aviv Maßstäbe. Sensoren erfassen lokale Temperatur- und Feuchtigkeitswerte, KI-Systeme simulieren die Wirkungen neuer Bebauung auf das Mikroklima. Grünflächenmanagement, Bewässerung und Baumpflanzungen werden datenbasiert gesteuert, um Hitzestress zu minimieren und Biodiversität zu fördern. Im Zusammenspiel mit digitalen Partizipationsplattformen können Anwohner ihre Erfahrungen einbringen und Vorschläge für Klimaanpassungsmaßnahmen machen.

Lebensqualität steht im Zentrum vieler Innovationen. Digitale Tools helfen, den Zugang zu öffentlichen Räumen zu verbessern, Barrierefreiheit zu überwachen, neue Freizeitangebote zu testen oder die Versorgung mit sozialen Dienstleistungen zu optimieren. Besonders interessant: Viele Anwendungen sind modular und skalierbar, lassen sich also problemlos in neuen Stadtteilen oder sogar in anderen Städten implementieren.

Doch mit der Digitalisierung steigen auch die Risiken. Datenschutz ist in einer Stadt, die nahezu alles misst, ein sensibles Thema. Tel Aviv begegnet dieser Herausforderung mit strengen Regulierungen, transparenter Kommunikation und einer aktiven Zivilgesellschaft, die Missstände schnell öffentlich macht. Zudem gibt es laufende Debatten über die Gefahr algorithmischer Verzerrungen, digitale Ungleichheiten oder die Kommerzialisierung öffentlicher Räume.

Die Stadt ist sich bewusst, dass Urban Tech kein Allheilmittel ist. Vielmehr wird darauf geachtet, dass technologische Lösungen nicht soziale oder ökologische Probleme verschärfen. Hier zeigt sich die Reife der Planungsdebatte: Nicht jede Innovation ist automatisch ein Fortschritt, nicht jede App macht die Stadt besser. Entscheidend ist, wie Technologie eingebettet, gesteuert und evaluiert wird – und ob sie das Leben der Menschen tatsächlich verbessert.

Was Deutschland, Österreich und die Schweiz lernen können – und warum Tel Aviv kein Vorbild, sondern ein Impuls ist

Die Faszination für Tel Aviv ist in der DACH-Region groß. Viele Delegationen reisen an, um Inspiration zu sammeln, Pilotprojekte zu begutachten oder Kooperationen anzustoßen. Doch so verlockend das Tempo und der Pragmatismus der israelischen Metropole auch sind – eine Eins-zu-eins-Kopie ist weder möglich noch sinnvoll. Die Rahmenbedingungen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz unterscheiden sich deutlich: von den rechtlichen Grundlagen über die Verwaltungskultur bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz neuer Technologien.

Dennoch gibt es zentrale Lehren: Erstens, der Mut zum Experiment und zur Fehlerkultur. Wer Urban Tech nur als Verwaltungsmodernisierung versteht, bleibt hinter den Möglichkeiten zurück. Zweitens, die Offenheit für Kooperationen zwischen Verwaltung, Start-ups und Gesellschaft. Drittens, die Notwendigkeit, Governance und Partizipation als zentrale Innovationsfaktoren zu begreifen – nicht als nachgelagerte Pflicht, sondern als integralen Bestandteil jeder digitalen Strategie.

Besonders relevant für die DACH-Region ist der Umgang mit Datenhoheit und Transparenz. Tel Aviv zeigt, wie offene Schnittstellen, klare Regulierungen und partizipative Algorithmen die Kontrolle über urbane Systeme sichern können, ohne Innovationen abzuwürgen. Gleichzeitig ist die Sensibilität für ethische Fragen und soziale Auswirkungen entscheidend: Technologie darf nicht zum Selbstzweck werden, sondern muss an realen Bedürfnissen ausgerichtet bleiben.

Schließlich lohnt sich der Blick auf die Geschwindigkeit der Transformation: In Tel Aviv werden Prototypen schnell getestet, aus Fehlern gelernt und erfolgreiche Lösungen skaliert. Für viele deutsche, österreichische oder Schweizer Städte ist das ein Ansporn, eigene Prozesse zu beschleunigen, ohne dabei die Sorgfalt zu verlieren. Das Ziel ist nicht blinder Technologietransfer, sondern die Entwicklung einer eigenen Haltung zu Urban Tech, die lokale Stärken nutzt und Risiken aktiv adressiert.

Am Ende bleibt Tel Aviv weniger ein Vorbild als ein ständiger Impuls: für mehr Mut, mehr Offenheit und mehr Nachdenken über die Stadt der Zukunft. Wer Urban Tech als Chance für bessere, nachhaltigere und gerechtere Stadtentwicklung begreift, kann von Tel Aviv viel lernen – und dabei seinen eigenen Weg gehen.

Fazit: Urban Tech zwischen Vision, Kontrolle und urbaner Intelligenz

Tel Aviv zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Stadtplanung, Technologie und Unternehmertum aufeinandertreffen. Die Stadt ist ein lebendiges Labor, in dem Visionen getestet, Risiken eingegangen und neue Formen der Zusammenarbeit erprobt werden. Digitale Zwillinge, smarte Plattformen und partizipative Datenräume sind hier kein Zukunftsmärchen, sondern gelebte Realität. Doch bei aller Bewunderung für Tempo und Innovationskraft darf nicht vergessen werden: Urban Tech ist kein Selbstläufer, sondern verlangt nach kluger Steuerung, transparenter Governance und echter Teilhabe.

Für die DACH-Region bietet Tel Aviv weniger eine Blaupause als eine Einladung, Stadtplanung neu zu denken: datengetrieben, offen, kooperativ – und bereit, Fehler als Lernchance zu begreifen. Die Herausforderungen sind groß, die Risiken real, aber die Potenziale für bessere, nachhaltigere Städte sind enorm. Entscheidend ist, die Balance zwischen Vision und Kontrolle, Innovation und Verantwortung immer wieder neu auszuhandeln.

Wer Urban Tech als Werkzeug für eine lebendige, demokratische und lebenswerte Stadt versteht, wird Tel Aviv nicht nur als Vorbild, sondern als ständigen Anstoß für die eigene Praxis erleben. Die Zukunft der Stadtplanung spielt sich nicht im Elfenbeinturm ab, sondern im offenen, manchmal chaotischen, immer dynamischen Austausch zwischen Menschen, Daten und Räumen. Und genau das macht den Reiz – und die Verantwortung – der digitalen Stadtentwicklung aus.


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Am 3. und 4. Mai 2018 lädt die Bundesstiftung Baukultur zur nächsten Baukulturwerkstatt nach Karlsruhe ein. Das Thema dieses Mal: „Stadt und Fahrradmobilität“.

 

Städte wie Münster, Berlin oder Karlsruhe haben längst begriffen, dass Rad fahren als Transportmittel immer beliebter wird, und haben deshalb die Fahrradstadt als Leitbild festgelegt. Damit löst es die autogerechte Stadt ab, die viele Städte zurückbauen. Die Fahrradstadt bietet die Chance, neue Infrastrukturkonzepte zu entwickeln.  Diese verbrauchen weniger Fläche und werten die Gestaltung des urbanen Raums auf.

Veranstaltungsprogramm

Die Baukulturwerkstatt in Karlsruhe übermittelt mithilfe von Vorträgen und Beispielprojekten die Chancen, die Fahrradmobilität für die Stadt birgt. Sie beginnt mit einer gemeinsamen Radtour – wahlweise auch einen geführten Spaziergang – am 3. Mai 2018 um 14:30 Uhr. Die darauffolgende Abendveranstaltung findet im Zentrum für Kunst und Medien statt.

Der zweite Veranstaltungstag beginnt mit Diskussionen im Karlsruhe Institute of Technology zu den Themenblocks „Mobilitätskonzepte“, „Mensch und Fahrrad“ und „Fahrradstadt machen“.  Nach dem gemeinsamen Mittagessen endet die Veranstaltung um 15 Uhr.

Das Programm:

Donnerstag, 3. Mai 2018 
14.30 Uhr Stadtspaziergang oder Fahrradtour „Karlsruhe erfahren” durch Karlsruhe
Bitte melden Sie sich verbindlich für die Fahrradtour an. Die Platzanzahl ist begrenzt.

17 Uhr Kolloquium und Empfang
Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)
Begrüßung und Vorträge
u. a. mit Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin Stadtplanungsamt Stadt Karlsruhe und
Peter Cachola Schmal, Leitender Direktor Deutsches Architekturmuseum

19.30 Uhr Podiumsdiskussion

20.15 Uhr Buffet, Fahrradkultur, Musik

Freitag, 4. Mai 2018
8.30 Uhr Eintreffen
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

9 Uhr Begrüßung und Vorträge
u. a. mit Prof. Markus Neppl, Karlsruher Institut für Technologie

10.30 Uhr Arbeitsräume mit Impulsen und Werkstatttischen
1 Mobilitätskonzepte
2 Mensch und Fahrrad
3 Fahrradstadt machen
u. a. mit Konrad Rothfuchs, ARGUS Stadt und Verkehr

12.45 Uhr Ergebnispodium

13.30 Uhr Baukultur-Tisch: Gespräche beim Mittagessen

15 Uhr Ende der Veranstaltung

Zur kostenlosen Anmeldung geht es hier entlang. 

Landesgartenschau 2026 in Bad Schlema: Wettbewerb entschieden

Die 10. Sächsische Gartenschau soll im Jahr 2026 in Bad Schlema stattfinden. Bildquelle: Kora27, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Die 10. Sächsische Gartenschau soll im Jahr 2026 in Bad Schlema stattfinden. Bildquelle: Kora27, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Das Dresdener Büro Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten hat den Ideenwettbewerb für die Landesgartenschau 2026 in Bad Schlema gewonnen. Damit nehmen die Pläne für die Veranstaltung im Erzgebirgskreis allmählich Gestalt an. Alles zum Siegerentwurf hier.

Bergbau und Blütenpracht

Im Jahr 2026 wird in Bad Schlema im Erzgebirgskreis eine Landesgartenschau stattfinden. Dafür schrieb der Ort einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Geländes durch. Die Jury kürte nun den Entwurf von Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten aus Dresden zum Sieger. Dazu gehörte ein Preisgeld von 47 500 Euro.

Zu der Landesgartenschau werden mehrere Hunderttausend Besucher erwartet. Sie wird sich auf den Kurpark der Stadt konzentrieren. Der Siegerentwurf sieht größere Pflanzeninseln vor, durch die die Besucher*innen spazieren können. So soll sichtbar werden, dass es sich hier um eine beschädigte Landschaft handelt. Denn Bad Schlema und Umgebung leiden nach wie vor unter den Folgen des einstigen Uranbergbaus. Darüber hinaus sind Landschaftsmarken geplant, die an Fördertürme und Schornsteine erinnern sollen, ohne diese zu imitieren.

© heizHaus Architektur.Stradtplanung
© heizHaus Architektur.Stradtplanung

Von Wismutschacht zur Blütenpracht

Nach Torgau im Jahr 2022 ist Bad Schlema Gastgeber der nächsten Landesgartenschau in Sachsen. Das Event steht unter dem Titel „Von Wismutschacht zur Blütenpracht“. Dabei handelt es sich um die zehnte Gartenschau dieser Art in Sachsen. Sie wird eine Fläche von etwa 40 Hektar haben. Neben dem Kurpark als zentralem Punkt soll auch eine neue, grüne Verbindung zwischen Nieder- und Oberschlema entstehen.

 

Neue Freiflächengestaltung bei Landesgartenschau 2026

Für die 10. Sächsische Landesgartenschau wird die Stadt Aue-Bad Schlema im Jahr 2026 Gastgeberin sein. Umweltminister Günther beglückwünschte die Stadt und drückte seine Hoffnung aus, dass eine neue, nachhaltig gestaltete Besucherattraktion entstehen würde. Dies soll der früher vom Uranbergbau geprägten Region guttun und insbesondere Bad Schlema aufwerten. Rekultivierte Industrieflächen wie eine frühere Bahntrasse werden zum Verweilen einladen und eine neue Verbindung zwischen Nieder- und Oberschlema schaffen. Auch ein grünes Klassenzimmer soll entstehen, zu dem diverse Pflanzen und Flächen entstehen.

Die Pläne und Projekte für die Landesgartenschau Bad Schlema knüpfen an die umfangreichen Renaturierungs- und Sanierungsarbeiten an, die bereits stattgefunden haben. Drei Bereiche und Komplexe sollen unter Berücksichtigung der Freiflächengestaltung und des Naturschutzes teilweise saniert sowie weiterentwickelt werden. Der Freistaat Sachsen gewährt für Investitions- und Durchführungsaufgaben der Landesgartenschau einen Gesamtzuschuss von bis zu fünf Millionen Euro.

Sichtbarmachung von Historie

Der Gewinnerentwurf sieht vor, die beiden Kurparkteile West und Ost in Bad Schlema zusammenzuführen. Dafür sind eine neue Wegeführung im Osten und die Verstärkung vorhandener Strukturen im Westen geplant. Gruppenpflanzungen in Form von Hügelgärten sowie die Herstellung von Orientierungspunkten und Landmarken wie der Villa Wilisch sind ebenfalls Teil des Konzepts. Damit möchte das Büro Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten Gebäudegrundrisse aus der Geschichte von Bad Schlema nachzeichnen. Diese Flächen werden mit Pflanzen markiert und durch vertikale Objekte lokalisiert. Zudem sind historische Informationen geplant.

Während der Landesgartenschau soll es zwei Zugänge in den Park geben. Zusätzlich sind Angebote im Gießereipark und im Umfeld des Bahnhofs Niederschlema geplant. Die Papierfabrik soll als Camping- und Zeltstandort dienen, um dem hohen Besucheraufkommen gerecht zu werden. Laut der Jury überzeugt die Arbeit des Dresdener Büros mit ihrer Sichtbarmachung der Historie und dem vielfältigen Angebot zwischen dem Naturraum Mulde und der Bergbaufolgelandschaft Bad Schlemas.

Übrigens: Auch anderswo in Sachsen wird die nachhaltige integrierte Stadtentwicklung diskutiert, um benachteiligte Quartiere zu fördern.