Foto: The Krank © 2026
Foto: The Krank © 2026

Auf Othonoi, der westlichsten bewohnten Insel Griechenlands, trifft prähistorische Bildsprache auf eine mögliche industrielle Zukunft: Die temporäre Land-Art-Installation „The Hunt“ von The Krank setzt sich mit geplanten Offshore-Bohrungen im Ionischen Meer auseinander und macht den Landschaftsraum selbst zum Ort der Auseinandersetzung.

Projektbeschreibung: „The Hunt“ auf der Insel Othonoi

  • Projektname: The Hunt
  • Künstler: The Krank
  • Ort: Aspri Ammos Beach, Insel Othonoi, Griechenland
  • Standortkontext: Westlichster bewohnter Punkt Griechenlands im Nordwesten des Ionischen Meeres
  • Fläche: 500 Quadratmeter
  • Fertigstellung: Juli 2026
  • Material: Schwarzes Geotextil
  • Organisation: Ionian Lab Residency von Space52 und Kalogerou1844
  • Entfernung zum geplanten Offshore-Fördergebiet: Rund 10 Kilometer zur nächstgelegenen Grenze des Blocks 2 im Ionischen Meer
  • Thema: Verhältnis von Landschaft, Energiegewinnung und kollektiver Erinnerung
  • Gestaltung: Zwei prähistorische Jäger stehen der Silhouette einer Offshore-Ölplattform gegenüber
  • Charakter: Temporäre Land-Art-Intervention ohne dauerhafte Veränderung des Ortes
  • Aktueller Kontext: Block 2 befindet sich seit März 2026 in einer zweiten Explorationsphase; eine Erkundungsbohrung (Asopos-1) ist vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen für Februar 2027 geplant

Landschaft als Schauplatz eines möglichen Wandels

Die Land-Art-Installation The Hunt verlagert die Diskussion um geplante Offshore-Energieprojekte aus Karten, technischen Dokumenten und politischen Ankündigungen in den konkreten Landschaftsraum. Auf dem Strand Aspri Ammos der griechischen Insel Othonoi platziert der Künstler The Krank eine großformatige schwarze Geotextilzeichnung, die zwei prähistorische Jäger einer industriellen Plattform gegenüberstellt.

Die Arbeit entstand im Rahmen der Ionian Lab Residency von Space52 und Kalogerou1844. Anders als klassische Ausstellungen nutzt sie keinen neutralen Innenraum, sondern den tatsächlichen Ort, der durch mögliche zukünftige Eingriffe geprägt werden könnte. Die Landschaft wird damit nicht nur zur Kulisse, sondern selbst zum Bestandteil der künstlerischen Auseinandersetzung.

Zwischen Urgeschichte und industrieller Zukunft

Die Bildsprache von The Hunt orientiert sich an prähistorischen Höhlenmalereien und verbindet frühe Formen menschlicher Existenzsicherung mit aktuellen Fragen der Ressourcenförderung. Die Gegenüberstellung der Jäger und der Offshore-Plattform überspannt dabei einen großen zeitlichen Bogen: von den ersten Spuren menschlicher Aneignung der Umwelt bis zu modernen Formen der Energiegewinnung.

Dabei verzichtet die Installation auf eine dauerhafte bauliche Intervention. Das schwarze Geotextil blieb lediglich für die Dokumentation auf dem Strand und hinterließ keine bleibenden Veränderungen am Standort. Gerade die Vergänglichkeit der Arbeit verstärkt den Bezug zum offenen Zukunftsszenario: Sie markiert einen Moment, in dem die Landschaft noch unverändert ist, aber eine mögliche Transformation bereits sichtbar wird.

Land Art als Instrument der räumlichen Reflexion

Während Offshore-Projekte meist über technische Zeichnungen, Kartenmaterial oder behördliche Verfahren vermittelt werden, arbeitet The Hunt mit einer unmittelbaren räumlichen Erfahrung. Besucherinnen und Besucher begegnen der Landschaft in einem Zwischenzustand – vor einer möglichen industriellen Überformung.

Die Installation stellt damit Fragen, die auch für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung relevant sind: Wie werden zukünftige Nutzungen in sensible Räume integriert? Welche Bilder prägen unsere Wahrnehmung von Landschaften, bevor Veränderungen stattfinden? Und wie lassen sich Konflikte zwischen Energiegewinnung, Ökologie und kultureller Erinnerung sichtbar machen?

Mit der temporären Intervention auf Othonoi wird der Landschaftsraum selbst zum Medium einer Debatte über Ressourcen, menschliche Eingriffe und die langfristige Beziehung zwischen Gesellschaft und Umwelt.

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Zwei unterschiedliche, durch eine Bundesstraße voneinander getrennte Areale verbinden, und einen großen See schaffen – die Herausforderungen der Landesgartenschau in Lahr meisterte das Büro club L94 ohne große Hindernisse. Burkhard Wegener führt uns vor Ort durchs Gelände.

Herr Wegener, was war Ihre Motivation, 2011 am Wettbewerb zur Landesgartenschau in Lahr teilzunehmen?
Es war die Auslobung mit der Aufgabe, einen existierenden Park zu überarbeiten und Ackerflächen eine neue Identität zu geben, sie zu einem Park zu entwickeln. Und darüber hinaus: beide Teilbereiche über zwei Bundesstraßen hinweg mit einer Brücke zu verbinden – alles in allem eine komplexe Aufgabe. Zudem hat es in unseren Kalender gepasst …

Haben Sie die Vorgaben im Planungsprogramm als einengend empfunden – etwa den Wunsch nach einem See, neuen Kleingärten und einem Landschaftspark, in den ein bestehendes Pappelwäldchen mit Krähenhabitat integriert werden sollte?
Eigentlich nicht, eher als Herausforderung. Zumal wir viel Freiraum bei der Ideenfindung hatten und angehalten wurden, Neues zu entwickeln, das sich mit Vorhandenem verbinden sollte.

Woran hatten Sie am meisten zu knabbern? Was hat Ihnen die größten Probleme beim Planen und Bauen gemacht?
Das war der See. Er sollte mehrere Hektar groß werden, aber wir konnten ihn nicht – wie anfangs gedacht – durch den Aushub von Boden realisieren. Es stellte sich schnell heraus, dass es Probleme mit dem Grund­wasser gegeben hätte. So kamen wir auf die Idee, den See auf das bestehende Gelände aufzusetzen. Als Landschaftssee konzipiert, ist er nun rund 2,7 Hektar groß, aber nur zwei bis drei Meter tief. Insgesamt haben wir rund 100 000 Kubikmeter Füllboden im Gelände verarbeitet.

Der See wird diagonal von einem Steg gequert, dadurch scheint er zweigeteilt. Hat das eine tiefere Bedeutung?
Ja. Offziell ist der See ein Badesee und braucht dazu eine entsprechend hohe Wasserqualität. Das erreichen wir, indem wir das Wasser umwälzen, über eine Pflanzenkläranlage filtern und fehlendes Wasser über Pumpen aus dem Grundwasser zuführen. Der Steg über den See sitzt wiederum auf einer Mauer auf, die den Badesee vom Landschaftssee trennt und ihn aus einer anderen Perspektive als von den Ufern aus erlebbar macht. Die Ufer sind bewusst unterschiedlich gestaltet: im Badebereich mit einer harten, urbanen Kante samt Badestrand, im Landschaftsteil mit weichen Übergängen, die sich aus der Bepflanzung der Uferbereiche mit Röhricht und Wasserpflanzen ergeben.

Gab es noch andere Themen, die Ihnen beim Entwurf der Landesgartenschau besonders wichtig waren?
Zum Beispiel, dass auf der langen Seite des Sees eine Promenade entstehen sollte. Diese haben wir mit einer einreihigen Allee aus Trauerweiden bepflanzt, deren hängende Zweige wir lieben.

Alle Fotos: Karl H.C. Ludwig.

Sie haben noch nicht das Krähennest angesprochen, das ja auch eine Besonderheit darstellt …
Genau, das war uns auch von Anfang an wichtig. Zwar in etwas anderer Form als es nach dem dafür ausgelobten Wett­bewerb geworden ist, aber wir finden es dennoch gut. Es steht vor dem Pappel­wäldchen, in dem zahlreiche Krähennester zu finden sind, die den Anstoß zur Idee gegeben haben. Konkret liegt es in dem neuen Auenwäldchen, in dem sich Lichtungen, Pfade aus Rindenmulch und Farninseln finden, die die Basis für ökologische Vielfalt und Lebensräume für Pflanzen und Tiere darstellen und zeigen.

Was waren die Maximen und Ziele für die Überarbeitung des Bürgerparks? Der kam in unserer Unterhaltung bislang etwas zu kurz …
Der Bürgerpark liegt direkt am Schul­quartier und wurde von uns konzeptionell als Teil der Stadt interpretiert. Im Gegensatz zum landschaftlichen Seepark ist der Spiel-­ und Sportpark urban gestaltet. Die Konzeptionen für die neuen Gebäude dort – Kita, römisches Streifen­haus und Sporthalle – entwickelten wir in der städtebaulichen Findungsphase zusammen mit dem Architekturbüro Aldinger. Die neue Kita mit der tonnen­förmigen Dachstruktur, die ich mitsamt den Spielbereichen für sehr gelungen halte, markiert den Parkzugang im Osten. Zu einem besonderen gestalterischen Element wurde auch die „via ceramica“, die sich – obwohl sprachlich nicht ganz korrekt – auf die keramischen Funde der Römer in Lahr bezieht.


05 IMG_8290
Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

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Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

Das alles klingt nach dem Ergebnis einer guten Zusammenarbeit mit anderen Planern und der Stadt.
Die Zusammenarbeit war – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – in der Tat ganz gut. Das gilt sowohl für die Verantwort­lichen der Stadt, als auch für die LGS GmbH und andere Architekten und Planer. Grundsätzlich hätten wir uns gewünscht, dass sich die Ausstellungsbei­träge – vor allem im Seepark – etwas mehr in die Grundkonzeption der Daueranlage eingefügt und einen etwas weniger lauten Auftritt gemacht hätten. Im Kleingartenpark am jetzigen Haupteingang der LGS wurden sie mit dem Landschaftsbau und dessen Gärten deutlich besser in die Grund­struktur der Anlage integriert.

Zum Interviewpartner: Burkhard Wegener ist einer der vier Gründer und Geschäftsführer des Kölner Büros club L94 Landschaftsarchitekten. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Objektplanung und Wettbewerbe. Am FB Architektur der Hochschule Bochum lehrt er als Honorarprofessor.

 

 

Alle Fotos: Karl H.C. Ludwig.

Sie haben noch nicht das Krähennest angesprochen, das ja auch eine Besonderheit darstellt …
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Blick über den See.


12 Via Ceramika Image club
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Seepromenade.

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Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

Das alles klingt nach dem Ergebnis einer guten Zusammenarbeit mit anderen Planern und der Stadt.
Die Zusammenarbeit war – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – in der Tat ganz gut. Das gilt sowohl für die Verantwort­lichen der Stadt, als auch für die LGS GmbH und andere Architekten und Planer. Grundsätzlich hätten wir uns gewünscht, dass sich die Ausstellungsbei­träge – vor allem im Seepark – etwas mehr in die Grundkonzeption der Daueranlage eingefügt und einen etwas weniger lauten Auftritt gemacht hätten. Im Kleingartenpark am jetzigen Haupteingang der LGS wurden sie mit dem Landschaftsbau und dessen Gärten deutlich besser in die Grund­struktur der Anlage integriert.

Zum Interviewpartner: Burkhard Wegener ist einer der vier Gründer und Geschäftsführer des Kölner Büros club L94 Landschaftsarchitekten. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Objektplanung und Wettbewerbe. Am FB Architektur der Hochschule Bochum lehrt er als Honorarprofessor.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung und die Wüstenrot Stiftung schreiben seit fast 40 Jahren den Deutschen Städtebaupreis aus. Alle zwei Jahre zeichnet der Preis nachhaltige und innovative Gestaltungsvorschläge für den öffentlichen Raum aus. Dieses Jahr ist es wieder soweit.

Architekten, Landschaftsarchitekten und Städteplaner können bis zum 15. April Projekte einreichen, die seit dem 1. Januar 2013 in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Am 27. September 2018 werden die Wettbewerbsgewinner bekannt gegeben. Den Preisträger erwartet ein Preisgeld von 15 000 Euro und wird in einer Wanderausstellung präsentiert.

Der parallel dazu ausgelobte Sonderpreis widmet sich dem Thema ‚Orte der Bildung und Kultur im städtebaulichen Kontext‘. Im Rahmen des ‚European Year of Cultural Heritage 2018‘ werden Projekte ausgezeichnet die städtebauliche Ensembles zwischen 1949 und 1989 behandeln. Der Sonderpreis ist mit 5 000 Euro dotiert.

Weitere Informationen zu dem Deutschen Städtepreis findet ihre hier.