Totholzhaufen: Bedeutung, Maßnahmen und Praxis

Naturnahe, artenreiche Stadtnatur zum Thema Totholzhaufen
Baumstamm im Wasser – ein stilles Naturmotiv aus der Landschaft. Foto: kathyryn_tripp / Unsplash

Ein Haufen aus abgestorbenem Holz wirkt auf den ersten Blick wie Unordnung. Tatsächlich ist der Totholzhaufen eines der wirkungsvollsten Strukturelemente, das die Freiflächenplanung für Biodiversität, Bodenökologie und Habitatvernetzung einsetzen kann. Wer versteht, was in einem solchen Haufen biologisch und chemisch vorgeht, erkennt, warum diese scheinbar passive Maßnahme aktive Planungsleistung erfordert und warum sie in der Praxis so oft hinter ihrem Potenzial zurückbleibt.

  • Was ein Totholzhaufen ist, wie er sich von verwandten Strukturen unterscheidet und welche ökologischen Prozesse in ihm ablaufen
  • Welche Artengruppen von Totholzhaufen profitieren und warum gerade diese Strukturen als Habitatbausteine so bedeutsam sind
  • Wie Totholzhaufen fachgerecht angelegt, dimensioniert und positioniert werden
  • Welche Holzarten, Zersetzungsgrade und Materialzusammensetzungen welche Zielarten ansprechen
  • Wie Totholzhaufen in Grünflächen, Stadtparks, Ausgleichsflächen und naturnahen Gärten planerisch eingebunden werden
  • Welche Fehler bei Anlage und Pflege typischerweise auftreten und wie sie vermieden werden
  • Wie Totholzhaufen in Bezug auf Verkehrssicherungspflicht, Akzeptanz und Kommunikation behandelt werden
  • Welche Rolle Totholzhaufen im größeren Kontext von Biotopverbund und urbaner Biodiversitätsstrategie spielen

Definition und ökologische Grundlage: Was ist ein Totholzhaufen?

Ein Totholzhaufen ist eine bewusst oder natürlich entstandene Ansammlung von abgestorbenem Holzmaterial, das in verschiedenen Zersetzungsstadien vorliegt und als Lebensraum, Nahrungsquelle und Mikrohabitat für eine Vielzahl von Organismen dient. Der Begriff umfasst sowohl grob strukturierte Haufen aus Stammabschnitten, Ästen und Wurzelstöcken als auch feineres Material wie Reisig, Rinde und Zweige. In der Fachsprache der Naturschutzplanung und Freiraumgestaltung wird Totholz (englisch: coarse woody debris, CWD) als eigenständige Habitatkategorie geführt, die in ihrer Bedeutung für die Biodiversität von Waldökosystemen und zunehmend auch von urbanen Grünflächen gut belegt ist.

Der entscheidende ökologische Prozess im Totholzhaufen ist die sukzessive Zersetzung durch Pilze, Bakterien und eine spezialisierte Fauna. Dieser Abbau verläuft in mehreren Phasen: Frisch abgestorbenes Holz mit noch intakter Rinde bietet andere Bedingungen als mürbes, von Weißfäulepilzen durchzogenes Material oder bereits stark zersetztes, humifiziertes Holz, das kaum noch als solches erkennbar ist. Jede dieser Phasen spricht andere Artengemeinschaften an. Das macht den Totholzhaufen nicht zu einem statischen Objekt, sondern zu einem dynamischen System, das sich über Jahrzehnte verändert und dabei kontinuierlich neue Habitatqualitäten erzeugt.

Vom Totholzhaufen abzugrenzen sind verwandte Strukturen wie der Reisighaufen, der ausschließlich aus dünnem Astmaterial besteht und vor allem als Unterschlupf für Kleinsäuger und Vögel dient, sowie der Laubhaufen, der als Überwinterungshabitat für Igel, Amphibien und Wirbellose angelegt wird. Auch Wurzelstubben und stehende Totholzstämme, sogenannte Biotopbäume oder Habitatbäume, sind eigene Kategorien mit spezifischen Zielarten. Der Totholzhaufen im engeren Sinne kombiniert Elemente dieser Strukturen und zeichnet sich durch eine gewisse Mindestdimension, Materialvielfalt und einen bewusst heterogenen Aufbau aus.

Ökologische Bedeutung: Welche Arten profitieren und warum

Die Artenvielfalt, die von Totholzhaufen abhängt, ist bemerkenswert breit. Besonders gut dokumentiert ist die Bedeutung für xylobionte Insekten, also Arten, die zumindest einen Teil ihres Lebenszyklus an oder in totem Holz verbringen. In Mitteleuropa sind mehrere tausend Käferarten, darunter zahlreiche Bockkäfer (Cerambycidae), Prachtkäfer (Buprestidae) und Borkenkäfer (Scolytinae), auf Totholz als Larvenhabitat angewiesen. Hinzu kommen holzbewohnende Wespen, Wildbienen, die in morschen Holzstrukturen nisten, sowie Schwebfliegen, deren Larven in der Feuchte zersetzender Holzsubstanz leben.

Pilze sind nicht nur Zersetzer, sondern selbst Teil der Biodiversität des Totholzhaufens. Viele Großpilzarten, darunter seltene Porlinge und Rindenpilze, sind streng an bestimmte Holzarten und Zersetzungsgrade gebunden. Ihre Fruchtkörper erscheinen oft erst nach Jahren, wenn das Myzel das Holz ausreichend durchdrungen hat. Für Flechten und Moose bieten die feuchten, schattigen Bereiche innerhalb des Haufens ebenfalls spezifische Mikrostandorte, die auf offenen Flächen fehlen.

Wirbeltiere nutzen Totholzhaufen als Versteck, Winterquartier und Jagdrevier. Zaun- und Waldeidechsen (Lacerta agilis, Zootoca vivipara) wärmen sich an der sonnenexponierten Außenseite und legen Eier in die warme, feuchtigkeitsregulierende Humusschicht darunter. Blindschleichen (Anguis fragilis) und verschiedene Amphibienarten, besonders Molche und Kröten, überwintern in frostfreien Tiefen des Haufens. Kleinsäuger wie Spitzmäuse, Mäuse und der Igel (Erinaceus europaeus) nutzen das Innere als Neststandort. Diese Nutzungsvielfalt macht den Totholzhaufen zu einem Knotenpunkt im Nahrungsnetz, der Primärzersetzer, Sekundärkonsumenten und Räuber miteinander verbindet.

Besonders in urbanen Räumen, wo naturnahe Strukturen selten und fragmentiert sind, kommt dem Totholzhaufen eine Schlüsselfunktion als Trittstein im Biotopverbund zu. Er kann Populationen xylobiont lebender Insekten in der Stadt halten, die sonst auf wenige Restbestände alter Bäume angewiesen wären, und er schafft Lebensraumkontinuität zwischen Grünflächen, Friedhöfen, Parkanlagen und privaten Gärten.

Anlage und Dimensionierung: Wie ein Totholzhaufen fachgerecht gebaut wird

Die Anlage eines Totholzhaufens folgt keinem starren Schema, aber einige Grundprinzipien sind für die ökologische Wirksamkeit entscheidend. Zunächst zur Dimension: Ein Haufen, der ökologisch wirksam sein soll, sollte eine Grundfläche von mindestens vier bis sechs Quadratmetern und eine Höhe von mindestens einem Meter aufweisen. Kleinere Strukturen sind nicht wertlos, aber sie bieten weniger Habitattiefe, geringere Temperaturpuffer und trocknen schneller aus. Für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie für naturschutzfachlich begründete Grünflächen werden in der Praxis häufig deutlich größere Haufen von zehn bis zwanzig Quadratmetern Grundfläche empfohlen.

Das Material sollte möglichst aus dem lokalen Gehölzbestand stammen, da die Bindung vieler xylobiont lebender Arten an bestimmte Baumgattungen sehr eng ist. Eichenholz (Quercus spp.) gilt als besonders artenreich, da es von einer außergewöhnlich großen Zahl spezialisierter Insekten besiedelt wird. Obstholz, besonders von Apfel, Birne und Kirsche, ist ebenfalls hochwertig. Weidenholz (Salix spp.) und Pappel (Populus spp.) zersetzen sich schnell und bieten kurzfristig reichhaltige Bedingungen für Weichfäulespezialisten. Nadelholz wird von manchen Planern gemieden, ist aber für nadelholzgebundene Arten unverzichtbar und sollte bei entsprechendem Vorkommen in der Umgebung einbezogen werden.

Der Aufbau des Haufens sollte heterogen sein. Grobe Stammabschnitte mit einem Durchmesser von mindestens zwanzig bis dreißig Zentimetern bilden das strukturelle Gerüst und bieten Lebensraum für Arten, die dickes Holz benötigen. Äste mittlerer Stärke füllen die Zwischenräume und erhöhen die Strukturvielfalt. Reisig und Rinde ergänzen das Feinmaterial. Wichtig ist, dass nicht alle Materialien gleich alt und gleich weit zersetzt sind: Ein Haufen, der ausschließlich aus frisch geschlagenem Holz besteht, bietet zunächst andere Bedingungen als ein Haufen mit gemischten Zersetzungsgraden. Idealerweise wird beim Aufbau bereits älteres, bereits besiedeltes Material aus dem Umfeld integriert, um die Erstbesiedlung zu beschleunigen.

Die Positionierung im Raum ist ein oft unterschätzter Planungsparameter. Ein Totholzhaufen an einer südexponierten, halbschattigen Position, die morgens Sonne erhält und mittags durch Gehölze beschattet wird, bietet die günstigsten Bedingungen für Reptilien und wärmeliebende Insekten. Vollschatten verlangsamt die Zersetzung und begünstigt Feuchtearten; volle Sonne trocknet das Material zu schnell aus und mindert die Habitatqualität für viele Gruppen. Ein gewisser Kontakt zum Boden ist für die Bodenfeuchteverbindung und die Einwanderung bodenlebender Organismen wichtig; das Material sollte nicht auf einer Folie oder einem Pflasterbelag liegen.

Totholzhaufen in der Freiraumplanung: Anwendungsfelder und Integration

In der Freiraumplanung taucht der Totholzhaufen in sehr unterschiedlichen Kontexten auf. Im Bereich der Eingriffsregelung nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) wird er als Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahme eingesetzt, wenn durch Bauvorhaben Gehölzbestände beseitigt werden. Die Anrechenbarkeit solcher Maßnahmen variiert je nach Bundesland und zuständiger Behörde; einige Länder haben konkrete Vorgaben zur Mindestgröße und Materialzusammensetzung in ihren Vollzugshinweisen zur Eingriffsregelung verankert. Fachplaner sollten diese länderspezifischen Anforderungen kennen und in der Maßnahmenplanung berücksichtigen.

In Stadtparks und öffentlichen Grünflächen stellt der Totholzhaufen eine Maßnahme dar, die mit vergleichsweise geringem Aufwand eine hohe ökologische Wirkung erzielt. Viele Kommunen haben in den letzten Jahren Biodiversitätskonzepte für ihre Grünflächen entwickelt, in denen Totholzstrukturen explizit als Zielmaßnahme benannt werden. Die Herausforderung liegt weniger in der Anlage als in der langfristigen Sicherung: Totholzhaufen müssen als dauerhafte Strukturen verstanden und entsprechend in Pflegeplänen verankert werden, damit sie nicht bei der nächsten Grünflächenpflege als Unordnung beseitigt werden.

Auf Ausgleichsflächen und in der Landschaftspflege können Totholzhaufen aus dem Material entstehen, das bei der Gehölzpflege anfällt. Statt Schnittgut zu häckseln oder abzufahren, wird es vor Ort zu Haufen aufgeschichtet. Diese Praxis ist ressourceneffizient, reduziert Transportkosten und erzeugt gleichzeitig ökologisch wertvolle Strukturen. Voraussetzung ist, dass das Material nicht mit Pflanzenschutzmitteln belastet ist und keine invasiven Arten enthält, deren Ausbreitung durch das Liegenlassen gefördert würde.

In der Planung von Naturerlebnisräumen, Schulhöfen mit Naturbereich und Kindergartengeländen werden Totholzhaufen als pädagogische Elemente eingesetzt. Kinder erleben an ihnen Zersetzungsprozesse, entdecken Käferlarven und Pilzmyzel und entwickeln ein Verständnis für ökologische Kreisläufe. Diese Funktion erfordert eine besondere Sorgfalt bei der Positionierung, da der Haufen einerseits zugänglich und erlebbar sein soll, andererseits nicht ständig umgebaut oder zertreten werden darf.

Häufige Fehler und Missverständnisse in der Praxis

Der verbreitetste Fehler bei der Anlage von Totholzhaufen ist die Verwendung von ausschließlich frisch geschlagenem, gleichartigem Material ohne Strukturvielfalt. Ein solcher Haufen aus gleichmäßigen Astabschnitten einer einzigen Baumart bietet zwar grundsätzlich Lebensraum, aber er spricht ein deutlich schmaleres Artenspektrum an als ein heterogen aufgebauter Haufen mit verschiedenen Holzarten, Dimensionen und Zersetzungsgraden. Wer ökologische Wirksamkeit anstrebt, muss Vielfalt als Planungsprinzip verstehen.

Ein weiterer Fehler ist die Anlage auf versiegelten oder stark verdichteten Böden ohne Kontakt zur gewachsenen Erde. Viele der wertvollsten Nutzergruppen, darunter Laufkäfer, Asseln, Tausendfüßer und Regenwürmer, wandern vom Boden her in den Haufen ein. Fehlt dieser Kontakt, bleibt die Bodenzone des Haufens weitgehend unbelebt. Auch die Verbindung zur Bodenfeuchte, die für die Zersetzungsgeschwindigkeit und das Feuchteklima im Inneren entscheidend ist, fehlt dann.

Häufig wird auch der Pflegebedarf falsch eingeschätzt. Totholzhaufen brauchen keine aktive Pflege im Sinne von Rückschnitt oder Düngung, aber sie brauchen Schutz vor Störungen und gelegentliche Ergänzung, wenn das Material so weit zersetzt ist, dass die Struktur zusammenbricht. In der Praxis bedeutet das: Der Haufen sollte in Pflegeplänen als dauerhafte Struktur eingetragen sein, mit dem Hinweis, dass er nicht entfernt, umgesetzt oder vollständig erneuert werden darf. Nur so kann die Kontinuität der Besiedlung gewährleistet werden, die viele Arten für die Reproduktion benötigen.

Schließlich wird die Frage der Verkehrssicherungspflicht oft als Argument gegen Totholzhaufen in öffentlichen Grünflächen angeführt. Diese Bedenken sind in der Regel unbegründet, solange der Haufen nicht an Wegen oder Spielbereichen positioniert ist, von denen Äste auf Passanten fallen könnten. Ein Totholzhaufen ist keine Gefahrenquelle im Sinne der Verkehrssicherungspflicht, wenn er mit Abstand zu Verkehrsflächen angelegt und gelegentlich auf grobe Stabilitätsmängel kontrolliert wird. Die rechtliche Einordnung sollte im Zweifelsfall mit der zuständigen Grünflächenverwaltung abgestimmt werden.

Kommunikation und Akzeptanz: Der Totholzhaufen im öffentlichen Raum

Ein ökologisch wertvoller Totholzhaufen, der von Nutzern als Müllhaufen oder Pflegemangel wahrgenommen wird, verfehlt einen Teil seiner Wirkung, weil er politisch und sozial nicht nachhaltig ist. Die Erfahrung zeigt, dass Akzeptanz vor allem durch Kommunikation entsteht. Kleine Informationstafeln, die erklären, welche Tiere im Haufen leben und warum er bewusst so angelegt wurde, verändern die Wahrnehmung grundlegend. Dieser Ansatz ist in vielen kommunalen Biodiversitätsprogrammen bereits etabliert und hat sich als wirksam erwiesen.

Wichtig ist dabei die Sprache: Begriffe wie „Wildnisbereich“, „Naturzone“ oder „Lebensraumstruktur“ signalisieren Absicht und Kompetenz. Sie unterscheiden den bewusst gestalteten Totholzhaufen von tatsächlichem Abfall oder Pflegeversäumnis. Für Fachplaner bedeutet das, dass die Kommunikation der Maßnahme bereits in der Planungsphase mitgedacht werden sollte, nicht erst als nachträgliche Rechtfertigung.

In Projekten, die Bürger aktiv einbeziehen, etwa in Gemeinschaftsgärten, Schulprojekten oder partizipativen Parkentwicklungen, entsteht Akzeptanz durch Beteiligung. Wer selbst Holz aufgeschichtet, Käferlarven gefunden und beobachtet hat, wie sich der Haufen verändert, entwickelt eine andere Beziehung zu dieser Struktur als jemand, dem sie ohne Erklärung präsentiert wird. Diese partizipative Dimension ist kein Luxus, sondern ein Qualitätsmerkmal guter Freiraumplanung.

Totholzhaufen im Kontext von Biotopverbund und urbaner Biodiversitätsstrategie

Der Totholzhaufen entfaltet seine volle Wirkung nicht als isolierte Einzelmaßnahme, sondern als Baustein in einem Netz von Habitatstrukturen. Im Konzept des Biotopverbunds, der in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz als Planungsziel verankert ist, sind Totholzhaufen Trittsteine, die Populationen zwischen größeren Habitatflächen verbinden. Für flugfähige Insekten wie Wildbienen und Käfer sind Abstände von einigen hundert Metern zwischen geeigneten Strukturen oft noch überbrückbar; für bodengebundene Arten wie Eidechsen oder Amphibien sind kürzere Abstände und direkte Verbindungen durch Grünkorridore notwendig.

Urbane Biodiversitätsstrategien, wie sie viele Städte im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und im Kontext der EU-Biodiversitätsstrategie entwickeln, nennen Totholzstrukturen zunehmend explizit als Maßnahmentyp. Die Herausforderung liegt in der Skalierung: Einzelne Haufen in einzelnen Parks sind ein Anfang, aber keine Strategie. Erst wenn Totholzstrukturen systematisch in Grünflächenpflegekonzepte, Baumkataster, Ausgleichsflächenmanagement und Stadtentwicklungspläne integriert werden, entsteht eine Habitatinfrastruktur, die Populationen langfristig trägt.

Für Landschaftsarchitekten und Freiraumplaner bedeutet das, den Totholzhaufen nicht als Restgröße zu behandeln, die entsteht, wenn kein anderes Material mehr übrig ist, sondern als bewusst geplantes Element mit definierten Qualitätsanforderungen, festem Platz im Raumprogramm und gesichertem Bestand in der Pflegeplanung. Wer Freiräume plant, die dauerhaft biologisch reich und ökologisch funktionsfähig sein sollen, kommt an dieser Struktur nicht vorbei. Der Totholzhaufen ist kein Zeichen von Unordnung, sondern von planerischer Reife.

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Der Camí de les Guixeres schlängelt sich heute auf 800 Meter durch die Landschaft des katalanischen Igualada. Bis zu seiner Eröffnung 2018 war die umgebende Landschaft jedoch maßgeblich von den Folgen des jahrelangen Gipsabbaus gezeichnet. Die Architekten Batlle i Roig definierten ihr Image neu und tragen durch den Einsatz ausgewählter Materialien zu ihrer schrittweisen Regenerierung bei.

Die Kleinstadt Igualada liegt 60 Kilometer nordöstlich von Barcelona. Landschaftsarchitekten ist sie vor allem wegen des Friedhofs der Architekten Enric Miralles und Carme Pinós bekannt. Mit dem Camí de les Guixeresbesitzt die Stadt nun ein weiteres Kleinod der Freiraumarchitektur. Das Projekt wurde von den Architekten Batlle i Roig entworfen und im November 2018 als „Landscape of the Year“ mit dem Preis des World Architecture Festivals ausgezeichnet.

Die Landschaft, durch die der Fußweg verläuft, ist geprägt vom einstigen Gipsabbau und der späteren Nutzung als Müllumschlagstelle. Abfließendes Regenwasser und Erdrutsche sorgten für weitere Schäden. Die Regenerierung der Landschaft und der Erhalt von Biodiversität waren daher zwei der wichtigsten Entwurfskriterien.

 

 

Doch was auf den ersten Blick als ein schlichter Weg erscheint, ist gleichzeitig ein Aufenthaltsort und Aussichtspunkt – ein 800 Meter langer Balkon mit Blick über die Stadt. Der Fußweg schlängelt sich um Bäume und Landschaftselemente immer weiter nach oben, wird mal breiter und mal schmäler. An bestimmten Punkten ändert er abrupt die Richtung und schneidet sich in die Landschaft, und nimmt so Bezug auf zu den dramatischen Einschnitten der Felswände, die der Gipsabbau hinterlassen hat. Dennoch spürt man, dass die Architekten sich zurückgehalten haben: Die Materialien und Farben fügen sich nahtlos in die Umgebung ein.

 

Der gesamte Artikel erschien in der G+L 03/2019. Das Heft finden Sie hier.

Sigrid Ehrmann ist freiberufliche Landschaftsarchitektin und Fachübersetzerin. Sie lebt und arbeitet in Barcelona. Zuvor war sie für verschiedene Büros in Melbourne und Berlin tätig.

Bernie-Sanders-Memes: Zwei Handschuhe und ein Klappstuhl

Das Bild das im Januar 2021 um die Welt ging: Bernie Sanders mit Handschuhen und Klappstuhl (Meme: Redaktion Garten + Landschaft).
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Die relevanteste Person an der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden? Ganz klar: Bernie Sanders. Das Bild des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, wie er der Zeremonie in mit seinen gestrickten Handschuhen beiwohnte, ging (und geht immer noch) um die Welt: Ein neues Meme ward geboren. Hier ist unser Round-up der witzigen Bilder und spitzen Pointen, mit mal mehr und mal weniger planungsrelevanten Bernie-Sanders-Memes.

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Bereits während der Live-Übertragung der Zeremonie kursierten erste Photoshop-Kunstwerke, die Sanders inklusive Sitzgelegenheit in den absurdesten Situationen zeigten. Von da an war der Stein ins Rollen gebracht, die Bernie-Sanders-Memes entwickelten das Momentum, das für einen viralen Trend vonnöten ist.

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Und jetzt zu den Bernie-Sanders-Memes: Wir haben unsere Lieblinge für Sie ausgesucht. Manche davon haben mit Planungsthemen zu tun, andere sind zur allgemeinen Belustigung gedacht. Zu lachen kann man schließlich nie genug haben.

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