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Transformationsplanung als Fachdisziplin – wie ein neues Berufsfeld entsteht

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Hervorgehoben: Eine volle Schweizer Stadtstraße im Morgenverkehr neben modernen Hochhäusern. Foto von Bin White.
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Transformationsplanung – klingt sperrig, ist aber die vielleicht spannendste Disziplin, die unser Berufsfeld seit Jahrzehnten hervorgebracht hat. Wer heute Städte, Freiräume und Infrastrukturen neu denkt, kommt an ihr nicht mehr vorbei. Denn Transformation ist kein Trend, sondern die neue Normalität. Willkommen im Zeitalter, in dem Planer nicht mehr nur gestalten, sondern Veränderungen orchestrieren – und dabei ständig zwischen Vision und Wirklichkeit jonglieren.

  • Definition und Abgrenzung: Was Transformationsplanung wirklich bedeutet und warum sie mehr ist als ein neues Modewort.
  • Geschichte und Treiber: Warum Klimawandel, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel den Bedarf an Transformationsplanung befeuern.
  • Kompetenzen und Methoden: Welche Fähigkeiten, Tools und Denkweisen Transformationsplaner benötigen.
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wo Transformationsplanung bereits sichtbar wird – und welche Fehler es zu vermeiden gilt.
  • Abgrenzung zu klassischen Disziplinen: Warum Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung ohne Transformation nicht mehr zukunftsfähig sind.
  • Chancen und Risiken: Wie Transformationsplanung Beteiligung, Innovation und Nachhaltigkeit befördert – und warum sie auch neue Konflikte hervorruft.
  • Berufsbild im Wandel: Wie ein neues Berufsfeld entsteht, welche Ausbildung und Qualifikationen gefragt sind und wie sich die Rolle von Planern verändert.
  • Zukunftsausblick: Wohin entwickelt sich die Disziplin und welche Herausforderungen warten auf die nächste Generation?

Transformationsplanung – mehr als nur ein Buzzword

Wer heute von Transformationsplanung spricht, stößt schnell auf Stirnrunzeln oder skeptische Nachfragen. Was soll denn bitte transformiert werden? Was unterscheidet Transformation von klassischer Planung, Entwicklung oder schlicht guter Stadtgestaltung? Die Antwort ist so simpel wie radikal: Transformationsplanung stellt nicht das Objekt – also das, was gebaut oder gestaltet werden soll – in den Mittelpunkt, sondern den Wandel selbst. Das bedeutet, Prozesse, Dynamiken und Unsicherheiten werden zum eigentlichen Planungsgegenstand. Plötzlich ist nicht mehr die perfekte Lösung gefragt, sondern die Fähigkeit, mit offenen Zielen, wechselnden Rahmenbedingungen und widersprüchlichen Anforderungen umzugehen.

In den vergangenen Jahrzehnten war Planung meist linear: Analyse, Zieldefinition, Entwurf, Umsetzung, Kontrolle – fertig. Doch diese Logik stößt im 21. Jahrhundert an ihre Grenzen. Klimakrise, Digitalisierung, demografischer Wandel, Urbanisierung, Ressourcenknappheit, gesellschaftliche Polarisierung – alle diese Faktoren machen Stadtentwicklung zu einem Prozess permanenter Anpassung. Planung wird zum Tanz auf dem Vulkan, zur Kunst des Möglichmachens. Wer heute plant, muss nicht nur wissen, wie etwas gestaltet wird, sondern vor allem, wie es sich verändern kann und muss.

Transformationsplanung ist deshalb das Gegenteil von „Masterplan-Romantik“. Sie akzeptiert, dass nicht alle Parameter kontrollierbar sind. Sie arbeitet mit Szenarien, Unsicherheiten und Spielräumen. Ihre zentralen Fragen lauten: Wie kommt man vom Bestehenden zum Wünschbaren? Wie gestaltet man Übergänge, ohne unterwegs die Orientierung zu verlieren? Und wie bleibt man dabei handlungsfähig, ohne sich in Detailregelungen zu verlieren?

Diese Herangehensweise verändert alles – vom Umgang mit Zeit (Transformation ist selten ein Sprint, sondern fast immer ein Marathon) über die Rolle der Akteure (keiner kann es allein) bis hin zu den Werkzeugen (klassische Pläne reichen nicht mehr, gefragt sind dynamische Modelle, Simulationen, iterative Prozesse). Wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Transformationsplanung ist keine neue Nische, sondern das neue Betriebssystem für unser gesamtes Berufsfeld.

Und weil Transformation nie nur technokratisch, sondern immer auch gesellschaftlich ist, reicht es nicht, neue Tools oder Methoden einzuführen. Es braucht ein Umdenken in den Köpfen – bei Planern, Politikern, Verwaltung und Öffentlichkeit. Nur so kann eine Disziplin entstehen, die mehr ist als ein weiteres Label im Förderdschungel.

Die Treiber: Warum Transformation zur Leitdisziplin wird

Der Ruf nach Transformationsplanung kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Er ist die logische Folge einer beispiellosen Häufung von Krisen, Herausforderungen und Umbrüchen, die unsere Städte und Landschaften prägen. Klimawandel und Klimaanpassung stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Wenn Starkregen, Hitzewellen und Dürreperioden ganze Quartiere bedrohen, reicht es nicht mehr, punktuell nachzubessern. Es braucht systemische Strategien, die bestehende Infrastrukturen umbauen, Flächennutzungen verschieben und neue Lebensstile ermöglichen. Transformation bedeutet hier: Umbau im laufenden Betrieb, mit offenem Ausgang.

Gleichzeitig zwingt die Digitalisierung zu völlig neuen Formen der Steuerung, Beteiligung und Nutzung. Urbane Digital Twins, wie sie Städte wie Wien, Helsinki oder Hamburg bereits testen, machen aus Stadtmodellen lernende Systeme. Wer Transformation plant, muss diese Datenflüsse nicht nur verstehen, sondern aktiv nutzen – für Szenarien, Echtzeit-Analysen und adaptive Steuerung. Das klassische Bild vom fertigen Plan, der in die Schublade wandert, ist damit endgültig passé.

Auch gesellschaftliche Veränderungen treiben die Disziplin voran. Die Ansprüche an Teilhabe, Transparenz und Mitbestimmung wachsen. Planungsverfahren werden komplexer, die Zahl der Akteure steigt. Transformation kann nicht von oben verordnet werden, sie muss gemeinsam erarbeitet werden. Das erfordert neue Beteiligungsformate, agile Planungsräume und eine Kommunikationskultur, die Unsicherheiten nicht verschweigt, sondern produktiv macht.

Ein weiterer Treiber ist der demografische Wandel. Schrumpfende Regionen, alternde Gesellschaften, neue Zuwanderungsmuster – all das verlangt nach flexiblen, anpassungsfähigen Lösungen. Transformation heißt in diesem Kontext: Rückbau, Umnutzung, Zwischenzeitnutzung und die kreative Kombination alter und neuer Funktionen. Wer hier nur in Jahrzehnten und Endzuständen denkt, verliert Anschluss an die Realität.

Letztlich ist auch die zunehmende Ressourcenknappheit ein Motor der Transformationsplanung. Flächen, Energie, Wasser, Materialien – alles wird knapper, teurer, umkämpfter. Die Disziplin muss deshalb den Umbau bestehender Strukturen priorisieren, Kreislaufwirtschaft denken und Suffizienz in den Mittelpunkt rücken. Transformation ist also nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch und sozial unverzichtbar.

Kompetenzen, Methoden und Werkzeuge: Das neue Handwerkszeug der Transformationsplaner

Wer Transformation plant, braucht mehr als ein CAD-Programm und ein gutes Gefühl für Proportionen. Das Berufsbild erweitert sich rasant – und mit ihm die Anforderungen an Ausbildung, Weiterbildung und interdisziplinäres Arbeiten. Zentrale Kompetenz ist die Fähigkeit zum systemischen Denken. Transformationsplaner müssen Wechselwirkungen zwischen Ökologie, Ökonomie, Technik und Gesellschaft erkennen und gestalten können. Sie müssen komplexe Zusammenhänge visualisieren, Prioritäten setzen und Dynamiken moderieren.

Methodisch setzt sich die Disziplin aus vielen Puzzlestücken zusammen. Szenarienentwicklung ist dabei das A und O. Wer Transformation plant, arbeitet nie mit nur einer Zukunft, sondern mit mehreren parallelen Zukünften. Dafür braucht es Tools wie Urban Digital Twins, GIS-gestützte Simulationsmodelle, agentenbasierte Modellierung oder partizipative Planspiele. Diese Werkzeuge machen es möglich, Alternativen zu testen, Auswirkungen sichtbar zu machen und Unsicherheiten transparent zu kommunizieren.

Ein weiteres Schlüsselelement ist die iterative Planung. Statt alles auf einmal zu lösen, arbeitet Transformationsplanung mit Pilotprojekten, Reallaboren und stufenweisen Anpassungen. Fehler werden nicht kaschiert, sondern als Lernchancen genutzt. Feedback-Loops, Monitoring und Evaluation sind feste Bestandteile des Prozesses. So bleibt die Planung beweglich und kann auf neue Herausforderungen reagieren.

Auch die Rolle der Kommunikation verändert sich. Transformationsplaner sind mehr Moderatoren als klassische Experten. Sie müssen unterschiedliche Wissensbestände verknüpfen, Konflikte aushalten und Lösungen vermitteln, die nicht immer allen gefallen. Das erfordert Fingerspitzengefühl, aber auch Standfestigkeit – denn Transformation ist selten Konsens, sondern meist ein Ringen um das Bestehende und das Neue.

Nicht zuletzt braucht es rechtliche und organisatorische Innovationsbereitschaft. Wer Transformation ernst meint, muss bestehende Zuständigkeiten hinterfragen, neue Kooperationsformen ausprobieren und Schnittstellen zwischen Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft schaffen. Das klassische Silo-Denken hat ausgedient – gefragt ist die Fähigkeit, Netzwerke zu knüpfen und Verantwortung zu teilen.

Praxis: Wo Transformationsplanung heute schon stattfindet – und wo sie scheitert

Ein Blick auf die Praxis zeigt: Transformationsplanung ist längst keine Theorie mehr, sondern wird in vielen Städten und Regionen aktiv gelebt. In Hamburg etwa entsteht mit dem „Sprung über die Elbe“ eines der ambitioniertesten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Hier wird nicht nur gebaut, sondern ein ganzer Stadtteil in mehreren Phasen, mit unterschiedlichen Szenarien und ständiger Bürgerbeteiligung entwickelt. Transformationsplanung heißt hier: Zwischenstand statt Endzustand, Lernprozesse statt starre Vorgaben.

Auch in Zürich lässt sich Transformation live erleben. Mit der sukzessiven Umgestaltung ehemaliger Industrieareale zu durchmischten, klimaangepassten Quartieren wird gezeigt, wie Umbau im laufenden Betrieb funktioniert. Hier werden alte Strukturen nicht einfach abgerissen, sondern weiterentwickelt, umgenutzt und durch gezielte Interventionen an neue Anforderungen angepasst. Der Schlüssel ist die Bereitschaft, Bestehendes wertzuschätzen und trotzdem radikal neu zu denken.

Ein weiteres Beispiel liefert Wien mit seinen partizipativen Stadtteilentwicklungen und dem Einsatz von Digital Twins. Hier werden nicht nur Planungsprozesse digital begleitet, sondern auch Bürger aktiv eingebunden. Es wird ausprobiert, wie Simulationen und reale Erfahrungen zusammenwirken – und wie Konflikte frühzeitig sichtbar gemacht werden können, bevor sie zu Blockaden werden. Transformation wird so zum Gemeinschaftsprojekt, getragen von vielen Schultern.

Doch es gibt auch Stolpersteine. In vielen Kommunen fehlt es noch an Mut, Ressourcen oder rechtlichen Grundlagen, um Transformation wirklich ganzheitlich anzugehen. Oft bleibt es bei Pilotprojekten, die nach Förderende versanden. Oder es werden neue Begriffe eingeführt, ohne wirklich etwas am Planungsalltag zu ändern. Die größten Hindernisse sind dabei nicht technischer, sondern kultureller Natur: Angst vor Kontrollverlust, Unsicherheit bei der Rollenverteilung oder schlicht mangelnde Erfahrung mit offenen Prozessen. Wer Transformation plant, muss Widersprüche aushalten können – und darf keine Angst vor Fehlern haben.

Besonders kritisch ist der Umgang mit Beteiligung. Wenn Transformation von oben durchgedrückt wird, drohen Blockaden, Widerstände und Vertrauensverlust. Nur wo echte Mitgestaltung möglich ist, kann Transformation gelingen. Das zeigt sich besonders in Fällen, wo Umnutzung, Rückbau oder Flächenkonkurrenzen auf dem Spiel stehen. Hier entscheidet sich, ob Transformationsplanung zu einer neuen Form der Stadt- und Landschaftsgestaltung wird – oder doch nur ein weiteres Schlagwort bleibt.

Berufsbild, Ausbildung und Zukunft – wie entsteht eine neue Disziplin?

Mit der Professionalisierung der Transformationsplanung verändert sich nicht nur das Selbstverständnis der Planer, sondern auch das Berufsbild. Klassische Ausbildungsgänge in Stadtplanung, Landschaftsarchitektur oder Raumordnung sind wichtige Grundlagen – reichen aber nicht mehr aus. Gefragt sind Zusatzausbildungen, Weiterbildungen und spezialisierte Studiengänge, die systemisches Denken, Szenarienentwicklung, Beteiligungsmanagement und digitale Methoden vermitteln. Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz experimentieren bereits mit neuen Curricula, interdisziplinären Modulen und Praxissemestern.

Doch die Entwicklung eines neuen Berufsfeldes braucht mehr als Lehrpläne. Es braucht Vorbilder, Netzwerke, Austauschplattformen und eine Kultur des Teilens und Lernens. Transformationsplaner sind Grenzgänger zwischen Disziplinen, Vermittler zwischen Interessen und Pioniere neuer Arbeitsweisen. Ihr Wert liegt nicht in der perfekten Lösung, sondern in der Fähigkeit, Wandel zu gestalten und Prozesse zu steuern.

Die Nachfrage nach entsprechenden Qualifikationen wächst rasant – nicht nur im öffentlichen Sektor, sondern auch in Beratungsunternehmen, Entwicklungsagenturen, Innovationslaboren oder Stiftungen. Wer Transformation plant, muss sich aber auch auf neue Arbeitsbedingungen einstellen: Projektarbeit statt Festanstellung, temporäre Allianzen statt dauerhafter Teams, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft, sich ständig fortzubilden.

Auch die Rolle der Verbände und Kammern verändert sich. Sie müssen neue Standards, Leitbilder und Qualitätskriterien entwickeln, Weiterbildung fördern und Plattformen für den Austausch schaffen. Nur so kann das neue Berufsfeld wachsen und sich gegen Trittbrettfahrer, Label-Betrug oder oberflächliche Trends behaupten. Qualität und Integrität sind das A und O, wenn Transformationsplanung mehr sein will als ein kurzfristiger Hype.

Die größte Herausforderung liegt jedoch im gesellschaftlichen Wandel. Transformation wird nicht auf Knopfdruck gelingen. Es braucht Zeit, Geduld, Experimentierfreude und – ja, auch das – eine Portion Humor. Denn wer Wandel plant, muss mit Überraschungen rechnen. Und wer dabei die Lust am Gestalten behält, hat die besten Chancen, die Disziplin wirklich zu prägen.

Fazit: Transformationsplanung als Königsdisziplin der Zukunft

Die Entstehung der Transformationsplanung als eigenständige Disziplin ist keine Modeerscheinung, sondern die logische Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Sie ist das Ergebnis eines Paradigmenwechsels: Weg vom statischen Entwurf, hin zum gestalteten Wandel. Wer Transformation plant, gestaltet nicht nur Räume, sondern orchestriert Prozesse, moderiert Konflikte und schafft neue Allianzen. Die Disziplin verlangt Mut, Offenheit und einen langen Atem – aber sie eröffnet auch ungeahnte Chancen für Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Fortschritt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen gerade die ersten Netzwerke, Studiengänge und Praxisbeispiele. Wer sich jetzt auf den Weg macht, kann nicht nur Städte und Landschaften verändern, sondern auch das eigene Berufsbild neu erfinden. Die Zukunft der Planung ist transformativ – und sie beginnt jetzt.

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

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das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

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Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

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