Urban Soil Management – Bodenaufwertung als Planungsauftrag

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Atemberaubende Luftaufnahme einer umweltfreundlichen Stadt mit Flusslauf, festgehalten von Carrie Borden.

Urbaner Boden ist kein statisches Substrat, sondern ein lebendiges System – und das Fundament für Klimaresilienz, Biodiversität, urbane Gesundheit und soziale Gerechtigkeit. Doch im Schatten glänzender Architektur und smarter Mobilitätskonzepte wird das Thema Bodenmanagement allzu oft unterschätzt. Dabei entscheidet gerade die Qualität, Funktionsfähigkeit und nachhaltige Entwicklung unserer Stadtböden über die Zukunftsfähigkeit ganzer Quartiere. Zeit, den Boden von der grauen Planungspflicht zum strategischen Herzstück der urbanen Transformation zu erheben.

  • Begriffsklärung: Was bedeutet urbanes Bodenmanagement heute und warum ist Bodenaufwertung ein zentraler Planungsauftrag?
  • Die Herausforderungen: Verdichtung, Versiegelung, Altlasten und der ökologische Flächenverbrauch in deutschen, österreichischen und Schweizer Städten.
  • Neue Anforderungen: Wie Klimaresilienz, Wasserhaushalt, Biodiversität und soziale Aspekte in die Bodenbewertung und -entwicklung einfließen.
  • Methoden und Werkzeuge: Von Bodenkarten über Thermalscans bis zur partizipativen Bodeninventur – praxisnahe Ansätze für Städte und Planungsbüros.
  • Fallbeispiele: Erfolgreiche Projekte der Bodenaufwertung aus Hamburg, Zürich und Wien als Inspiration und Lessons Learned.
  • Planungsrechtliche und politische Rahmenbedingungen: Wie das Baugesetzbuch, kommunale Satzungen und Förderprogramme das Thema prägen.
  • Innovatives Flächenmanagement: Smart Land Use, Multifunktionalität und urbane Landwirtschaft als Zukunftsmodelle.
  • Risiken und Zielkonflikte: Von Flächenkonkurrenz bis Bodenpreisinflation – Herausforderungen für Planer und Kommunen.
  • Fazit und Ausblick: Warum Bodenaufwertung zur Königsdisziplin der nachhaltigen Stadtentwicklung wird – und wie die Branche darauf reagieren sollte.

Urbane Bodenaufwertung: Von der grauen Fläche zum grünen Wertträger

Urbanes Bodenmanagement ist weit mehr als die Verwaltung bebauter und unbebauter Grundstücke. Es ist die strategische Steuerung der Ressource Boden unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Zielsetzungen. Inmitten wachsender Städte, steigender Flächenpreise und zunehmender Klimarisiken ist der urbane Boden längst zum Schauplatz konkurrierender Nutzungsinteressen geworden. Jeder Quadratmeter zählt – und seine Qualität entscheidet, ob Städte lebenswert, resilient und zukunftsfähig bleiben.

Historisch galt der Boden in der Stadtplanung vor allem als physische Basis für Bebauung, Infrastruktur und Verkehr. Doch mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – von Starkregen bis Hitzewellen, von Biodiversitätsverlust bis zu sozialer Spaltung – rückt die qualitative Funktion des Bodens ins Zentrum. Bodenaufwertung ist heute kein freiwilliges Add-on, sondern ein Planungsauftrag, der von der EU-Bodenstrategie bis zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie explizit eingefordert wird.

Doch was meint Bodenaufwertung überhaupt? Gemeint ist die bewusste Verbesserung der ökologischen, klimatischen, hydrologischen und sozialen Funktionen urbaner Böden. Das reicht von der Entsiegelung versiegelter Flächen über die Begrünung und Revitalisierung bis hin zur Einbindung von Böden in multifunktionale Freiraumkonzepte. Ziel ist nicht nur die Steigerung des Bodenwerts im ökonomischen Sinn, sondern die Erhöhung der Standortqualität, der Resilienz gegenüber Extremereignissen und der Lebensqualität für die Stadtgesellschaft.

Die Herausforderungen sind vielfältig: In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden täglich Hektar um Hektar versiegelt. Die Folgen sind bekannt: Hitzeinseln, Überflutungen, Verlust von Bodenleben und Fruchtbarkeit. Hinzu kommen Altlasten, Schadstoffeinträge, Verdichtung und Nutzungskonflikte, die die Planer vor immer neue Aufgaben stellen. Gerade in der Nachverdichtung, bei Konversionsflächen oder im Zuge der Mobilitätswende müssen Böden nicht nur tragfähig, sondern auch multifunktional und anpassungsfähig sein.

Es zeigt sich: Bodenaufwertung ist keine rein technische Aufgabe, sondern verlangt einen Paradigmenwechsel im Planungsverständnis. Weg vom reinen Flächenverbrauch, hin zur aktiven Bodenentwicklung. Stadtboden wird zum Wertträger im doppelten Sinn: als natürliche Ressource und als zentrales Steuerungselement nachhaltiger Stadtentwicklung. Die Frage ist nicht mehr, ob wir den Boden aufwerten – sondern wie wir es klug, integrativ und zukunftsorientiert tun.

Klimaresilienz, Biodiversität, soziale Gerechtigkeit: Neue Maßstäbe für den urbanen Boden

Der Klimawandel ist in den Städten angekommen – und trifft den Boden mit voller Wucht. Wo früher hitzeabweisende Vegetation, durchlässige Böden und natürliche Verdunstungskühle dominierten, herrschen heute häufig dichte Versiegelung, eingeschränkte Wasserspeicherfähigkeit und mikroklimatische Belastungen. Die Folge: Überhitzte Quartiere, sinkende Lebensqualität und wachsende Gesundheitsrisiken, insbesondere für vulnerable Gruppen wie Kinder und ältere Menschen.

Vor diesem Hintergrund erhält die Bodenaufwertung eine völlig neue Dringlichkeit. Klimaresilienz ist dabei das Stichwort – und meint die Fähigkeit urbaner Räume, klimatische Extremereignisse abzufedern und die negativen Folgen für Mensch und Umwelt zu minimieren. Böden spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie speichern Wasser, puffern Starkregen, fördern Verdunstungskühlung und ermöglichen die Entwicklung klimaangepasster Vegetationsstrukturen. Städte wie Wien setzen daher gezielt auf die Entsiegelung von Parkplätzen, die Schaffung von Schwammstadt-Elementen und die Wiederherstellung naturnaher Böden als wirksame Hitzeschutzmaßnahme.

Doch auch die Biodiversität ist ohne intakte Stadtböden kaum denkbar. Bodenlebewesen – vom Regenwurm bis zum Pilz – sorgen für Nährstoffkreisläufe, Humusbildung und Schadstoffabbau. Gerade in dicht bebauten Quartieren mit wenigen Grünflächen ist die Förderung artenreicher, strukturierter Böden ein zentraler Hebel zur Erhöhung der biologischen Vielfalt. Urbane Landwirtschaft, Dach- und Fassadenbegrünung auf Substratsystemen, aber auch pocket parks mit naturnahen Bodenprofilen sind nur einige der innovativen Antworten, die Planer und Landschaftsarchitekten heute geben.

Ein weiterer Aspekt, der die Bodenaufwertung zum gesellschaftspolitischen Thema macht, ist die Frage der sozialen Gerechtigkeit. Boden ist nicht nur ein ökologisches Gut, sondern auch ein Ort von Teilhabe, Begegnung und Integration. Viele Studien zeigen: Quartiere mit hochwertigem, zugänglichem Freiraum und gesunden Böden haben geringere soziale Spannungen, bessere Gesundheitsindikatoren und eine höhere Wohnzufriedenheit. Deshalb müssen Bodenaufwertungsprojekte immer auch die soziale Dimension mitdenken: Wer profitiert von entsiegelten Flächen? Wer bekommt Zugang zu urbanen Gärten? Welche Gruppen werden in die Planung und Nutzung einbezogen?

Die Integration dieser Anforderungen in die Praxis erfordert neue Bewertungs- und Steuerungsinstrumente. Klassische Bodenkarten und Altlastenkataster reichen nicht mehr aus. Moderne Städte setzen auf digitale Bodeninformationssysteme mit Echtzeitdaten zu Temperatur, Feuchte, Versiegelung und Biodiversität. Thermalscans, Drohnenaufnahmen und partizipative Bodeninventuren liefern Planern und Entscheidungsträgern die Grundlage für präzise, dynamische und standortspezifische Maßnahmen zur Bodenaufwertung. Nur so wird der urbane Boden fit für die Zukunft – und zur tragenden Säule nachhaltiger Stadtentwicklung.

Werkzeuge, Methoden und Best Practices: Bodenaufwertung in der Planungspraxis

Die Umsetzung von Bodenaufwertungsstrategien beginnt mit der Bestandsaufnahme. Moderne Bodenkartierung geht weit über die klassische Bonitur hinaus. Digitale Tools wie GIS-gestützte Bodenportale, multitemporale Satellitendaten und Sensorik ermöglichen heute eine hochaufgelöste Analyse von Bodentypen, Versiegelungsgraden und Risikopotenzialen. In Hamburg wurde beispielsweise ein digitales Bodenmonitoring eingeführt, das Planern in Echtzeit Informationen über Feuchte, Verdichtung und Schadstoffbelastung liefert – eine solide Grundlage für gezielte Bodenentsiegelung und Nachbesserung.

Ein weiteres zentrales Werkzeug ist die partizipative Bodeninventur. Hier werden Bürger, Schulen und lokale Initiativen aktiv in die Erfassung und Bewertung von Stadtböden einbezogen. Das erhöht nicht nur die Datenqualität, sondern schafft auch ein Bewusstsein für die Bedeutung des Bodens im Alltag. In Zürich ist dieses Vorgehen Teil der kommunalen Klimaanpassungsstrategie: Dort entstehen unter Einbindung der Bevölkerung urbane Testfelder, auf denen innovative Substratmaterialien, Begrünungskonzepte und Regenwassermanagementsysteme erprobt werden.

In der Planungspraxis haben sich multifunktionale Gestaltungsansätze bewährt. Das bedeutet: Bodenaufwertung wird immer als Teil eines integrierten Freiraumkonzepts gedacht. Entsiegelung, Versickerung, Begrünung und Erholungsfunktion werden miteinander verknüpft. In Wien werden etwa bei der Umgestaltung innerstädtischer Plätze gezielt Flächen entsiegelt, mit speziellem Substrat aufgewertet und mit klimaresilienten Baumarten bepflanzt. Gleichzeitig werden diese Flächen als soziale Treffpunkte, Spielorte und Biodiversitätshabitate gestaltet – ein Gewinn auf allen Ebenen.

Ein oft unterschätzter Faktor ist das Management von Altlasten und kontaminierten Böden. Gerade in ehemaligen Industriequartieren, Bahnhofsarealen oder auf Konversionsflächen ist eine fachgerechte Sanierung Voraussetzung für jede Form der Bodenaufwertung. Moderne Verfahren wie phytoremediation, Bodenwäsche oder thermische Behandlung ergänzen klassische Auskofferung und ermöglichen eine nachhaltige Nutzung ehemals belasteter Standorte. Planer müssen hier eng mit Umweltbehörden, Geologen und Ingenieuren zusammenarbeiten, um Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen.

Schließlich spielen Förderprogramme, rechtliche Instrumente und politische Leitbilder eine wesentliche Rolle. In Deutschland geben das Baugesetzbuch, die Bundes-Bodenschutzverordnung und zahlreiche kommunale Satzungen den Rahmen vor. Förderprogramme wie das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ oder die österreichische „Stadt der Zukunft“-Initiative bieten finanzielle Anreize für innovative Bodenprojekte. Entscheidend ist jedoch, dass Planer, Verwaltung und Politik gemeinsam an einem Strang ziehen – und den Boden als zentrale Ressource der Stadtentwicklung verstehen.

Innovatives Flächenmanagement: Boden als Schlüssel für urbane Transformation

Während in vielen Städten noch über die letzten freien Bauflächen gestritten wird, verändern neue Ansätze des Flächenmanagements das Verständnis von Boden grundlegend. Im Fokus steht nicht mehr die Maximierung der Bebauungsdichte, sondern die intelligente, multifunktionale Nutzung und Aufwertung bestehender Flächen. Smart Land Use, also die smarte Steuerung und Mehrfachnutzung von Stadtboden, wird dabei zum Leitmotiv der urbanen Zukunft.

Multifunktionalität bedeutet, dass ein Quadratmeter Stadtboden heute oft mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen muss: Er trägt Gebäude, nimmt Regenwasser auf, bietet Lebensraum für Flora und Fauna, dient als Erholungsfläche und kann sogar zur lokalen Lebensmittelproduktion beitragen. Urbane Landwirtschaft, vertikale Gärten, essbare Parks und temporäre Nutzungen wie Pop-up-Gärten oder Gemeinschaftsbeete sind mittlerweile in vielen Städten Realität – und machen Boden zum Hotspot der Innovation.

Ein weiteres zentrales Feld ist die Verknüpfung von Bodenaufwertung und Mobilitätswende. Wo früher Parkplätze und Fahrbahnen dominierten, entstehen heute grüne Korridore, Schwammstadt-Module und blühende Wegeverbindungen. Städte wie München und Basel setzen gezielt auf die Umwandlung überdimensionierter Verkehrsflächen in klimaaktive, nutzungsoffene Bodenstrukturen. Das schafft nicht nur ökologische Mehrwerte, sondern auch neue Lebensräume und Aufenthaltsqualitäten für die Stadtbewohner.

Innovatives Flächenmanagement erfordert jedoch klare Steuerungsmechanismen. Bodenfonds, städtische Entwicklungsgesellschaften und öffentlich-private Partnerschaften können helfen, Flächen zu sichern, zu entwickeln und aufzuwerten. Gleichzeitig müssen planungsrechtliche Hürden wie restriktive Bebauungspläne, fehlende Flächenreserven oder widersprüchliche Zielvorgaben überwunden werden. Hier ist politische Führung gefragt – und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Nicht zuletzt ist das Thema Bodenpreis ein entscheidender Faktor. In vielen Städten führt die steigende Nachfrage nach Baugrund zu Preisspiralen, die soziale und ökologische Ziele konterkarieren. Bodenaufwertung darf nicht zur reinen Wertsteigerungsstrategie verkommen, sondern muss als Gemeinwohlaufgabe verstanden und gesteuert werden. Modelle wie das „Bodenrecht light“ in Zürich oder das Erbbaurecht mit ökologischen Auflagen in deutschen Großstädten zeigen, dass es auch anders geht: Boden bleibt im öffentlichen Eigentum, wird gezielt aufgewertet und für gemeinwohlorientierte Nutzungen bereitgestellt.

Risiken, Zielkonflikte und die Zukunft der Bodenaufwertung in der Stadtplanung

So vielversprechend die Bodenaufwertung als Planungsauftrag auch ist, sie birgt erhebliche Herausforderungen und Zielkonflikte. Der Druck auf urbane Flächen wächst stetig – Wohnungsbau, Gewerbe, Verkehr, Freiraum und Infrastruktur konkurrieren um jeden Quadratmeter. Die Gefahr: Bodenaufwertung wird zur Feigenblattmaßnahme, während die strukturellen Ursachen für Flächenverbrauch und Versiegelung unangetastet bleiben. Hier braucht es ein neues Verständnis von Suffizienz und Effizienz im Umgang mit der Ressource Boden.

Ein weiteres Risiko liegt in der Kommerzialisierung von Bodenwertsteigerungen. Wenn Bodenaufwertung lediglich als Vehikel zur Erhöhung von Grundstückspreisen und Renditen genutzt wird, droht die soziale Spaltung in den Städten weiter zuzunehmen. Gerade einkommensschwache Haushalte und vulnerable Gruppen werden dann aus aufgewerteten Quartieren verdrängt. Es ist Aufgabe der Planung, Bodenaufwertungsprozesse sozial ausgewogen und inklusiv zu gestalten – etwa durch Quoten für preisgünstigen Wohnraum oder gemeinwohlorientierte Flächennutzung.

Auch der technische Fortschritt bringt Zielkonflikte mit sich. Digitale Tools, Sensorik und Big Data eröffnen neue Möglichkeiten der Bodenbewertung und Steuerung – bergen aber auch Risiken wie Datenschutzprobleme, algorithmische Verzerrung und die Gefahr technokratischer Übersteuerung. Der Mensch muss im Mittelpunkt bleiben: Bodenmanagement ist und bleibt ein partizipativer, demokratischer Prozess, der lokale Bedürfnisse und Wissen einbezieht.

Schließlich stellt sich die Frage nach der Verbindlichkeit und Durchsetzbarkeit von Bodenaufwertungszielen. Während in vielen kommunalen Leitbildern ambitionierte Vorgaben zu Entsiegelung, Grünflächenanteil und Klimaanpassung stehen, scheitert die Umsetzung oft an fehlenden Ressourcen, widersprüchlichen Interessen oder mangelnder politischer Unterstützung. Hier braucht es stärkere gesetzliche Vorgaben, klare Zuständigkeiten und innovative Förderinstrumente, um Bodenaufwertung dauerhaft zu verankern.

Die Zukunft der Bodenaufwertung liegt in der Verbindung von Innovation und Tradition, von technischem Fortschritt und lokaler Verankerung. Nur wenn es gelingt, Bodenmanagement als integralen Bestandteil der Stadtentwicklung zu etablieren, können Städte den Herausforderungen von Klimawandel, Flächenkonkurrenz und sozialem Wandel wirksam begegnen. Die Planer der Zukunft sind nicht nur Gestalter von Bauwerken, sondern auch Hüter und Entwickler des urbanen Bodenschatzes.

Fazit: Bodenaufwertung als Königsdisziplin der nachhaltigen Stadtentwicklung

Urbanes Bodenmanagement und Bodenaufwertung sind weit mehr als ein weiteres Kapitel im Kanon der Stadtplanung. Sie sind zur strategischen Schlüsselaufgabe geworden – für Klimaresilienz, Biodiversität, soziale Gerechtigkeit und urbane Lebensqualität. Der urbane Boden ist das Fundament, auf dem die Zukunft gebaut wird. Wer ihn klug, verantwortungsvoll und innovativ entwickelt, schafft nicht nur Werte, sondern stiftet Gemeinwohl, sorgt für mehr Gerechtigkeit und ebnet den Weg in die nachhaltige Stadt von morgen.

Die Herausforderungen sind komplex: Flächenkonkurrenz, Versiegelung, Altlasten, soziale Ungleichheit und der Druck des Immobilienmarktes stellen Planer und Kommunen vor enorme Aufgaben. Doch die Werkzeuge werden immer besser: Digitale Bodeninformationssysteme, partizipative Inventuren, multifunktionale Flächenkonzepte und intelligente Fördermodelle eröffnen neue Wege, um Böden aufzuwerten und Ressourcen zu schonen.

Ob in Hamburg, Zürich, Wien oder München – die erfolgreichsten Städte setzen auf integrierte, partizipative und zukunftsorientierte Strategien. Sie denken Bodenaufwertung nicht als technische Pflicht, sondern als kreative, gemeinschaftliche Chance. Planung, Politik und Gesellschaft sitzen dabei an einem Tisch. Nur so wird Boden zum echten Wertträger – und die Aufwertung zur zentralen Disziplin der urbanen Transformation.

Garten und Landschaft bleibt hier am Puls der Innovation: Mit praxisnaher Expertise, kritischem Blick und kreativen Impulsen. Denn eines ist klar: Wer heute den Boden aufwertet, gestaltet die Stadt von morgen – nachhaltig, lebendig und gerecht.

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Eingang zur ehemaligen Reese-Kaserne in Augsburg.
Copyrighted free use

Für die verbleibenden Flächen der Reese-Kaserne lobte die Stadt Augsburg einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb aus. Nun steht der Wettbewerbsgewinner fest. Anerkennungen erhielten unter anderem Treibhaus, bauchplan ).( und Lohrer Hochrhein Landschaftsarchitekten. Wer den ersten Preis machte, lesen Sie hier.

Neue Wohnungen auf dem Areal der Reese-Kaserne

Die Reese-Kaserne im Augsburger Stadtteil Kriegshaber ist eine ehemalige Militärunterkunft der Wehrmacht. Sie wurde nach einer Zwischennutzung durch die US-amerikanischen Streitkräfte in der Zeit zwischen 1995 und 1998 an die heutige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückgegeben. 42 Hektar ist das Gelände groß, auf dem sich mit den Jahren neben Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben ansiedelte. Ebenso fand hier eine breite Künstler*innen- und Musiker*innen-Szene mit dem Namen „Kulturpark West“ ihr zuhause.

Der Kulturpark West ist schließlich mittlerweile fast vollständig auf das Areal des Augsburger Gaswerks umgezogen. Auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne entstand ebenfalls zeitgleich der rund 16 Hektar große Reesepark, der mittlerweile ein beliebtes Naherholungsziel ist. Doch auch neue Wohnflächen sollen künftig auf dem Gebiet entstehen. Um neun Hektar im Osten des Kasernenareals geht es aktuell. Hier möchte die Stadt ein neues Quartier schaffen, zukunftsfähig und in der Lage kurzfristigem Wohnungsmangel abhelfen.

Jury angetan von der Körnung der Baustrukturen

Den ersten Preis des städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs der Stadt Augsburg zur betreffenden Fläche verlieh das Preisgericht im Oktober diesen Jahres an den Entwurf des Tübinger Büros Hähnig + Gemmeke Architekten. Der Entwurf sieht als Kernensemble vier Wohnblöcke vor, die jeweils über einen Innenhof verfügen. Die Wohnblöcke gruppieren sich dabei um einen zentralen, „grünes Herz“ genannten Mobilitätshub mit gemeinschaftlicher Grünfläche, Marktpavillon, Fahrradstation und Quartiersgarage.

Entlang der Nord-Süd-Achse des Areals der ehemaligen Reese-Kaserne wird sich laut den nun veröffentlichten Plänen eine Verbindungsachse durch einen weitläufigen Park ziehen. Besonders angetan zeigte sich die Jury in ihrer Begründung von der Körnung der Baustrukturen der geplanten Wohnblöcke. Ihre Vielzahl an einerseits Typologien und andererseits Gebäudetiefen ermögliche ein differenziertes Wohnangebot und darüber hinaus eine klare Adressbildung. Ein weiteres Highlight der Jury war zudem der Marktpavillon, der als grüne, geschützte Freifläche ganzjährig nutzbar sein wird.

Mehr Informationen zum Umbau des Areals der Reese-Kaserne finden Sie auf der offiziellen Webseite von Augsburg.

In dem Zusammenhang auch interessant: Was der Begriff „Konversion“ in der Stadtplanung beschreibt sowie die bekanntesten Beispiele gelungener Konversion, erfahren Sie bei uns.

6 Stolpersteine, die sie bei einer Fahrradabstellanlage vermeiden sollten

Nachdem wir uns in den letzten zwei Artikeln zum Thema „Fahrradabstellanlagen“ angesehen haben, was bei deren öffentlichen Einsatz zu beachten ist und was die Trends der Zukunft sein werden, wollen wir in diesem Artikel wiederum einen Blick auf die Stolpersteine werfen, die Ihnen bei der Planung und beim Aufstellen einer Fahrradabstellanlage in Ihrer Stadt im Weg liegen könnten. Zusammen mit den Fahrradständerexperten von Gronard, die uns auch in diesem Artikel mit jeder Menge Fach- und Spezialwissen zur Verfügung standen, sehen wir uns im Folgenden sechs vermeidbare Fehler an, damit Ihre Fahrradabstellanlage zum Erfolg wird.

Allzu oft haben wir uns aus der Redaktion der G+L auch schon über Unzulänglichkeiten bei Fahrradständern geärgert, die das Absperren des Fahrrads zur Fummelei oder gleich ganz unmöglich machen. Mangelhaft geplante Anlagen werden wenig genutzt und kosten dennoch Geld; eine gut konzipierte Anlage hingegen fördert effektiv den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel.

Fehler 1: Das Fahrrad bei der Planung vergessen

Vorbei sind die Zeiten, in denen es ausreichte, Fahrradständer mal eben im Nachhinein auf ein geplantes Projekt aufzusetzen. Heute erwarten Fahrradfahrer*innen eine durchdachte und sinnvolle Platzierung der Fahrradabstellanlage und ihrer Zubehörteile. Deshalb sollte – darauf bestehen wir in dieser Serie bekanntlich immer wieder – eine Fahrradabstellanlage von vornherein integraler Bestandteil einer Bauplanung sein. Am besten gleich in möglichst frühzeitiger Abstimmung mit dem Lieferanten. Ein nachträgliches Planen solcher Anlagen ist in der Regel unzureichend und führt dazu, dass die Anlage schlecht angenommen wird. Gerade bei Anlagen, die auch über Lademöglichkeiten verfügen, ist eine frühzeitige Planung unabdingbar. Wenn die Anlage entsprechend groß dimensioniert ist, sollte etwa die Frage geklärt werden, ob eine 400-Volt-Stromversorgung benötigt wird. Auch der Einbau eines Stromzählers will rechtzeitig geplant werden – eine Nachrüstung ist aufwändig und kostenintensiv

Wichtig: Vergessen Sie nicht, vorab zu klären, wer für die Wartung der Anlage zuständig sein wird. Insbesondere Doppelstockparker und Gründächer verlangen regelmäßige Pflege, die organisiert und finanziert werden will, um eine dauerhaft langlebige und bedienfreundliche Fahrradabstellanlage anbieten zu können.

Eine gute Planung ist bei Fahrradabstellanlagen essenziell. Foto: Gronard GmbH
Eine gute Planung ist bei Fahrradabstellanlagen essenziell. Foto: Gronard GmbH

Damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt, sollte die Bodenbeschaffenheit des gewünschten Aufstellortes berücksichtigt werden. Gut geeignet sind Plattenbeläge und großflächige Pflastersteine. Weniger geeignet ist Asphalt, da sich in ihm die Befestigungsschrauben durch Hitzeeinwirkung lösen können. Optisch besonders aufgeräumt sind unterirdisch aufgedübelte Fahrradständer, denn ihre Befestigungsschienen sind unterirdisch fixiert und somit nicht sichtbar.

Generell sollte im Vorfeld geprüft werden, ob und welche Fundamente die Anlage eventuell braucht. Lösungen wie der Fahrradständer Kappa von Gronard bieten nicht weniger als fünf verschiedene Befestigungsmöglichkeiten für drei Befestigungsvarianten (oder- und unterirdisch, sowie einbetoniert) und können sich so den Anforderungen eines jeden Bauvorhabens anpassen.

Bei beengten Zugängen, etwa beim Überdachen einer Fahrradabstellanlage in einem Hinterhof, muss darauf geachtet werden, dass die benötigten Bauteile auch hindurchpassen. Das geht teilweise nur, wenn sich Überdachungssysteme zerlegen lassen, wie dies etwa bei der BWA-Reihe von Gronard der Fall ist.

Übrigens: Es gibt für Veranstaltungen die Möglichkeit, sich Fahrradständer für eine bestimmte Zeit zu leihen. Damit können Veranstalter*innen die umweltfreundliche Anreise mit dem Rad unterstützen und sparen sich zugleich die kostspielige Lagerung der Fahrradständer.

Optisch besonders aufgeräumt sind unterirdisch befestigte Fahrradständer; hier in der Bauphase gezeigt. Foto: Gronard GmbH
Optisch besonders aufgeräumt sind unterirdisch befestigte Fahrradständer; hier in der Bauphase gezeigt. Foto: Gronard GmbH

Fehler 2: Kein ausreichendes Licht

Die Beleuchtung kann den Unterschied zwischen einer gern genutzten und einer verwaisten Fahrradabstellanlage machen. Eine durchdachte Beleuchtung von guter Helligkeit und geringem Schattenwurf sorgt einerseits dafür, dass Fahrräder leicht eingestellt und entnommen werden können. Andererseits trägt eine gute Beleuchtung auch dazu bei, dass die Wahrscheinlichkeit nächtlicher Fahrraddiebstähle und Vandalismus sinkt. Bei allen Argumenten für eine helle Beleuchtung sollte aber auch der Aspekt der Umweltverträglichkeit der Beleuchtung eines Gebäudes beachtet werden. Stichwort: Lichtverschmutzung, also die Emission von künstlichem Licht in die Umwelt bei Nacht. Eine Folge von Lichtverschmutzung ist etwa die Desorientierung von Vögeln und Fledermäusen. Auch Insekten fliegen Lichtquellen gerne an, verwechseln diese mit dem Mondlicht, an dem sie sich nachts üblicherweise orientieren. Abhilfe schaffen hier Leuchtmittel, die eine Lichttemperatur von weniger als 3000 Kelvin aufweisen und sich damit im warmweißen Bereich befinden. Sie enthalten nur geringe Anteile des kurzwelligen blauen Lichts und wirken sich dadurch weniger desorientierend auf die nachtaktive Tierwelt aus.

Eine gute Beleuchtung steigert die Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage. Foto: Gronard GmbH
Eine gute Beleuchtung steigert die Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage. Foto: Gronard GmbH

Fehler 3: Zu kurzfristige Planung

Machen Sie sich Gedanken über die Befestigung und die Statik der Anlage im Allgemeinen. Eine Überdachung etwa steigert die Akzeptanz der Anlage signifikant und lässt sich in manchen Fällen auch nachrüsten. Bei vielen Überdachungslösungen von Gronard besteht außerdem die Möglichkeit, optional ein Gründach oder ein Solardach einzurichten (mehr dazu unter Punkt 6).

Machen Sie auch nicht den Fehler, die empfohlenen Mindestabstände zwischen den abgestellten Fahrrädern zu verringern, um so vermeintlich mehr Kapazität zu schaffen. Zwar passen auf diese Weise theoretisch mehr Fahrräder auf die gleiche Fläche. Es besteht jedoch die Gefahr, dass es so eng ist, dass nun doch nur jeder zweite Ständer genutzt wird und die Kapazitätserweiterung so wirkungslos verpufft. Eine große Hilfe dabei sind Berechnungstools, wie Gronard sie anbietet.

Vor dem Fahrradständer sollte nicht zu wenig Platz eingeplant werden, denn es muss nicht nur der Platz für das eingestellte Fahrrad berücksichtigt werden, sondern auch der, der für das Manövrieren desselben nötig ist. Nicht umsonst geben Hersteller daher in aller Regel vor, wie die Verkehrsräume in der unmittelbaren Umgebung eines Fahrradständers beschaffen sein sollten.

Fehler 4: Förderungsmöglichkeiten nicht nutzen

Machen Sie nicht den Fehler, nicht alle Möglichkeiten zur Förderung Ihres Projekts zu nutzen. Es gibt sowohl auf Bundes-, aber auch auf Landesebene Programme im Rahmen der Radverkehrsförderung, die auch Fahrradabstellanlagen als förderfähige Objekte beinhalten. Hier finden Sie etwa Informationen zur Förderung der kommunalen „Errichtung von Mobilitätsstationen“: Link

In der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz können Sie weiterhin nach passenden Förderprogrammen suchen: Link

Tipp für Amateurfußballvereine: Im Rahmen der diesjährigen Europameisterschaft im Fußball in Deutschland können noch bis zum 30. Juni 2024 Anträge zur Förderung klimaschutzrelevanter Projekte bei der UEFA eingereicht werden: PDF

Fehler 5: Wartung vergessen

Nur mit dem Kauf und dem Aufstellen einer Fahrradanlage ist es nicht getan. Wie bei anderen Bauwerken auch, sollte die Instandhaltung einer Fahrradabstellanlage bereits im Vorfeld mit einkalkuliert werden. Wie bereits im ersten Punkt erwähnt, ist dies insbesondere bei Doppelstockparkern mit ihren beweglichen Teilen essenziell. Besonders wichtig ist, elektrischen Anlagen, also Dinge wie Ladeschränke oder die Beleuchtung, sorgfältig zu warten. Auf lange Sicht macht es großen Sinn, Qualitätsware von bewährten und bereits langjährig agierenden Herstellern zu verwenden. Diese ist wegen ihrer Zuverlässigkeit besonders wartungsarm. Und selbst wenn einmal etwas kaputt sein sollte, lassen sich von Qualitätsherstellern entsprechende Ersatzteile besorgen – anstatt gleich das gesamte Produkt neu anschaffen zu müssen. Dabei machen auch unscheinbare Details einen Unterschied. Gronard etwa unterzieht seine Fahrradständer nicht nur einer Feuerverzinkung sondern behandelt diese im Anschluss daran auch noch mit einer langlebigen Konservierungsschicht, während andere Hersteller möglicherweise weniger langlebige Korrosionsschutzverfahren wie das galvanische Verzinken einsetzen oder ganz darauf verzichten und ihre Produkte lediglich mit einer Pulverbeschichtung ausstatten.

Bei Doppelstockparkanlagen sollte schon in der Planungsphase an eine regelmäßige Wartung gedacht werden. Foto: Gronard GmbH
Bei Doppelstockparkanlagen sollte schon in der Planungsphase an eine regelmäßige Wartung gedacht werden. Foto: Gronard GmbH

Fehler 6: Keine Begrünung eingeplant

Die Stadt von morgen ist grün und das sollten auch die Fahrradabstellanlagen in Ihrer Stadt widerspiegeln. Ohne Dachgrün sollten moderne Gebäude nicht mehr auskommen und deshalb gibt es beispielsweise von Gronard Fahrradboxen, die über ein optionales und nachrüstbares Gründach verfügen, oder auch Flachdächer, um ganze Anlagen zu überdachen. Am einfachsten ist es natürlich, sich bereits in der Planungsphase klar darüber zu sein, ob es ein Gründach, Solardach oder etwas anderes werden soll. Sollten Sie sich im Nachhinein entscheiden, Dachgrün nachzurüsten, prüfen Sie, ob die Statik der Überdachung ausreichend ist, um das wesentlich schwerere Gründach zu tragen. Ein langfristiges Konzept, welches schrittweise durch eine Dachbegrünung oder Photovoltaik aufgewertet werden kann, setzt Voraussicht und frühzeitige Entscheidungen für das passende Produkt mit der Möglichkeit zu Upgrades voraus. Gut beraten ist, wer sich dabei an Hersteller wendet, die durch die eigene Fertigung auf individuelle Kundenwünsche eingehen können, wie es bei Gronard der Fall ist.

Gründächer sind auch bei Fahrradabstellanlagen möglich und sinnvoll. Foto: Gronard GmbH
Gründächer sind auch bei Fahrradabstellanlagen möglich und sinnvoll. Foto: Gronard GmbH

Mehr zum Thema „Fahrradständer und Fahrradabstellanlagen“ finden Sie auch in unseren vorangegangenen Artikeln:
Vier Punkte, die Sie beim öffentlichen Einsatz beachten sollten
Die vier Trends der Zukunft für die Stadt der Zukunft

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