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Wasserhaushalt in der Stadtbilanz – Indikatoren und Modelle

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Fluss mit Boot und Hochhäusern im Hintergrund in Songdo, Yeonsu-gu, Incheon, Südkorea – Symbol für intelligentes Wassermanagement in der Stadtentwicklung.
Wasserhaushalt als Schlüssel für nachhaltige Städte. Foto von Daesun Kim auf Unsplash.
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Wie viel Wasser braucht die Stadt – und wie viel verträgt sie? Zwischen Starkregen, Hitzewellen und versiegelten Flächen entscheidet der urbane Wasserhaushalt längst über Lebensqualität, Klimaresilienz und Zukunftsfähigkeit. Wer die Stadt der Zukunft plant, muss ihren Wasserhaushalt verstehen, messen und steuern können. Aber wie? Willkommen im Dickicht von Indikatoren, Modellen und Stadtbilanzen: Hier wird die Stadt zum hydrologischen Experimentierfeld – und der Planer zum Dirigenten im globalen Wasserkonzert.

  • Definition und Bedeutung des Wasserhaushalts im urbanen Kontext
  • Wichtige Indikatoren für die Bewertung des städtischen Wasserhaushalts
  • Hydrologische und stadtplanerische Modelle: Methoden, Stärken und Schwächen
  • Rolle von Versiegelung, Grünflächen und Infrastruktur in der Stadtbilanz
  • Klimawandel, Extremwetterereignisse und deren Einfluss auf urbane Wasserdynamik
  • Praktische Anwendungsbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Politische, rechtliche und technische Herausforderungen für Kommunen
  • Neue Ansätze für eine nachhaltige, resiliente Wasserhaushaltssteuerung
  • Chancen und Risiken datenbasierter Modelle und digitaler Zwillinge
  • Fazit: Warum der Wasserhaushalt zur Königsdisziplin der Stadtplanung wird

Wasserhaushalt in der Stadt: Vom Regenwurm bis zur Regenrinne

Der Wasserhaushalt einer Stadt ist weit mehr als ein technischer Wert für Hydrologen oder ein abstraktes Ziel in Nachhaltigkeitsberichten. Er ist die pulsierende Lebensader urbaner Räume, ein komplexes Zusammenspiel aus Niederschlag, Verdunstung, Oberflächenabfluss, Versickerung und Speicherung. Jede Straße, jedes Dach, jeder Baum und jeder Abwasserkanal beeinflusst diese Bilanz, oft subtil, manchmal dramatisch. Während in ländlichen Gebieten der natürliche Wasserkreislauf durch Böden, Vegetation und Gewässer weitgehend intakt bleibt, wird er im urbanen Raum fragmentiert, kanalisiert und gestört – mit weitreichenden Folgen für Mikroklima, Biodiversität und soziale Strukturen.

Städte fungieren als riesige Wassermanufakturen: Sie nehmen Regen auf, leiten ihn ab, speichern ihn – oder verlieren ihn an überhitzte Asphaltflächen. Die Herausforderung beginnt bereits bei der Definition: Was meint „Wasserhaushalt“ in der Stadtbilanz? Es geht um die quantitative und qualitative Erfassung aller Wassermengen, -ströme und -speicher im urbanen Raum und deren Wechselwirkungen mit dem natürlichen und gebauten Umfeld. Dazu zählen Niederschläge, Verdunstung, Grundwasserbildung, Oberflächenabfluss und der Einfluss technischer Systeme wie Kanalisation, Regenrückhaltebecken und Bewässerungsanlagen.

Die Besonderheit urbaner Räume liegt in ihrer Versiegelung, die natürliche Prozesse wie Infiltration und Verdunstung stark reduziert. So entstehen Probleme wie Überflutungen nach Starkregen, ausgetrocknete Böden in Hitzesommern oder sinkende Grundwasserspiegel. Gleichzeitig wächst der Druck, Flächen multifunktional zu nutzen: Parks als „Schwämme“, Dächer als Retentionsflächen, Straßen als temporäre Wasserläufe. Die städtische Wasserbilanz wird damit zu einem zentralen Steuerungsinstrument für Klimaresilienz, Lebensqualität und nachhaltige Stadtentwicklung.

Historisch betrachtet war der urbane Wasserhaushalt lange eine Frage technischer Optimierung: Möglichst effizienter Abfluss, möglichst wenig Überschwemmung, möglichst saubere Kanäle. Mit dem Klimawandel und der Notwendigkeit, Städte hitze- und trockenresilient zu machen, hat sich die Perspektive grundlegend verschoben. Heute geht es um das Halten, Verteilen und Nutzen von Wasser – und um die Integration hydrologischer Prozesse in die Stadtgestaltung. Der Blick wandert von der Regenrinne zur Regenwasserbewirtschaftung, von der Kanalisation zum Schwammstadt-Prinzip.

Die Komplexität der urbanen Wasserbilanz fordert interdisziplinäres Denken: Stadtplaner, Landschaftsarchitekten, Umweltingenieure, Klimaforscher und Governance-Experten müssen kooperieren. Nur so lassen sich innovative Lösungen entwickeln, die den vielfältigen Anforderungen gerecht werden – von der Anpassung an Extremwetterereignisse bis zur Förderung sozialer Teilhabe durch grüne und blaue Infrastrukturen. Am Anfang dieser Entwicklung steht jedoch immer dieselbe Frage: Wie messen und bewerten wir den Wasserhaushalt der Stadt?

Indikatoren: Wie viel Wasser ist gut, wie viel zu viel?

Die Messung und Bewertung des städtischen Wasserhaushalts ist eine Kunst für sich. Es reicht nicht, einfach Niederschlagsmengen und Abflussraten zu addieren – zu vielfältig sind die Wechselwirkungen zwischen Klima, Boden, Vegetation, Bebauung und technischen Systemen. Deshalb haben sich in der Fachwelt eine Vielzahl von Indikatoren etabliert, die unterschiedliche Aspekte des Wasserhaushalts abbilden. Jeder Indikator ist dabei ein Versuch, die Komplexität greifbar zu machen – und eine Grundlage für politische wie planerische Entscheidungen.

Ein zentraler Indikator ist der Versiegelungsgrad, der angibt, wie viel Prozent der Stadtfläche durch Gebäude, Straßen oder andere undurchlässige Materialien bedeckt ist. Ein hoher Versiegelungsgrad bedeutet wenig Versickerung, hohe Abflüsse und damit ein erhöhtes Risiko für Überschwemmungen sowie Hitzeinseln. Modernere Ansätze differenzieren nach Art und Funktion der Oberflächen: Gründächer, begrünte Innenhöfe oder wasserdurchlässige Pflastersteine werden gezielt bewertet, um das Potenzial für Retention und Verdunstung sichtbar zu machen.

Ebenso wichtig sind Indikatoren für den Wasserabfluss, etwa die Spitzenabflussrate nach Starkregenereignissen oder das Verhältnis von Regenwasserrückhalt zu direktem Abfluss. Hier kommen oft Simulationsmodelle zum Einsatz, die auf Basis von Niederschlagsdaten, Topografie und Oberflächenbeschaffenheit die Dynamik von Abflussereignissen berechnen. Auch der sogenannte Urban Runoff Coefficient – das Verhältnis von Niederschlag zu abfließendem Wasser – ist ein hilfreicher Maßstab, um die Effizienz von Regenwassermanagementsystemen zu bewerten.

Für die ökologische Bewertung spielt die Grundwasserneubildung eine entscheidende Rolle. In vielen Städten sinken die Grundwasserspiegel, weil zu wenig Wasser versickert oder weil große Mengen durch die Kanalisation abgeleitet werden. Indikatoren wie die jährliche Grundwasserneubildungsrate oder die Grundwasserflurabstände helfen, Risiken für Vegetation, Infrastruktur und Trinkwasserversorgung frühzeitig zu erkennen. Ergänzt werden diese Kennzahlen durch Messgrößen zur Verdunstungsleistung (Evapotranspiration) von Grünflächen und offenen Gewässern – ein wichtiger Faktor für das urbane Mikroklima.

Immer häufiger werden Indikatoren auch sozial und gesundheitlich erweitert: Die Anzahl der Hitzetage, die Verfügbarkeit von Trinkwasserbrunnen, die Erreichbarkeit grüner Erholungsräume oder die Belastung mit Schadstoffen im Niederschlagswasser rücken stärker in den Fokus. So entsteht ein multidimensionales Bild vom Wasserhaushalt, das technische, ökologische und soziale Aspekte integriert. Die Kunst besteht darin, aus den vielen Einzelwerten eine verständliche, handhabbare und politisch wirksame Stadtbilanz zu entwickeln – ohne dabei die Komplexität zu simplifizieren.

Modelle: Werkzeuge zwischen Wissenschaft und Wahrscheinlichkeitszirkus

Die Analyse, Steuerung und Optimierung des städtischen Wasserhaushalts wäre ohne hydrologische Modelle und stadtplanerische Simulationswerkzeuge schlicht unmöglich. Modelle sind die Kristallkugel der Wasserwirtschaft: Sie erlauben es, Szenarien durchzuspielen, Risiken abzuschätzen und Planungsvarianten zu bewerten – lange bevor das Wasser tatsächlich fließt. Doch wie funktionieren diese Modelle, wo liegen ihre Stärken und ihre Fallstricke?

Grundlegend unterscheidet man zwischen deterministischen und stochastischen Modellen. Deterministische Modelle wie SWMM (Storm Water Management Model) oder MIKE URBAN basieren auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten und rechnen detailliert Abfluss, Versickerung und Speicherprozesse aus. Sie benötigen umfangreiche Eingangsdaten zu Niederschlag, Topografie, Bodenverhältnissen, Vegetation und Bebauung, liefern dafür aber präzise Aussagen über einzelne Regenereignisse, Überflutungsflächen oder Retentionsvolumen. Ihre Schwäche: Sie sind datenhungrig, wartungsintensiv und oft schwer zu kalibrieren – besonders in heterogenen, dynamischen Stadtlandschaften.

Stochastische Modelle hingegen arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten und statistischen Zusammenhängen. Sie eignen sich insbesondere für die Risikoabschätzung seltener Ereignisse wie Jahrhundertregen oder Dürren. Ihr Vorteil liegt in der robusten Abbildung von Unsicherheiten und Variabilitäten, ihr Nachteil in der geringeren Detailtiefe für konkrete Planungsmaßnahmen. Moderne Ansätze kombinieren beide Modelltypen und integrieren zunehmend maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz, um große Datenmengen aus Sensorik, Wettervorhersagen und Satellitenbildern auszuwerten.

Ein spannender Trend sind digitale Zwillinge des Wasserhaushalts, die in Echtzeit Daten sammeln, simulieren und visualisieren. Sie verknüpfen klassische Modelle mit aktuellen Messwerten aus Bodenfeuchtesensoren, Wetterstationen, Kanalmessungen und Bürger-Feedbacks. In Städten wie Hamburg oder Zürich werden solche Systeme bereits eingesetzt, um Starkregenrisiken zu prognostizieren, Bewässerung zu steuern oder die Auswirkungen neuer Bauprojekte auf die Wasserbilanz zu simulieren. Die Herausforderung: Schnittstellen, Datensicherheit und die Integration in bestehende Planungskulturen.

Wichtig ist, dass jedes Modell nur so gut ist wie seine Daten und Annahmen. Falsche Eingangswerte, veraltete Landnutzungsdaten oder unberücksichtigte Effekte wie Verdunstung durch Bäume können zu erheblichen Fehleinschätzungen führen. Deshalb sollten Modelle nie als absolute Wahrheit, sondern als Entscheidungshilfen verstanden werden – Werkzeuge, die Szenarien aufzeigen, Risiken sichtbar machen und die Diskussion zwischen Fachleuten, Politik und Öffentlichkeit stimulieren. Die Zukunft gehört hybriden Systemen, die komplexe hydrologische Prozesse verständlich, transparent und partizipativ abbilden.

Von der Stadtbilanz zur Schwammstadt: Praxis, Politik und Paradigmenwechsel

Spätestens seit den Starkregenereignissen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, den Hitzesommern der letzten Jahre und den zunehmenden Urbanisierungstrends ist die Bedeutung eines nachhaltigen Wasserhaushalts in der Stadtbilanz in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Städte wie Berlin, München, Wien und Zürich setzen mittlerweile ambitionierte Programme auf, um ihre Wasserbilanz zu verbessern und sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Doch was heißt das konkret für die Praxis – und welche politischen, rechtlichen und kulturellen Herausforderungen gilt es zu meistern?

Im Zentrum steht das Konzept der Schwammstadt (Sponge City), das die Stadt als flexiblen Wasserspeicher und -verteiler versteht. Statt Regenwasser möglichst schnell abzuleiten, wird es gezielt zurückgehalten, versickert oder für die Bewässerung von Stadtgrün genutzt. Gründächer, Mulden-Rigolen-Systeme, Retentionsflächen, temporäre Überflutungsflächen und entsiegelte Böden sind zentrale Bausteine dieses Ansatzes. Zahlreiche Pilotprojekte in Hamburg, Leipzig, Basel und Wien zeigen, wie technische und gestalterische Innovationen Hand in Hand gehen können – von der multifunktionalen Parkanlage bis zum intelligenten Kanalsystem.

Die Umsetzung solcher Maßnahmen ist jedoch kein Selbstläufer. Sie erfordert klare gesetzliche Rahmenbedingungen, eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachämtern, Investitionen in Infrastruktur und eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. In Deutschland regelt das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) die grundsätzlichen Anforderungen an den Umgang mit Regen- und Abwasser, während Landesgesetze und kommunale Satzungen die Details bestimmen. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen an die kommunale Verwaltung: Sie soll Klimaanpassung, Ressourcenschutz, soziale Teilhabe und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut bringen – keine leichte Aufgabe angesichts knapper Kassen und steigender Komplexität.

Partizipation und Transparenz werden deshalb immer wichtiger. Digitale Werkzeuge wie Online-Beteiligungsplattformen, Visualisierungstools und eben digitale Wasserhaushaltszwillinge eröffnen neue Möglichkeiten, Bürger und Stakeholder frühzeitig einzubinden und Akzeptanz für Maßnahmen zu schaffen. Gleichzeitig steigt die Verantwortung, Daten nachvollziehbar zu machen und algorithmische Entscheidungen zu erklären. Der Weg zur resilienten Stadtbilanz ist ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess – technokratische Lösungen ohne Diskussion sind zum Scheitern verurteilt.

Die große Chance liegt darin, den Wasserhaushalt als integratives Querschnittsthema zu begreifen – nicht als Nischenthema einzelner Experten. Wer die Stadt als Gesamtsystem denkt, kann Synergien zwischen Klima-, Wasser-, Freiraum- und Verkehrspolitik nutzen, Flächen multifunktional entwickeln und neue Governance-Strukturen etablieren. Die Schwammstadt ist kein statisches Ziel, sondern ein fortlaufender Lernprozess, der ständige Anpassung, Monitoring und Innovationsbereitschaft verlangt. Am Ende entscheidet nicht die beste Technik, sondern die klügste Kombination aus Wissenschaft, Praxis und Beteiligung.

Perspektiven: Was der Wasserhaushalt für die Stadt von morgen bedeutet

Der Wasserhaushalt avanciert zur Königsdisziplin der urbanen Transformation – und das aus gutem Grund. Er ist der Spiegel für den Umgang mit natürlichen Ressourcen, der Gradmesser für Klimaresilienz und das Labor für neue Governance- und Beteiligungsmodelle. Wer den Wasserhaushalt richtig steuert, kann Hitzewellen abmildern, Überflutungen vermeiden, Biodiversität fördern und soziale Lebensqualität steigern. Das erfordert jedoch einen Paradigmenwechsel: Weg von der linearen Ableitung, hin zu zyklischen, vernetzten und lernenden Systemen.

Die Zukunft der Stadtbilanz ist digital, partizipativ und adaptiv. Digitale Zwillinge, Sensorik und KI-gestützte Modelle bieten ungeahnte Möglichkeiten, Daten zu sammeln, zu analysieren und Maßnahmen in Echtzeit zu steuern. Doch sie bergen auch Risiken: Wer kontrolliert die Daten? Wie lassen sich Fehlannahmen, technokratische Verzerrungen oder Datenschutzprobleme vermeiden? Hier sind klare Governance-Strukturen, Standards und eine breite gesellschaftliche Debatte gefragt. Die Technik allein macht noch keine resiliente Stadt – entscheidend bleibt der Mensch am Steuer.

Besonders spannend sind die neuen Schnittstellen zwischen Wasser, Stadtgrün und Mobilität. Die Integration von grüner und blauer Infrastruktur, die Nutzung von Straßenräumen als temporäre Wasserwege oder die Kopplung von Bewässerungssystemen an Wetterprognosen eröffnen neue Horizonte für die Stadtentwicklung. Hier können Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und Ingenieure gemeinsam innovative Lösungen entwickeln, die weit über klassische Disziplinengrenzen hinausgehen.

Auch die Ausbildung und Weiterbildung muss sich anpassen: Wer heute Stadt gestaltet, braucht hydrologisches Grundwissen, ein Verständnis für Datenmanagement und die Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen. Die besten Planer sind künftig diejenigen, die Brücken schlagen können – zwischen Disziplinen, Institutionen und Bürgern. Der Wasserhaushalt wird damit zum Prüfstein für die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit jeder Stadt.

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass der urbane Wasserhaushalt nie „fertig“ ist. Er ist ein dynamischer, ständig herausgeforderter Prozess, der Anpassung, Experimentierfreude und kritische Reflexion verlangt. Wer mutig vorangeht, kann die Stadt der Zukunft lebenswert, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten. Wer zögert, riskiert Überflutung, Hitze und sozialen Stillstand. Die Wasserbilanz ist der Herzschlag der Stadt – es liegt an uns, dass er nicht aus dem Takt gerät.

Fazit: Wasserhaushalt als Schlüssel zur resilienten und lebenswerten Stadt

Nie zuvor war der Wasserhaushalt so zentral für die Zukunftsfähigkeit der Stadt wie heute. Zwischen Klimakrise, Urbanisierung und gesellschaftlichem Wandel wird die Fähigkeit, Wasser intelligent zu steuern, zum entscheidenden Standortfaktor. Indikatoren und Modelle liefern das Rüstzeug, um Chancen zu erkennen, Risiken zu mindern und innovative Lösungen zu entwickeln. Doch sie sind kein Selbstzweck: Entscheidend bleibt der kluge, partizipative Umgang mit Daten, Technik und gesellschaftlichen Erwartungen. Die Schwammstadt ist kein ferner Traum, sondern eine Frage von Mut, Kreativität und Kooperation. Wer ihn richtig versteht, misst und gestaltet, macht die Stadt nicht nur sicherer – sondern auch lebenswerter. Das ist die Herausforderung und das Versprechen der urbanen Wasserbilanz im 21. Jahrhundert. Und wer sollte das besser können als die Profis aus Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und nachhaltiger Stadtentwicklung?

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

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das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

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Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

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