Regen ist kein Abfallprodukt, das möglichst schnell aus der Stadt verschwinden soll. Versickerungen von Regenwasser sind eine der wirkungsvollsten Strategien, um den natürlichen Wasserkreislauf in bebauten Gebieten wiederherzustellen, Überflutungen zu reduzieren, Grundwasser zu regenerieren und das Stadtklima zu verbessern. Wer die Funktionsweise, die Planungsgrundlagen und die technischen Anforderungen von Versickerungsanlagen versteht, begreift zugleich, warum dezentrale Regenwasserbewirtschaftung heute zu den Kernaufgaben nachhaltiger Freiraumplanung gehört.
- Was Versickerungen von Regenwasser physikalisch und hydrologisch bedeuten und wie sie im Wasserkreislauf wirken
- Welche Versickerungstypen es gibt und wie sie sich in Funktion, Aufbau und Einsatzbereich unterscheiden
- Welche Standortvoraussetzungen und Bodenuntersuchungen vor der Planung zwingend erforderlich sind
- Welche Normen, Regelwerke und wasserrechtlichen Anforderungen in Deutschland gelten
- Wie Versickerungsanlagen in der Freiraumplanung gestalterisch und ökologisch integriert werden
- Welche Fehler bei Planung, Ausführung und Betrieb häufig auftreten und wie sie vermieden werden
- Wie Versickerungen mit anderen Elementen der Schwammstadt-Strategie zusammenwirken
- Was Wartung und Langzeitfunktion von Versickerungsanlagen erfordert
Versickerungen Regenwasser: Definition, Funktion und hydrologische Grundlage
Versickerungen von Regenwasser bezeichnen den kontrollierten, technisch oder naturnahen Prozess, bei dem Niederschlagswasser von befestigten oder bebauten Flächen in den Boden eingeleitet und dort dem Grundwasser zugeführt wird. Im natürlichen Wasserkreislauf versickert ein erheblicher Anteil des Niederschlags direkt am Ort seines Auftreffens, wird von Böden aufgenommen, gefiltert und speist langsam das Grundwasser. Versiegelte Flächen unterbrechen diesen Kreislauf: Asphalt, Beton und Pflaster leiten das Wasser oberflächlich ab, erhöhen den Abflussspitzenwert und belasten die Kanalisation. Versickerungsanlagen sind das technische und planerische Instrument, um diesen Verlust zumindest teilweise auszugleichen.
Hydrologisch betrachtet erfüllen Versickerungen mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie reduzieren den Spitzenabfluss bei Starkregenereignissen, indem sie Wasser zeitverzögert in den Untergrund ableiten. Sie regenerieren das Grundwasser, das in vielen Stadtregionen durch jahrzehntelange Vollversiegelung erheblich abgesunken ist. Sie verbessern das Stadtklima, weil versickertes und gespeichertes Wasser durch Evapotranspiration zur Kühlung beiträgt. Und sie entlasten die Mischwasserkanalisation, die bei Starkregenereignissen häufig überlastet ist und ungeklärtes Abwasser in Gewässer einleitet. Versickerungen von Regenwasser sind damit keine isolierte Einzelmaßnahme, sondern ein Element eines integrierten Regenwassermanagements.
Der physikalische Schlüsselbegriff ist die Infiltrationsrate, also die Menge Wasser, die ein Boden pro Zeiteinheit aufnehmen kann. Sie wird in Millimetern pro Stunde oder in Metern pro Sekunde angegeben und hängt von der Bodenart, dem Gefüge, dem Verdichtungsgrad und dem aktuellen Wassergehalt ab. Sandige Böden weisen hohe Infiltrationsraten auf, tonige Böden sehr niedrige. Die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit (kf-Wert) ist die Kenngröße, die in der Planung von Versickerungsanlagen zentral ist: Sie beschreibt, wie schnell Wasser durch einen wassergesättigten Boden fließt, und bestimmt maßgeblich, welcher Versickerungstyp an einem Standort überhaupt realisierbar ist.
Typen von Versickerungsanlagen: Mulden, Rigolen, Schächte und Flächen
Die Fachplanung unterscheidet mehrere grundlegende Typen von Versickerungsanlagen, die sich in ihrer Geometrie, ihrem Speichervolumen, ihrer Reinigungsleistung und ihrem Flächenbedarf unterscheiden. Das Arbeitsblatt DWA-A 138 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall ist das maßgebliche Regelwerk für Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen in Deutschland. Es klassifiziert die Anlagen und gibt Bemessungsgrundlagen vor.
Die Versickerungsmulde ist die naturnahste und in der Freiraumplanung am häufigsten eingesetzte Form. Sie ist eine flache, begrünte Geländevertiefung, die Regenwasser oberflächlich sammelt und über die bewachsene Sohle in den Boden abgibt. Die Mulde kombiniert Rückhalt, Reinigung und Versickerung: Schwebstoffe und gebundene Schadstoffe werden im Bewuchs und im Oberboden zurückgehalten, bevor das Wasser tiefer eindringt. Mulden sind gestalterisch gut integrierbar, erfordern jedoch ausreichend Fläche und einen Boden mit hinreichender Versickerungsleistung. Ihre Sohle sollte mindestens einen Meter über dem höchsten Grundwasserstand liegen, um eine ausreichende Filterstrecke zu gewährleisten.
Die Rigolenversickerung nutzt unterirdische, mit Kies oder Kunststoffkörpern gefüllte Gräben oder Rohre, um Wasser zwischenzuspeichern und langsam an den umgebenden Boden abzugeben. Rigolen sind platzsparend und können unter Wegen, Parkplätzen oder Grünflächen verlegt werden. Sie eignen sich besonders dort, wo oberirdisch kein Platz für Mulden vorhanden ist, erfordern aber eine sorgfältige Vorbehandlung des Zulaufwassers, da sie bei Verschlammung schwer zu reinigen sind. Die Kombination aus Mulde und Rigole, die sogenannte Mulden-Rigolen-Anlage, verbindet die Reinigungsleistung der Mulde mit dem Speichervolumen der Rigole und gilt als besonders leistungsfähige Lösung für urbane Standorte.
Versickerungsschächte leiten Wasser direkt und punktuell in tiefere Bodenschichten ein. Sie sind technisch einfach, bieten aber kaum Reinigungsleistung und sind deshalb nur für gering belastetes Wasser von Dachflächen geeignet. Flächenversickerungen schließlich nutzen durchlässige Beläge wie Rasengittersteine, Pflaster mit breiten Fugen oder wassergebundene Decken, um Niederschlag direkt am Auftreffpunkt in den Boden zu leiten. Sie sind die dezentralste Form der Versickerung und setzen einen tragfähigen, versickerungsfähigen Untergrund voraus.
Standortanalyse und Bodenuntersuchung als Planungsvoraussetzung
Keine Versickerungsanlage funktioniert ohne eine fundierte Standortanalyse. Die wichtigste Voruntersuchung ist die Bestimmung des kf-Werts durch einen Versickerungsversuch vor Ort. Das DWA-A 138 beschreibt verschiedene Methoden, darunter den einfachen Doppelringinfiltrometerversuch für flache Mulden und aufwendigere Pumpversuche für tiefere Anlagen. Laboranalysen von Bodenproben können den kf-Wert näherungsweise bestimmen, ersetzen aber den Feldversuch nicht vollständig, weil Bodengefüge, Makroporen und Schichtung im Labor nicht abgebildet werden.
Der kf-Wert entscheidet darüber, ob ein Standort für Versickerungen von Regenwasser grundsätzlich geeignet ist. Das DWA-A 138 nennt als Untergrenze für die meisten Versickerungsanlagen einen kf-Wert von etwa 1 x 10 hoch minus 6 Meter pro Sekunde. Böden mit niedrigeren Werten, also schwere Tone und Schluffe, versickern so langsam, dass wirtschaftlich dimensionierbare Anlagen keine ausreichende Leistung erbringen. In solchen Fällen kommen Mulden mit verlängertem Einstau, kombinierte Rückhalt-Versickerungs-Systeme oder die Ableitung in Gewässer als Alternativen in Betracht.
Neben dem kf-Wert sind der Grundwasserstand und seine jahreszeitlichen Schwankungen entscheidend. Der Mindestabstand zwischen der Sohle einer Versickerungsanlage und dem höchsten zu erwartenden Grundwasserstand beträgt nach DWA-A 138 in der Regel einen Meter, um eine ausreichende Filterstrecke für Schadstoffe zu gewährleisten. Dieser Abstand ist nicht verhandelbar, weil er den Schutz des Grundwassers als Trinkwasserressource sichert. In Gebieten mit hohem Grundwasserstand, wie in Flussauen oder auf Marschen, scheidet die Versickerung deshalb häufig als Lösung aus.
Weitere standortrelevante Parameter sind die Geologie und mögliche Altlasten im Untergrund. Versickerungen in der Nähe von Altlastenverdachtsflächen können Schadstoffe mobilisieren und in das Grundwasser einleiten. Eine Recherche im Altlastenkataster und gegebenenfalls eine orientierende Bodenuntersuchung sind deshalb vor jeder Planung obligatorisch. Auch der Abstand zu Gebäudefundamenten muss beachtet werden: Versickertes Wasser kann Fundamente durchfeuchten, Setzungen verursachen oder Keller belasten, wenn die Anlage zu nah am Bauwerk liegt.
Wasserrecht, Normen und Genehmigungspraxis in Deutschland
Versickerungen von Regenwasser sind in Deutschland wasserrechtlich geregelt. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) definiert die Grundsätze, nach denen Niederschlagswasser vor Ort versickert, verrieselt oder in ein Gewässer eingeleitet werden soll, sofern dies ohne Beeinträchtigung des Wohls der Allgemeinheit möglich ist. Dieser Grundsatz der ortsnahen Bewirtschaftung ist in Paragraf 55 WHG verankert und bildet die gesetzliche Grundlage für die planerische Forderung nach Versickerung auf dem Grundstück.
Die konkrete Genehmigungspflicht richtet sich nach Landesrecht und nach der Größe und Art der Anlage. Viele Bundesländer haben Erlaubnisfreiheitsgrenzen festgelegt, unterhalb derer kleine Versickerungsanlagen für Dachflächenwasser ohne förmliches Genehmigungsverfahren errichtet werden dürfen. Größere Anlagen, Anlagen für Straßenabwasser oder Anlagen in Wasserschutzgebieten unterliegen in der Regel einer wasserrechtlichen Erlaubnis, für die ein Antrag mit hydraulischem Nachweis, Bodenuntersuchung und Lageplan einzureichen ist. Die zuständige Wasserbehörde prüft dabei insbesondere den Grundwasserschutz und die Bemessung.
Das DWA-A 138 ist das zentrale technische Regelwerk für die Bemessung. Es beschreibt das Bemessungsverfahren auf Basis von Bemessungsregen, die aus den KOSTRA-DWD-Daten (Koordinierte Starkniederschlagsregionalisierung und -auswertung des Deutschen Wetterdienstes) abgeleitet werden. Die Anlage muss so dimensioniert sein, dass sie den Bemessungsregen mit einem definierten Wiederkehrintervall, in der Regel zwei Jahre für einfache Anlagen, schadlos aufnehmen und versickern kann. Für Anlagen in sensiblen Bereichen oder mit höheren Schutzanforderungen werden längere Wiederkehrintervalle angesetzt.
Neben dem DWA-A 138 sind je nach Anlagentyp weitere Regelwerke relevant. Das Merkblatt DWA-M 153 behandelt die Beurteilung von Regenwasser hinsichtlich seiner Versickerungsfähigkeit und gibt Orientierungswerte für die Schadstoffbelastung verschiedener Flächentypen. Straßenabwasser, Parkplatzentwässerung und Abflüsse von stark befahrenen Flächen erfordern in der Regel eine Vorbehandlung, bevor das Wasser in den Boden eingeleitet werden darf. Dachflächenwasser von Kupfer-, Zink- oder Bleidächern kann ebenfalls erhöhte Schwermetallgehalte aufweisen und bedarf einer gesonderten Beurteilung.
Gestaltung, ökologische Integration und die Schwammstadt-Strategie
Versickerungsanlagen sind nicht nur technische Infrastruktur, sie sind Elemente des Freiraums und können gestalterisch und ökologisch hochwertig ausgeführt werden. Versickerungsmulden lassen sich als Bestandteil von Grünzügen, Straßenbegleitgrün, Schulhöfen, Wohnhöfen oder Parkflächen integrieren. Ihre begrünte Sohle und die Böschungen bieten Lebensraum für Insekten, Amphibien und Vögel, wenn sie mit standortgerechten, trockenheitstoleranten und gleichzeitig zeitweise überflutungsverträglichen Pflanzen bepflanzt werden. Geeignete Arten sind unter anderem Fluthahnenfuß, Blutweiderich, Seggen und Wiesenschwingel, die kurzzeitigen Einstau tolerieren und in Trockenphasen mit wenig Wasser auskommen.
Die Schwammstadt, im englischsprachigen Raum als Sponge City bekannt, ist das übergeordnete Planungskonzept, in das Versickerungen von Regenwasser eingebettet sind. Das Leitbild der Schwammstadt beschreibt eine Stadt, die Regenwasser wie ein Schwamm aufnimmt, speichert, reinigt und langsam wieder abgibt, anstatt es schnell abzuleiten. Versickerungsanlagen sind dabei ein Element neben Gründächern, Fassadenbegrünungen, Retentionsmulden, Regenrückhaltebecken, Stadtbäumen mit Baumrigolen und wasserdurchlässigen Belägen. Erst das Zusammenspiel dieser Elemente ergibt eine robuste Regenwasserbewirtschaftung, die auch Starkregenereignisse abpuffern kann.
Baumrigolen sind ein besonders interessantes Beispiel für die Verknüpfung von Versickerung und Stadtvegetation. Sie bestehen aus unterirdischen, mit Substrat gefüllten Hohlkörpern unter Baumstandorten, die Regenwasser von angrenzenden Straßen und Gehwegen aufnehmen, zwischenspeichern und langsam an das Baumwurzelwerk abgeben. Der Stadtbaum profitiert von der Wasserversorgung, die Versickerung findet im Wurzelraum statt, und die Kanalisation wird entlastet. Projekte wie die Berliner Straßenbäume mit Baumrigolen oder vergleichbare Ansätze in Kopenhagen und Stockholm zeigen, dass diese Kombination funktioniert und gestalterisch attraktiv ist.
Für die Freiraumplanung bedeutet die Integration von Versickerungsanlagen eine Erweiterung des Entwurfsrepertoires. Mulden und Rigolen müssen von Beginn an in den Entwurf einbezogen werden, nicht als nachträgliche technische Ergänzung. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Landschaftsarchitekten, Tiefbauplanern, Hydrologen und Bauherren bereits in der Vorplanung. Wer Versickerungen erst in der Ausführungsplanung bedenkt, verliert gestalterische Spielräume und riskiert Konflikte mit anderen Leitungen und Bauteilen im Untergrund.
Häufige Fehler bei Planung, Ausführung und Betrieb
Der häufigste Planungsfehler ist die fehlende oder unzureichende Standortuntersuchung. Versickerungsanlagen werden auf Basis von Bodenkarten oder Erfahrungswerten dimensioniert, ohne einen Feldversuch zur Bestimmung des kf-Werts durchzuführen. Das Ergebnis sind entweder überdimensionierte Anlagen, die unnötig viel Fläche verbrauchen, oder unterdimensionierte Anlagen, die bei Regenereignissen überlaufen und die angeschlossenen Flächen überfluten. Beide Fehler sind vermeidbar, wenn die Bodenuntersuchung als fester Bestandteil der Vorplanung behandelt wird.
Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die mangelnde Vorbehandlung des Zulaufwassers. Versickerungsanlagen, die direkt mit Straßenabwasser oder Parkplatzentwässerung beschickt werden, ohne dass Sedimentabscheider, Filterschächte oder begrünte Vorbehandlungsmulden vorgeschaltet sind, verschlammen innerhalb weniger Jahre. Die Sohle der Mulde oder die Poren der Rigole setzen sich mit Feinpartikeln zu, die Infiltrationsrate sinkt auf ein Bruchteil des ursprünglichen Werts, und die Anlage verliert ihre Funktion. Regelmäßige Inspektion und Reinigung sind deshalb keine optionalen Betriebsmaßnahmen, sondern Voraussetzung für die Langzeitfunktion.
Fehler bei der Ausführung betreffen häufig die Verdichtung des Bodens im Bereich der Versickerungssohle. Wenn schwere Baumaschinen die Sohle einer Mulde oder den Bereich um eine Rigole verdichten, sinkt der kf-Wert erheblich. Das DWA-A 138 empfiehlt deshalb, die Versickerungsflächen erst nach Abschluss der Rohbauarbeiten herzustellen und den Bereich während der Bauphase durch Bauzäune zu schützen. Auch das Einbringen von Oberboden mit zu hohem Tonanteil auf die Muldesohle ist ein typischer Ausführungsfehler, der die Versickerungsleistung dauerhaft beeinträchtigt.
Im Betrieb werden Versickerungsanlagen häufig vernachlässigt, weil sie im Normalbetrieb unsichtbar funktionieren und erst bei Versagen auffallen. Eine sinnvolle Wartungsroutine umfasst die jährliche Sichtkontrolle auf Verschlammung, Bewuchsentwicklung und Schäden an Zulaufbauwerken, die Reinigung von Sedimentfängen nach größeren Regenereignissen sowie die Überprüfung der Abflussfreiheit von Notüberläufen. Anlagen in öffentlichem Eigentum sollten in kommunale Wartungsverträge einbezogen werden, weil die Verantwortung sonst im Betrieb unklar bleibt.
Versickerungen Regenwasser als Baustein einer resilienten Stadtentwicklung
Versickerungen von Regenwasser sind kein technisches Nischenthema, sondern eine Grundlage resilienter Stadtentwicklung. Der Klimawandel verstärkt sowohl Starkregenereignisse als auch Trockenphasen, und beide Extreme treffen Städte mit hohem Versiegelungsgrad besonders hart. Überflutungen von Kellern, Unterführungen und Tiefgaragen bei Starkrgen einerseits und Grundwasserabsenkungen mit Trockenstress für Stadtbäume andererseits sind zwei Seiten desselben Problems: zu viel Wasser wird zu schnell abgeleitet, anstatt am Ort gehalten und dem Kreislauf zugeführt zu werden.
Kommunen, die Versickerungsanlagen konsequent in Bebauungsplänen, Entwässerungssatzungen und Freiraumplanungen verankern, bauen langfristig eine Infrastruktur auf, die sowohl Überflutungsschutz als auch Grundwasserneubildung leistet. Festsetzungen in Bebauungsplänen nach Paragraf 9 Baugesetzbuch ermöglichen es, Versickerung als Pflicht für neue Baugebiete vorzuschreiben. Kommunale Abwassersatzungen können Anreize oder Verpflichtungen zur Abkopplung von der Kanalisation schaffen. Diese planerischen Instrumente sind vorhanden; ihre konsequente Anwendung ist eine Frage des politischen Willens und der fachlichen Kompetenz der Planungsverwaltung.
Für Landschaftsarchitekten und Freiraumplaner bedeutet das Thema Versickerungen Regenwasser eine Erweiterung der fachlichen Verantwortung. Die Planung von Außenanlagen endet nicht bei der Oberfläche, sondern reicht in den Untergrund, in den Wasserhaushalt und in die Klimaresilienz des Stadtquartiers. Wer Versickerungsanlagen als gestalterische und ökologische Chance begreift, nicht als lästige technische Auflage, schafft Freiräume, die gleichzeitig schön, funktional und zukunftsfähig sind. Das ist keine Utopie, sondern eine Planungsaufgabe, die mit dem vorhandenen Wissen, den vorhandenen Regelwerken und den vorhandenen Pflanzen und Materialien heute umsetzbar ist.















