In Kassel realisierte die Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum einen neuen Urbanen Waldgarten am Helleböhnweg. Foto: Andreas Weber
In Kassel realisierte die Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum einen neuen Urbanen Waldgarten am Helleböhnweg. Foto: Andreas Weber

Im Mai 2024 eröffnete in Kassel der neue Urbane Waldgarten am Helleböhnweg. Diesen konzipierte die Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum – zusammen mit interessierten Bürger*innen, die sich schon früh in Planungswerkstätten und Mitmach-Baustellen einbringen konnten. Was genau ein urbaner Waldgarten überhaupt ist, wie sie die Fläche in Kassel strukturierten und wer nun in Kassel gärtnert, berichten Robert Bischer und Ulli Werner von der Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum in ihrer Projektvorstellung.

Öffentliche Planungswerkstätten und Mitmach-Baustellen

Mit dem Urbanen Waldgarten am Helleböhnweg ist in Kassel eine öffentliche, multifunktionale und gemeinschaftlich nutzbare Stadtoase entstanden. Nach dem Prinzip eines Waldgartens finden sich dort überwiegend essbare Pflanzen, die in allen Vegetationsschichten erlebbar und nutzbar sind. Bei öffentlichen Planungswerkstätten und Mitmach-Baustellen konnten sich Interessierte frühzeitig in die Gestaltung des Urbanen Waldgartens einbringen. Und auch zukünftig soll diese neue Stadtoase durch engagierte Bürger*innen gepflegt, gestaltet und weiterentwickelt werden.

Was ist ein Urbaner Waldgarten?

Wie im Wald wachsen auch im Waldgarten mehrere Schichten übereinander: Obst- und Nussbäume über Beerensträuchern, Beerensträucher über Gemüse und Kräutern. Dazwischen ranken Kletterpflanzen. Die mehrjährigen Pflanzen sollen über einen langen Zeitraum Ertrag bringen – und das ohne intensive gärtnerische Eingriffe. In einem Waldgarten finden sich typische Waldpflanzen wie Bärlauch oder Himbeeren, aber auch diverse Wildobstarten sowie Pflanzen, deren Nutzen als Nahrungsmittel weniger bekannt ist. So zum Beispiel die Taglilie, die Paupau oder der japanische Rosinenbaum.

Ein Waldgarten in der Stadt kann wichtige ökologische und soziale Funktionen erfüllen. Er kann dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhöhen und das Stadtklima zu verbessern. Durch gemeinschaftliches Gärtnern kann sich ein sozialer Treffpunkt entwickeln, der gleichzeitig ein Ort für Umweltbildung ist. Bei all dem ist er außerdem ein Ort, an dem innerstädtisch Lebensmittel produziert werden.

Der Urbane Waldgarten am Helleböhnweg setzt sich aus verschiedenen Bereichen und Zonen zusammen: dichte Gehölzbereiche, offene Lichtungsgärten, multifunktional nutzbare Flächen. Plan: Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum
Der Urbane Waldgarten am Helleböhnweg setzt sich aus verschiedenen Bereichen und Zonen zusammen: dichte Gehölzbereiche, offene Lichtungsgärten, multifunktional nutzbare Flächen. Plan: Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum

Struktur und Vielfalt

Der Urbane Waldgarten am Helleböhnweg liegt zentral zwischen den Kasseler Stadtteilen Süsterfeld-Helleböhn, Wehlheiden und Bad Wilhelmshöhe. Wo früher eine Wiesenfläche war, finden sich heute dicht bewachsene Gehölzbereiche, offene Lichtungsgärten und multifunktional nutzbare Flächen. Diese Abwechslung schafft vielfältige Saumbereiche und eine Abfolge unterschiedlicher Räume. Ein zentraler Weg verbindet die wichtigsten Funktionsbereiche schnell miteinander. Vom Weidenpavillon zur Yoga-Wiese oder vom Gemeinschaftsbeet zum Werkzeugcontainer. Über Trittsteine und Erntewege kann man in den dicht bewachsenen Bereichen auf Entdeckungsreise gehen und die vielfältige Struktur erleben. Wo gibt es noch Erdbeeren? Was hat sich dort zwischen den Stauden bewegt? Und was ist das eigentlich für ein Baum?

Ein Rundgang durch den Urbanen Waldgarten

Der Rundgang beginnt auf der Gemeinschaftslichtung. Am westlichen Zugang gelegen, öffnet sich diese nach außen und lädt mit ihrem sonnigen Gartenrondell und dem schattigen Weidenpavillon zur Kontaktaufnahme mit den Waldgärtner*innen ein. Mit Werkzeugcontainer, Trinkwasseranschluss und Komposttoilette fungiert die Lichtung als soziales Zentrum.

Dem Hauptweg folgend, passiert man Obstbäume und intensiv genutzte Gemeinschaftsbeete. Dahinter verschmilzt der im Altbestand vorhandene Gehölzstreifen mit Neupflanzungen zu einer lebendigen Sukzessionszone. Unterwegs laden Sitzgelegenheiten aus heimischer Eiche dazu ein, sich niederzulassen und die ersten Eindrücke wirken zu lassen.

Tief im hinteren Teil des Gartens liegt die von Beerensträuchern und Benjeshecken gerahmte Wissens-Wiese. Sie ist ein Ort der Umweltbildung, der unter anderem von Schulen und Kindertagesstätten genutzt wird. Neben dem kleinen Amphitheater aus Weserbuntsandstein liegen die Beete der Kindergärten, in denen verschiedene Kindergartengruppen ihre eigenen Nutzpflanzen anbauen und auch die Kleinsten gärtnern können.

Am Ende des Hauptweges, kurz vor der südöstlichen Anbindung an den Helleböhnweg, erreichen man den tiefsten Punkt des Gartens. Hier befindet sich das abgesenkte Retentionsbeet, das bei Starkregen abfließendes Oberflächenwasser aufnimmt. Dort lädt der Trittsteinweg zum Rückweg zur Gemeinschaftslichtung ein. Die verschiedenen Natursteinplatten des Weges stammen aus dem Lager des städtischen Umwelt- und Gartenamtes. Sie wurden von den Stadtgärtner*innen im Rahmen diverser Bau- und Abbruchmaßnahmen in ganz Kassel gesammelt und finden nun am Helleböhnweg eine neue Funktion.

Von der Yoga-Wiese bis zur Gemeinschaftslichtung

Vorbei an Beerensträuchern erreicht man die Yoga-Wiese. Im Schatten der mit Kiwi und Wein berankten Robinienholzgerüste laden Sitzblöcke aus Jurakalk zum Verweilen ein. Besonders hier, zwischen Waldgartenzonen und Lichtungsgärten, fällt die subtile Geländemodellierung auf. Ein Wechsel aus dezenten Höhen und Senken gliedert die einzelnen Bereiche auch topografisch. Der gesamte Bodenaushub wurde auf diese Weise in den behutsam modellierten Hügeln belassen.

Der Trittsteinweg führt anschließend zur Insektenwiese, einer Magerwiese, bei der die ökologischen Funktionen im Vordergrund stehen. Ein Sandarium bietet bodenlebenden Insekten Unterschlupf. Andere finden Schutz und Nahrung im eingebrachten Totholz, das aus verschiedenen Weich- und Harthölzern besteht, die bei städtischen Pflegearbeiten angefallen sind. Ein Lesesteinhaufen auf der Wiese dient weiteren Kleintieren als Unterschlupf.

Auf dem Weg durch die letzte Waldgartenzone durchquert der Pfad die kleine Beerenlichtung mit Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren in verschiedenen Sorten. Schließlich führt der Trittsteinweg zurück zur Gemeinschaftslichtung. Er endet am Weidenpavillon, der nun dazu einlädt, sich niederzulassen und sich über die Eindrücke des Urbanen Waldgartens auszutauschen.

Ein urbanes Experiment

Das Projekt ist Teil des Forschungsvorhabens „Urbane Waldgärten: Mehrjährig, mehrschichtig und multifunktional“ an der Universität Potsdam und wird durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Die Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum (Kassel) wurde durch das Umwelt und Gartenamt der Stadt Kassel mit der Planung des Urbanen Waldgarten am Helleböhnweg beauftragt. Der Beteiligungsprozess wurde in Kooperation mit dem Büro plan zwei (Hannover) durchgeführt.

Bei fünf öffentlichen Planungswerkstätten war es interessierten Personen möglich, sich in die Planung des Urbanen Waldgartens einzubringen. In drei Entwurfsvarianten wurden unterschiedliche Gestaltungsansätze diskutiert, durch Anregungen aus der Bevölkerung bereichert und letztlich zur Abstimmung gebracht.

Bereits in der Planungsphase konnte auf der zukünftigen Waldgartenfläche gemeinsam gegärtnert werden und die verschiedenen Gruppen und Personen vernetzten sich untereinander. Während der Bauphase fanden mehrere Mitmach-Baustellen statt. Unter Anleitung des Planungsbüros und der ausführenden Firma wurden der Weidenpavillon errichtet und rund 2 500 Stauden gepflanzt. Unter den zukünftigen Waldgärtner*innen waren auch mehrere Kindergartengruppen und Schulklassen aus den umliegenden Stadtteilen.

Beispiel für demokratische Freiraumplanung

Seit der Eröffnung des Urbanen Waldgartens im Mai 2024 trifft sich eine offene Gruppe zum wöchentlichen Feierabendgärtnern und Kindergärten aus der Umgebung kümmern sich um ihre Beete. Das Team des städtischen Umwelt- und Gartenamtes steht dabei mit Rat und Tat zur Seite. Dazu gibt es umfassende Umweltbildungsprogramme, vom Sensenkurs bis zur Vogelexkursion.

Die Entwicklung des Urbanen Waldgartens am Helleböhnweg bleibt auch in Zukunft spannend – sowohl auf ökologischer als auch auf sozialer Ebene. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird sich zeigen, welche Rolle dieses lebendige Experiment in der Stadtnatur und Stadtkultur spielen wird. Durch seinen partizipativen und bürgernahen Planungs- und Umsetzungsprozess ist der Waldgarten am Helleböhnweg ein Beispiel für eine neue, demokratische Freiraumplanung.

Projektdaten

Ort: Kassel
Landschaftsarchitekt*innen: Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum
Bauherrin: Stadt Kassel
Fertigstellung: 2024
Fläche: circa 6 100 Quadratmeter
Baukosten: circa 350 000 Euro

Weiterlesen: In der G+L 09/24 stellen wir 54 Stadtoasen aus fünf Ländern vor. Das Heft ist im Shop erhältlich. Weiter grüne Oasen sind hier zu entdecken.

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Neuer Geschäftsführer für IBA Hamburg

Foto: hh oldman via Wikimedia Commons
Foto: hh oldman via Wikimedia Commons

Die IBA Hamburg bekommt einen neuen Geschäftsführer. Zum 1. Mai 2023 übernimmt der SPD-Politiker Kay Gätgens den Führungsposten. Das hat der Aufsichtsrat der städtischen Stadtentwicklungsgesellschaft am 4. April beschlossen und bekanntgegeben.

Wahl der neuen Geschäftsführung

Um den Führungsposten der IBA Hamburg neu zu besetzen, hatte die Stadtentwicklungsbehörde eine öffentliche Findungskommission ausgerufen. Auf die ausgeschriebene Stelle haben sich, laut der Stadtentwicklungsbehörde, insgesamt 57 potenzielle Kandidat*innen beworben. Das Rennen machte schließlich der SPD-Politiker Kay Gätgens, der bis Januar 2023 noch Bezirksamtsleiter von Eimsbüttel war. Mit seiner Position als neuer Geschäftsführer der IBA Hamburg löst er nun seine Vorgängerin Karen Pein ab. Kritik an der Wahl zum neuen IBA-Geschäftsführer gab es unter anderem von der CDU. Die Stellenausschreibung sei, so die Meinung der CDU, von vornherein auf ein bestimmtes Profil zugeschnitten worden. Doch die Stadtentwicklungsbehörde weist die Vorwürfe der CDU entschieden zurück.

Zur Person Kay Gätgens

Durch seine langjährige Erfahrung in der Stadtentwicklung konnte sich Kay Gätgens als idealer Kandidat im Bewerbungsverfahren um den Führungsposten der IBA Hamburg beweisen. Gätgens studierte Architektur und Stadtplanung in Hamburg und New York. Neben seiner Tätigkeit als Fachamtsleiter für Stadt- und Landschaftsplanung arbeitete er außerdem bereits als Leiter des Dezernats für Wirtschaft, Bauen und Umwelt. Sechs Jahre lang, von 2017 bis 2023, war Gätgens zuletzt als Bezirksamtsleiter des Bezirks Eimsbüttel tätig. Da die Grünen einen Kooperationsvertrag mit der SPD allerdings im letzten Augenblick ablehnten, und es somit keine Mehrheit für seine Wiederwahl als Bezirksamtsleiter gab, wurde Kay Gätgens am 5. Januar 2023 aus seinem Amt als Bezirksleiter verabschiedet. Sonja Böseler hat die Nachfolge von Kay Gätgens angetreten und übernimmt nun die Leitung des Bezirksamt Eimsbüttel. Kay Gätgens wird seinen neuen Job als Geschäftsführer der IBA Hamburg zum 1. Mai antreten.

Die IBA Hamburg

Die IBA Hamburg GmbH wurde ursprünglich als Projektgesellschaft gegründet und war in den Jahren von 2006 bis 2013 mit der Konzeption und Durchführung der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg beschäftigt. Nach Abschluss der Ausstellung blieb die Gesellschaft weiterhin bestehen. Seit 2014 ist die IBA Hamburg als städtische Entwicklungsgesellschaft der Stadt Hamburg tätig und für die Planung, Entwicklung, Vermarktung und Realisierung neuer Quartiere in Hamburg verantwortlich. Zurzeit beträgt das Auftragsspektrum der IBA Hamburg 10 Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 440 Hektar. Ein aktuelles Projekt der IBA Hamburg ist der neue Stadtteil Oberbillwerder. Auf 118 Hektar sollen hier bis zu 7 000 Wohneinheiten entstehen. In Oberbillwerder zeigt ein Realisierung- und Ideenwettbewerb mittels Mobility-Hubs außerdem, wie Mobilität in Zukunft aussehen kann. Mehr über das Projekt der Mobility-Hubs in Hamburg lesen Sie hier.

Außerdem interessant: Dieses Jahr findet die Abschlusspräsentation der IBA Thüringen statt. 

Gärten des Jahres 2024 – Gewinner*innen

„Stege an den Feuchtwiesen“ Foto: Ferdinand Graf Luckner
„Stege an den Feuchtwiesen“ Foto: Ferdinand Graf Luckner
Auch dieses Jahr zeichnete der Callwey-Verlag im Wettbewerb „Gärten des Jahres“ wieder Privatgärten aus. Die Preisträger*innen stehen nun fest. Welche Projekte die Jury auswählte und welche Produkte als „Lösungen des Jahres“ gewürdigt werden, erfahren Sie hier. 

Sechs aus 50 Projekten ausgezeichnet

Zum neunten Mal lobte der Callwey Verlag im vergangenen Jahr den Wettbewerb „Gärten des Jahres“ aus. Nun stehen die Gewinner*innen fest: Die Preisverleihung fand am Abend des 20. Februars statt.

In dem jährlich stattfindenden Wettbewerb werden die schönsten von Landschaftsarchitekt*innen, Garten- und Landschaftsbauer*innen gestalteten Privatgärten im deutschsprachigen Raum gesucht. Dafür konnten Planer*innen bis Juli vergangenen Jahres über ein Onlinetool private Gartenprojekte einreichen, die nicht älter als drei Jahre waren.

Die Jury des Wettbewerbs wählte 50 Gartenprojekte aus, aus denen sie anschließend einen Preisträger benannte und fünf der Projekte je eine Anerkennung verlieh. Wichtig waren der Jury dabei ganzheitliche Konzepte, die einen Garten individuell zum erweiterten Wohn- und Genussraum machen, sowie eine starke Idee.

„Eine ästhetisch anspruchsvolle Gartenanlage“

Den ersten Preis erhielt das Büro Naturwohnraum für das Projekt „Stege an den Feuchtwiesen“ im nordrhein-westfälischen Velen im Münsterland. Den naturnahen Garten gestaltete Landschaftsarchitektin Christina Schnelting für sich und ihre Familie. Das Grundstück mit Wohnhaus – ein Bau von 1911 – und Nebengebäuden liegt nahe dem Fluss Bocholter Aa und grenzt an Feuchtwiesen. Die Aspekte Wasser und Feuchtwiesen seien in das Konzept integriert worden, so die Landschaftsarchitektin in der Publikation zum Wettbewerb Gärten des Jahres. Lineare Elemente wie ein 45 Meter langer Steg, Wege und Beete liegen zwischen üppigen Stauden und Gräsern. Auch alte Baumbestände wurden in die Gestaltung des Gartens integriert, darunter eine circa 120 Jahre alte Blutbuche. Nahe der Scheune auf dem Grundstück findet sich ein altes, zum Sandkasten umfunktioniertes Holzboot; Rasenstufen aus Cortenstahl überbrücken hier Höhenunterschiede. Laut Landschaftsarchitektin und Jurymitglied Irene Burkhardt habe das verwilderte Grundstück ein großes naturräumliches und geschichtliches Potenzial geboten. In ihrer Laudatio auf das ausgezeichnete Gartenprojekt schreibt sie weiter: „Dieses [Potenzial] wurde mit Einfühlungsvermögen, zurückhaltend und gestalterisch sicher, in eine atmosphärisch dichte, naturnahe und ästhetisch anspruchsvolle Gartenanlage umgesetzt.“

Projekt mit Upcycling unter den ausgezeichneten Projekten

Neben dem ersten Preis vergab die Jury im Rahmen von Gärten des Jahres 2024 Anerkennungen an fünf Projekt. Davon ging eine an HORTVS – Peter Janke Gartenkonzepte für das Projekt „Elegante Ökologie in der Stadt“, einen Hausgarten in der Innenstadt Kölns. Jurymitglied Jens Spanjer beschreibt diesen in seiner Laudation als „ein herausragendes Beispiel für einen zeitgemäßen und an das sich wandelnde Stadtklima angepassten Garten.“

Ebenfalls mit einer Anerkennung geehrt wird „Upcycling Landhausgarten“, ein Projekt von Paus Gartendesign in Schermbeck, Nordrhein-Westfalen. Der Garten eines sanierten Bauernhofs inklusive Backhaus gestaltete und realisierte Gartendesigner Daniel Paus hauptsächlich mit wiederverwendeten Materialien.

Auch unter den Auszeichnungen: Der Freiraum eines Winzerhofs

Die Hariyo Freiraumgestaltung GmbH erhält im Wettbewerb Gärten des Jahres 2024 eine Anerkennung für ihr Projekt „Gartenlandschaft in Bewegung“ in Jenins im Schweizer Kanton Graubünden. Hier wurden zwei Bereiche des Freiraums eines Winzerhofs gestaltet – ein Aufenthaltsbereich für Gäste und Mitarbeitende sowie ein privater Teil der Winzerfamilie. Die Gestaltung nimmt Bezug auf die umliegende (Berg-)Landschaft.

Noch ein weiteres ausgezeichnetes Projekt findet sich in Nordrhein-Westfalen: Der Garten „In dubio pro natura“ von Peter Berg Gartendesign in Bonn erhielt einer Anerkennung. In der Neugestaltung des Gartens eines Hauses, das saniert wurde, kombinierte der Gartendesigner alte und neue Gehölze und setzte Naturstein ein.

Auch ein Fotografiepreis vergeben

Das in Jegenstorf im Kanton Bern zu findende Projekt „Abenteuerland Garten“ der Gartenkultur AG erhielt von der Jury ebenfalls eine Anerkennung. In dem schweizerischen Dorf gestalteten die Planer*innen den Garten, in dem auch eine Sauna und ein Hühnerhaus stehen, mit Kiefern und Eichen, einem naturnah geformten Gewässer aus Pool und Teich sowie Felsen.

Der ebenfalls im Rahmen des Wettbewerbs Gärten des Jahres 2024 vergebene Fotografiepreis geht an Sibylle Pietrek. Mit diesem wird ihr Schaffen als Fotografin gewürdigt.

Wer bei den „Lösungen“ gewann

Neben Gartenprojekten wurden auch Produktinnovationen gewürdigt: Dieses Jahr zum sechsten Mal wurden die „Lösungen des Jahres“ ausgezeichnet. Fachredakteur*innen aus dem Bereich Landschaftsarchitektur und Gartengestaltung wählten die sechs Produktinnovationen aus. In einem Onlinevoting wurde über den ersten Preis entschieden. Er geht in diesem Jahr an die Simon Rüegg Landschaftsarchitektur AG für die Brunnenschale M aus der Kategorie Gartenmobiliar. Dasselbe Unternehmen erhielt zudem eine weitere Auszeichnung in der Kategorie Accessoires, für das Pflanzgefäß LUZERN 110/130. In der Kategorie Tinyhouse wurde das Tiny AlpHouse Deluxe der Alpholz by GartenHaus GmbH ausgezeichnet sowie in der Kategorie Pool der Betonpool SALAM des Herstellers tantan Outdoor-Betonmöbel. Zwei Auszeichnungen der Lösungen des Jahres gingen an die FinnTherm by GartenHaus GmbH, beide in der Kategorie Sauna & Wellness: für die Fasssauna ScandiCube Space sowie für die Outdoor und Indoor Sauna Serie Ellipso.

Lösung des Jahres von Simon Rüegg Landschaftsarchitektur AG für die Brunnenschale M, Foto: Simon Rüegg Landschaftsarchitektur AG
Lösung des Jahres von Simon Rüegg Landschaftsarchitektur AG für die Brunnenschale M, Foto: Simon Rüegg Landschaftsarchitektur AG

50 Privatgärten im Porträt

Im Callwey Verlag erscheint die Dokumentation zum Wettbewerb Gärten des Jahres 2024. Die Autor*innen der 296 Seiten umfassenden Publikation sind Nico Wissing und Konstanze Neubauer. Das Buch stellt in Porträts, mit Farbabbildungen und Gartenplänen, 50 Privatgärten vor, darunter auch die Preisträger*innen des Wettbewerbs. Die ausgezeichneten Lösungen des Jahres sind in dem Buch ebenfalls zu finden.

Nico Wissing / Konstanze Neubauer
Gärten des Jahres
Die 50 schönsten Privatgärten 2024
296 Seiten, über 400 farbige Abbildungen und Pläne
23 x 30 cm, gebunden
€ [D] 59,95; € [A] 61,70; sFr. 80,00

ISBN 978-3-7667-2679-7

Hier geht es zum Buch.

Die Dokumentation zum Wettbewerb Gärten des Jahres erscheint im Callwey Verlag. Coverfoto: Ulrike Romeis
Die Dokumentation zum Wettbewerb Gärten des Jahres erscheint im Callwey Verlag. Coverfoto: Ulrike Romeis

Die Ausstellung zu den Gärten des Jahres 2024 wird vom 13. bis 17. März 2024 auf der Messe Giardina sowie vom 5. bis 7. April auf der Messe Blühendes Österreich zu sehen sein.

Auch im vergangenen Jahr zeichnete der Callwey-Verlag die Gärten des Jahres aus. Wer 2023 gewann, können Sie hier nachlesen.