Wassergebundene Wegedecke Garten: Material, Detail und Praxis

Ein Detail von Belag und Freiraummaterial zum Thema Wassergebundene Wegedecke Garten
Unbefestigter Weg mit Holzzaun – ein typisches Bild ländlicher Wegeplanung. Foto: karinkim / Unsplash

Eine wassergebundene Wegedecke im Garten ist kein Kompromiss zwischen Befestigung und Natur, sondern eine eigenständige Bauweise mit klaren technischen Regeln, einer langen Planungsgeschichte und einem unverwechselbaren gestalterischen Charakter. Wer versteht, wie diese Deckschicht aus mineralischen Körnungen funktioniert, warum sie bei falscher Ausführung scheitert und welche Detaillösungen sie dauerhaft stabil halten, kann sie als vollwertiges Element der Freiraumgestaltung einsetzen, von der privaten Gartenanlage bis zum öffentlichen Park.

  • Was wassergebundene Wegedecken technisch sind und wie sie sich von anderen Befestigungsarten unterscheiden
  • Welche Materialien und Korngemische geeignet sind und worauf bei der Auswahl zu achten ist
  • Wie der korrekte Schichtaufbau mit Unterbau, Tragschicht und Deckschicht funktioniert
  • Welche Normen, Regelwerke und Planungsgrundlagen für die Ausführung maßgeblich sind
  • Warum Entwässerung, Querneigung und Randeinfassung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden
  • Welche typischen Schäden entstehen, wie man sie erkennt und wie man ihnen vorbeugt
  • Wie Pflege und Unterhalt organisiert werden müssen, damit die Oberfläche dauerhaft funktioniert
  • In welchen Planungskontexten die wassergebundene Wegedecke ihre Stärken ausspielt und wo ihre Grenzen liegen

Was eine wassergebundene Wegedecke ist: Definition und Abgrenzung

Die wassergebundene Wegedecke, in der Fachsprache auch als wassergebundene Decke oder WBD bezeichnet, ist eine ungebundene Deckschicht aus einem abgestuften mineralischen Korngemisch, das ohne Bindemittel wie Zement, Bitumen oder Kunstharz auskommt. Der Zusammenhalt der Oberfläche entsteht ausschließlich durch die mechanische Verzahnung der Körner untereinander sowie durch den kapillaren Wassergehalt des Feinkornanteils, der als natürliches Bindeglied wirkt. Dieser Feinanteil, häufig als Binder oder Mehlkorn bezeichnet, verleiht der Decke nach dem Einbau und der Verdichtung eine gewisse Standfestigkeit, die jedoch reversibel ist: Bei Austrocknung verliert die Oberfläche ihren Zusammenhalt, bei Übernässung wird sie weich und spuranfällig.

Gegenüber gebundenen Befestigungen wie Asphalt, Pflaster oder Betonplatten ist die wassergebundene Wegedecke im Garten wasserdurchlässig, was sie aus ökologischer und wasserrechtlicher Sicht attraktiv macht. Gegenüber einer losen Kiesschüttung unterscheidet sie sich durch den definierten Schichtaufbau, die Verdichtung und den Feinanteil, der eine begehbare, befahrbare und gestalterisch einheitliche Oberfläche ergibt. Diese Abgrenzung ist für die Planung wesentlich: Eine wassergebundene Wegedecke ist kein aufgeschütteter Kies, sondern ein technisch hergestelltes Flächenbefestigungssystem mit eigenem Regelwerk.

In der Planungspraxis findet sich die wassergebundene Wegedecke im Garten vor allem auf Hauptwegen, Platzbereichen, Zufahrten und Terrassen in privaten Gartenanlagen, aber auch in historischen Parkanlagen, Friedhöfen, Sportanlagen und öffentlichen Grünanlagen. Ihre Verbreitung verdankt sie nicht zuletzt der gestalterischen Qualität: Die Oberfläche wirkt natürlich, lässt sich in Farbe und Körnung an den jeweiligen Ort anpassen und fügt sich in naturnahe wie in formal gestaltete Freiräume ein.

Materialien und Korngemische: Auswahl, Qualität und Herkunft

Das Herzstück der wassergebundenen Wegedecke ist das Korngemisch der Deckschicht. Geeignete Materialien sind gebrochene Natursteine wie Granit, Kalkstein, Dolomit, Basalt, Porphyr oder Sandstein, aber auch Recyclingmaterialien wie Ziegelmehlgemische, die in bestimmten historischen Kontexten eingesetzt werden. Entscheidend ist die Korngrößenverteilung: Ein geeignetes Gemisch enthält Körner verschiedener Größen, die sich beim Verdichten ineinandergreifen, sowie einen Feinanteil unter 0,063 Millimeter, der als Binder fungiert. Fehlt dieser Feinanteil, fehlt der Zusammenhalt; ist er zu hoch, neigt die Decke zur Verschlämmung und Rissbildung bei Austrocknung.

In der Praxis haben sich Korngemische mit einem Größtkorn von acht bis elf Millimetern für Deckschichten bewährt. Handelsübliche Produkte werden häufig als „Wegedeckmaterial“ oder „Wegebaugemisch“ angeboten und sind auf die spezifischen Anforderungen der wassergebundenen Bauweise abgestimmt. Wichtig ist, dass das Material aus einem einzigen Steinbruch oder einer definierten Quelle stammt, da gemischte Herkünfte zu ungleichmäßiger Farbe und unterschiedlichem Verhalten bei Nässe führen können. Die Farbe des Materials prägt das gestalterische Bild der Fläche maßgeblich: Hellgraue Kalksteingemische wirken kühl und formal, rötliche Porphyrgemische warm und naturnah, gelbliche Sandsteingemische harmonieren mit historischen Gartenanlagen.

Für die Tragschicht unterhalb der Deckschicht kommen gröbere, ungebundene Mineralgemische zum Einsatz, typischerweise Schottertragschichtmaterial mit Korngrößen bis 32 oder 45 Millimeter, das nach den Vorgaben der einschlägigen Regelwerke für den Wegebau eingebaut und verdichtet wird. Die Tragschicht übernimmt die lastverteilende Funktion und schützt die Deckschicht vor Verformungen durch Frost-Tau-Wechsel oder Verkehrsbelastung. Ohne eine fachgerecht hergestellte Tragschicht ist jede noch so sorgfältig eingebaute Deckschicht langfristig zum Scheitern verurteilt.

Frostschutz und Unterbau

In Regionen mit regelmäßigem Bodenfrost ist ein ausreichend tiefer, frostfreier Unterbau unerlässlich. Die Frosteinwirkungstiefe variiert je nach Klimazone und Bodenart; in Deutschland wird für Wegebaumaßnahmen häufig ein frostsicherer Unterbau bis in eine Tiefe von 60 bis 80 Zentimetern unter der fertigen Oberkante angestrebt, wobei die örtlichen Verhältnisse und die Nutzungsintensität die genaue Dimensionierung bestimmen. Frostempfindliche Böden, also schluffige oder tonige Substrate, die bei Frost Wasser aufnehmen und beim Auftauen aufweichen, müssen entweder ausgetauscht oder durch eine ausreichend mächtige Frostschutzschicht aus nicht frostempfindlichem Material überbrückt werden. Wer diesen Schritt spart, riskiert Frosthebungen, die die Deckschicht aufbrechen und dauerhaft deformieren.

Schichtaufbau und Ausführungsdetails: Wie eine wassergebundene Wegedecke korrekt gebaut wird

Der regelgerechte Aufbau einer wassergebundenen Wegedecke im Garten folgt einem klaren Schichtprinzip von unten nach oben: Planum (der vorbereitete Untergrund), gegebenenfalls Frostschutzschicht, Tragschicht und Deckschicht. Jede Schicht muss vor dem Aufbringen der nächsten ausreichend verdichtet werden. Die Verdichtung erfolgt mit einer Rüttelplatte oder einer Walze, abhängig von der Fläche und der Schichtdicke. Unvollständige Verdichtung ist einer der häufigsten Ausführungsfehler und führt zu späteren Setzungen und Spurrinnen.

Die Deckschicht selbst wird in einer Einbaustärke von etwa vier bis sechs Zentimetern aufgebracht und anschließend verdichtet. Nach der Verdichtung beträgt die fertige Schichtdicke in der Regel drei bis vier Zentimeter. Das Material wird leicht feucht eingebaut, weil der Feinanteil nur im feuchten Zustand plastisch genug ist, um sich beim Verdichten zu schließen. Zu nasses Material lässt sich nicht verdichten, zu trockenes bricht auf. Dieser Feuchtegehalt beim Einbau ist ein handwerklicher Erfahrungswert, der sich nicht exakt normieren lässt, aber über die Qualität der fertigen Oberfläche entscheidet.

Die Querneigung der Fläche ist ein oft unterschätztes Detail. Wassergebundene Wegedecken müssen Niederschlagswasser schnell ableiten, weil stehendes Wasser den Feinanteil auswäscht und die Oberfläche destabilisiert. Übliche Querneigungen liegen zwischen zwei und vier Prozent. Bei Wegen wird das Wasser seitlich auf begrünte Flächen oder in Mulden abgeleitet; bei Platzbereichen ist eine Entwässerungsrinne oder ein Ablauf vorzusehen. Wege ohne ausreichende Neigung oder ohne seitliche Entwässerungsmöglichkeit werden nach wenigen Regenereignissen zu Pfützenlandschaften, die den Feinanteil systematisch auswaschen.

Randeinfassungen und Begrenzungen

Randeinfassungen erfüllen bei der wassergebundenen Wegedecke eine doppelte Funktion: Sie halten das Material seitlich zusammen und verhindern, dass die Deckschicht an den Rändern auseinanderbricht oder vom angrenzenden Substrat unterwandert wird. Geeignete Einfassungsmaterialien sind Tiefbordsteine aus Beton oder Naturstein, Stahlbandkanten, Holzbohlen aus dauerhaftem Hartholz oder Cortenstahl. Die Einfassung muss tief genug gesetzt sein, um nicht durch Frostdruck oder Wurzeldruck verschoben zu werden, und muss bündig mit der fertigen Oberkante der Deckschicht abschließen oder minimal darüber stehen, damit kein Material ausgeschwemmt wird. Eine fehlende oder unzureichende Randeinfassung ist nach mangelhafter Verdichtung der zweithäufigste Ausführungsfehler bei wassergebundenen Wegedecken im Garten.

Normen, Regelwerke und Planungsgrundlagen

Für die Planung und Ausführung wassergebundener Wegedecken gibt es in Deutschland kein einzelnes, alles umfassendes Regelwerk, sondern ein Geflecht aus verschiedenen Quellen. Die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) hat mit ihren „Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Wegen in Freianlagen“ eine praxisnahe Grundlage geschaffen, die speziell auf den Freiraumbereich zugeschnitten ist und wassergebundene Decken ausführlich behandelt. Diese FLL-Empfehlungen sind zwar keine verbindliche Norm im Rechtssinne, gelten aber in der Fachwelt als anerkannte Regel der Technik und werden in Leistungsverzeichnissen und Verträgen regelmäßig als Ausführungsstandard vereinbart.

Ergänzend sind die Technischen Lieferbedingungen für Mineralstoffe im Straßenbau (TL Gestein-StB) und die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen aus Asphalt (ZTV Asphalt-StB) sowie die entsprechenden ZTV für ungebundene Tragschichten (ZTV SoB-StB) als Hintergrundregelwerke relevant, auch wenn sie primär für den Straßenbau formuliert sind. Im Garten- und Landschaftsbau werden diese Regelwerke sinngemäß angewendet, angepasst an die geringeren Belastungsklassen und die spezifischen Anforderungen von Freianlagen.

Für die wasserrechtliche Einordnung ist die Versickerungsfähigkeit der wassergebundenen Wegedecke relevant. Da sie als wasserdurchlässige Befestigung gilt, kann sie in vielen Bundesländern bei der Berechnung versiegelter Flächen günstiger bewertet werden als vollständig undurchlässige Beläge. Dies ist bei der Planung von Entwässerungskonzepten und bei der Beantragung von Baugenehmigungen zu berücksichtigen. Die genauen Regelungen variieren je nach Bundesland und Gemeinde, weshalb eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Behörde empfehlenswert ist.

Typische Schäden, Fehler und wie man sie vermeidet

Wassergebundene Wegedecken im Garten scheitern selten an der Idee, aber häufig an der Ausführung. Das Schadensbild ist dabei meist eindeutig: Spurrinnen durch unzureichende Verdichtung, Auswaschen des Feinanteils durch fehlende Querneigung oder mangelhafte Entwässerung, Rissbildung durch Austrocknung bei zu hohem Tonanteil im Gemisch, Frosthebungen durch unzureichenden Unterbau und Verunkrautung durch fehlenden oder unzureichenden Unkrautschutz im Unterbau.

Verunkrautung ist ein besonderes Thema bei wassergebundenen Wegedecken. Da die Oberfläche keine chemische oder mechanische Barriere gegen Samenkeimung bietet, können sich Gräser, Moose und Kräuter in der Deckschicht ansiedeln. Ein geotextiles Trennvlies zwischen Unterbau und Tragschicht verhindert das Aufwachsen von Wurzeln aus dem Untergrund, schützt aber nicht vor Samenflug von oben. Regelmäßiges Abkehren und mechanisches Entfernen von Jungpflanzen ist deshalb Teil der notwendigen Unterhaltung. Herbizide sind in privaten Gärten und öffentlichen Grünanlagen aus ökologischen und rechtlichen Gründen zunehmend problematisch und sollten als Pflegemaßnahme nicht eingeplant werden.

Moosbildung tritt vor allem auf schattigen, feuchten Flächen auf und ist ein Zeichen dafür, dass die Oberfläche zu wenig Licht erhält und zu lange feucht bleibt. Hier hilft in erster Linie eine verbesserte Entwässerung und, wo möglich, eine Reduzierung des Schattenwurfs. Moosbedeckte wassergebundene Wegedecken verlieren ihre Griffigkeit und werden zur Rutschgefahr, besonders im Winter. Dieser Aspekt ist bei der Standortwahl und der Planung von Wegeverläufen zu berücksichtigen.

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Nutzungsbelastung. Wassergebundene Wegedecken sind für Fußgänger und gelegentlichen Pkw-Verkehr geeignet, nicht aber für dauerhaften Schwerlastverkehr oder intensive Befahrung mit Baufahrzeugen. Wer eine wassergebundene Wegedecke im Garten als Zufahrt für regelmäßige Lieferfahrzeuge plant, wird schnell mit Spurrinnen und Verformungen konfrontiert sein. Die Nutzungsintensität muss bei der Dimensionierung des Schichtaufbaus und der Wahl des Materials von Anfang an berücksichtigt werden.

Pflege und Unterhalt: Was dauerhaft getan werden muss

Eine wassergebundene Wegedecke im Garten ist kein wartungsfreies System. Ihre Dauerhaftigkeit hängt direkt von einer regelmäßigen, sachkundigen Pflege ab. Die wichtigsten Pflegemaßnahmen sind das Abkehren von Laub und organischem Material, das Nachverdichten und Nachprofilieren der Oberfläche nach Frostperioden oder starken Regenereignissen, das Entfernen von Wildkräutern und Moosen sowie das gelegentliche Nachfüllen von Deckschichtmaterial, das durch Erosion oder Abrieb verloren gegangen ist.

Das Nachprofilieren ist besonders wichtig, weil sich die Querneigung durch Nutzung und Witterung verändern kann. Stellen sich Mulden oder Pfützenbereiche ein, muss Material umverteilt oder ergänzt werden, bevor der Auswaschungsprozess weiter fortschreitet. Für kleinere Flächen in privaten Gärten genügt dafür ein Rechen und eine Rüttelplatte; für größere Flächen in Parks oder auf Friedhöfen sind spezifische Wegebaumaschinen im Einsatz, die das Material gleichzeitig auflockern, reprofilieren und verdichten.

Die Pflegeintervalle hängen von der Nutzungsintensität, dem Standort und den klimatischen Verhältnissen ab. Als Richtwert gilt, dass eine regelmäßig genutzte wassergebundene Wegedecke mindestens einmal jährlich, idealerweise im Frühjahr nach dem Ende der Frostperiode, einer gründlichen Inspektion und Pflege unterzogen werden sollte. Wer diese Unterhaltung vernachlässigt, wird nach wenigen Jahren mit einer Oberfläche konfrontiert sein, die sich kaum noch von einem ungepflegten Kiesweg unterscheidet.

Gestaltung, Kontext und Grenzen der Bauweise

Die wassergebundene Wegedecke im Garten hat eine lange Tradition in der europäischen Gartenkunst. Historische Parkanlagen des 18. und 19. Jahrhunderts nutzten wassergebundene Kiesflächen als Standard für Wege und Plätze; viele der heute noch erhaltenen historischen Gartenanlagen, von englischen Landschaftsgärten bis zu deutschen Fürstengärten, weisen wassergebundene Wegedecken als authentisches Gestaltungselement auf. Diese historische Kontinuität ist ein Argument für ihren Einsatz in der Denkmalpflege und in der Restaurierung historischer Freiräume, wo andere Belagsmaterialien den Charakter des Originals verfälschen würden.

Gestalterisch bietet die wassergebundene Wegedecke eine Neutralität und Natürlichkeit, die sie mit vielen Gartenkonzepten kompatibel macht. Sie lässt sich in formale Gartenräume mit klaren Geometrien ebenso einfügen wie in naturnahe Anlagen mit geschwungenen Wegeverläufen. Die Farbwahl des Materials ermöglicht eine Abstimmung auf die umgebende Vegetation, auf Gebäudematerialien oder auf regionale Gesteinscharaktere. Diese Flexibilität ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber standardisierten Plattenbelägen oder Pflasterflächen.

Gleichzeitig hat die Bauweise klare Grenzen. Für Flächen mit sehr hoher Nutzungsintensität, für barrierefreie Wege mit Rollstuhl- oder Rollatornutzung, für Bereiche mit dauerhafter Staunässe oder für stark beschattete, feuchte Standorte ist die wassergebundene Wegedecke nur bedingt oder gar nicht geeignet. Barrierefreiheit ist ein besonders sensibler Punkt: Eine wassergebundene Decke kann bei guter Ausführung und regelmäßiger Pflege eine ausreichend feste Oberfläche bieten, entspricht aber nicht automatisch den Anforderungen der DIN 18040 für barrierefreie Außenanlagen. Wer barrierefreie Wege plant, muss die Eignung im Einzelfall prüfen und gegebenenfalls eine andere Bauweise wählen.

Wassergebundene Wegedecke im Garten: Eine Bauweise mit Substanz

Die wassergebundene Wegedecke ist keine einfache Lösung, aber eine substanzielle. Sie verlangt fundiertes Wissen über Materialien, Schichtaufbau und Entwässerung, sorgfältige Ausführung und eine kontinuierliche Pflege. Wer diese Anforderungen ernst nimmt, erhält eine Oberfläche, die ökologisch verträglich, gestalterisch überzeugend und bei richtiger Dimensionierung dauerhaft belastbar ist.

Für Landschaftsarchitekten und Freiraumplaner ist die wassergebundene Wegedecke ein Werkzeug, das seine Qualitäten nur dann vollständig entfaltet, wenn es mit Sachkenntnis eingesetzt wird. Die Entscheidung für diese Bauweise sollte nicht allein aus ästhetischen oder kostenbezogenen Überlegungen fallen, sondern auf einer Analyse von Standort, Nutzung, Untergrund und Pflegekapazität beruhen. Ein falsch dimensionierter oder schlecht ausgeführter wassergebundener Weg schadet dem Ruf der Bauweise mehr als er nützt.

Die Stärken der wassergebundenen Wegedecke liegen dort, wo sie am deutlichsten zum Tragen kommen: in historischen Parkanlagen, in naturnahen Gärten, auf Friedhöfen, in Kurparks und überall dort, wo eine lebendige, atmende Oberfläche gefragt ist, die sich in den Jahreszeiten verändert, Wasser versickern lässt und den Charakter eines Ortes unterstreicht, anstatt ihn zu überdecken. Diese Qualitäten sind nicht selbstverständlich, sie sind das Ergebnis handwerklicher Sorgfalt und planerischer Weitsicht.

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Prof. Maren Brakebusch ist Gastdozentin für Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. Foto: © Lidia Tirri
Prof. Maren Brakebusch ist Gastdozentin für Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. Foto: © Lidia Tirri

Die Architektin, Büroleiterin und Präsidentin des Verwaltungsrates Maren Brakebusch ist seit 2022 nebenberuflich auch Professorin für Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. Im Januar 2023 hielt sie ihre Antrittsvorlesung „Die Natur der Stadt“.

Prof. Maren Brakebusch stellt Fragen

Was ist die Stadt? Was macht Stadtlandschaft aus? Wie entsteht das soziale Gefüge in den Metropolen? Und welchen Beitrag leistet der Freiraum dazu? All das sind Fragen, denen Maren Brakebusch in ihrer Antrittsvorlesung an der FH Potsdam Anfang diesen Jahres nachging. Es sind Fragen, zu denen sie in ihrem bisherigen Werdegang eine Menge Antworten und vermutlich auch noch mehr Fragen sammeln konnte.

Werdegang zwischen Stadt und Landschaft

Geboren 1974, studierte Brakebusch zunächst an der Leibnitz Universität in Hannover Landschaftsarchitektur. Im Anschluss an das Studium war sie in diversen Büros und Städten praktisch tätig. So betreute sie beispielsweise als Projektleiterin im Berliner Büro Kamel Louafi unter anderem verschiedene Projekte im Rahmen der EXPO 2000. Im Anschluss zog es sie dann zum renommierten Büro VOGT. Dort war sie seit 2009 als Büroleiterin am Standort in Zürich im Einsatz.

Nur vier Jahre später schließlich übernahm Prof. Maren Brakebusch die Bürogesamtleitung aller Standorte und war damit fortan auch für die Studios in Berlin, London und Paris verantwortlich. Neben der Bürotätigkeit engagiert sie sich seit 2017 auch im Hochschulkontext. An der ETH Zürich betreut sie Studierende in ausgewählten Projekten. Bereits 2020 bot sie dort auch ein Lehrformat mit dem Titel „Neue Stadtlandschaften – Brennpunkte urbaner Verdichtung“ an. Die Landschaft und die Stadt sind Themen die in Brakebuschs Arbeit auf allen Ebenen eine Rolle spielen.

Berufung von Prof. Maren Brakebusch an die FH Potsdam

In Potsdam ist sie ebenfalls seit 2017 aktiv. Zunächst unterrichtete sie als Gastdozentin der Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. In der öffentlichen Antrittsvorlesung zu ihrer Berufung als Professorin im Fachbereich STADT | BAU | KULTUR rückte sie nun die bedeutungsvolle Korrelation von Stadt und Natur ins Rampenlicht. Einerseits versuchte sie in ihrem Vortrag das Wesen der Stadt zu ergründen. Dieses vielschichtige Gebilde „Stadt“ zu beschreiben ist keine einfache Aufgabe. Sind es doch so viele Faktoren, die sie formen und Einfluss nehmen. Brakebusch widmete sich in ihrer Vorlesung deshalb der kulturellen und sozialen Dimension ebenso wie der baulichen Substanz. Und dem Dazwischen, womit sie beim wichtigen Begriff der „Landschaft in der Stadt“ angelangte. Eben deren Gestaltung ist es schließlich, welche die angehenden Architekt*innen der FH Potsdam verinnerlichen sollen.

Das Gefüge von Natur und Stadt

Prof. Maren Brakebusch machte deutlich, dass diese kein Restraum sein dürfe. Und dass sie nicht als bloße Dekoration des bereits Gebauten gelte. Sondern dass sie vielmehr bereits von Anfang an mit den Gebäuden gemeinsam gedacht werden müsse. Indem Brakebusch herauskehrte, dass der Raum im kulturellen Prozess entsteht, machte sie deutlich, dass auch die Bauaufgabe als solcher Akt verstanden werden muss. Was wiederum eine Auseinandersetzung mit den späteren Nutzer*innen und ihren Bedürfnissen voraussetzt. Nur durch ein radikales Umdenken im Entwerfen und Bauen können die großen globalen Herausforderungen unserer Zeit gelöst werden. Dazu rief Brakebusch in ihrem Einstandsplädoyer auf. Sie forderte einen Perspektivwechsel im Umgang mit dem urbanen Gewebe. Dabei gab sie auch Hoffnung. Wenn die Potentiale des unbebauten Raumes erkannt werden, kann dieses Wissen im Umgang mit dichter werdenden Stadtkörpern Einsatz finden. Um so die Stadt und die Landschaft nicht als Gegensätze, sondern als sinnhaftes Gefüge zu gestalten.

Die Antrittsrede dürfte Studierende und Kolleg*innen gleichermaßen inspirieren. Und darüber hinaus einen spannenden Ausblick auf Maren Brakebuschs weiteres Wirken als Professorin an der FH Potsdam geben.

Mehr zu ihrem Wirken im Büro VOGT finden Sie hier.

Stadtentwicklung neu denken: Wie klimaresilientes Stadtmobiliar urbane Räume transformiert

Podest Tuttlingen von L. Michow & Sohn als Beispiel für klimaresilientes Stadtmobiliar, das Aufenthaltsqualität und Begrünung verbindet
Podest Tuttlingen von L. Michow & Sohn als Beispiel für klimaresilientes Stadtmobiliar, das Aufenthaltsqualität und Begrünung verbindet

Der Klimawandel ist keine abstrakte Zukunftsvision mehr – er ist Realität. Langanhaltende Hitzeperioden, Starkregenereignisse und extreme Wetterlagen fordern die Städte heraus. Damit urbane Lebensräume auch künftig lebenswert bleiben, müssen sie resilienter werden. Ein Schlüsselelement: durchdachtes, funktionales und klimaresilientes Stadtmobiliar. Die L. Michow & Sohn GmbH zeigt, wie modernes Stadtmobiliar nicht nur gestalterische, sondern auch klimapolitische Verantwortung übernimmt – mit Lösungen, die wirken.

Klimawandel als urbane Herausforderung

Unsere Städte sind zunehmend geprägt von versiegelten Flächen, verdichteten Bebauungen und einem Mangel an natürlichen Rückzugsorten. Der Klimawandel verschärft diese Herausforderungen: steigende Temperaturen, überlastete Entwässerungssysteme und eine sinkende Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Die Antwort liegt nicht nur in groß angelegten Infrastrukturprojekten, sondern auch in scheinbar kleinen Elementen – im Stadtmobiliar, das heute mehr können muss als je zuvor.

L. Michow & Sohn GmbH setzt auf genau diese Hebel: klimaangepasstes Design, modulare Flexibilität und gesellschaftlichen Mehrwert. Die Möbel, Pavillons, Brunnen und Pflanzgefäße des Unternehmens ermöglichen eine aktive Anpassung urbaner Räume an neue klimatische Bedingungen.

Mehr Grün, wo eigentlich kein Platz ist: Mobile Begrünung neu gedacht

Klassische Stadtbegrünung stößt in vielen Kommunen an räumliche Grenzen. Hier setzen mobile Pflanzgefäße an. Modelle wie Priwall oder das begrünte Sitzelement Victoria Park zeigen, wie Begrünung auch dort möglich ist, wo dauerhafte Vegetation nicht realisierbar ist. Diese Gefäße verbessern die Luftqualität, fördern durch Verdunstung die Kühlung des Mikroklimas und schaffen Lebensraum für Insekten.

Zudem lassen sie sich flexibel an wechselnde Bedingungen anpassen – sei es auf versiegelten Plätzen, temporären Veranstaltungsorten oder engen Innenhöfen. Besonders in dicht bebauten Stadtquartieren bieten sie eine sofort wirksame Möglichkeit zur Begrünung, ohne tiefgreifende bauliche Veränderungen zu benötigen.

Multifunktional und klimawirksam: Sitzpodeste mit integrierter Begrünung

Sitzgelegenheiten sind zentrale Elemente jeder städtischen Infrastruktur – doch sie können weit mehr sein als bloße Rastpunkte. Die Modelle Landau und Levels der L. Michow & Sohn GmbH vereinen Aufenthaltsqualität mit ökologischer Wirkung. Integrierte Pflanzzonen oder Baumausschnitte ermöglichen Schattenwurf, reduzieren die Hitzebelastung und fördern die Biodiversität.

Sie bieten eine Symbiose aus Form, Funktion und Nachhaltigkeit – und lassen sich je nach Standort flexibel konfigurieren. Ob als Treffpunkt auf belebten Plätzen oder als Ruheinsel im Park: Diese Podeste bieten eine einfache Möglichkeit, versiegelte Flächen aufzubrechen und neuen Raum für Natur zu schaffen.

Der Urban Alcove: Stadtmöbel für ein neues Miteinander

Mit dem Urban Alcove präsentiert das Unternehmen ein Stadtmöbel der nächsten Generation. Die begrünte Rückwand filtert Feinstaub und verbessert die Luftqualität. Ein integriertes Bewässerungssystem reduziert den Pflegeaufwand – besonders relevant in Zeiten knapper kommunaler Ressourcen.

Dank seiner modularen Bauweise eignet sich der Urban Alcove ideal für temporäre Aufstellungen: etwa als Parklet auf ehemaligen Parkplätzen, zur Verkehrsberuhigung oder zur Erweiterung von Gehwegen. Dabei dient die massive Konstruktion auch als Lärmschutz und schafft eine geschützte, angenehme Aufenthaltsatmosphäre – mitten in der Stadt. Ein Möbelstück, das sowohl ökologisch als auch sozial wirkt.

Hitze reduzieren: Schatten schaffen, Wasser zugänglich machen

Hitze ist längst ein Risiko für die öffentliche Gesundheit, besonders für vulnerable Gruppen wie Kinder, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen. Stadtmobiliar kann hier als präventive Infrastruktur wirken.

Mit überdachten Pavillons wie Ostseeblick oder Hamburg entstehen kühlere Rückzugsorte im Stadtraum. Alternativ lassen sich auch klassische Sitzgelegenheiten wie Bänke und Sessel gezielt beschatten. Diese Maßnahmen steigern nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Hitzeminderung.

Ein besonders wichtiger Baustein ist der Zugang zu kostenlosem, öffentlich zugänglichem Trinkwasser. Der Trinkbrunnen Hamburg erfüllt genau diese Funktion – und mehr. Mit seiner geschwungenen, barrierearmen Form ist er aus allen Richtungen und Höhen nutzbar. Er erlaubt das einfache Befüllen von Flaschen jeglicher Größe und verfügt über eine integrierte Trinkschale für Hunde.

Seine Funktionalität und Gestaltung wurden bereits ausgezeichnet: German Design Award 2025. Der Trinkbrunnen ist damit nicht nur ein funktionales Element, sondern ein prämiertes Designobjekt, das soziale Gerechtigkeit und ökologische Wirkung verbindet.

Von der Vision zur Umsetzung: Stadtmöbel als Baustein klimaresilienter Städte

Klimaanpassung in Städten ist kein abstrakter Begriff, sondern eine konkrete Aufgabe. Stadtmobiliar von L. Michow & Sohn GmbH bietet vielfältige Möglichkeiten, dieser Herausforderung zu begegnen – durchdacht, flexibel und gestalterisch überzeugend.

Ob mobile Pflanzgefäße, begrünte Sitzpodeste, modulare Stadtinseln, Pavillons oder Trinkbrunnen – jedes Produkt ist Teil eines integrativen Ansatzes, der ökologische, funktionale und ästhetische Anforderungen vereint. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf Serienlösungen, sondern auch auf maßgeschneiderten Anfertigungen, die auf individuelle Gegebenheiten und kommunale Anforderungen abgestimmt sind.

Die L. Michow & Sohn GmbH begleitet Kommunen, Planer und Architekten mit fundierter Beratung, hohem Designanspruch und einem klaren Ziel: Städte zu gestalten, die dem Klimawandel standhalten – und dabei ihre Lebensqualität nicht nur bewahren, sondern aktiv steigern.

Zukunftsfähige Stadtentwicklung beginnt im Detail

Klimaresilienz ist kein einmaliger Kraftakt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Stadtmobiliar spielt dabei eine zentrale Rolle – als niedrigschwellige, flexible und sofort sichtbare Maßnahme, die städtische Räume aufwertet und funktional erweitert.

Mit Produkten wie dem Urban Alcove, den Pflanzgefäßen Priwall und Victoria Park, den Podesten Landau und Levels, den Pavillons Ostseeblick und Hamburg oder dem preisgekrönten Trinkbrunnen Hamburg bietet L. Michow & Sohn GmbH genau die Lösungen, die unsere Städte jetzt brauchen.

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