Im Juni 2025 geht das Festival Women in Landscape Architecture in Berlin in die zweite Runde. Grafik: Flavia Moroni
Im Juni 2025 geht das Festival Women in Landscape Architecture in Berlin in die zweite Runde. Grafik: Flavia Moroni

Im Juni findet zum zweiten Mal das Festival Women in Landscape Architecture – WILA 2025 – statt. 48 Stunden lang werden im ZK/U in Berlin-Moabit die Perspektiven und Leistungen von Landschaftsarchitektinnen im Fokus stehen, in Debatten, Workshops und Vorträgen zu Empowerment, Frauenperspektiven und Joballtag. Was Teilnehmer*innen auf dem Festival erwartet, erfahren Sie hier.

Zweite Festival-Auflage

Sie blicken die Betrachter*innen direkt an. Ein paar wenige richten den Blick in die Ferne oder konzentrieren sich auf Elemente außerhalb des Bildausschnitts. Über 50 Schwarz-Weiß-Porträts von Frauen aus der Landschaftsarchitektur sind weiterhin auf der Webseite des bdla Berlin-Brandenburg zu sehen: die erste Hall of LA-Femme. Die Ausstellung entstand im Kontext des ersten Women-in-Landscape-Architecture-Festivals im Jahr 2021. Dieses Jahr folgt die Fortsetzung – sowohl der Hall of LA-Femme als auch des WILA-Festivals.

Am Wochenende vom 21. und 22. Juni findet im ZK/U in Berlin-Moabit das Festival WILA 2025 statt. Dabei werden die Perspektiven und Leistungen von Landschaftsarchitektinnen im Vordergrund stehen. Hier zu sehen: der Berliner Rudolfplatz von hochC Landschaftsarchitektur. Foto: hochC Landschaftsarchitektur
Am Wochenende vom 21. und 22. Juni findet im ZK/U in Berlin-Moabit das Festival WILA 2025 statt. Dabei werden die Perspektiven und Leistungen von Landschaftsarchitektinnen im Vordergrund stehen. Hier zu sehen: der Berliner Rudolfplatz von hochC Landschaftsarchitektur. Foto: hochC Landschaftsarchitektur

Zwei volle Tage Programm

Am 21. und 22. Juni findet in Berlin das Women in Landscape Architecture Festival 2025 (WILA 2025) statt. 48 Stunden lang wird sich im ZK/U, Zentrum für Kunst und Urbanistik, in Moabit alles um Landschaftsarchitektur drehen. Dabei werden die Perspektiven und Leistungen von Landschaftsarchitektinnen im Vordergrund stehen. Landschaftsarchitektinnen aus Berlin und Brandenburg organisieren, unter dem Dach des bdla Berlin-Brandenburg, das Festival. Entstanden ist ein vielseitiges Programm, das an zwei Tage von Debatten, Workshops und Vorträgen über Gelegenheiten zum Netzwerken bis hin zur Kurzfilm-Premiere und Ausstellungseröffnung reicht.

„WILA 2025 setzt den Fokus auf female empowerment: bei Fachthemen, in der Arbeitswelt und in der Selbstfürsorge. Starke Frauen schaffen starke Landschaftsarchitektur“, sagt Lioba Lissner, Geschäftsführerin der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des bdla. Unter dem Motto „Laut, kreativ, stark“ widmet sich das Festivalwochenende den Fragen, wie sich eine klimagerechte Zukunft gestalten lässt, die alle mitnimmt und auch der Natur Raum gibt. Wie sich Ideen entwickeln lassen, die wirklich etwas verändern. Wie sich mehr Diversität erreichen lässt. Wie Alltag, Beruf und Planungsprozesse auf Augenhöhe stattfinden können – und vieles mehr. Die Botschaft des Festivals dabei: „Wir gestalten Zukunft gemeinsam, divers und mit Haltung.“

WIA Festival 2025 – diesmal bundesweit

WILA steht im Rahmen des zweiten, dieses Jahr bundesweit ausgerichteten Festivals Women in Architecture (WIA 2025). Mehr als 260 Projekte von über 200 Akteur*innen finden vom 19. bis 29. Juni statt. Das WIA-Festival hat sich zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit von Frauen in Architektur, Innenarchitektur, Stadt- und Freiraumplanung sowie Bau- und Ingenieurbaukunst zu stärken und Diversität zu fördern. Die Beiträge reichen von Ausstellungen und Führungen über Dialoge und Workshops bis hin zu Vorträgen und Symposien. Das vollständige Programm ist online einsehbar.

Einen Schwerpunkt auf Landschaftsarchitektur im Rahmen des WIA-Festivals setzt der bdla: Sowohl der Bundesverband als auch bdla-Landesverbände richten bundesweit eine Reihe von Veranstaltungen aus. Unter den Programmpunkten, zusammengestellt auf der Webseite des bdla, ist auch das Festival WILA 2025.

Unter dem Motto „Laut, kreativ, stark“ widmet sich das Festival-Wochenende zahlreichen Fragen. Die Botschaft des Festivals dabei: „Wir gestalten Zukunft gemeinsam, divers und mit Haltung.“ Hier zu sehen die Springsiedlung von hochC Landschaftsarchitektur. Foto: hochC Landschaftsarchitektur
Unter dem Motto „Laut, kreativ, stark“ widmet sich das Festival-Wochenende zahlreichen Fragen. Die Botschaft des Festivals dabei: „Wir gestalten Zukunft gemeinsam, divers und mit Haltung.“ Hier zu sehen die Springsiedlung von hochC Landschaftsarchitektur. Foto: hochC Landschaftsarchitektur

Workshops und Vorträge, bekrönt vom Get-Together

Das Programm von WILA 2025 fächert sich über zwei Tage auf. Der erste davon steht unter dem Thema „Räume öffnen, Bedingungen verändern“. Es wird um die Frage gehen, wie sich Räume gleichberechtigter, ökologischer und inklusiver gestalten lassen. Nach einem Auftakt durch das WILA-2025-Komitee wird Jutta Allmendinger, Schirmfrau des Festivals, eine Keynote halten. Über den Tag verteilt folgen mehrere Diskussions- und Vortragsformate, so etwa eine moderierte Podiumsdiskussion unter dem Titel „Berufspraxis im Wandel“. Jeweils Diskussion und Workshop sind für die Themen „Freiraum als soziale Infrastruktur“ – mit Eva Kail aus Wien sowie Barbara Willecke aus Berlin – sowie „Regenerative Visionen in der Landschaftsarchitektur“ – mit den Landschaftsarchitektinnen Carla Lo, Sara Rusch und Olympia Tomczyk – geplant. Katja Erke von der Landschaftsmanufaktur wird sich in einem Vortrag dem neuen FLL-Bewertungssystem Nachhaltige Freianlagen widmen.

Im Rahmen der gemeinsamen, öffentlichen Abendveranstaltung, die auch Raum zum Netzwerken und für Austausch bietet, wird die Ausstellung „Hall of LA-Femme 2.0 – Shifting Perspectives“ eröffnet werden. Waren in der ersten Ausgabe der Ausstellung Porträts zu sehen, geht es diesmal um Einblicke in die Praxis: In einem Aufruf für die Ausstellung sind Fotos aus dem beruflichen Alltag gefragt, die Landschaftsarchitektinnen und Partnerinnen aus deren Arbeitsumfeld bei ihren Tätigkeiten zeigen. Abgabefrist für die Einreichung von Ausstellungsbeiträgen ist der 25. Mai 2025. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung wird auf dem Festival WILA 2025 der Kurzfilm „Loop the Landscape II“ Premiere feiern und vorgeführt werden.

Finanzen, Arbeitswelten und Zukunftsgestaltung

Der zweite Festivaltag widmet sich den Themen Weiterbildung und Weiterentwicklung. Neben Vorträgen zur Netzwerk-Gestaltung sowie zu finanzieller Vorsorge finden über den Tag verteilt acht verschiedene Panels – teils parallel – statt. Der Fokus liegt dabei ebenfalls auf Finanzen und dem Miteinander, ergänzt um Panels aus dem Bereich „Arbeitswelten“ – zu agilem Arbeiten, neue Perspektiven auf die hinteren Leistungsphasen, Erwartungen des Nachwuchses ans Arbeitsleben sowie stärkenorientiertem Führen. Wirtschaftspsychologin und Autorin Vera Starker widmet sich zum Ende des zweiten Festivaltags im Vortrag „Mut zur Zuversicht“ der aktiven Zukunftsgestaltung in Zeiten globaler Krise. Ein Resümee wird das Festival WILA 2025 beschließen. Das Programm mit allen Details ist hier einsehbar.

Zusätzlich zum Festival-Wochenende führen Landschaftsarchitektinnen zwischen dem 19. und 29. Juni in Berlin und Brandenburg durch ihre Projekte. Details dazu werden in Kürze der Webseite des bdla Berlin/Brandenburg zu entnehmen sein.

Zusätzlich zum Festival-Wochenende führen Landschaftsarchitektinnen zwischen dem 19. und 29. Juni in Berlin und Brandenburg durch ihre Projekte. Foto: laview
Zusätzlich zum Festival-Wochenende führen Landschaftsarchitektinnen zwischen dem 19. und 29. Juni in Berlin und Brandenburg durch ihre Projekte. Foto: laview

Anmeldung zum Festival

Das Festival WILA 2025 ist anmeldungs- und kostenpflichtig. Die Architektenkammern Berlin und Brandenburg erkennen das Festival als Fortbildung an. Die Anmeldung zum Festival ist hier möglich.

Weiterleiten: Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis 2025 wurde vergeben. Wer die Gewinner*innen sind, lesen Sie hier.

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Indonesien neue Hauptstadt – Details zu Nusantara enthüllt

6 000 Hektar Land sollen für die neue indonesische Hauptstadt auf der Insel Borneo gerodet werden. Insgesamt 28 Milliarden Euro will das indonesische Parlament für die „neue Hauptstadt im Regenwald“ ausgeben. Denn: Jakarta versinkt im Meer. Lesen Sie hier mehr über das Megaprojekt mit dem klangvollen Namen „Nusantara“.

Anfang Januar 2022 rückte der Plan Indonesiens, seine Hauptstadt an einen neuen Standort zu verlegen, einen Schritt näher heran. Das indonesische Parlament billigte ein Gesetz, das weitere Details zur Verlegung der Hauptstadt von Jakarta nach Ost-Kalimantan regelt. Auch die Details der Finanzierung und der Verwaltung werden immer klarer: Die neue Hauptstadt wird rund 28 Milliarden Euro kosten.

In Ost-Kalimantan, dem östlichen Teil Borneos, werden rund 6 000 Hektar Wald gerodet, um wichtige Gebäude wie den neuen Präsidentenpalast zu bauen. Die Maßnahme ist notwendig, da die derzeitige Hauptstadt auf der Insel Java schnell sinkt und bereits 2050 vollständig von Wasser bedeckt sein könnte.

Eine große Mehrheit der Parlamentsabgeordneten stimmte für das Gesetz über die neue Hauptstadt Indonesiens. Präsident Joko Widodo entschied sich für „Nusantara“ als Namen für die neue Hauptstadt. Dieses alte javanische Wort bedeutet „äußere Inseln“ und ist ein Synonym für den indonesischen Archipel.

Die ersten Behörden werden im Jahr 2024 nach Nusantara umziehen – kurz vor dem Ende der zweiten und letzten Amtszeit von Präsident Joko Widodo. Die neue Hauptstadt wird etwa 2 000 Kilometer nordöstlich von Jakarta liegen.

Eine grandiose Vision für die neue Hauptstadt Nusantara

 

Präsident Joko „Jokowi“ Widodo verkündete die Pläne für die Verlegung der Hauptstadt des Landes am 16. August 2019, was für viele eine Überraschung war. Seine Vision ist grandios: „Eine Hauptstadt ist nicht nur ein Symbol der nationalen Identität, sondern auch eine Repräsentation des Fortschritts der Nation“, sagte er im Jahr 2019. „Es geht um die Verwirklichung von wirtschaftlicher Gleichheit und Gerechtigkeit.“

Neben der Schaffung einer ökologisch sichereren Hauptstadt hofft die Regierung, mit der neuen Hauptstadt auch den Wohlstand in Indonesien umzuverteilen. Jakarta beherbergt derzeit 60 Prozent der Bevölkerung des Landes und mehr als die Hälfte der Wirtschaftstätigkeit. Während die Stadt das Handels- und Finanzzentrum Indonesiens bleiben wird, werden die Verwaltungsfunktionen der Regierung in die neue Hauptstadt in die Regionen Nord-Penajam Pser und Kutai Kartanegara verlegt, was eine Umverteilung der Investitionen ermöglicht.

Der Umsiedlungsplan sieht vor, dass 1,5 Millionen Einwohner*innen von Jakarta nach Nusantara umziehen. Dies ist nicht der erste Versuch, die indonesische Hauptstadt zu verlegen: Bereits in den 1950er-Jahren schlug Präsident Sukarno etwas Ähnliches vor. Die Idee kursierte jahrzehntelang, wurde aber aufgrund logistischer Schwierigkeiten immer wieder verworfen. Präsident Widodo hat trotz vieler Debatten und Zweifel an dieser Vision festgehalten.

Erleichterung der ökologischen Herausforderungen?

Jakarta steht vor vielen Herausforderungen. Am dringlichsten sind wohl die Umweltprobleme der derzeitigen Hauptstadt. Die elf Millionen Einwohner*innen sind bereits mit regelmäßigen Überschwemmungen konfrontiert, insbesondere in den Küstengebieten der Metropole. Aufgrund der übermäßigen Grundwasserentnahme sinkt die Stadt schnell ab. Teile der nördlichen Gebiete der Hauptstadt sinken bis zu 25 Zentimeter pro Jahr. Selbst der Schutzdeich sinkt, während der Meeresspiegel weiter steigt. Expert*innen zufolge könnte ganz Nord-Jakarta bis 2050 überflutet sein.

Indonesiens neue Hauptstadt wird an einem Ort liegen, der weniger anfällig für ein Absinken ist. Sie soll sich auch außerhalb der Reichweite von Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis befinden. Allerdings liegt das Land immer noch auf dem pazifischen „Ring of Fire“ und ist damit zukünftigen Katastrophen ausgesetzt.

Tägliche Staus mit Verkehrskollapsen und eine zunehmende Luftverschmutzung sind weitere Probleme, die in Jakarta nur schwer zu bewältigen sind. Es bleibt abzuwarten, wie die neue Hauptstadt Verbesserung in diesen Bereichen bringen wird.

Kritik an der neuen Hauptstadt in einer Übersicht

 

Die neue Hauptstadt Indonesiens kommt nicht ohne Kritik aus. Umweltschützer*innen warnen, dass Nusantara die Umweltverschmutzung in Ost-Kalimantan beschleunigen wird. Die geplante Zerstörung des Regenwaldes rief viel Empörung hervor. Das Gebiet ist die Heimat von Orang-Utans, Sonnenbären und Langnasenäffchen. Eine weitere Sorge ist, dass die neue Hauptstadt die indigene Bevölkerung Kalimantans verdrängen könnte. Sogar der Name Nusantara wird kritisiert, da es sich dabei um ein javanisches Wort und nicht um ein Wort aus einer der zahlreichen lokalen Sprachen Kalimantans handelt.

Die neue Hauptstadt Indonesiens könnte zudem politischen Einfluss auf eine nicht verfassungsgemäße Weise zentralisieren: Rechtsexpert*innen der Mulawarman-Universität in Samarinda haben die Befürchtung geäußert, dass Nusantara von einer direkt vom Präsidenten gewählten Person regiert werden könnte. Jokowis Unterstützer Basuki „Ahok“ Tjahaja Prunama, ein ehemaliger Gouverneur von Jakarta, ist bereits ein Anwärter für diese Rolle. Beobachter*innen vermissen auch Transparenz und Partizipation bei Gesetzen und Plänen rund um Indonesiens neue Hauptstadt.

Die horrenden Kosten des Projekts sind ein weiterer Kritikpunkt an Indonesiens neuer Hauptstadt. Die Regierung soll etwa ein Fünftel der Kosten tragen. Der Rest wird von staatlichen Unternehmen und privaten Geldgeber*innen übernommen.

Indonesien neue Hauptstadt: die nächsten Schritte

Der Bau der neuen Hauptstadt Indonesiens wurde aufgrund der Pandemie verschoben. Der Baubeginn ist jedoch für 2022 vorgesehen, und der erste Umzug wird für 2024 erwartet. Die Waldrodung stellt den ersten Schritt dar.

Ähnliche Projekte – wie der Bau von Brasilia in Brasilien oder Canberra in Australien – haben Jahrzehnte in Anspruch genommen. Beide Städte wurden dafür kritisiert, wenig lebenswert und künstlich zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie Indonesiens neue Hauptstadt die Herausforderungen der Lebensqualität meistern wird.

Die Planer*innen hoffen, eine indonesische Metropole zu schaffen, die so attraktiv ist wie beispielsweise Bangkok oder Hanoi. Derzeit ist Jakarta nicht gerade ein Touristenmagnet, was vielleicht daran liegt, dass es „die internationale Fantasie nicht anspricht“, wie Aljazeera es ausdrückt. Die Erwartungen an Nusantara sind groß.

Quellen und weitere Informationen:
Welt: Nusantara statt Jakarta – Indonesien baut neue Hauptstadt im Regenwald
The Guardian: Indonesia names new capital Nusantara, replacing sinking Jakarta
Aljazeera: Progress or folly? Jokowi’s vision for Indonesia’s new capital

 

Auch in Saudi-Arabien ist das Thema der Mega-City aktuell. Mehr zu dem Projekt The Line lesen, Sie hier.

Webseite DIY Landschaftsarchitektur

Im Profil stellen sich die zwei jungen Landschaftsarchitekten näher vor …(Copyright: S2L Landschaftsarchitekten)

Wer ein eigenes Büro gründet, steht vor zahlreichen Herausforderungen. Eine davon: die eigene Webseite. Daia Stutz von S2L Landschaftsarchitekten erzählt, wie er die Homepage seines Büros kurzerhand selbst umsetzte.

Keine Zeit, kein Social Media

„Da potenzielle Auftraggeber als Erstes googeln und sich die Homepage anschauen, war eine der wichtigsten Fragen bei der Gründung die nach der eigenen Webseite“, erzählt Daia Stutz, Mitbegründer von S2L in Zürich. Aufgrund des begrenzten Budgets in der Anfangsphase beauftragten er und sein Partner Jan Stadelmann keine Agentur, sondern krempelten die Ärmel hoch und erstellten ihre Webseite in Eigenregie. Was bis vor wenigen Jahren nur Menschen mit Programmierkenntnissen umsetzen konnten, schaffen heute auch Technikfremde. Es gibt unzählige Templates, die man sich herunterladen und installieren kann. Diese Vorlagen beinhalten Design-Elemente und Redaktionssysteme, um die Inhalte eigenständig zu erstellen und zu verwalten.

“Den Schwerpunkt sollte unser Portfolio darstellen. Mit modernem Layout, großflächigen Fotos und wenig Text”, erklärt Stutz das Konzept. Also wählte der junge Landschaftsarchitekt mit Squarespace einen Template-Entwickler, der zahlreiche Vorlagen für Design, Architektur und Fotografie anbietet.” Zwar handelt es sich dabei um ein Produkt, mit dem schon viele Webseiten umgesetzt wurden und der Support kann nicht bei jeder Frage helfen, aber die Vorteile überwiegen dennoch“, erzählt Stutz. „Denn das System lässt sich aufgrund der klaren Struktur leicht umsetzen, es läuft auf allen Endgeräten und ist kostengünstig.” Auf eine Vernetzung mit Social Media-Profilen verzichtet das junge Büro, hauptsächlich aus Zeitgründen. Denn die komplette Eigenbetreuung und -aufbau einer Webseite verschlingt sehr viel Zeit, die neben der alltäglichen Berufspraxis freigeschaufelt werden muss.

Die Webseite als Visitenkarte

Stutz entschied sich gegen einen umfangreichen Webauftritt und für eine Art fotobasierte Visitenkarte. “Nach den ersten zwei Jahren können wir sagen, dass die Webseite ihren Zweck zufriedenstellend erfüllt. Die Fotos sprechen für sich, das genügt potenziellen Auftraggebern.” Hinzu kommt jeweils ein kurzer Lebenslauf der beiden Bürogründer. Stutz berücksichtigte beim Konzept sein eigenes Nutzerverhalten als Webseitenbesucher und verzichtete auf komplexe Inhalte und Animationen: ” Bei vielen Webseiten steht offensichtlich eine Agentur dahinter – mit entsprechend professionellem Erscheinungsbild. Zu uns als junges, dynamisches und auch mal etwas konfus organisiertes Büro in der Startphase passt dies jedoch – noch – nicht.”

 

Mehr zum Thema Gestaltung der eigenen Webseite lesen Sie in der Garten + Landschaft 07/2017: Beitrag “wie gestalte ich meine Webseite?”.

Die Webseite des Schweizer Landschaftsarchitekturbüros S2L finden Sie hier.