Der geplante Zentralpark Gasometervorfeld in Wien: Ein nachhaltiger Stadtpark, der Natur, Kultur und Gemeinschaft auf 51.000 m² vereint. Visualizations: Monolot
Der geplante Zentralpark Gasometervorfeld in Wien: Ein nachhaltiger Stadtpark, der Natur, Kultur und Gemeinschaft auf 51.000 m² vereint. Visualizations: Monolot

Ein Stadtpark der besonderen Art entsteht im Herzen Wiens. Das innovative Projekt im Gasometer-Vorfeld kombiniert Nachhaltigkeit mit moderner Landschaftsarchitektur und schafft einen neuen Treffpunkt für Natur, Kultur und Gemeinschaft. Doch wie wird eine ehemalige Industriebrache zu einem lebendigen Park, der die Vergangenheit bewahrt und gleichzeitig zukunftsweisend ist?

m Gasometer-Distrikt entsteht ein einzigartiger Stadtpark mit 51.000 Quadratmetern Fläche. Der Zentralpark Gasometervorfeld wird von den Landschaftsarchitekten BOGL aus Dänemark und NUWELA aus Deutschland geplant. Gemeinsam verfolgen die Teams das Ziel, einen Raum zu schaffen, der Vergangenheit und Zukunft vereint.

Seine zentrale Lage, in der Nähe von Wohngebieten, Unternehmen und einer Metrostation, macht den Park zu einem bedeutenden Projekt für ganz Wien. Mit dieser Neugestaltung wird das Viertel aufgewertet, während die Gemeinschaft einen vielseitigen Treffpunkt erhält.

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Ein zentrales Element des Projekts ist die Kreislaufwirtschaft. Die Architekten setzen auf den Erhalt und die Wiederverwendung vorhandener Ressourcen. Alte Gebäude, Materialien und natürliche Elemente erhalten neue Funktionen und werden kreativ integriert. Jens Linnet, der Kreativdirektor von BOGL, betont:

„Wir rücken die Natur und die Ressourcen des Standorts ins Zentrum unseres Designs, um innovative Lösungen zu schaffen.“

Dieser Ansatz stellt sicher, dass der Park nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch nachhaltig gestaltet wird.

Highlights des neuen Stadtparks

Die Pläne für den Zentralpark Gasometervorfeld beinhalten zahlreiche spannende Ideen, die den Park besonders machen:

  1. Sport und Bewegung: Ein alter Pferdestall wird in eine überdachte Street-Sport-Anlage umgestaltet.
  2. Kultur im Grünen: Ein ehemaliges Industriegebäude wird zu einem kulturellen Garten, der Platz für Veranstaltungen bietet.
  3. Genuss und Ausblick: Eine frühere Werkstatt wird in ein Café verwandelt, das gleichzeitig den Blick auf eine neue Freiluftbühne ermöglicht.
  4. Wasserspiele und Kreativität: Bestehende Betonflächen dienen als Bühnen- und Spielbereiche und sorgen für Abwechslung.
  5. Naturschutz: Alle vorhandenen Bäume und natürlichen Elemente bleiben erhalten, um den Charakter des Standorts zu bewahren.

Mit diesen vielfältigen Angeboten spricht der Park Menschen jeden Alters an und bietet Raum für Erholung, Begegnung und Aktivitäten.

Ein Park für alle

Die Lage des Parks, nahe Wohnhäusern und kulturellen Einrichtungen, ist ideal für die Anwohner. Zudem wird der Zentralpark durch seine Nähe zur Metrostation für Besucher aus ganz Wien leicht erreichbar sein.

Die Umsetzung erfolgt schrittweise. Die Bauarbeiten starten 2026, und der erste Abschnitt wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Anschließend wird der Park kontinuierlich erweitert, sodass die Wiener Bürger regelmäßig neue Bereiche entdecken können.

Modellprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung

Der Zentralpark Gasometervorfeld zeigt eindrucksvoll, wie innovative Landschaftsarchitektur zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen kann. Durch die Wiederverwendung von Baumaterialien und Asphalt sowie die kreative Integration bestehender Strukturen entstehen Lösungen, die sowohl einzigartig als auch lokal angepasst sind.

Die Erfahrungen aus Projekten wie dem Remisepark in Kopenhagen fließen direkt in das Wiener Vorhaben ein. Dadurch profitiert die Stadt von internationalem Know-how, das neue Maßstäbe setzt.

Ein Blick in die Zukunft

Dieses Projekt ist weit mehr als ein Stadtpark. Es bietet ein Modell für eine neue Art der Stadtentwicklung, die Natur und Nachhaltigkeit ins Zentrum stellt. Wien erhält mit dem Zentralpark Gasometervorfeld nicht nur einen vielseitigen Erholungsraum, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für urbane Transformation.

Durch die Zusammenarbeit von Architekten, der Stadt Wien und der Gemeinschaft entsteht ein Park, der Vergangenheit und Zukunft verbindet. Dieses ambitionierte Vorhaben wird den Charakter des Viertels prägen und gleichzeitig weltweit Inspiration für ähnliche Projekte liefern.

 

 

Lesen Sie hier mehr über der neuen Stadtteil in Wien: Bricolage City.

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Die Sphäre „Wasser“

Die Sphäre „Wasser“ (Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH)

In zwei Jahren lädt Kirchheim in Bayern zur Landesgartenschau ein. Dann ist der neue, zehn Hektar große Park fertig, der Raum für Erholung und Spiel im Grünen bieten soll. Darüber hinaus soll der neue Ortspark die bislang räumlich getrennten Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden.

Der neue Ortspark in Kirchheim wird Heimat für viele heimische Baumarten sein, die im Wechsel mit sogenannten Klimabäumen stehen. Letztere sind den Herausforderungen des Klimawandels besonders gut gewachsen und entsprechend resilient. Das ist wichtig. Denn der neue Park, der im Rahmen der Landesgartenschau Kirchheim derzeit wächst, wird ein dauerhaftes grünes Band bilden. Dieses wird die Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden. Zukünftig kommen hier also viele Generationen aus beiden Ortsteilen zusammen. Sie wachsen regelrecht zusammen.

Die Pflanzen auf der Landesgartenschau

Die Pflanzkonzept für den neuen Park in Kirchheim haben die Landschaftsarchitetkt*innen vom Büro SINAI erarbeitet. Dabei war ihnen wichtig, dass klimaresiliente und heimische Bäume in Balance stehen. Sie nennen ihr Konzept für die Landesgartenschau Kirchheim: Gemischtes Doppel. Damit verweist SINAI darauf, dass jede klassische, heimische Baumart ein Gegenüber aus dem Repertoire der Klimabaumarten bekommt. Insgesamt wachsen im neuen Ortspark demnächst mehr als 700 Bäume.

Neben den Bäumen werden in Kirchheim Rasenflächen für Spiel und Bewegung und Wiesen neu angelegt. Darüber hinaus kommen Sträucher, Stauden, Hecken, Schilf und Gräser dazu. Im Bereich der sogenannten Sphäre „Wildnis“ und in der Sphäre „Wald“ bleibt auch viel Bestandsgrün erhalten.

Die Sphäre „Garten

Den Auftakt der Landesgartenschau Kirchheim bildet die sogenannte Sphäre „Garten“. Sie beherbergt die Bürgergärten, eine Streuobstwiese und eine bestehende Fliederhecke. In diesem Areal steht die gemeinschaftliche Bewirtschaftung im Vordergrund. Deshalb werden hier vor allem Gehölze mit essbaren Früchten zu finden sein. Darüber hinaus entstehen im Garten drei neue Jahrgangswäldchen mit jeweils 100 Zierapfelbäumen. Dieser neue Apfelhain ist ein Geschenk der Gemeinde Kirchheim und der Landesgartenschau an den Kirchheimer Nachwuchs der Jahrgänge 2021, 2022 und 2023. Der Hain steht dabei symbolisch für das Motto der Landesgartenschau Kirchheim „Zusammen.Wachsen“.

Herzstück in der Sphäre „Wasser“

In der Sphäre „Wasser“ bildet ein neuer Parksee den Mittelpunkt. Mit knapp 7400 Quadratmetern bildet er eine große Wasserfläche. Darüber hinaus bildet sein naturnaher Ufersaum Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum in Kirchheim. Die Liegewiese am Westufer des Sees wird mit Auenbäumen bepflanzt. Und für die Wasser- und Uferzonen werden, je nach Wassertiefe, passende Wasser- und Schwimmblattpflanzen ausgewählt. Sie allen bereichern das Areal der Landesgartenschau Kirchheim um vielfältige neue Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere.

In der Sphäre „Wildnis“ in Kirchheim

Die Sphäre „Wildnis“ verdankt ihre Bezeichnung dem Bestand. Die bestehende Vegetation wird hier durch Lichtungen und neu angelegte Wege erlebbar. Sie werden aber nicht überall begehbar werden.

In der Vorbereitung für die Landesgartenschau Kirchheim wurden mehrere Bäume gefällt und bestehender Aufwuchs entfernt. Dafür werden an anderer Stelle in der Wildnis 73 Bäume neu gesetzt. In Vorbereitung der Landesgartenschau Kirchheim wurde im vergangenen Jahr bereits bestehender Bewuchs entfernt. Dafür wachsen in der Sphäre „Wald“ demnächst 67 neue Bäume.

Die Sphäre „Wiese“ auf der Landesgartenschau

Im südlichen Bereich der Landesgartenschau Kirchheim liegt der Schwerpunkt auf großen, autochthonen Blühwiesen. Diese bieten idealen Lebensraum für zahlreiche Insekten- und Schmetterlingsarten. Dieser besondere Wiesenbereich lebt außerdem von großen Solitärbäumen, von einzelnen Baumreihen, Fliederhecken und Stauden. Sie allen fassen den Wiesenbereich ein und geben ihm Struktur.

Bänke im Ortspark

Neben den vielen neuen Bäumen auf dem Areal der Landesgartenschau Kirchheim werden etwa 200 Bänke im Ortspark aufgestellt. Die bieten den Menschen die Möglichkeit sich auszuruhen und zu entspannen. Genauso wie für die neuen Bäume vergibt die Landesgartenschau Kirchheim 2024 GmbH auch Patenschaften für die Bänke. Auf einer eigenen Website können die ab Frühjahr 2022 erworben werden. Auf diese Weise können interessierte Bürger*innen und Unternehmen sich persönlich einbringen und die Entstehung der Landesgartenschau Kirchheim fördern.

Energieholz auf temporären Flächen

Während der Landesgartenschau in Kirchheim wächst das Veranstaltungsgelände um weitere vier Hektar Grünfläche. Diese ergänzen im Jahr 2024 also den neuen, zehn Hektar großen Ortspark. Hier werden temporäre Ausstellungsflächen eingerichtet, die Platz für etwa 50 Aussteller*innen bieten. Sie alle informieren die Besucher*innen der Landesgartenschau zu Themen wie Gartengestaltung, Umweltschutz, Klimaschutz, nachhaltige Energie und grüne Mobilität. Auf diesen Ausstellungsflächen sind die Baumpflanzungen von Anfang an als Energieholzplantage vorgesehen und dem Thema nachhaltige Energie verpflichtet. Die ersten Bäume sind schon im März 2022 gepflanzt worden. Nach Abschluss der Landesgartenschau Kirchheim werden sie dann zu Energieholz weiterverarbeitet.

Im Bereich der Gewinnung erneuerbarer Energie spielt Holz eine wichtige Rolle. Denn anders als bei Wind- und Sonnenenergie kann Holz zu jedem Zeitpunkt verfügbare Energie liefern. Auf diese Weise kann Energieholz dabei helfen, den Umstieg von fossilen auf alternative Energieträger zu beschleunigen. Es kann helfen, die Energieversorgung langfristig sicherzustellen. Das ist schon jetzt wichtiger denn je und ein guter Ausblick auf die bayrische Landesgartenschau in Kirchheim im Jahr 2024.

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BürosSINAI

COP15 in Montreal, Biodiversität im Fokus

Die COP15 findet vom 7. bis 19. Dezember in Montreal statt. Bildquelle: Unsplash
Die COP15 findet vom 7. bis 19. Dezember in Montreal statt. Bildquelle: Unsplash

COP27 ist gerade vorbei und schon startet die nächste COP am 7. Dezember: Bei der COP15 in Montreal geht es um Biodiversität. Das Ziel der UN-Konferenz besteht darin, ein neues Regelwerk zum verbesserten Schutz der Biodiversität weltweit zu entwickeln. Lesen Sie hier alles über die Konferenz.

Die Bedeutung der Biodiversitäts-COP

Laut dem Living Planet Report 2022 ist die Biodiversität unseres Planeten in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Die durchschnittliche Populationsgröße von Wildtieren ist weltweit seit 1970 um etwa 69% gefallen. Umso wichtiger ist es, sich mit dieser Krise zu beschäftigen. Bei der COP15, an der die gleichen Vertragsparteien teilnehmen wie an der Klimakonferenz (zuletzt COP27 im November 2022), geht es vom 7. bis 19. Dezember in Montreal, Kanada, um einen neuen globalen Vertrag zur Förderung der Biodiversität.

Der lang erwartete Gipfel, der ähnlich wie die Klimakonferenzen regelmäßig stattfindet, musste mehrfach verschoben werden. Ursprünglich war er für das Jahr 2020 in Kunming, China, geplant. Durch die Corona-Pandemie kam es stattdessen zu einer zweiteiligen Veranstaltung. Der erste Teil fand im Oktober 2021 statt, gefolgt von einem zweiten Teil im Frühjahr 2022. Jedoch kam es dabei zu keiner Einigung. Daher setzte die UN Interims-Besprechungen in Nairobi an. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen in China findet das Treffen nun in Kanada statt.

Die Hoffnung besteht darin, eine globale Einigung zum Schutz und zur Verbesserung der Biodiversität zu treffen, die dem Pariser Klimaabkommen ähneln soll. Dabei stehen jedoch Habitats, Ökosysteme, Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen im Vordergrund. Der Verlust der Biodiversität bedroht auch Menschen, da er den Klimawandel beschleunigt und unter anderem Ernährungsgrundlagen zerstört.

Bei der COP15 geht es darum, den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und die natürliche Vielfalt zu schützen. Bildquelle: Unsplash
Bei der COP15 geht es darum, den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und die natürliche Vielfalt zu schützen. Bildquelle: Unsplash

Die Erwartungen für COP15

Derzeit ist die UN Convention on Biological Diversity (CBD) das wichtigste Regelwerk zur Biodiversität. 196 Länder – die COP-Vertragsparteien – haben es ratifiziert. Der erste Entwurf stammt aus dem Jahr 1992. Es folgte ein Beschluss im Jahr 2010 zu Biodiversitäts-Zielen, die in der Dekade der Biodiversität von 2010 bis 2020 umgesetzt werden sollten. Jedoch konnte keines dieser Ziele erfüllt werden. Noch dazu hat die Pandemie den Fortschritt aufgehalten.

Daher geht es bei der COP15 zur Biodiversität nun darum, die CBD auf den neuesten Stand zu bringen und neue Ziele für die aktuelle Dekade zu formulieren. Teilnehmende hoffen auf einen „Deal for Nature”, der ein Ende des Biodiversitätsverlusts vorschreibt und dazu beiträgt, Bemühungen zur Verbesserung von Ökosystemen und Habitats zu unterstützen, zu beschleunigen und auf politische Agenden zu setzen. Die Deadline für das Ende des Biodiversitätsverlusts ist dabei das Jahr 2030, wobei einige Umweltgruppen für ein früheres Datum plädieren.

Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität

Anders als die COP-Klimakonferenzen erhalten die Biodiversitätskonferenzen weniger mediale Aufmerksamkeit. Regierungschefs nehmen nicht an der Konferenz teil. Rufe danach, die COP15 mit der COP27 zu kombinieren, waren nicht erfolgreich, da beide Konferenzen ohnehin schon zahlreiche Themen in kurzer Zeit bearbeiten. Delegierte werden ab dieser Woche die folgenden Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität diskutieren:

  • Schutz- und Erhaltungsprogramme für 30% der Lebensräume an Land und im Wasser
  • Strengere Vorschriften zur Eindämmung von invasiven Arten
  • Verpflichtung von Unternehmen zur Berichterstattung über Auswirkungen auf die biologische Vielfalt
  • Verpflichtung zur Reduzierung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft
  • Reformierung oder Streichung von Subventionen für Industrien, die die Natur ausbeuten
  • Kooperation mit privaten Geldgebern, um umweltschadende Finanzströme umzulenken
  • Bereitstellung von Internationalen Finanzmitteln für biologische Vielfalt sowie Aufstockung der Mittel für einkommensschwache Länder (jährliche Erhöhung um 200 Mrd. US-Dollar)

Bisher haben sich Länder wie China, Russland, die USA und Indien bei den Biodiversitäts-COPs zurückgehalten. Ein großer Gewinn für das Vorhaben der COP15 ist jedoch bereits jetzt die Wiederwahl des früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Er spricht sich für den Schutz des brasilianischen Regenwalds aus.

Übrigens: Bei der Gartenschau in Lindau im Jahr 2021 gab es viele spannende Ausstellungen zum Thema Biodiversität.