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Was bedeutet ‚Zero-Shot Learning‘ – kann KI ohne Training Städte analysieren?

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Stark befahrene Straße im urbanen Zentrum mit modernen Hochhäusern, aufgenommen von Bin White
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Kann künstliche Intelligenz wirklich ohne Training komplexe Städte analysieren? Zero-Shot Learning verspricht genau das – und stellt damit nicht weniger als die Spielregeln der urbanen Planung, Analyse und Prognose infrage. Wer glaubt, dass Maschinen erst monatelang mit Daten gefüttert werden müssen, um den urbanen Dschungel zu verstehen, wird von den neuesten Entwicklungen in der KI-Forschung eines Besseren belehrt. Zeit also, den Mythos zu entzaubern – und zu fragen: Was kann Zero-Shot Learning, was bedeutet es für Stadtplaner, und wie realistisch ist der Traum von der trainierungsfreien KI im Stadtraum?

  • Definition und Grundlagen: Was Zero-Shot Learning auszeichnet und wie es sich von klassischen KI-Ansätzen unterscheidet.
  • Anwendungsfelder: Wo und wie Zero-Shot Learning bereits heute in der Stadtanalyse eingesetzt wird – von Bilderkennung bis Mobilitätsprognose.
  • Technische Mechanismen: Wie Zero-Shot Learning funktioniert, welche Modelle führend sind und wie urbane Daten integriert werden.
  • Chancen und Herausforderungen: Welche Potenziale Zero-Shot Learning für nachhaltige Stadtentwicklung und Planung bietet – und wo die Grenzen liegen.
  • Praxisbeispiele: Wie Städte und Forschungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Zero-Shot-Ansätzen experimentieren.
  • Risiken: Warum algorithmische Verzerrungen, mangelnde Nachvollziehbarkeit und Datenqualität eine besondere Rolle spielen.
  • Ausblick: Wie Zero-Shot Learning klassische Planungsinstrumente erweitern könnte – und was es für die künftige Rolle von Planern bedeutet.

Zero-Shot Learning – KI ohne Training: Definition, Hintergründe und Relevanz für die Stadtplanung

Zero-Shot Learning klingt wie ein Versprechen aus der Science-Fiction: Eine künstliche Intelligenz, die komplexe Aufgaben löst, ohne jemals ein Beispiel aus genau diesem Bereich gesehen zu haben. Während klassische maschinelle Lernverfahren auf riesige Mengen annotierter Trainingsdaten angewiesen sind, verlässt sich Zero-Shot Learning auf allgemeines Wissen, semantische Beziehungen und Kontextverständnis. Das Prinzip: Die KI wird mit Grundwissen ausgestattet, etwa über Objekte, Konzepte oder Prozesse, und kann daraus auf völlig neue Fragestellungen schließen – ganz ohne spezifisches Training auf die jeweilige Aufgabe.

Für die urbane Planung und Analyse ist dieser Ansatz revolutionär. Städte sind unglaublich vielgestaltig, ihre Datenbasis oft fragmentiert, heterogen und dynamisch. Kein Wunder, dass klassische KI-Modelle wie Convolutional Neural Networks (CNNs) oder Recurrent Neural Networks (RNNs) schnell an ihre Grenzen stoßen, wenn es darum geht, neue Phänomene zu erkennen, für die keine historischen Trainingsdaten existieren. Zero-Shot Learning verspricht hier Abhilfe: Es erlaubt, beispielsweise aus allgemeinen Beschreibungen von Gebäudetypen, Verkehrsmustern oder Klimazonen auf bislang unbekannte städtische Situationen zu schließen.

Doch was bedeutet das konkret? Im Kern geht es um die Fähigkeit von KI-Modellen, Kontext zu verstehen. Ein Beispiel: Während ein klassischer Algorithmus nur „rote Ampeln“ erkennt, wenn er sie vorher hunderttausendfach gesehen hat, kann ein Zero-Shot-Modell aus der Beschreibung „eine leuchtende Lichtquelle an einer Straßenkreuzung, die Verkehr anhält“ auch in bislang unbekannten Städten rote Ampeln identifizieren – selbst, wenn sie anders aussehen als in den Trainingsdaten. Übertragen auf die Stadtplanung bedeutet das: KI kann etwa neue Gebäudetypologien, innovative Mobilitätslösungen oder untypische Nutzungsmuster erkennen und bewerten, ohne spezifisch darauf trainiert worden zu sein.

Die Relevanz für die Praxis kann kaum überschätzt werden. Zero-Shot Learning senkt die Hürden für den KI-Einsatz dramatisch, weil nicht mehr für jede Aufgabe riesige, oft teure und fehleranfällige Datensätze aufgebaut werden müssen. Gerade für Kommunen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die häufig mit Datenschutzauflagen, knappen Ressourcen und zersplitterten Datenlandschaften kämpfen, eröffnet das völlig neue Möglichkeiten. Statt aufwendiger Trainingsphasen könnten Verfahren direkt eingesetzt werden – agil, flexibel und adaptiv.

Allerdings ist Vorsicht geboten: Zero-Shot Learning ist kein Allheilmittel. Die Modelle sind nur so gut wie ihr Grundverständnis von urbanen Systemen und Konzepten. Wer etwa ein Modell mit unscharfen oder unvollständigen Beschreibungen füttert, riskiert grobe Fehlinterpretationen. Die Kunst besteht darin, Wissen sauber zu kodieren, semantische Beziehungen präzise zu definieren und die Grenzen der Generalisierung zu erkennen. Nur so wird Zero-Shot Learning zu einem Werkzeug, das Planer, Architekten und Entscheider wirklich unterstützt – und nicht in die Irre führt.

Technische Mechanismen: So funktioniert Zero-Shot Learning mit urbanen Daten

Das Herzstück des Zero-Shot Learning sind sogenannte Embeddings und semantische Räume. Mittels Techniken wie Word Embeddings (zum Beispiel Word2Vec, GloVe) oder neueren Modellen wie BERT und GPT werden Begriffe, Beschreibungen und Objekte in hochdimensionale Vektoren übersetzt. Diese Vektoren repräsentieren die semantische Ähnlichkeit zwischen Konzepten – beispielsweise zwischen „Fahrradstraße“, „Shared Space“ und „verkehrsberuhigte Zone“. Der Trick: Auch für bisher unbekannte Begriffe kann das Modell aus dem Kontext und den Beziehungen zu bekannten Begriffen schließen, was gemeint ist.

Im urbanen Kontext bedeutet das, dass eine KI, die nie zuvor einen „Pocket Park“ in einer deutschen Stadt gesehen hat, aus der Beschreibung „eine kleine öffentliche Grünfläche zwischen bestehenden Gebäuden“ erkennen kann, was gemeint ist – und diesen Typus in Luftbildern, Plänen oder Sensordaten identifizieren kann. Für Bild- und Objekterkennung werden dabei oft sogenannte Transformer-Modelle eingesetzt, die Kontextinformationen besonders effektiv verarbeiten können. Ein prominentes Beispiel ist das CLIP-Modell von OpenAI, das Bilder und Textbeschreibungen in einen gemeinsamen semantischen Raum abbildet und so Zero-Shot-Klassifikation ermöglicht.

Ein weiteres technisches Element ist die Nutzung von Ontologien und Wissensgraphen. Hierbei werden Beziehungen zwischen urbanen Objekten, Nutzungen, Prozessen und Akteuren explizit modelliert. Ein Wissensgraph kann etwa beschreiben, dass „Bushaltestellen“ typischerweise an „Straßenkreuzungen“ liegen und mit „Fahrplänen“ assoziiert sind. Wird ein neues, bislang unbekanntes Element entdeckt, kann die KI über die semantische Nachbarschaft erschließen, wie es einzuordnen ist. Das ist besonders wertvoll für die Analyse von Stadtdaten, bei denen klassische Kategorien häufig nicht ausreichen.

Praktisch funktioniert Zero-Shot Learning in der Stadtanalyse zum Beispiel so: Ein Planungsamt möchte wissen, wo in der Stadt informelle Treffpunkte entstehen. Statt monatelang Daten zu annotieren, beschreibt man der KI, was einen solchen Treffpunkt ausmacht – etwa Sitzgelegenheiten, Schatten, Nähe zu Gastronomie, hohe Fußgängerfrequenz. Die KI durchsucht dann verschiedene Datensätze, identifiziert Muster und schlägt potenzielle Orte vor – auch wenn sie diese nie zuvor explizit gesehen hat. Ein ähnliches Vorgehen ist auch bei der Erkennung von Nutzungskonflikten, der Prognose neuer Mobilitätsrouten oder der Identifikation von Mikroklimazonen denkbar.

Die Integration in bestehende urbane Datenplattformen ist technisch anspruchsvoll, aber machbar. Zero-Shot-Modelle können als Analysewerkzeuge in Urban Data Hubs, Geoinformationssysteme oder Digital Twins eingebunden werden. Wichtig ist, dass sie mit gut gepflegten Metadaten, offenen Schnittstellen und klaren semantischen Standards arbeiten. Nur dann entfalten sie ihr volles Potenzial – und werden zu intelligenten, adaptiven Analyseinstrumenten, die auch in heterogenen Datenlandschaften zuverlässige Ergebnisse liefern.

Anwendungsfelder und Praxisbeispiele: Wo Zero-Shot Learning heute schon die Stadtanalyse verändert

Die Liste der potenziellen Anwendungsfelder für Zero-Shot Learning in der Stadtplanung und Stadtforschung ist lang – und wächst rasant. Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich der Bild- und Satellitendatenauswertung. Forscher an der Technischen Universität München experimentieren mit Zero-Shot-Modellen, um aus Luftbildern unterschiedliche Gebäudetypen, Grünflächen oder Verkehrsführungen zu erkennen, ohne dass für jede Kategorie ein eigener Trainingsdatensatz aufgebaut werden muss. Das beschleunigt die Kartierung neuer Stadtteile und erlaubt schnelle Analysen bei Veränderungen durch Bauprojekte oder Katastrophen.

Auch in der Mobilitätsforschung eröffnen sich neue Horizonte. So arbeitet das DLR in Braunschweig an Zero-Shot-Ansätzen, um bislang unbekannte Verkehrsströme in Echtzeit zu analysieren. Die Modelle verstehen semantisch, was etwa eine „Verkehrsberuhigung“ oder ein „Shared-Mobility-Hub“ ist, und können daraus auf neue Mobilitätsmuster schließen. Kommunen in Österreich nutzen ähnliche Verfahren, um ad hoc auf ungewöhnliche Ereignisse wie Großveranstaltungen, Unfälle oder kurzfristige Baustellen zu reagieren – und Verkehrsströme ohne explizites Training neu zu steuern.

Im Bereich des Umweltmonitorings sind Zero-Shot-Technologien besonders wertvoll, wenn es um die Erkennung neuer Phänomene geht. Ein Beispiel: Die Stadt Zürich setzt im Rahmen ihres Smart City Programms auf KI-gestützte Analysen von Hitzeinseln. Zero-Shot-Modelle helfen dabei, neue, bislang unbekannte Mikroklimazonen zu identifizieren und zu bewerten, wie sich kleine Veränderungen – etwa die Anlage von Pocket Parks oder das Aufstellen temporärer Schattenspender – auswirken könnten. Auch für die Detektion von Starkregenereignissen oder Luftverschmutzung in bisher nicht überwachten Stadtbereichen sind solche Ansätze im Pilotbetrieb.

Die Quartiersentwicklung profitiert ebenfalls. In Wien unterstützen Zero-Shot-Algorithmen die Szenarioentwicklung für neue Stadtteile, indem sie aus Beschreibungen innovativer Gebäudetypologien oder Mobilitätskonzepte Prognosen ableiten – ohne dass reale Vergleichsdaten vorliegen. Das beschleunigt die Planung und erlaubt es, Visionen und Experimente frühzeitig auf ihre Machbarkeit und Auswirkungen zu prüfen. Selbst in der Bürgerbeteiligung zeigen sich erste Anwendungen: KI-Systeme, die aus offenen Kommentaren und Vorschlägen semantische Muster erkennen und daraus neue Anforderungen oder Konflikte ableiten, können die Qualität der Partizipation deutlich steigern.

Freilich bleibt vieles noch im experimentellen Stadium. Die meisten deutschen Kommunen stehen erst am Anfang, wenn es um den produktiven Einsatz von Zero-Shot Learning geht. Doch die Zahl der Pilotprojekte steigt – und die Erfahrungen zeigen: Gerade dort, wo klassische Datenlücken klaffen, sind die neuen KI-Verfahren besonders hilfreich. Sie machen die Stadtanalyse adaptiver, schneller und oft auch gerechter, weil sie weniger auf bestehende Vorurteile oder historische Verzerrungen angewiesen sind. Wer jetzt investiert, verschafft sich einen Vorsprung – nicht nur technologisch, sondern auch methodisch und kulturell.

Chancen, Grenzen und Risiken: Was Zero-Shot Learning für die Zukunft der Stadtplanung bedeutet

Die Potenziale von Zero-Shot Learning in der Stadtplanung sind enorm. Die Verfahren ermöglichen es, neue Phänomene zu erkennen, schnelle Analysen bei unvorhergesehenen Ereignissen durchzuführen und auch mit fragmentierten oder unvollständigen Datensätzen zu arbeiten. Gerade für die nachhaltige Stadtentwicklung kann das ein Gamechanger sein: Wer etwa neue Grünflächen, Mobilitätskonzepte oder Nutzungsmischungen schnell und zuverlässig bewerten will, muss nicht mehr jahrelang auf Datenaufbau und Modelltraining warten. Zero-Shot Learning bringt Agilität, Flexibilität und Innovationskraft in die Planungslandschaft.

Doch die Technik hat auch ihre Schattenseiten. Die semantische Generalisierung ist nur so gut wie die zugrunde liegenden Beschreibungen. Wo Begriffe unscharf, missverständlich oder kulturell unterschiedlich geprägt sind, entstehen schnell Fehler und Verzerrungen. Ein scheinbar neutraler Begriff wie „öffentlicher Raum“ kann in München, Zürich und Wien völlig unterschiedlich konnotiert sein. Zero-Shot-Modelle riskieren, solche Unterschiede zu nivellieren – und damit relevante Unterschiede in der Planungspraxis zu übersehen.

Ein weiteres Risiko ist die Transparenz. Zero-Shot Learning arbeitet oft mit hochkomplexen, schwer nachvollziehbaren Modellen. Für Planer, Entscheider und die Öffentlichkeit ist es nicht immer ersichtlich, wie eine bestimmte Empfehlung zustande kommt. Das erschwert die Nachvollziehbarkeit und kann das Vertrauen in KI-basierte Planungsinstrumente untergraben. Hier sind klare Dokumentation, nachvollziehbare Entscheidungswege und offene Schnittstellen gefragt – sonst droht die Black Box.

Datenschutz und Datensouveränität bleiben zentrale Herausforderungen. Zero-Shot Learning benötigt zwar weniger spezifische Trainingsdaten, ist aber auf gut strukturierte, sauber annotierte Metadaten angewiesen. In der Praxis sind urbane Daten jedoch oft brüchig, uneinheitlich und verteilt. Wer sicherstellen will, dass Zero-Shot-Modelle wirklich zum Wohle der Stadtgesellschaft arbeiten, muss in Datenqualität, Governance und offene Standards investieren. Sonst besteht die Gefahr, dass KI-Systeme von wenigen Anbietern dominiert und zum Spielball privater Interessen werden.

Schließlich stellt sich die Frage nach der Rolle des Menschen. Zero-Shot Learning ist kein Ersatz für planerische Erfahrung, Kontextwissen und kreatives Denken – sondern ein Werkzeug, das diese Fähigkeiten ergänzen und erweitern kann. Die besten Ergebnisse entstehen dort, wo KI und Mensch im Dialog stehen: Die Maschine liefert Hypothesen, der Planer prüft, interpretiert und entscheidet. Wer KI als Partner auf Augenhöhe begreift, kann von Zero-Shot Learning enorm profitieren – wer sich blind auf Algorithmen verlässt, riskiert böse Überraschungen.

Fazit: Zero-Shot Learning als Werkzeug für die urbane Zukunft – Chancen nutzen, Risiken meistern

Zero-Shot Learning markiert einen Wendepunkt für die urbane Analyse und Planung. Die Fähigkeit, ohne aufwendiges Training neue Phänomene zu erkennen, macht KI flexibler, adaptiver und zugänglicher – gerade für Städte, die mit fragmentierten Daten und knappen Ressourcen arbeiten. Ob in der Verkehrssteuerung, der Quartiersentwicklung, dem Umweltmonitoring oder der Bürgerbeteiligung: Zero-Shot Learning eröffnet neue Horizonte, beschleunigt Prozesse und ermöglicht Innovationen, die mit klassischen Methoden kaum denkbar wären.

Doch wie bei allen technologischen Umbrüchen gilt: Die Chancen sind nur so groß wie die Bereitschaft, Risiken aktiv zu gestalten. Semantische Präzision, Transparenz, Datenqualität und eine enge Verzahnung von KI und menschlicher Expertise sind entscheidend, damit Zero-Shot Learning nicht zur Black Box wird, sondern zum demokratischen Werkzeug für bessere Städte. Die Zukunft gehört denen, die Technologie kritisch, kreativ und mutig einsetzen – und dabei nie vergessen, dass Städte mehr sind als Daten und Modelle. Sie sind Lebensräume, Möglichkeitsräume und Orte des Austauschs. Zero-Shot Learning ist ein mächtiges Werkzeug, um diese Räume zu verstehen und zu gestalten. Doch der beste Algorithmus bleibt am Ende nur so klug wie die Menschen, die ihn verantwortungsvoll nutzen.

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

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das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

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Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

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