Unsere Gesellschaft steht derzeit vor zahlreichen Herausforderungen: zunehmende Radikalisierung, steigende Baukosten, knapper Wohnraum, Klimakrise, mehr soziale Segregation. Und trotz all dieser Probleme halten Staat und Gesellschaft weiterhin an zahlreichen veralteten Konzepten fest. In dieser Ausgabe der G+L fragen wir bei dem Who’s Who aus Politik, Wirtschaft und Planung nach, wo jetzt die richtigen Stellschrauben liegen, um Deutschlands menschen- und klimafreundliche Zukunft zu sichern.
Auf der Suche
Eine steigende Armut trifft auf immer weniger bezahlbaren Wohnraum, unsere Welt erlebt zunehmend intensivere Extremwetterereignisse, klamme Kommunen kämpfen mit explodieren den Baukosten – das ist die Realität, mit der wir heute Stadt und Raum planen. Mehr denn je sind frische Ideen, mutige Entscheidungen und echte Visionen gefragt. Doch gerade in diesem Spannungsfeld wird’s schwierig: Als Planer*innen suchen wir oft vergeblich nach klaren Wegen in Richtung Zukunft. Und manch mal beschleicht einen das Gefühl, dass es nicht nur an Lösungen fehlt – sondern auch an einem gemeinsamen Ziel und dem poli tischen Willen, es überhaupt zu erreichen.
Anpacken angesagt
Wo sind also nun die Hebel, die jetzt angesetzt werden müssen? Diese Frage haben wir für die vorliegende Ausgabe zentralen Akteur*innen aus Planung, Politik und Wirtschaft gestellt. Darunter ist auch Verena Hubertz, unsere neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Interview lesen Sie ab Seite 12.
„Wohnen ohne Alterslimit“
Wir wollten für dieses Heft wissen: Wie kann eine Stadtentwicklung gelingen, die soziale Gerechtigkeit mit Umwelt und Klimaschutzzielen vereint? Welche Maßnahmen sind dringend nötig, um Räume zu schaffen, die für alle zugänglich und nachhaltig sind? In Essays bieten uns Expert*innen Einblicke in erfolgreiche Pilotprojekte und alternative Modelle – und sprechen offen über die Hindernisse und Herausforderungen. Darunter: Wie die Bewässerung von Stadtgrün zukünftig, in Zeiten von Hitze und Trockenheit, gelingen kann, untersuchten die Planer*innen von gruppe F und Forscher*innen zweier Hochschulen für die Hamburger Fachbehörde BUKEA. In Wien will ein Pilotprojekt zeigen, wie es sich im Alter gut leben lässt – „Wohnen ohne Alterslimit“, so der Name des Modells. In SchleswigHolstein können derweil Anwohner*innen und Tourist*innen rund um die Uhr mit dem ÖPNV von A nach B kommen – und das im ländlichen Raum; möglich macht das seit über einem Jahr das Projekt „SMILE24“ des dortigen Nahverkehrsverbunds.
Mit Weitblick
Je lauter die Kämpfe um Ressourcen, Flächen und Prioritäten werden, desto klarer wird: Stadtentwicklung gehört mitten in die Gesellschaft – nicht nur in die Fachgremien. Zukunftsorientierte Planung muss Mensch und Umwelt mitdenken und dabei ehrlich bleiben, was möglich ist – und was nicht. Unsere Ausgabe „Zukunft Raum“ will genau das leisten: frische Impulse liefern, Denkräume öffnen und Entscheidungsträger*innen dabei unterstützen, mutig, klug und mit Weitblick für die Städte von morgen zu handeln.
THERESA RAMISCH
CHEFREDAKTION
t.ramisch@georg-media.de
Das Heft gibt es hier im Shop.
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In unserer Juli-Ausgabe drehte sich alles um ÖPNV. Lesen Sie hier mehr davon.

