Boden für alle

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Warum ist Boden kein Joghurt? Diese und andere dringende Fragen beantwortet die Ausstellung “Boden für alle”, die im Architekturzentrum Wien noch bis Juli zu sehen ist. Neben den erschreckenden Basisinformationen finden sich Best-Practice-Beispiele und Möglichkeitsräume. Lesen Sie hier, warum sich der Besuch lohnt.

 

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250 Things a Landscape Architect Should Know – Buchrezension

B. Cannon Ivers
B. Cannon Ivers

Klappentext

Welches Wissen ist für Landschaftsarchitekt*innen unabdingbar? Diese Grundfrage stellt sich das Buch „250 Things a Landscape Architect Should Know“ und findet darauf sehr unterschiedliche, oft überraschende oder sogar humoristische Antworten. Inspiriert von dem Buch „250 things a architect should know“ des kürzlich verstorbenen Architekten und Architekturkritiker Michael Sorkin, führt sein ehemaliger Student B. Cannon Ivers seine Idee fort und interpretiert sie neu. Wie ihm das gelingt, das lesen Sie hier.

Statements von 50 Autor*innen aus Praxis und Lehre, aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien sowie Australien und aus neuen Studios, ebenso wie aus international etablierten Büros. Unter anderem AW Faus (SINAI), Leonard Grosch (LOIDL), Andreas Kipar (LAND), Martin Rein-Cano (TOPOTEK), Peter Latz und Günther Vogt – um nur den deutschsprachigen Raum zu benennen. Es ist eine ebenso spannende, wie sicherlich herausfordernde Kuration für den Herausgeber B. Cannon Ivers, die sich aber definitiv gelohnt hat. Denn die so unterschiedlichen Statements machen nicht nur die individuellen Haltungen erfahrbar, die globale Positionierung des Buches „250 Things a Landscape Architect Should Know“ bietet auch spannende Einblicke in unterschiedliche geografische Gegebenheiten, sowie soziale und politische Umstände.

Das Buch selbst besitzt keinen Klappentext. Gelistet sind „nur“ die 50 Landschaftsarchitekt*innen, die das Buch mit ihren Statements zu dem machen was es ist. Man ist wohl zurecht davon ausgegangen, dass der erklärende Titel in Kombination mit all den ausgezeichneten Namen ein genügend großes Versprechen an die Käufer*innen bzw. Leser*innen einlöst.

250 Things a Landscape Architect Should Know: Beste Aussage

„Superman is Boring. The model of a singular heroic lead designer (think:Superman) no longer fits in an increasingly connected and multicultural world.“

Mit diesem Wissen aus dem Buch kann man angeben

Zum ersten Mal, ist es nicht das Wissen aus dem Buch mit dem man angeben kann. Es ist das Buch selbst, das wieder in Erinnerung ruft, was man eigentlich alles schon mal gewusst hat. Forschungsfelder und Fachrichtungen, die man universitär gestreift, aber nicht vertieft hat. Ehemalige Ansichten und Ideale, die durch die Arbeitspraxis möglicherweise zu einem blinden Fleck wurden. Vieles wird wieder in Erinnerung gerufen, vieles wieder in den Scheinwerfer gerückt. Zurück bleibt nach der Lektüre ein wohliges Gefühl von Stolz auf die eigene Profession und vielleicht kann man damit doch ein wenig angeben. Und sollte dies nicht genügen, sind es vielleicht die Statements aus anderen Ländern bzw. Kontinenten die dann noch gänzlich neue Perspektiven auftun.

Mehr Trend oder Klassiker

Ein baldiger Klassiker. Schon nach dem ersten durchlesen, überlegt man ob man wohl in den nächsten vier oder doch erst sechs Monaten wieder Zeit hat das Buch noch einmal durchzublättern. Definitiv aber dann im nächsten Urlaub.

Kurzer Satz zum Buch „250 Things a Landscape Architect Should Know“

Ein Titel, ein Text, ein Bild, eine Bildunterschrift, eine Nummer und ein Name – es ist dieses ruhige, aber gerade deswegen gelungene grafische Konzept von Lisa Petersen (Bureau Est), das die Wirkungskraft der Statements noch hervorhebt. Es geht ganz klar um die Ansichten und Ideen – um die Inspiration und Gedankenanstöße. Und ja, auch um die Schreibstile, die ebenso unterschiedlich wie einnehmend sind. Landschaftsarchitekt*innen können zwar weiterhin behaupten, dass sie besser zeichnen als schreiben können. Dieses Buch beweist: sie können Beides. Ein Genuss zu lesen, ist es auf alle Fälle.

Hier erhalten Sie das Buch „250 Things a Landscape Architect Should Know“ (Verlag Brikhäuser, 2021, Hardcover, ISBN 9783035623352).

In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: Die Rezension der Dissertation „Unbestimmte Räume in Städten: Der Wert des Restraums“. Hier stellt sich Dorothee Rummel die Frage, welchen Wert unbestimmte Räume für die Stadt haben.

IGA Metropole Ruhr 2027 kooperiert mit dem VdW

IGA kooperiert mit dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen.
IGA kooperiert mit dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen. Foto: Volker Wiciok

Das Ruhrgebiet bereitet die IGA Metropole Ruhr 2027 vor. In diesem Zug kooperiert die IGA auch mit dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW). Im Fokus der Kooperation steht die Entwicklung grüner Quartiere. Das Projekt soll bereits 2023 starten.

Unter dem Motto „Das Ruhrgebiet blüht auf“ arbeiten die Internationale Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 mit dem VdW Rheinland Westfalen zusammen. Gemeinsam wollen sie lebenswerte Wohnquartiere in der Metropole Ruhr umsetzen. Besonderer Fokus liegt dabei auf der blauen und grünen Infrastruktur in den Quartieren.

Grüner Wandel in der Metropole Ruhr 

Die IGA Metropole Ruhr 2027 ist keine gewöhnliche Gartenschau. Als Dekadenprojekt will sie den grünen Wandel in der ehemaligen Industrieregion voranbringen. Dabei rücken nicht nur die großen Grünzüge der Region ins Blickfeld. Auch die Freiräume in den Quartieren spielen eine Rolle. Deshalb werden nun Wohnungsunternehmen und -genossenschaften in die Aktivitäten der IGA eingebunden. Ihre Konzepte zur Begrünung von wohnungsnahen Freiräumen sollen bei den zukünftigen Planungen berücksichtigt werden.

Wohnungswirtschaft und Grün 

Es ist nicht neu, dass Unternehmen der Wohnungswirtschaft wichtige Partner*innen in der Begrünung unserer Städte und Quartiere sind. Denn die Flächen rund um Wohngebäude besitzen ein großes Potenzial. Bereits jetzt verfolgen viele Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz bei der Quartiersentwicklung: von der einzelnen Wohnung, über das Gebäude bis zum Wohnumfeld. Die Freiraumgestaltung wird dabei immer wichtiger. Die Bemühungen der Wohnungswirtschaft reichen von der Fassadenbegrünung bis zur Begrünung von Wegen, von der Gestaltung von Sinnes- und Klanggärten bis zur Entwicklung biodiverser Quartiere.

Auf dem Weg zur IGA in der Metropole Ruhr sollen die „grünen“ Handlungsfelder weiter wachsen. Dementsprechend werden Ideen zu Urban Farming, zu Balkon- und Dachbegrünung sowie zur Anlage von Gemeinschaftsgärten diskutiert.

Freiräume in der Metropole Ruhr stärken

Bei der neu beschlossenen Kooperation der IGA Metropole Ruhr 2027 mit dem VdW stehen die Freiräume der Wohnquartiere im Mittelpunkt. Die Mitglieder des Verbands wollen die Freiräume in den Wohnumfeldern stärken und durch großflächige Begrünung zur grünen Entwicklung des Ruhrgebiets beitragen. Dabei sind die Wohnungsunternehmen nicht nur in eigener Sache unterwegs. Sie wollen vielmehr Beiträge zur Klimaanpassung, zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts, zur Naherholung und zum Klimaschutz leisten. Denn der Wandel des Klimas stellt auch die Wohnungswirtschaft vor große Herausforderungen.

IGA stärkt nachhaltiges Wohnen

Die Zusammenarbeit zwischen der IGA und dem VdW beinhaltet neue Chancen. In Wohnvierteln werden Wohnen und Arbeiten, Erholung und Nachbarschaft integriert betrachtet. Hier spielen Lebens- und Aufenthaltsqualität eine große Rolle. Hier sind aber auch die Auswirkungen des Klimawandels besonders zu spüren. 

Vor diesem Hintergrund will der VdW Quartiere zukunftsfähig und klimaresilient gestalten. Und was eignet sich besser dafür, als an die Aktivitäten der IGA Metropole Ruhr 2027 anzuknüpfen. Denn der Weg zur grünen Transformation des Ruhrgebiets gelingt nur gemeinsam mit allen Akteur*innen. Schon jetzt freut sich der Verband auf neue Wohngärten, die durch die IGA Metropole Ruhr 2027 besondere Aufmerksamkeit bekommen werden. Hier wird zu erleben sein, dass Klimaschutz nur gemeinsam gelingt. 

IGA Metropole Ruhr 2027 und ihre Standorte

Die erste IGA in Nordrhein-Westfalen erstreckt sich über verschiedene Standorte im Ruhrgebiet. Dabei bilden die sogenannten „Zukunftsgärten“ einen Schwerpunkt. Die Projekte dieser ersten Ebene entstehen derzeit in Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel/Recklinghausen und Bergkamen/Lünen. An verschiedenen Standorten dieser Ruhrgebietsstädte werden grüne Zukunftsthemen und Innovationen präsentiert. 

Auf einer zweiten Ebene entstehen Projekte unter dem Motto „Unsere Gärten“. Das sind vornehmlich kommunale Projekte. Dabei stehen grüne Infrastruktur, die Entwicklung von Freiräumen und Orten der Naherholung im Fokus. Auf der dritten Ebene „Mein Garten“ liegt das Augenmerk auf bürgerschaftlichem Engagement. Hier wird die Identifikation der Menschen in der Metropole Ruhr mit ihrer Region sichtbar. In diesem Themenfeld zeigen Vereine und Privatinitiativen ihr Engagement rund um Grün. Hier soll auch die Kooperation zwischen VdW und der IGA Metropole Ruhr 2027 sichtbar werden.

Blick in die Zukunft 

Die Zusammenarbeit des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft mit der IGA Metropole Ruhr 2027 wird in der Region begrüßt. Schon gelten die Mitgliedsunternehmen des Verbands als Impulsgeber für innovative Lösungen in der Stadtlandschaft. Diese Beispiele werden nun zum Teil der IGA. Sie bekommen 2027 die Chance auf neue und große Aufmerksamkeit. Damit Freiräume, grüne Fassaden und Dächer im Ausstellungsjahr 2027 in voller Blüte stehen, ist ein Projektauftakt bereits für 2023 geplant.

Wenn die Metropole Ruhr 2027 zur IGA einlädt, findet in Stuttgart die  IBA 2027 statt. Mehr dazu hier.