Gärten der Welt – Belo Horizonte

Arte zeigt gerade die sehenswerte Dokumentationsreihe „Erstaunliche Gärten“, die außergewöhnliche Gärten weltweit porträtiert. Die Serie stellt unter anderem Projekte aus Deutschland, Mexiko oder China vor. Diese Woche geht die Reise nach Brasilien.

Ein Skulpturenpark mitten im Regenwald? Den findet man, wenn man nach Brasilien reist. Genauer: In den Südosten Brasiliens, unweit der Metropole Belo Horizonte. Dort, in den Hügel der Stadt Brumadhino liegt der Dschungelgarten Inhotim. Der portugiesische Name Brumadinho bedeutet wörtlich „kleiner Nebel“. Doch in den Jahrzehnten der Eisenerzförderung löste der Staub der Minen die legendären Nebelschwaden ab.

Alle Bilder: Cineteve

Das größte Freilichtmuseum Lateinamerikas

In den 1980er Jahren setzte sich der Minenbesitzer ein, die zerstörte Natur zu retten. 2007 eröffneten dann Kunst- und Pflanzenliebhaber das größte Freilichtmuseum Lateinamerikas. In die Gestaltung des Gartens gingen Anregungen des Landschaftsarchitekten, Pflanzensammlers und Malers Roberto Burle Marx ein. Dieser stand dem Architekten Oscar Niemeyer nahe und gilt als Begründer der modernen brasilianischen Gartenarchitektur. Seine Interpretation wie Mensch und Kunst zusammenwirken veränderte das Verhältnis der Brasilianer zur heimischen Natur.

Statuen im Einklang mit der Natur

Das Konzept des Inhotim versteht sich als Gegenentwurf zur klassischen Gepflogenheit, Parks lediglich mit Statuen zu dekorieren. Vielmehr knüpft es an das Credo der sogenannten Land Art der 70er Jahre an: ein leidenschaftlicher Aufruf an die Künstler, die Museen hinter sich zu lassen und stattdessen hinauszugehen in die Natur und im Einklang mit ihr Neues zu erschaffen.