Ausstellung „StadtLand“ zur IBA Thüringen

Zu DDR-Zeiten beliebtes Urlaubsziel, heute vergessene Landschaft: Das Schwarzatal in Thüringen leidet unter Abwanderung und Leerstand. Ein neues Landschaftsbild, angestoßen durch die IBA Thüringen, soll den Transformationsprozessen nun begegnen – das der Sommerfrische. Getragen durch kooperative Prozesse zwischen Fachexperten, regionalen Akteuren und der Bürgerschaft entwickelt sich das Tal zum experimentierfreudigen Zukunftslabor. In der Juliausgabe 2019 berichten wir darüber. Aber die Sommerfrische ist natürlich nicht das einzige Projekt der IBA Thüringen. Die Ausstellung „StadtLand“ im Eiermannbau Apolda stellt aktuell noch bis zum 29. September 2019 sämtliche Projekte, Ideen und Akteure vor. 

Eingang zur Ausstellung im Eiermannbau Apolda_Foto Thomas Müller
Die Ausstellung "StadtLand" läuft noch bis zum 29. September

 

Dieses Jahr zieht die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen Zwischenbilanz. 2011 beschlossen und 2012 begründet, bearbeitet sie seit ihrem ersten Projektaufruf „Zukunft StadtLand“ 2014 mittlerweile 28 IBA Vorhaben in ganz Thüringen. Die IBA Vorhaben sind so vielfältig wie das Land selbst, sie reichen vom Ferienhaus im XS-Format am Thüringer Meer bis zum Zukunftsstadtkonzept in Nordhausen, vom digitalen Blockbau vor dem Eiermannbau bis zu einem Land(wirt)schaftskonzept für 1 500 Hektar Feld in Kannawurf.

Mit der Ausstellung „StadtLand“ werden im Eiermannbau Apolda die Projektschauplätze, innovative StadtLand Zukunftsideen und zahlreiche Projektakteure vorgestellt. In einem temporären Kinosaal zeigt ein eigens produzierter Film eine Annährung an den IBA Raum und die IBA Macher. Auf sieben Monitoren kommen nebenan 16 Projektakteure zu Wort. Außerdem laden „Thüringer Szenerien“ aus großformatigen Standortaufnahmen und Projektsilhouetten die Besucher dazu ein, den Ist-Zustand und Zukunftsvisionen der IBA Vorhaben zu erleben. In Logbüchern wird jedes IBA Vorhaben eingehend erläutert und illustriert. Auf der zweiten Etage des Eiermannbaus kann der experimentelle Ausbau des IBA Büros mit seinen 14 Gewächshäusern nachvollzogen werden.

 

Alle Fotos: Thomas Müller

Die IBA Thüringen

Bis 2023 entwickelt die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen mit ihren Partnern ressourcenbewusste Projekte mit gemeinwohlorientierten Werten in und für Thüringen: innovativ, experimentell, zum Nachahmen. „StadtLand“ ist ihr Thema, es beschreibt die kleinteilige Siedlungsstruktur im Freistaat.

Die IBA Thüringen aktiviert Leerstände im Land – LeerGut umbauen. Sie unterstützt Raumunternehmer und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – SelbstLand aufbauen. Und sie realisiert experimentelle Neubauten und macht Baukultur zum Markenzeichen von Thüringen – ProvinzModerne neubauen.

Im Jahr 2014 startete die IBA Thüringen ihren ersten Projektaufruf, „Zukunft StadtLand!“. Auf Empfehlung des IBA Fachbeirats wurde damals auch die Projektidee „Resilientes Schwarzatal“ zum IBA Kandidaten. Mittlerweile haben sich unter dieser Überschrift vier Arbeitsrichtungen herauskristallisiert: das Zukunftsfähige Landschaftsbild Schwarzatal als Klammeraussage, das Schloss Schwarzburg – Denkort für Demokratie im Zentrum, die Projektfamilie Sommerfrische Schwarzatal und der Bahnhof Rottenbach, ein Tor ins Schwarzatal.

Mehr Informationen zur Ausstellung „StadtLand“ finden Sie hier.

Einen Bericht über die IBA-Projekte im Schwarzatal finden Sie in der G+L 07/2019.