Bernard Lassus in Paris

Das Lebenswerk des französischen Künstlers und Landschaftsarchitekten Bernard Lassus steht derzeit im Fokus des Centre Pompidou in Paris. Dass die Ausstellung seinen frühen kinetischen Installationen besondere Aufmerksamkeit widmet ist faszinierend. Die „Brise-lumières“, mit denen Lassus Anfang der 1960er-Jahre das Spiel farbiger Lichtreflexe untersuchte, sind dort im Original zu sehen. Auf der Dachterrasse des Kulturzentrums stehen sie als vergrößertes Modell – im Hintergrund die Silhouette von Paris. Mit Förderung von Vinci Autoroutes konnte Lassus dort auch den „Jardin Monde“ realisieren: Eine farbige Grotte, umgeben von Bäumen, Hecken und Blumen, wird von einem Wasserspiegel reflektiert, in dem sich eine riesige Stechmücke als „zivilisiertes Monster“ niedergelassen hat. Mit deAusstellung „Bernard Lassus, un art de la transformation: le paysage“ weitet das Centre Pompidou noch bis 28. August den Blick ausdrücklich auf die Transformation von Landschaft.

Literatur über Bernard Lassus

Das Centre Pompidou veröffentlicht einen Katalog zu den Veranstaltungen mit Bernard Lassus, der im Juli 2017 erscheinen soll. Die Realisierung des Jardin Monde sowie die begleitende Ausstellung wurden durch Aurélien Lemonier kuratiert. Einen Überblick zu Werk und Wirken von Bernard Lassus gibt Band 8 der CGL-Studies, der anlässlich seines 80. Geburtstages erschienen ist. Seine landschaftsarchitektonischen Projekte sowie seine Beiträge zur Theoriebildung werden hier auch aus internationaler Perspektive gewürdigt. In diesem Band ist zudem eine Auswahl deutschsprachiger Veröffentlichungen von Bernard Lassus zusammengestellt.

Bibliographische Daten

Jardin Monde. Bernard Lassus, sous la direction d’Aurélien Lemonier – Editions Centre Pompidou, Paris 2017

Andrea Koenecke, Udo Weilacher und Joachim Wolschke-Bulmahn (Hg.), Die Kunst, Landschaft neu zu erfinden. Werk und Wirken von Bernard Lassus (CGL-Studies 8), München 2010