Landschaft und Inklusion

Was ist eine inklusive Landschaft? Beim sechsten Landschaftsforum des Le:Notre Institutes stand von 16. bis 20. Mai 2017 in Freising das Thema Partizipation in all ihren Facetten im Focus. Wie können wir gewährleisten, dass die Landschaft für alle zugänglich ist? Wie bietet sie Raum für kooperative, sozial integrative Prozesse und gibt allen Menschen die Möglichkeit, zu partizipieren, zu interagieren? 145 Landschaftsarchitekten und -planer, Lehrende, Studenten und Wissenschaftler aus 27 Ländern bildeten einen Think Tank zur inklusiven Landschaft und erarbeiteten Strategien, Ansätze und Ideen für Partizipation und damit auch Umweltgerechtigkeit.

Der Münchner Norden im Fokus

Der Münchner Norden als multifunktionale, peri-urbane und kontrastreiche Landschaft stand im Zentrum der Forschung. Das Gebiet muss sich besonderen Herausforderungen stellen, denn München wächst und der Bedarf an Wohn- und Gewerberaum sowie an einer modernen  Infrastruktur ist groß. Hinzu kommt die Bedeutung von Agrarflächen und die Notwendigkeit von Erholungsräumen und Naturschutzgebieten. Die Qualität der Landschaft und die Teilhabe an ihr rücken damit ins Zentrum der Betrachtung. In Workshops, Vorträgen, Exkursionen und mit Hilfe eines Studentenwettbewerbs im Vorfeld des Forums arbeiteten die Teilnehmer Handlungsempfehlungen heraus, die, so umgesetzt, Leitsätze formulieren wie eine inklusive Landschaft gelingen kann.

Inklusive urbane grüne Infrastruktur

Inklusive Identitäten schaffen und damit Menschen im urbanen oder ruralen Raum zusammenbringen, um ihr Zugehörigkeitsgefühl und ihre Identifikation mit der Landschaft zu stärken, ist eine Maßnahme, die die Teilnehmer auf dem Forum herausgearbeitet haben. Eine weitere: demokratische Elemente und Partizipation stärken, denn wer bei der Gestaltung seiner Landschaft mitreden kann, engagiert sich gerne. Weiterhin könnte die Etablierung einer inklusiven urbanen grünen Infrastruktur Menschen und Landschaften miteinander verbinden und für Umweltgerechtigkeit sorgen. Die Entwicklung von essbaren Landschaften würde zu einer nachhaltigen und gesunden Lebensweise beitragen und die Qualität der Landschaft insgesamt verbessern. Eine weitere Idee: Umwelterziehung als Selbstverständlichkeit etablieren, um sicher zu stellen, dass sich jeder Stadt- und Landbewohner der Schätze der Natur bewusst ist.

Inklusion im Wettbewerb

Im Vorfeld des Le:Notre Landscape Forums wetteiferten Studenten um den besten inklusiven Entwurf für den Münchner Norden. Gewonnen hat ein Team der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Die Studenten Evgeniia Telnykh, Eliza Salman, Ziou He (alle HSWT Weihenstephan-Triesdorf) und Giada di Sante (Sapienza – Università di Roma) lieferten einen aufwendigen Entwurf ab, der der Komplexität und Multifunktionalität des Münchner Nordens Rechnung trägt. Allein die von den vier Studenten entwickelten Avatare – Senioren, Immigranten, Menschen mit Handicap, Radfahrer, Teenager – verdeutlichen, dass eine inklusive Landschaft Vielfalt und Verständnis füreinander bedeutet.

Weitere Informationen unter http://forum.ln-institute.org/.