Parc des Ateliers

Der spektakuläre Neubau der Stiftung Luma Arles ist ein Kunstwerk für die Kunst: Frank Gehrys Turm ist Museum und Atelierbau zugleich. Er bildet den Höhepunkt eines Kunst- und Kulturareals, das die Luma-Gründerin Maja Hoffmann im Verlauf von 15 Jahren verwirklicht hat.

Luma Arles eröffnet „Parc des Ateliers“

Arles und Kunst – da ist natürlich der erste Gedanke van Gogh, der hier seinen Traum vom Atelier des Südens im Künstlergemeinschaft mit Gauguin zu verwirklichen suchte. Doch der Aufenthalt in Arles wurde für van Gogh zum Debakel. Nicht nur, dass die Zusammenarbeit mit Gauguin im Zerwürfnis endete – in Arles begann er auch zunehmend an Wahnvorstellungen zu leiden, bis er sich schließlich in die Nervenheilanstalt im nahegelegenen Saint-Rémy begeben musste.

Fast erscheint es ein wenig, als habe sich Maja Hoffmann vorgenommen, van Goghs erlittenes Schicksal in Arles im Nachhinein zu heilen. Hoffmann, die der gleichnamigen Basler Großindustriellendynastie entstammt, ist eine der bedeutendsten Kunstsammlerinnen und -förderinnen weltweit. Seit beinahe 20 Jahren wirkt sie als Kulturinitiatorin und Mäzenin in Arles. Im Jahr 2004 gründete sie dort die Luma-Stiftung, die zeitgenössische Kunst fördert und beauftragt.

 

Drei Jahre später begann Maja Hoffmann gemeinsam mit dem Architekten Frank Gehry, dem Kurator Hans-Ulrich Obrist und einer Reihe bedeutender zeitgenössischer Künstler einen Arbeitsprozess. Die Beteiligten entwickelten gemeinsam Ideen für ein neuartiges Kunst- und Kulturzentrum für das 21. Jahrhundert. Als Standort für dieses Projekt wählte Hoffmann den „Parc des Ateliers“. Ein Gelände des seit den Achtzigerjahren aufgelassenen Bahnbetriebswerk der SNCF an Rande der historischen Altstadt von Arles. Die historischen Werkstattgebäude wurden in Verlauf der letzten Jahre von der Architektin Annabelle Selldorf renoviert. Nun beherbergt das Gebäude Ausstellungsräume, Künstlerateliers und -wohnungen sowie ein Restaurant.

Galerie, Atelier und eine öffentliche Aussichtsterrasse

Den krönenden Abschluss fand die Neugestaltung des „Parc des Ateliers“ nun mit der Eröffnung des „Towers“, eines 56 Meter hohen Ausstellungs- und Ateliergebäudes nach dem Entwurf von Frank Gehry. Die ersten Vorarbeiten zu dem Projekt begannen bereits 2009. 2013 begannen die Bauarbeiten. Das Ergebnis ist unübersehbar ein Werk Gehrys – der hier jedoch die für sein Werk so charakteristischen freien Formen mit gewaltigen geometrischen Volumina verbindet. So gestaltete der Architekt eine drei Stockwerke hohe Sockelzone als gewaltigen gläsernen Zylinder. Ein Verweis auf das römische Amphitheater von Arles.

Nachhaltige Baumaterialien entwickelt von Atelier Luma

 

Aus dem Zylinder empor wächst der eigentliche Turm. Dessen auf die Innenstadt ausgerichtete Seite präsentiert sich als glänzende und wild bewegte Metallhaut mit rechteckigen Fenstererkern. Auf der stadtabgewandten Seite scheint der Turm dagegen aus zwei kubischen Körpern zusammengesetzt, die leicht angewinkelt nebeneinanderstehen. Im Innern des Glaszylinders sind scheinbar frei im Raum verteilt die Volumina der unterschiedlichen Galerien untergebracht. Eine Organisationsform, die sich ähnlich auch in Gehrys Fondation Louis Vuitton in Paris findet. Auch mehrere Atelierräume für Künstler finden sich hier. Im Turm dagegen sind hauptsächlich die Verwaltungsräume der Stiftung untergebracht. Eine öffentliche Aussichtsterrasse bildet den oberen Abschluss.

Zahlreiche Kunstwerke, unter anderem von Philippe Parreno und Olafur Eliasson, sind wichtiger Bestandteil des Towers. Sie wurden speziell für diesen Ort geschaffen. Ebenfalls Teil der Arbeit der Luma-Stiftung ist übrigens das Atelier Luma. Diese Werkstätte hat verschiedene nachhaltige Bau- sowie Einrichtungsteile aus heimischen Materialien für das Projekt entwickelt: So finden sich im Gebäude unter anderem textile Wandverkleidungen aus Bioplastik, mit Algen gefärbte Fliesen und Akustikelemente aus Sonnenblumen.

Ein weiteres Museum geschmückt mit gelungenen architektonischen Details sehen Sie hier.

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„Viele sagen, der Landschaftspark Wiese sei der schönste Ort in der Region.“

die Vermittlung und die Sensibilisierung im Landschaftspark Wiese. © Saskia Scherer

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner kennen ihn unter dem Namen „Lange Erlen“, andere bezeichnen ihn als das ehemalige Landesgartenschaugelände. Dabei hat dieser Park, der im Basler Rheinknie Deutschland mit der Schweiz verbindet, einen so viel schöneren Namen: Landschaftspark Wiese, nach dem gleichnamigen Fluss, der ihn durchfließt. Das Besondere an dem Park: Er liegt sowohl auf deutschem als auch auf Schweizer Grund. Und er ist Schauplatz der IBA Basel, die sich seit mehr als zehn Jahren erfolgreich für grenzüberschreitende Projekte im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz engagiert. Wir wollten mehr über diesen Landschaftspark erfahren und haben uns deshalb mit dem Hauptranger Yannick Bucher unterhalten.

Yannick Bucher, gemeinsam mit zwei deutschen Kollegen, arbeiten Sie seit Februar 2019 als Ranger im Landschaftspark Wiese. Wie dürfen wir uns Ihren Job vorstellen?
Die Hauptaufgabe von unserem Rangerdienst ist die Information, die Vermittlung und die Sensibilisierung im Landschaftspark Wiese. Letzteres bedeutet insbesondere, dass wir dafür Sorge tragen, dass die Besucherinnen und Besucher sich im Großen und Ganzen an die Regeln halten. Wir sorgen für ein positives miteinander zwischen Besuchern und Akteurinnen, im Gebiet wird das Trinkwasser der Region gewonnen und Landwirtschaft betrieben. Rangerdienste sind typisch für Nationalparks und auch einigermaßen typisch für Naturschutzgebiete. Eher speziell ist es, dass wir mit dem Landschaftspark Wiese in einem Gebiet tätig sind, das nicht nur reines Naturschutzgebiet ist. Denn hier gibt es auch andere Nutzungen wie Sportanlagen, Tierheime und Schrebergärten.

„Der Rangerdienst ist eine der zentralen Maßnahmen vom IBA Projekt Landschaftspark Wiese.“

Besonders am Rangerdienst im Landschaftspark Wiese ist aber auch, dass er binational aufgestellt ist.
Absolut richtig. Der Landschaftspark an sich ist binational. Da liegt es natürlich nahe, dass auch der dortige Rangerdienst binational aufgestellt ist, dass dieser im ganzen Park unterwegs ist und sich nicht an die Grenzen halten muss. Die Agglomeration Basel ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und die Freizeitaktivitäten haben sich aufgrund flexiblerer Arbeitszeiten ziemlich verändert. Damit stieg auch der Druck auf die lokalen Naherholungsgebiete. Den Rangerdienst hat man dann vor gut einem Jahr eingeführt, um dem zunehmenden Nutzungsdruck etwas entgegenzusetzen. Deswegen sind wir nicht nur Aufsichtsorgan, sondern haben ebenso auch Vermittlungsaufgaben inne. Und diese sind auch nötig.
Die Corona Pandemie hat den Effekt noch verstärkt: Wir hatten bereits vorher viele Besucherinnen und Besucher im Park. Die Besucherzahlen während des Lockdowns lagen weit über den normalen. Das zeigt, wie wichtig der stadtnahe grüne Erholungsraum für die Region ist.

Das kann ich mir vorstellen. Wie sieht diese Vermittlung, von der Sie gesprochen haben, konkret aus?
Wir bieten Führungen und organisieren auch Infotische. Wir versuchen dafür zu sensibilisieren, was in dem Raum passiert, wie die Trinkwassergewinnung und wie die Landwirtschaft im Park funktionieren. Wir bringen die Themen auf den Tisch, die man als Stadtbewohner wenig erleben kann, und vermitteln diese.

Wie ist der Rangerdienst organisiert?
Insgesamt haben wir drei Auftraggeber: die Stadt Weil am Rhein, die Gemeinde Riehen und den Kanton Basel-Stadt. Ich bin bei der Umweltberatungsfirma „Hintermann & Weber AG“ angestellt, die den Auftrag von der Stadt Basel erhalten hat und meine beiden deutschen Partner sind beim Trinationalen Umweltzentrum (TRUZ) beschäftigt.

Welche Maßnahmen hat man in den vergangenen Jahren im Rahmen der IBA Basel umgesetzt und welche sind noch geplant?
Wir selber, also der Rangerdienst, sind eine der zentralen Maßnahmen vom IBA Projekt Landschaftspark Wiese. Uns gibt es wie gesagt seit einem Jahr. Zudem ist für den Park eine einheitliche Beschilderung geplant, die an den Eingängen über den Park informiert, welche Möglichkeiten zur Erholung bestehen, aber auch, welche Auflagen daran gekoppelt sind: dass man Feuer nur in den Grillstellen machen darf und dass man seinen Müll mitnimmt etc. Die Basic-Regeln eben. Außerdem wird es im Park künftig einen Themenpfad geben, der die Themen Trinkwassergewinnung, Tiere und Pflanzen, aber auch die historische Entwicklung aufzeigt.

Die größte Maßnahme ist aber „Wiese vital“, richtig?
Genau, im Zuge einer Volksinitiative in der Schweiz hat das baselstädtische Stimmvolk beschlossen, auf dem ganzen Abschnitt auf Schweizer Boden den Fluss Wiese zu revitalisieren und zu renaturieren. Der untere Teil ist bereits revitalisiert, für den anderen Teil arbeitet man aktuell ein Bauprojekt aus. Das Ziel: Der Fluss soll wieder natürlicher fließen und mehr Platz haben.

Sie sind jetzt knapp 1,5 Jahre dabei. Was denken Sie, reichen die Bemühungen vor Ort aus, um den Landschaftspark Wiese langfristig vor dem Nutzungsdruck zu schützen?
Den wichtigsten Schritt hat man meiner Meinung nach mit dem Landschaftsrichtplan gemacht. Die Fläche kann nun nicht mehr überbaut werden und darüber bin ich froh. Mit sanften Mitteln ist man nun dran, den Erholungsraum des Parks zu schützen. Mit Beschilderungen, gezielter Information oder auch durch uns, dem Rangerdienst. Ich denke, da sind wir auf einem guten Weg. Das gleiche Feedback erhalten wir auch aus der Bevölkerung. Das Interesse am Gebiet wächst und das, was wir machen, wird geschätzt. Viele Besucher sagen, der Landschaftspark sei der schönste Ort in der Region. Und es kommen auch immer wieder Besucher, die fragen, wie sie helfen können, die etwas für das Gebiet tun wollen. Das alles zusammen stimmt mich sehr optimistisch.

Warum wir eine IBA-Basel-Serie gestartet haben? Das lesen Sie hier.

Sämtliche Beiträge zur IBA Basel 2020 finden Sie hier.

Planten un Blomen ist ein historischer Park in Hamburg. (Foto: Berndt Andresen)

Planten un Blomen ist ein historischer Park in Hamburg. (Foto: Berndt Andresen)

Hamburgs Stadtpark Planten un Blomen ist mehr als nur eine große Grünfläche – 47 Hektar, um genau zu sein. Er ist ein geschichtsträchtiger Ort, an dem sich die Historie des Geländes ablesen lässt. Seine Bedeutung als Gartendenkmal ist unbestritten. Besucher*innen schwelgen darin aber nicht nur in der Vergangenheit, denn er hat auch in der Gegenwart einiges zu bieten. Von verschiedenen Gärten (japanisch, botanisch, Rosen) über zahlreiche Attraktionen für Groß und Klein. Hier erfahren Sie alles, was sie über den Park Planten un Blomen wissen müssen.

Vor Planten und Blomen: ein revolutionärer Park

Im Jahr 2020 feierte der Hamburger Stadtpark Planten un Blomen sein 200. Jubiläum. Das war nicht gerade die beste Zeit, um die Geschichte einer der schönsten Grünanlagen der Hansestadt zu huldigen. Die Corona-Pandemie durchkreuzte die geplanten Events der Veranstalter*innen.

Aber da der Spaziergang in diesem Jahr eine ungeahnte Renaissance erlebte, weil ja sonst nichts blieb, was man tun konnte, waren Parks auch ohne Jubiläumsattraktionen beliebte Magneten zum Flanieren. Und ohnehin: Planten un Blomen ist eine konstante Erholungsperle der Hamburger*innen, Virus hin oder her, eine 47 Hektar große Anlage von historischer und gartenpflegerischer Bedeutung westlich der Alster, nicht weit von der Universität gelegen.

Hinter dem Park, der Einheimische und Tourist*innen zuhauf anzieht, verbirgt sich aber mehr als sein Beitrag zu Hamburgs Grüngürtel. Er ist auch ein Dokument der Stadtgeschichte. Wo heute Familien, Senior*innen und Jugendliche sich treffen, um auf den grünen Flächen zu entspannen, befanden sich früher eine Aufmarschfläche und Zwangsarbeiterlager im Zweiten Weltkrieg.

Aber bereits 1820 bis 1837 entstand hier ein Landschaftspark nach den Plänen des Kunstgärtners Isaak Altmann. Er sollte Ruhepol und Wissensstandort sein, mit Museen und Instituten. Zu seiner Zeit verfolgte Altmann mit diesem mehrschichtigen Parkkonzept ein revolutionäres Ziel – so eine Grünfläche war bis anhin ungesehen.

Von der Wallanlage zum englischen Landschaftsgarten

Dieser Park trug aber nicht sofort seinen heute so bekannten Namen. „Planten un Blomen“ ist Plattdeutsch. Den Namen erhielt der Park anlässlich der Nieder­deutschen Gartenschau „Planten un Blomen“ im Jahr 1935, als der Hamburger Gartenarchitekten Karl Plomin das Gelände in eine Parkanlage umgestaltete. Was der Name bedeutet, ist naheliegend: Pflanzen und Blumen. Und davon gibt es eine ganze Menge.

Heilpflanzen und Kräuter im Apothekergarten, prächtige Staudenpflanzen und Schwertlilienblüten in den Bürgergärten, Rosen in den Rosengärten. Im japanischen Landschaftsgarten warten Kirschblüten, stille Teiche und ein Teehaus, auf den Mittelmeerterrassen Hibiskus, Clematis, Feigen, Mammutblatt und Limonen.

Früher befanden sich auf dem Gelände von Planten un Blomen die Wallanlagen, die Johan van Valckenburg zwischen 1616 und 1625 als Befestigungsring um den damaligen Stadtkern angelegte. Diese verloren Ende des 18. Jahrhunderts aus militärischer Perspektive in Europa allmählich ihre Bedeutung. Infolgedessen erhielt Isaak Altmann aus Bremen den Auftrag, die Anlage nach englischem Vorbild umgestalten. Das heißt, sie als englischen Landschaftsgarten neu zu interpretieren und sie der Bevölkerung zur Erholung zur Verfügung zu stellen. Ein Angebot, das sich bei Hamburgs Bürger*innen großer Beliebtheit erfreute.

Gartendenkmal Planten un Blomen

Aus der Ostseite des Wallrings wurde schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts eine Verkehrszone. Unter anderem wurde hier 1906 der Hauptbahnhof eingeweiht. Der westliche Teil blieb Parkanlage, wurde im Laufe der Zeit aber immer weiter vergrößert. Er umfasste die Friedhöfe vor dem Dammtor, den ehemaligen Botanischen Garten und den 1861 nördlich davon errichteten Zoologischen Garten. Aus Letzterem entstand 1930 übrigens seinerseits ein Volks- und Vergnügungspark.

Die Gärten in Planten un Blomen

Die Internationalen Gartenausstellungen (IGA) 1953, 1963 und 1973 veränderten die Anmutung der Anlage. Nach 1973 wurden die Areale Planten un Blomen, Alter Botanischer Garten, Kleine und Große Wallanlagen zum Wallringpark zusammengefasst. Erst 1986 erhielt die gesamte Anlage offiziell den Namen Planten un Blomen. Die letzte Umgestaltung fand 2011 an der Nordwestseite des Parks statt. Seitdem gibt es einen neuen Zugang zum Park aus der Richtung des 2004 und 2008 erweiterten Messegeländes.

Die ganzen Um- und Neugestaltungen lassen dennoch zu, dass Besucher*innen sich mit der Historie der ehemaligen Wallanlage auseinandersetzen. Dafür sorgen die zahlreichen erhaltenen Strukturen wie Wassergräben, Bastionen sowie Architekturen und Elemente aus den verschiedenen Gartenausstellungen. Anhand deren lässt sich die Geschichte des Geländes rekonstruieren. Gleichzeitig unterstreichen sie die gartendenkmalpflegerische Bedeutung von Planten un Blomen.

Zu den verschiedenen Strukturen im Park gehören unter anderem auch verschiedene Gärten. So etwa der Japanische Garten. Diesen gestaltete der japanische Gartenarchitekt Yoshikuni Araki im Jahr 1988. Araki hielt sich dabei streng an die Richtlinien des Feng Shui. Besonders am Japanischen Garten in Planten un Blomen ist, dass es sich um den größten Europas handelt. In seiner Mitte befindet sich ein See, seit 1990 steht an dessen Ufer ein japanisches Teehaus. Von Mai bis September können Besucher*innen dort traditionellen Teezeremonien beiwohnen. Außerdem werden dort Workshops zu japanischer Kalligrafie angeboten, aber auch zum Taiko-Trommeln oder zu japanischen Duftzeremonien.

Ein ganz so vielfältiges Angebot an Workshops kann der Rosengarten in Planten un Blomen nicht bieten. Dennoch ist er ebenso einen Besuch wert – schon allein wegen der 300 verschiedenen Rosenzüchtungen. Darunter befinden sich historische Rosen, Parkstrauch- und Wildrosen, Kletterrosen oder Teehybriden. Der Garten ist im klassischen Stil angelegt und bietet Bögen und Sitzecken. Genauso wie beim Japanischen Garten befindet sich im Mittelpunkt des Rosengartens eine Architektur. Der Pavillon dient in den Sommermonaten als Informationszentrum zu verschiedenen Rosensorten und ihrer Pflege.

Dazu kommt ein botanischer Garten. Die Tropenhäuser – dabei handelt es sich um die Schaugewächshäuser des Botanischen Gartens der Universität Hamburg – liegen im Zentrum des Parks. Sie wurden zur Internationalen Gartenausstellung 1963 eröffnet. Heute stehen sie unter Denkmalschutz. Eine besondere Tragkonstruktion ermöglichte es den Architekten, die Innenräume trotz einer maximalen Höhe von 13 Metern ohne tragende Elemente zu gestalten. Der Tropenhauskomplex ist nach Pflanzengruppen und Lebensräumen gegliedert. So gibt es zum Beispiel ein Tropen-, Subtropen-, Kakteen- und ein Farnhaus. Auf insgesamt 2 800 Quadratmetern Fläche sind die verschiedenen Klimazonen der Erde nachgebildet und bieten einen Lebensraum für Pflanzen der ganzen Welt.

Weitere Attraktionen für Besucher*innen

Neben den Attraktionen für Gartenliebhaber*innen und Geschichtsinteressierte finden sich in Planten un Blomen auch diverse Angebote für Familien mit Kindern. Dazu gehören mehrere abwechslungsreiche Spielplätze sowie zahlreiche kostenlose Veranstaltungen. So zum Beispiel Marionettentheater, Zirkus oder Kinderfeste. Dazu kommen Ponyreiten, eine Rollschuhbahn und eine Ton-Werkstatt. Eine Kunsteisbahn zieht außerdem Wintersportler*innen an – im Sommer stehen die 4 300 Quadratmeter hingegen als Rollschuh- und Inlineskate-Bahn zur Verfügung.

Anthologie zum 200. Jubiläum von Planten un Blomen

Musikbegeisterte erfreuen sich zudem an den Gratiskonzerten, die im Alsterpavillon regelmäßig stattfinden. Das Programm von volkstümlicher bis zu klassischer Musik spricht ein breites Publikum an. Im Sommer – von Mai bis September – ziehen die Wasserlichtspiele zusätzliche Besucher*innen an: Jeden Abend um 22 Uhr lockt eine halbstündige Lichtshow, untermalt mit einem wechselnden Musikprogramm.

Studierende nach der Vorlesung, Arbeiter*innen in ihrer Mittagspause, Eltern mit Kinder, Jugendliche beim Sport: Hier trifft man alle. Tourist*innen kommen abends zu den Wasserlichtkonzerten mit Musik auf dem Parksee. Manche treffen sich zum Minigolf-Spielen, andere drehen im Sommer ein paar Runden auf der Rollschuhbahn oder im Winter auf der aufgebaute Eisarena, Deutschlands größer Open Air Eisbahn. Platz genug ist außerdem für Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen und Schachgärten.

In „Planten un Blomen” kann man Tage verbringen und hat am Ende vermutlich immer noch nicht alles gesehen und erkundet. Alle Infos zu Programm und Öffnungszeiten finden Sie hier.

Passend zum 200-jährigen Jubiläum von Planten un Blomen veröffentlichte der Dölling und Galitz Verlag eine Anthologie von Herausgeber Heino Grunert, der seit 1993 Gartendenkmalpfleger in der Hamburger Umweltbehörde ist. Das Werk trägt den Namen Die Hamburger Wallanlagen. Von der Festung bis Planten un Blomen. Wir haben das Buch für Sie gelesen und rezensiert.

Hier erfahren Sie außerdem mehr über die Parkerweiterung und die Umgestaltung des Dag-Hammarskjöld-Platz von POLA Landschaftsarchitekten. Diese hatten 2015 den freiraumplanerischen Wettbewerb für sich entschieden. Ihr Entwurf verbindet die Parkteile mit den Vorplätzen und schafft eine räumlich stimmige Abfolge.