Die Perspektive zeigt die geplanten Stufen am Ufer der Spree.

1. Preis an Büro RMP Lenzen: Stufen am Ufer der Spree mit Blick auf Dom (Visualisierung: RMP Lenzen)

Es geht um eine prominente Fläche in Berlins historischer Mitte: Eingespannt zwischen dem neuen Humboldt-Forum und dem Fernsehturm bekommen das Rathaus- und Marx-Engels-Forum eine neue Gestaltung. Das Büro RMP Stephan Lenzen hat den Wettbewerb für die grüne Mitte von Berlin gewonnen.

Dort wo die Wurzeln der Stadt Berlin liegen, wird demnächst nicht wieder gebaut. Die Freifläche von Rathaus- und Marx-Engels-Forum bleiben Grün. Allerdings erhält das Areal eine neue Gestaltung, die in einer Freitreppe zur angrenzenden Spree mündet. Die Berliner Senatsverwaltung hat im Frühjahr zu einem Wettbewerb eingeladen. Nach einer ersten Phase durften die Bürger*innen mitreden. Daraufhin entwickelten insgesamt 21 Landschaftsarchitekturbüros ihre Ideen in der zweiten Phase des Wettbewerbs weiter. Die Landschaftsarchitek*innen vom Büro RMP Stephan Lenzen überzeugten schließlich die Jury. Sie schlugen ein zentrales Band vor, das denkmalgeschützte Bereiche des Rathausforums mit dem Marx-Engels-Forum verbindet. Dieses grüne Band endet in einer großen Treppe am Ufer der Spree. Gegenüber, auf der anderen Seite des Wasser, strahlt die Ostfassade des neuen Humboldt-Forums.

 

Viel Geschichte inmitten von Berlin

 

Früher hiess die Freifläche inmitten des alten Berlins „Park an der Spree“. Als eine der zentralsten Grünflächen im Ortsteil Mitte geht sie auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Der hatte das dortige Heilig-Geist-Viertel beschädigt, was schließlich die DDR-Führung veranlasst hat, es abzureißen. Seitdem ist die Fläche zwischen Karl-Liebknecht-Straße im Norden, dem Park am Fernsehturm im Osten, der Rathausstraße im Süden und der Spree im Westen unbebaut. Mittendrin stand lange ein Denkmalensemble, das jedoch beim Bau der U-Bahn an den nordwestlichen Rand rücken musste. Bereits seit den 1990er-Jahren wird über die Zukunft des Marx-Engels-Forums diskutiert. Die Ideen waren vielfältig. Sie reichten vom Wiederaufbau des Heilig-Geist-Viertels bis zur Gestaltung eines Parks am Marx-Engels-Forum. Letztere hat sich schließlich durchgesetzt. 

Wettbewerbsaufgabe Marx-Engels-Forum

Die Gestaltung eines Parks auf dem Marx-Engels-Forum galt es nun, im Rahmen des Ideen- und Realisierungswettbewerb zu konkretisieren. Die Teilnehmer*innen waren gefragt, sich mit dem Gründungsort Berlins, mit den im Boden verborgenen historischen Schichten und der Umgebung auseinanderzusetzen. Am Ende der langen Debatte um die Zukunft dieses Ortes entstanden Bürgerleitlinien zur künftigen Entwicklung des Rathaus- und des Marx-Engels-Forums. Darin heißt es, dass ein Freiraum zu entwerfen ist, der den Dimensionen und der Bedeutung des Standortes gerecht wird und die Identität des Ortes stärkt. Darüber hinaus soll er die bewegte Geschichte erlebbar machen und gleichzeitig vielfältige und intensive Nutzungen ermöglichen. 

In der ersten Phase fragte der Wettbewerb zunächst nach einer Vision und einer Idee für das gesamte Marx-Engels-Forum. Erst die Teilnehmer*innen der zweiten Phase mussten ihre Vision herleiten. Darüber hinaus skizzierten sie im Ideenteil des Wettbewerbs einen Zwischenzustand für das Jahr 2030. In einem dritten Realisierungsteil war dann die konkrete Umsetzung für 2024 aufzuzeigen. Diese stufenweise Herangehensweise geht auf die angestrebte, schrittweise Realisierung des Projekts zurück. Die wird einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Entsprechend müssen die Ideen auf einer klaren Haltung basieren und viel Flexibilität für die prozesshafte Umsetzung bieten. 

 

Marx-Engels-Forum: überzeugender Entwurf von RMP Lenzen

 

Die Landschaftsarchitekt*innen vom Büro RMP Lenzen lieferten die überzeugendste Lösung für die neue Gestaltung von Rathaus- und Marx-Engels-Forum. Sie entwarfen einen Freiraum, der von einer markanten Figur geprägt ist. Er sieht vor, das Rathaus- und das Marx-Engels-Forum von Bebauung freizuhalten. Der grüne Raum verspricht eine hohe Aufenthaltsqualität mit Flächen zum Flanieren, zum Ausruhen, zum Genießen von spektakulären Aussichten auf Dom, Humboldt-Forum und Fernsehturm. RMP Lenzen bestückt den neuen Raum mit viel Grün und mit vielen schattenspendenden Bäumen. Aber auch Wasser gehört dazu, das zur Kühlung beiträgt sowie Versickerungsflächen, die zu einem künftigen Regenwassermanagement passen. Insgesamt sieht der Beitrag zum Wettbewerb Marx-Engels-Forum einen modernen, klimaresilienten Stadtraum vor, der vielfältige Nutzungen ermöglicht. 

Gut Ding braucht Weile

Mit der Idee, zunächst einen Grünraum im Herzen des alten Berlin anzulegen, bleiben Chancen für nächste Generationen erhalten. Für die nahe Gegenwart hat das Preisgericht empfohlen, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit von RMP Lenzen zu realisieren. Damit geht eine kontroverse Debatte zu Ende. Wohl kaum ein Ort in Berlin hat mehr Planungen und Diskussionen erlebt als das Marx-Engels-Forum. Aber für den Bausenator steht fest, dass die Stadt Berlin richtig gehandelt hat. Sie hat hier nach dem Fall der Mauer keine überstürzte Planung realisiert. Nun kann vor dem Hintergrund aktueller Planungen für den Alexanderplatz und den Molkenmarkt und unter dem Vorzeichen von Klimaanpassung und Mobilitätswende in Ruhe gestaltet werden.

Sie möchten mehr über Projekte der Hauptstadt erfahren? Wir haben die nächsten Planungsschritte auf dem ehemaligen Flughafenareal Berlin Tegel für Sie zusammengefasst.

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Molkenmarkt Berlin: Der älteste Platz wird umgestaltet

Bernd Albers Architekten und Vogt Landschaftsarchitekten gewinnen mit ihrem Entwurf

Bernd Albers Architekten und Vogt Landschaftsarchitekten gewinnen mit ihrem Entwurf

Der Molkenmarkt in Berlin soll neugestaltet werden. Nach dem Planungswettbewerb stehen nun zwei Gewinnerteams fest. Dazu zählen auch Vogt Landschaftsarchitekten. Was die Jury-Entscheidung nun für den Molkenmarkt bedeutet, lesen Sie hier.

Der Molkenmarkt in Berlin ist ein besonderer Ort für die Hauptstadt. Bereits vor der ersten Erwähnung Berlins bezeugen Quellen die Relevanz des Molkenmarktes als Handelsplatz. Die Stadt selbst betitelt ihn als Ort der Berliner Stadtgründung. Und er zählt als ältester Platz der Stadt. Die wechselhafte Geschichte der letzten Jahrhunderte hat ihn gezeichnet.

Molkenmarkt in Berlin: Wettbewerbsgewinner*innen gehen in die zweite Runde

Bereits in den 1930er-Jahren fielen einige anliegende Gebäude dem Ausbau des Mühlendammes zum Opfer. Im zweiten Weltkrieg wurden dann beinahe alle noch umstehenden Häuser zerstört. Nur das Palais Schwerin und das Alte Stadthaus widerstanden den Angriffen. Nach den Kriegshandlungen überprägte der Umbau zur autogerechten Stadt den Molkenmarkt in Berlin. Seither bestimmen Fahrspuren und Verkehrskreuzungen das Bild dort. Eine Asphaltdecke hat sich über die Spuren der Geschichte gelegt. Das zentral in Berlin Mitte gelegene historische Stück Stadt soll zukünftig wieder zu einem lebendigen Quartier entwickelt werden. Dazu hatte die Stadt im vergangenen Jahr einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgeschrieben und gleich zwei erste Preise vergeben.

Kurz vor Jahresende verkündete die Jury im Dezember die Entscheidung. Aus den zehn Teams, die an der Ausschreibung teilgenommen hatten, blieben am Ende zwei übrig. So verlieh die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einerseits dem Team um den Berliner Architekten Bernd Albers mit Vogt Landschaftsarchitektur aus Zürich einen ersten Preis. Andererseits erhielt auch das dänische Büro OS Arkitekter aus Kopenhagen gemeinsam mit Czyborra Klingbeil Architekturwerkstatt aus Berlin den Zuspruch. Der offene Wettbewerb hatte von Beginn an eine weitere Bearbeitungsphase vorgesehen. So verpflichteten sich die Büros mit ihrer Teilnahme im Falle einer Prämierung am anschließenden Werkstattverfahren mitzuwirken. Bereits im Februar steht der erste Termin für eine offene Bürgerwerkstatt an. Im April folgt dann das zweite öffentliche Beteiligungsverfahren. Dabei sind die Bürger*innen gefragt, ihre Bedenken und Anregungen vorzubringen. Im Abschlusskolloquium am Ende der zweiten Bearbeitungsphase wird die Jury sich dann endgültig entscheiden müssen. Das ausgewählte Projekt dient als Grundlage für die zukünftig geplante Umsetzung.

OS Architekter mit Czyborra Klingbeil Architekturwerkstatt – Radikal nachhaltig

Durch die weitere Ausarbeitung erhofft sich das Preisgericht eine eindeutige Tendenz. Die prämierten Entwürfe setzen auf unterschiedliche Konzepte sowie Gestaltungsprinzipien. Das Team um OS Architekter fordert einen modernen Ansatz. Sie wollen den Molkenmarkt in Berlin als klimaneutrales und innovatives Viertel radikal neu denken. Dabei stehen Überlegungen zur Nutzung alternativer Baumaterialien sowie die Entwicklung nachhaltiger Gebäudestrukturen im Vordergrund. Es entsteht ein nach außen durch große Baukörper gefasstes und dadurch eher geschlossenes Bild.

Im Inneren entwickelt sich eine differenzierte Bebauung in Holzbauweise. Die historisch bedeutsame Ruine der Franziskaner Klosterkirche wird durch einen neu angelegten Kulturpfad für Fußgänger*innen mit dem Kulturstandort an der Alten Münze verbunden. Vor dem Alten Stadthaus entsteht analog ein sogenannter Kulturhof. Er schließt an den Kulturpfad an. So sollen die archäologischen Funde auf dem Areal integriert und erfahrbar werden. Neben den Straßen sowie Plätzen, die Fußgänger*innen und Radfahrer*innen vorbehalten sind, entstehen neue Grünflächen. Für die Freiraumqualität sind diverse Baumpflanzungen vorgesehen.

Büro Albers mit Vogt – Historisch interpretiert

 

Die Büros Albers und Vogt verfolgen hingegen einen anderen Ansatz. Sie schlagen eine traditionelle Blockrandbebauung vor. Eine kleinteilige Parzellierung der Baublöcke erinnert an die Situation, wie sie historisch im Molkenmarkt-Viertel vorzufinden war. Der Entwurf zeichnet eine eher traditionelle Stadtvision und bildet daher einen klaren Kontrast zur Radikalität von OS Architekter.

Am Jüdenhof sehen Albers und Vogt eine Varianz an Fassaden vor. Sowohl Neuinterpretationen als auch exakte Fassadenrekonstruktionen würde um das Bodendenkmal des Jüdenhofes entstehen. Der Ort soll als Denkmal jüdischen Lebens im Mittelalter in Szene gesetzt werden. Auch die ehemalige Französische Kirche wird als Bodendenkmal lesbar bleiben. Dazu schlägt der Entwurf vor, die Abmessungen des Kirchenschiffs als Innenhof nachzuzeichnen. Die beiden charakteristischen Höfe werden über einen Weg durch den gesamten Block verbunden. Das Büro Albers konnte in der Vergangenheit bereits an anderer Stelle in der Hauptstadt Erfahrungen sammeln. Die Architekt*innen realisierten Bauvorhaben am Stresemann-Quartier und am Potsdamer Platz.

Molkenmarkt in Berlin und seine vielen Gesichter

 

Für den Molkenmarkt bedeutet der Wettbewerb ein neues Gesicht. In den Entwurfsarbeiten waren klare Aussagen zur Art der Bebauung und Ausgestaltung der Erdgeschosszonen gefordert. Weiterhin ein Freiraumkonzept, das ökologische, nutzungsstrukturelle und denkmalpflegerische Anforderungen einbezieht. Bereits 1999 schrieb das viel diskutierte Planwerk Innenstadt fest, das Areal als Neuinterpretation des mittelalterlichen Stadtgrundrisses zu rekonstruieren. Der 2016 festgesetzte und weiterhin gültige B-Plan fußt auf einer Überarbeitung jenes Planwerks. Unter Berücksichtigung all dieser Vorgaben galt es, eine neue Identität für den Molkenmarkt in Berlin zu entwickeln. Eine Identität, welche durch Vielschichtigkeit geprägt ist. Das Quartier gilt als Nadelöhr des Verkehrs.

Gleichzeitig laufen vor Ort archäologische Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes. Die Arbeiten der diversen Interessensgruppen bedeuten ein komplexes Gefüge an Eingriffen in die Stadtgestalt. Gesucht ist schließlich die Vision für ein Quartier, in dem man sich gerne aufhält. Dazu besitzen beide prämierten Projekte das Potential. Die Senatsverwaltung muss sich nun für eine Entwurfshaltung entscheiden, die zukünftig weiterverfolgt wird.

Die Siegerentwürfe des Ideenwettbewerbs können Sie zudem in einer digitalen Ausstellung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sichten. Zur Ausstellung geht es hier.

Sieben Kilometer von dem Molkenmarkt in Berlin entfernt liegt das Areal Hertzallee Nord. Dort sollen die Siegerentwürfe des Ideenwettbewerbs 2011 nun umgesetzt werden. Mehr zu den Plänen für das neue Quartier „Hertzallee Nord Berlin“ lesen Sie hier.

Corona und die Städte

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In ihrem Buch analysiert Ingrid Karl, welchen Einfluss die dichten, stets wachsenden Städte auf die Corona-Pandemie und die erodierende Demokratie haben und wie die fortschreitende Globalisierung das Virus begünstigt. Warum der Untertitel “Suche nach einer neuen Normalität” nicht hält was er verspricht, aber wieso das Buch trotzdem absolut lesenswert ist, erklärt Anne Fischer. Eine Buchrezension.

Potenzial zum Klassiker

Worum es geht: Ingrid Krau analysiert, wie dicht bebaute, wachsende Städte die erodierende Demokratie und die Globalisierung den Pandemieverlauf begünstigen. Dabei richtet sie den Blick auf asiatische Megalopolen als wahrscheinlichen Virus-Ursprungsort, auf Urbanität als Lebensform, die dessen Ausbreitung begünstigt, und die Desorientierung vieler Bürger*innen durch soziale Medien, die dafür sorgt, dass im Lockdown giftige Debatten über die politische Entscheidungsgewalt ausbrechen. Im Zentrum ihrer planerischen Überlegungen stehen Städte, die sich, so die Autorin, trotz Klimakrise und daraus folgender Probleme „ihrer früheren Planungsmaxime ‚Licht, Luft und Sonne‘ in erstaunlichem Maß entledigt haben“ – und somit die perfekte Virenumgebung bieten.

Was die Autorin auszeichnet: Die Architektin und Autorin Ingrid Krau lehrte bis 2007 als Professorin für Städtebau und Stadtentwicklung an der TU München. Bereits zu dieser Zeit beschäftigte sie sich mit den Risiken, die extreme Bebauungen mit sich bringen. Krau schreibt vor allem über Städtewachstum und die Folgen fossiler Energiegewinnung.

Das ist die beste Aussage: „Die Vorstellung, wenn jetzt alle zusammen für eine kurze Zeit in den Shutdown gehen, wäre das Virus gebannt, ist ökonomisches Wunschdenken. Es bleibt wegen der Unordnung des Urbanen in den Nischen übersehener Populationen lebendig und tritt an unerwarteter Stelle wieder ans Tageslicht.“

Das erwartet die Leser*innen: Die Unterzeile „Suche nach einer neuen Normalität“ führt Erwartungen in die Irre – denn Krau seziert lediglich den Status quo. Das Buch bietet weniger Anleitung aus dem Schlamassel als präzise Analyse dazu, welchen Anteil der Städtebau an dessen Entstehung trägt. Erst auf den letzten 30 Seiten fordert sie konkrete Maßnahmen für die Zukunft, etwa Bodenfonds für Wohnzwecke, die Be- grenzung von Nachverdichtung, die Erweiterung von Grün- und Durchlüftungsräumen. Sie plädiert für „politischere“ Planung – ohne allerdings der Illusion zu erliegen, es sei einfach, den Boden der Städte „aus seiner Rolle als Spekulationsobjekt internationaler Transaktionen herauszuführen“.

Mehr Klassiker als Trend, weil … Pandemien und ihre verheerenden Auswirkungen auf die Gesellschaft eigentlich genauso wenig neu sind wie planerische Anstrengungen, Antworten auf das Städtewachstum zu finden, die möglichst wenig Luft und Grün opfern – aber, wie Krau es formuliert: „Wachstum und Fortschritt verbinden sich mit Naturvergessenheit.“

Corona und die Städte – das Buch

Haptik: Die Planerin, der Nachhaltigkeit am Herzen liegt, hat sich folgerichtig einen Verlag gesucht, der mit Öko-Anspruch druckt – und auch auf E-Books setzt.

Design: Nicht vom futuristisch-platt geratenen Cover abschrecken lassen.

Lesefluss: Krau kombiniert umfangreiches Wissen mit präziser und geschliffener Sprache, hier und da wiederholt sie sich aber.

Fazit: Krau liefert eher meinungsstarkes Essay als lupenreines Sachbuch und zeigt Zusammenhänge im großen Erzählbogen auf: von historischen Pandemien über Kompaktwohnformen im frühen 20. Jahrhundert, die Nachverdichtung europäischer Metropolen und Lebensbiotope, die sich Menschen und Wildtiere durch zunehmende Urbanisierung teilen müssen, bis hin zur aktuellen Pandemielage, die öffentliche Räume, aber auch das Arbeiten ins Netz verlagert (und so nebenbei den Flächenbedarf verändert) und wohl langfristige Auswirkungen auf städtebauliche Konzepte haben wird. Das macht das Buch zur kurzweiligen Lektüre für Planer*innen.

Corona und die Städte. Suche nach einer neuen Normalität.

Ingrid Krau

120 Seiten
ISBN: 978-3-96238-291-9
Oekom Verlag, 2021

Print 16 Euro, E-Book 12,99 Euro

Mehr zum Thema Planung, Städte und Corona erfahren Sie in hier.