Verlängert: Ideenwettbewerb – The Post-Corona City

++ Abgabefrist verlängert ++ NXT A verlängert die Abgabefrist für den Post-Corona City Ideenwettbewerb. Bis zum 29. Juni 2020 können Interessierte nun ihre Vision der Post-Corona City einreichen.

Die Architekturplattform NXT A lobt unter der Schirmherrschaft von Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, den Ideenwettbewerb The Post-Corona City aus. NXT A und das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr laden ArchitektInnen, KünstlerInnen und DesignerInnen ein, ihre Vision der Post-Corona City einzusenden.

Die Krise, durch Covid-19 ausgelöst, zeigt vor allem eins: Die Gesellschaft, die Wirtschaft, ja letztendlich wir alle müssen uns ändern.

Die letzten Wochen haben die weltweite Ökonomie in eine Krise gestürzt. Großunternehmen brechen spürbar ein. Ganz zu schweigen von den vielen mittelständischen und Kleinunternehmen, die um ihre Existenz bangen.

Gleichzeitig wirken sich die Ausgangsbeschränkungen schon jetzt auf den städtischen öffentlichen Raum aus: der Konsum ist gedrosselt. Die Terrassen der Restaurants füllen sich langsam wieder und vor den Geschäften bilden sich Schlangen wartender Kunden. Parallel dazu joggen immer mehr Leute durch die Straßen, spazieren in Parks oder sitzen mit einem Kaltgetränk in der Sonne.

Wie sieht die Stadt nach Corona aus?

Doch diese drastischen Veränderungen bergen auch Chancen. Die Menschheit hat nun die Möglichkeit zu überdenken, wie sie funktioniert. In einem Interview mit der Schweizer Handelszeitung erklärt der Ökonom Jeremy Rifkin die Chance, durch die Corona-Krise den Klimawandel endlich ernst zu nehmen. Schließlich trug dieser letztlich auch zu der Ausbreitung des Virus bei: „Der Klimawandel löst eine Massenmigration aus, übrigens auch von Tieren, nicht nur von Menschen. Tiere müssen ihr Terrain verlassen und verschleppen Viren, die dann durch die Menschen weiterverbreitet werden.“ Gleichzeitig sei das Leben in urbanen Ballungszentren gefundener Nährboden für die Verbreitung eines Virus: „Die Menschen leben heute in riesigen Städten und urbanen Zentren. Das sind Brennpunkte für Ansteckungen.“

Zeit also für Veränderung. Nun kann noch niemand sagen, wie eine Welt nach Corona aussehen wird. Wie die neue Normalität sein wird, ist unklar.

Wann werden sich die ersten Büros wieder füllen? Wann wird das städtische Leben, wie wir es bisher kannten, wieder seinen Lauf nehmen? Zeit also, sich Gedanken darüber zu machen, wie eine Welt nach Corona aussehen wird. Wobei der Zukunftsforscher Matthias Horx zurecht angemerkt hat, dass die neue Covid-19-Ära in dem Sinne nie vorbei sein wird: „Die Welt ‚as we know it‘ löst sich gerade auf.“ Daher ist es schwierig, von einer Zeit nach Corona zu sprechen. Denn: Der Virus wirkt sich langfristig auf uns, unsere Verhaltensweisen und letztlich auch unsere Städte aus.

Im Angesicht dieser Herausforderungen und Veränderungen, können Architekten, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten die Post-Corona City konkret mitgestalten. Daher sind Sie alle gefragt: Wie sieht die Post-Corona City im Hinblick auf das soziale Zusammenleben, Mobilität, Kultur, Konsum und Klimaschutz aus? Welche Auswirkungen hat die Krise auf den öffentlichen Raum?

Jury

Eine Jury wird Ihre Einreichungen bewerten und Gewinner in zwei Kategorien ausloben. Die Jury besteht aus folgenden Teilnehmern:

Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs stellt die Redaktion in der BAUMEISTER-Septemberausgabe vor. Die besten Beiträge werden außerdem online und in den Social-Media-Kanälen von NXT A präsentiert.

Teilnehmer können bis zum 22. Juni 2020ein frei gestaltetes Projektblatt – ein DIN-A2-Querformat (300 dpi; Dateigröße max. 6 MB, .jpg oder PDF) mit Bildern, Collagen, Renderings, Texten, Gedichten und/oder Zeichnungen einreichen. Das Projektblatt soll eine gestaltete Übersicht sein und einen Gesamteindruck der Einreichung geben. Das DIN-A2-Querformat dient der vergleichbaren Präsentation für die Fachjury. Unten rechts enthält das Projektblatt den Projektnamen und den Verfasser.

Wir bedanken uns bei der Stiftung Federkiel, die den Ideenwettbewerb mit einem großzügigen Preisgeld unterstützt.

Zu den Auslobungsunterlagen.

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Künstliche Intelligenz im Hochwasserschutz – wie zuverlässig sind Prognosemodelle?

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Atemberaubende Stadtansicht mit Fluss, fotografiert von Carrie Borden in der Schweiz.

Künstliche Intelligenz als Schutzengel gegen Überschwemmungen? Die Branche ist begeistert – aber wie belastbar sind die Prognosen wirklich? Zwischen Datenflut, Rechenpower und menschlichem Urteilsvermögen balanciert der Hochwasserschutz auf einem schmalen Grat. Wer den Versprechungen der KI unkritisch folgt, riskiert mehr als nasse Füße. Und doch: Die digitalen Prognosemodelle verändern alles – sofern man ihre Grenzen kennt, ihre Chancen klug nutzt und sich nicht von algorithmischem Hochmut blenden lässt.

  • Künstliche Intelligenz revolutioniert die Hochwasserprognose mit datengetriebenen, lernfähigen Modellen.
  • Von Machine Learning bis Deep Learning – technische Grundlagen und typische Anwendungsfelder im Überblick.
  • Stärken und Schwächen aktueller KI-Prognosemodelle: Wie präzise sind Vorhersagen für Starkregen, Flusspegel und urbane Überflutungen?
  • Interdisziplinäre Praxis: Wie arbeiten Stadtplaner, Ingenieure und Informatiker beim KI-gestützten Hochwasserschutz zusammen?
  • Datengrundlagen, Kalibrierung und Unsicherheiten – wo liegen die Fallstricke der KI-basierten Risikomodelle?
  • Rechtliche, ethische und gesellschaftliche Aspekte: Wer trägt die Verantwortung für algorithmische Fehlalarme oder falsche Sicherheit?
  • Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wo KI-Hochwasserschutz bereits Alltag ist – und wo noch Nachholbedarf besteht.
  • Partizipation, Transparenz und offene Daten als Schlüssel zur Akzeptanz und Wirksamkeit moderner Prognosesysteme.
  • Fazit: Die Zukunft des Hochwasserschutzes liegt im Zusammenspiel von KI, Erfahrungswissen und resilienter Stadtgestaltung.

Künstliche Intelligenz als Gamechanger im Hochwasserschutz

Wasser kennt keine Gnade; das hat spätestens die Flutkatastrophe im Ahrtal mit tragischer Wucht bewiesen. Die klassischen Methoden der Hochwasserprognose – lineare Modelle, historische Pegelkurven, statische Gefahrenkarten – geraten angesichts der Klimadynamik und der zunehmenden Urbanisierung an ihre Grenzen. Doch mit dem Siegeszug der künstlichen Intelligenz, kurz KI, rückt ein Paradigmenwechsel in greifbare Nähe. Denn maschinelles Lernen, neuronale Netze und automatisierte Datenanalyse versprechen, das Unvorhersehbare zumindest besser zu antizipieren.

Was macht KI dabei so attraktiv? Es ist die Fähigkeit, immense Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen – Wetterprognosen, Satellitenbilder, Sensornetzwerke, Topografiedaten, historische Schadensereignisse – nahezu in Echtzeit zu verarbeiten und daraus Muster abzuleiten, die menschliche Experten oft übersehen. KI-Algorithmen erkennen Korrelationen zwischen lokalen Starkregenereignissen und mikroklimatischen Veränderungen, sie justieren ihre Prognosen laufend anhand neuer Messdaten und sind so in der Lage, flächendeckende, dynamische Risikoanalysen zu erstellen. Wo klassische Modelle mit wenigen Eingangsparametern auskommen mussten, schöpft die KI aus dem Vollen – und liefert damit Detailtiefe, die in der Vergangenheit undenkbar war.

Doch wie funktioniert das in der Praxis? Die gängigsten Methoden sind das sogenannte Supervised Learning – hier werden Algorithmen mit historischen Daten trainiert und lernen, Vorhersagen für neue Situationen zu treffen – sowie Deep Learning, bei dem künstliche neuronale Netze komplexe Zusammenhänge selbstständig erkennen. Besonders spannend sind hybride Modelle, die physikalische Simulationsverfahren mit KI-gestützten Prognosen kombinieren. Diese Ansätze ermöglichen nicht nur präzisere Vorhersagen, sondern auch eine Quantifizierung von Unsicherheiten – ein unschätzbarer Vorteil für Notfallplanung und Gefahrenabwehr.

KI kann aber noch mehr: Sie erkennt Anomalien in Sensordaten, warnt bei ungewöhnlichen Mustern in Pegelständen oder Niederschlagsintensitäten und unterstützt die Priorisierung von Schutzmaßnahmen. In Städten, wo das Oberflächenwasser oft schneller fließt als jede Information, liefern KI-Modelle Entscheidungsgrundlagen für mobile Hochwasserschutzsysteme, intelligente Pumpensteuerungen oder die gezielte Evakuierung gefährdeter Quartiere. Die Integration in Urban Digital Twins – also digitale Abbilder von Städten in Echtzeit – eröffnet zusätzliche Möglichkeiten, um Simulationen und Prognosen kontinuierlich zu verbessern.

Natürlich ist der Hype um KI nicht ohne Tücken. Denn die Verlockung, sich auf scheinbar objektive Algorithmen zu verlassen, ist groß. Doch wie verlässlich sind die Vorhersagen tatsächlich? Und wie gelingt es, die Kluft zwischen technischer Innovation und gesellschaftlicher Akzeptanz zu überbrücken? Es ist höchste Zeit, einen Blick hinter die Kulissen der KI-Prognosemodelle zu werfen – und zu klären, was sie können und wo sie scheitern.

Die Architektur moderner KI-Prognosemodelle: Chancen und Fallstricke

Wer sich mit KI-gestützten Hochwasserprognosen beschäftigt, begegnet einer Vielzahl von technischen Begriffen: Random Forest, Convolutional Neural Network, Bayesian Inference, Ensemble Learning – das Repertoire ist ebenso faszinierend wie einschüchternd. Im Kern geht es darum, aus Rohdaten ein möglichst robustes, anpassungsfähiges Modell zu bauen, das die reale Welt besser vorhersagt als herkömmliche Methoden. Der Weg dahin ist allerdings alles andere als trivial.

Am Anfang steht die Datenerhebung. Ohne qualitativ hochwertige, aktuelle und ausreichend granular vorliegende Daten ist jede KI nur ein Papiertiger. Pegelstände werden heute vielfach automatisiert gemessen, ergänzt durch Wetterradardaten, Bodenfeuchtesensoren, Abflussmengen und sogar Social-Media-Analysen, die Hinweise auf lokale Überflutungen liefern können. Doch Daten sind oft lückenhaft, uneinheitlich oder von unterschiedlichen Akteuren erhoben. Die Harmonisierung und Validierung der Eingabedaten ist daher eine der größten Herausforderungen im KI-basierten Hochwasserschutz.

Im nächsten Schritt erfolgt die Auswahl und das Training des Modells. Supervised Learning benötigt eine ausreichende Zahl dokumentierter Hochwasserereignisse – ein Problem in Regionen, die von Extremereignissen bislang verschont wurden. Deep-Learning-Modelle wiederum benötigen immense Rechenkapazitäten und sind oft wenig transparent. Sie gelten als Black Boxes, deren Entscheidungen sich nur schwer nachvollziehen lassen. Dies führt zu einem Dilemma: Je komplexer und leistungsfähiger das Modell, desto schwieriger die Kontrolle und das Vertrauen in seine Vorhersagen.

Ein weiteres Risiko liegt in der Modellkalibrierung. KI-Modelle tendieren dazu, vergangenheitsorientierte Muster zu verstärken. Wenn sich aber durch den Klimawandel die Häufigkeit und Intensität von Extremniederschlägen verschieben, geraten die Modelle ins Schwimmen. Transferlernen und kontinuierliche Nachjustierung sind daher unerlässlich. Oft wird dabei übersehen, dass auch die beste KI keine Wunder vollbringen kann, wenn die Eingabedaten nicht die neuen klimatischen Realitäten abbilden. Gerade hier sind interdisziplinäre Teams gefragt, die meteorologisches, hydrologisches und planerisches Know-how einbringen.

Schließlich spielt die Einbindung in bestehende Entscheidungs- und Warnsysteme eine entscheidende Rolle. Ein KI-Modell, das im Labor überzeugt, ist im Krisenfall nur dann nützlich, wenn es mit den operativen Abläufen der Behörden kompatibel ist. Schnittstellen zu digitalen Leitzentralen, Alarmierungssystemen und Notfallplänen müssen sorgfältig entwickelt und getestet werden. Zudem gilt: Die Kommunikation der Prognosen muss klar, verständlich und differenziert sein – denn Fehlalarme oder unklare Warnungen können im Ernstfall fatale Konsequenzen haben.

So faszinierend die technischen Möglichkeiten sind, so groß sind auch die Fallstricke. Wer als Stadtplaner, Ingenieur oder Verantwortlicher im Bevölkerungsschutz auf KI setzt, muss sich der Limitationen bewusst sein. Es bleibt eine Gratwanderung zwischen Innovation und Übermut – und letztlich ist es immer noch der Mensch, der die letzte Entscheidung trifft.

Praxisbeispiele und Lessons Learned: KI im Hochwasserschutz in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wie sieht die Anwendung von KI-Prognosemodellen im realen Hochwasserschutzalltag aus? Ein Blick in die DACH-Region zeigt: Der Weg von der Forschung in die Praxis ist oft steinig, aber die ersten Vorreiterstädte und Regionen liefern beeindruckende Ergebnisse. In Bayern etwa wird im Rahmen des Projekts „HoWas2020“ ein KI-basiertes Frühwarnsystem getestet, das Sensordaten aus Flüssen, Wettervorhersagen und Bodendaten kombiniert. Ziel ist es, lokale Überflutungsrisiken frühzeitig zu erkennen und maßgeschneiderte Warnungen auszugeben. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Im Testbetrieb konnten Überflutungswahrscheinlichkeiten signifikant präziser vorhergesagt werden als mit klassischen Modellen.

Ähnlich ambitioniert ist das Schweizer Projekt „HydroNet“. Hier werden neuronale Netze eingesetzt, um die Abflussmengen in alpinen Einzugsgebieten zu modellieren. Die Herausforderung: Extremniederschläge können zu plötzlich auftretenden Sturzfluten führen, die bislang kaum prognostizierbar waren. Durch die KI-gestützte Auswertung von Wetter-, Pegel- und Geländedaten gelingt es, die Vorwarnzeiten zu verlängern und die Unsicherheiten besser zu quantifizieren. Entscheidend ist dabei der enge Austausch zwischen Forschern, Behörden und lokalen Einsatzkräften, der die Praxistauglichkeit der Ergebnisse sicherstellt.

Ein weiteres Beispiel aus Österreich: In der Stadt Linz wird KI eingesetzt, um urbane Starkregenereignisse besser zu prognostizieren. Mithilfe von Machine-Learning-Algorithmen werden historische Überflutungsdaten mit aktuellen Regenradarbildern und Geoinformationssystemen verknüpft. Die daraus gewonnenen Risikokarten dienen nicht nur als Grundlage für kurzfristige Warnungen, sondern auch als Steuerungsinstrument für langfristige Stadtentwicklungsmaßnahmen. So können besonders gefährdete Flächen identifiziert und gezielt entsiegelt oder begrünt werden, um die Schwammstadt-Prinzipien umzusetzen.

Doch trotz aller Erfolge bleibt die Skepsis groß. Viele Kommunen zögern, KI-Systeme flächendeckend einzusetzen, weil sie den rechtlichen und ethischen Implikationen nicht gewachsen sind. Wer haftet, wenn ein KI-Modell eine Überflutung unterschätzt und der Schaden immens ist? Wie lässt sich verhindern, dass algorithmische Vorhersagen bestehende soziale Ungleichheiten verstärken, etwa indem sie bestimmte Viertel als Hochrisikozonen markieren und dadurch stigmatisieren? Und wie kann sichergestellt werden, dass die eingesetzten Modelle transparent und überprüfbar bleiben?

Die Antwort liegt in der Kombination aus technologischer Exzellenz, partizipativer Einbindung und kontinuierlichem Monitoring. Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis zeigen: Nicht die KI allein ist der Gamechanger, sondern das Zusammenspiel von menschlichem Fachwissen, digitalen Tools und resilienter Stadtentwicklung. Wer hier auf Kooperation und Offenheit setzt, kann das volle Potenzial der neuen Technologien heben – und zugleich ihre Risiken kontrollieren.

Transparenz, Partizipation und Governance: Der Schlüssel zur nachhaltigen KI-Nutzung

Die technische Leistungsfähigkeit der KI-Prognosemodelle steht und fällt mit der Akzeptanz in der Gesellschaft. Es ist ein offenes Geheimnis: Wer Algorithmen einsetzt, die niemand versteht, erzeugt Misstrauen und Widerstand. Deshalb ist Transparenz keine Option, sondern Pflicht. Offene Schnittstellen, nachvollziehbare Entscheidungswege und verständliche Kommunikation sind die Grundpfeiler einer nachhaltigen KI-Nutzung im Hochwasserschutz. Nur so lassen sich Vorurteile abbauen und die Bevölkerung aktiv in den Schutzprozess einbinden.

Partizipation ist dabei mehr als ein Lippenbekenntnis. Bürger, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Akteure müssen die Möglichkeit haben, Daten einzusehen, eigene Beobachtungen einzubringen und die Logik der Prognosemodelle zu hinterfragen. In einigen Städten werden bereits partizipative Datenplattformen erprobt, auf denen Anwohner Starkregenereignisse oder Überflutungen dokumentieren können. Diese Informationen fließen in die KI-Modelle ein und verbessern deren Prognosekraft. Zugleich werden die Algorithmen so transparenter und robuster gegenüber systematischen Verzerrungen.

Ein weiteres Schlüsselelement ist die Governance der KI-Systeme. Wer entwickelt, betreibt und kontrolliert die Prognosemodelle? Wie werden Qualitätsstandards definiert und durchgesetzt? Und wie lässt sich verhindern, dass kommerzielle Anbieter oder staatliche Stellen die Kontrolle über kritische Infrastrukturen monopolisieren? Die Einführung unabhängiger Audits, ethischer Leitlinien und datenschutzrechtlicher Standards ist unerlässlich, um Vertrauen zu schaffen und Missbrauch vorzubeugen.

Die europäische Regulierung – etwa der AI Act – gibt erste Leitplanken vor, doch die eigentliche Arbeit findet auf kommunaler Ebene statt. Hier müssen Verantwortlichkeiten klar definiert, Entscheidungsprozesse dokumentiert und Fehlerkulturen etabliert werden, die ein Lernen aus Fehlprognosen ermöglichen. Nur so kann sichergestellt werden, dass KI-Systeme nicht zur Black Box werden, sondern als Werkzeug zur demokratischen Stadtentwicklung dienen.

Schließlich ist die offene Debatte über Chancen, Grenzen und Risiken der KI im Hochwasserschutz ein Muss. Fachveranstaltungen, interdisziplinäre Workshops und kontinuierlicher Wissenstransfer sind der beste Schutz vor technokratischer Selbstüberschätzung und algorithmischem Bias. Wer den Dialog sucht, verhindert nicht nur Fehlentwicklungen, sondern stärkt die Resilienz der Städte gegen das Unvorhersehbare.

Fazit: KI, Erfahrungswissen und resiliente Stadtentwicklung als Dreiklang für den Hochwasserschutz der Zukunft

Künstliche Intelligenz ist im Hochwasserschutz längst keine Zukunftsmusik mehr – sie ist Realität, Innovationstreiber und Herausforderung zugleich. Die Prognosemodelle der neuen Generation bieten Detailtiefe, Geschwindigkeit und Präzision, von denen klassische Verfahren nur träumen konnten. Sie ermöglichen es, Extremereignisse früher zu erkennen, Gefahren besser zu lokalisieren und Schutzmaßnahmen gezielter einzusetzen. Doch so leistungsfähig die Algorithmen auch sind: Sie bleiben Werkzeuge, keine Orakel. Ihre Qualität hängt von der Güte der Daten, der fachlichen Einbindung und der gesellschaftlichen Akzeptanz ab.

Die Zukunft des Hochwasserschutzes liegt deshalb im Dreiklang von KI, Erfahrungswissen und resilienter Stadtentwicklung. Wer die neuen Technologien mit Bedacht einsetzt, ihre Grenzen kennt und ihre Entwicklung partizipativ gestaltet, gewinnt einen unschätzbaren Vorteil im Kampf gegen die nächste Flut. Die Städte der DACH-Region haben die Chance, Vorreiter zu werden – vorausgesetzt, sie begreifen die KI nicht als Allheilmittel, sondern als Teil eines umfassenden, lernenden Systems. Denn am Ende gilt: Nur wer Technik, Wissen und Menschen zusammendenkt, kann den Hochwasserschutz wirklich zukunftsfest machen.

Nur das Beste für Vestre

Advertorial Artikel Parallax Article

Selbstfahrende Lastwagen, Paris-Proofed und High-Class-Architektur. Die neue Möbelfertigung von Vestre mit dem hippen Namen „The Plus“ ist ein Projekt der Superlative, entworfen von BIG. Die Story, die der skandinavische Stadtmöbelhersteller seit Herbst 2020 dazu erzählt, ist gut. Richtig gut. Irgendwie sogar zu gut. Wir haben uns auf die Suche nach Schwachstellen gemacht. Im Juni 2022 feierte Vestre mit „The Plus“ Eröffnung. Erste Eindrücke finden Sie hier in einer Bildergalerie.

Man nehme einen familiengeführten Stadtmobiliarhersteller aus Norwegen, der sich die Produktion nachhaltiger urbaner Sitzmöbel auf die Fahnen schreibt und bringe ihn in Kontakt mit einem der größten Architekten unserer Zeit, Bjarke Ingels mit Namen, für die Entwicklung einer neuen Produktionsstätte.

 

Das Ergebnis: The Plus – laut Vestre die umweltfreundlichste Möbelfabrik der Welt. Und mit 28 Millionen Euro die seit Jahrzehnten größte Einzelinvestition in der norwegischen Möbelindustrie. Die Fertigstellung für das Gebäude in Kreuz- beziehungsweise Plusform ist für 2021/22 geplant. Errichtet wird die Fabrik mit 6 500 Quadratmetern Nutzfläche im norwegischen Ort Magnor – 100 Kilometer östlich von Oslo und an der norwegisch-schwedischen Grenze.

Warum der Standort zugleich die größte Schwachstelle des Projekts ist, lesen Sie in der G+L 02/21 mit dem Fokus Dänemark.

Seit Juni 2022 ist das „The Plus“ eröffnet. Nach einer Bauzeit von nur 18 Monaten ist das Gebäude aus einheimischem Massivholz, kohlenstoffarmem Beton und recyceltem Stahl errichtet. Es soll das erste Industriegebäude werden, das die höchste BREAAM-Zertifizierung in der Klassifizierung „Outstanding“ erhält. Mehr zu den Eigenschaften der Architektur lesen Sie bei unseren Kolleg*innen von BAUMEISTER: The Plus von BIG. Erste Eindrücke aus dem fertiggestellten Gebäude sehen Sie in der folgenden Galerie.

Fotos: Einar Aslaksen