Alto Zürrus, eine Nebelwolke über dem Turbinenplatz

Nebelwolke Grün Stadt Zürich, Turbinenplatz, Fotografin Tabea Vogel
Nebelwolke Grün Stadt Zürich, Turbinenplatz, Fotografin Tabea Vogel

Eine Nebelwolke soll über dem Turbinenplatz in Zürich den Stadtraum kühlen. Der erste Eindruck: Es bringt wenig. „Alto Zürrus“ ist eine Sofortmaßnahme, wie der Platz mittelfristig abgekühlt werden soll und wie das Pilotprojekt funktioniert sowie ankommt, lesen Sie hier.

Eine Wolke namens „Alto Zürrus“

Der Züricher Turbinenplatz im Westen der Stadt ist regelmäßig bis zu 6 Grad heißer als die Umgebung. Um den Effekt der städtischen Wärmeinsel zu regulieren, hat die Stadt jetzt ein Pilotprojekt ins Leben gerufen: Eine künstliche Nebelwolke hinter dem Schiffbau schaltet sich ab 30 Grad ein und soll eine kühlende Wirkung haben. Bis zu 10 Grad weniger sollen durch die verdunstenden Wasserpartikel, die der Umgebungsluft Wärme entziehen, möglich sein.

Wer direkt unter oder in Windrichtung neben dieser künstlichen Wolke steht, spürt eine leichte Abkühlung. Aus 180 Düsen sprüht kühlendes Wasser über die Köpfe von Passierenden. Dafür müssen die Sensoren der ringförmigen Installation eine Lufttemperatur von mindestens 30 Grad erkennen. Zudem gibt es Feuchtigkeitssensoren. Wenn diese einen anstehenden Regenfall erkennen, wird die Wolke namens „Alto Zürrus“ nicht aktiv.

Die künstlich erzeugte Nebelwolke kommt aus einem Aluminiumring mit Nebeldüsen, der in etwa fünf Metern Höhe an vier Holzpfählen über dem Turbinenplatz hängt. Das Wasser wird so fein zerstäubt, dass sich die Luft in der Umgebung der Wolke abkühlt. So sollen Personen in der Nähe die kühlere Luft genießen können, ohne nass zu werden. Voraussichtlich wird „Alto Zürrus“ pro Jahr an bis zu 44 trockenen, heißen Tagen in Betrieb gehen.

Nebelwolke Grün Stadt Zürich, Turbinenplatz, Fotografin: Tabea Vogel
Nebelwolke Grün Stadt Zürich, Turbinenplatz, Fotografin: Tabea Vogel

Kritik an der Wolke

Zürichs neue Wolke hat bereits viele Interessierte angezogen. Dabei zeigte sich schnell, dass die erhoffte Wirkung nur minimal ist. Personen, die direkt unter dem Aluminiumring stehen, berichten von einem leichten Kühleffekt. Allerdings ist dieser in der Umgebung und in anderen Ecken des Turbinenplatzes kaum zu bemerken. Der kühlende Sprühnebel gelangt nicht bis zum Boden und die Umgebungsluft hat keine erkennbar niedrigere Temperatur.

Auch der Wasserverbrauch von „Alto Zürrus“ ist – gerade angesichts der Dürren in Europa – ein Kritikpunkt. Denn sie verbraucht Trinkwasser und Energie. Bis zu 100 000 Liter Trinkwasser pro Jahr werden versprüht. Das sind folglich 7,5 Liter pro Minute mit dem Energieverbrauch eines Staubsaugers.

Das Pilotprojekt startete im Juli 2022 und soll bis Herbst 2024 laufen. Es erfolgt im Rahmen der Fachplanung Hitzeminderung. Diese hat das Ziel, die Stadt in heißen Sommermonaten abzukühlen. Die Finanzierung kommt von einem Smart City Innovationskredit.

Ein Mitarbeiter von Grün Stadt Zürich hatte die Idee für „Alto Zürrus“. Im Rahmen eines stadtinternen Wettbewerbs setzte er sich durch. Die Projektkosten liegen laut Grün Stadt Zürich bei 140 000 Franken. Darin sind auch die Kosten für die wissenschaftliche Begleitung des Effekts enthalten. Denn der Effekt soll genau gemessen und dokumentiert werden.

Vergleiche zu „Le Nuage“ in Yverdon 2002

Beobachtende wie etwa die Neue Züricher Zeitung (NZZ) verglichen die künstliche Wolke auf dem Turbinenplatz dabei mit „Le Nuage“. Diese begehbare Wolke der Expo 2002 in Yverdon war deutlich größer. Es handelt sich um eine Stahlkonstruktion im Neuenburgersee mit einer Höhe von 20 Metern und 31 400 Edelstahl-Düsen.

Die NZZ schrieb damals: „Wer in Yverdon-les-Bains durch die Erdhügelbauten der Arteplage schlendert, fühlt sich an prähistorische Tumuli und Dolmen erinnert. Kommt man bei feuchtem Wetter aus dieser Richtung zum See, sieht man vor sich aus dem Nebel eine kleine Insel ragen. Aus dieser Perspektive wirkt die Wolke wie das mystische Avalon. Zwei Stege aus Fiberglas führen hinein.“

In der „Alto Zürrus“-Wolke ist es nicht möglich, wie im mystischen Avalon durch eine Wolke zu wandeln. Jedoch handelt es sich bei dem Pilotprojekt auf dem Turbinenplatz auch nicht um Kunst, sondern um ein Mittel zum Zweck.

Die städtische Wärmeinsel Turbinenplatz

Bereits 2021 pflanzte die Stadt Zürich zusätzliche Bäume auf dem Turbinenplatz im Escher-Wyss-Areal. Es handelt sich um einen der größten Plätze der Stadt. Da er vor allem mit Beton bedeckt ist, wird es hier im Hochsommer drückend heiß. Diese Bäume benötigen jedoch Zeit zum Wachsen. Auch sind die Standortbedingungen am Turbinenplatz nicht ideal: Die Bäume werden sich nicht nennenswert ausbreiten oder eine große Krone entwickeln können. Zugleich sind Bäume aber aufgrund ihrer Kühlung durch Verdunstung sowie durch den Schatten das wirkungsvollste Mittel gegen die Hitze.

Laut der Züricher Stadträtin und Tiefbauvorsteherin Simone Brander müsse man davon ausgehen, dass sich Städte infolge des Klimawandels immer mehr überhitzen. Die Anzahl der Hitzetage könnte sich bis 2040 auf 44 pro Jahr verdoppeln. Städte wie Zürich haben laut Brander das Potenzial, auf lokaler Ebene die Hitzeminderung zu unterstützen. Dabei ist die Wolke laut der Stadträtin eine Sofortmaßnahme, während Bäume und Flächenentsiegelungen eine mittelfristige Wirkung ausüben. Insgesamt ist eine Kombination aus verschiedenen Mitteln nötig.

Auch andere Städte, zum Beispiel Wien, experimentieren mit Maßnahmen zur Hitzeminderung in Form von künstlichen Wolken. Wie effektiv „Alto Zürrus“ ist, wird sich ab 2024 zeigen, wenn es an die Auswertung der Daten geht.

Lesen Sie hier mehr über den Hitze-Hotspot Stadt sowie über Maßnahmen für eine klimabewusste Stadtplanung.

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Render of the Year: Church in Nomine Patris Tom Burkewitz
Render of the Year: Church in Nomine Patris Tom Burkewitz

Der Siegerentwurf

Zum zweiten Mal hat Arch Out Loud die Auszeichnung „Render of the Year“ vergeben. Lesen Sie hier mehr über den Gewinner-Render von Tom Burkewitz.

2015 wurde die Wettbewerbsplattform Arch Out Loud mit dem Ziel gegründet, aktuelle Entwicklungen in der Architektur zu entdecken und zu würdigen. Seitdem veranstaltet die Plattform jedes Jahr mehrere Wettbewerbe, die Architekt*innen und Architekturstudierenden die Möglichkeit bieten, sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen.

Der Preis „Render of the Year“ geht nun in sein zweites Jahr. Gesucht werden überzeugende Bilder, die die Geschichte von Architektur, Innenräumen, Städten und Welten, wie sie sein könnten, erzählen. Der Preis wird in der allgemeinen Render-Kategorie sowie in den Kategorien Interior, Exterior und Young Designer vergeben. Zusätzlich gibt es in jeder Kategorie drei lobende Erwähnungen, die von den Direktoren Nick Graham und Kyle Zook ausgewählt werden.

Die Jury

Die Jury für den Wettbewerb Render of the Year besteht aus einer Gruppe internationaler Architekt*innen. Im Jahr 2021 gehören ihr Melike Altinisik (Istanbul), Katherine Chia und Arjun Desai (Desai Chia Architecture, New York) und Linna Choi (Oualalou+Choi, Paris) an.

Der Siegerentwurf des diesjährigen „Render of the Year“: „Church in Nomine Patris“ von Tom Burkewitz
Der Siegerentwurf des diesjährigen „Render of the Year“: „Church in Nomine Patris“ von Tom Burkewitz

Render of the Year: „Church in Nomine Patris“ von Tom Burkewitz

Tom Burkewitz gewann den Preis für den Render des Jahres 2021 mit seinem Entwurf der „Church in Nomine Patris“. Er ist ein österreichischer Konzeptkünstler und Architekt, der als Architekturillustrator arbeitet. Sein Rendering zeigt einen strengen Kirchenbau mit dunklen Fassaden inmitten einer Wiese, die in den wolkenverhangenen Himmel ragt. Dem Künstler gelingt es, eine traumartige, fast unheimliche Atmosphäre zu schaffen, die die Jury überzeugte. Mehr dazu hier.

Sein Rendering nutzt 3D-Modellierungstechniken, um einen sehr hohen Grad an Realismus zu erreichen. Die Kirche von Burkewitz wirkt hyperrealistisch und gleichzeitig fast surreal. Der Entwurf erinnert an die Prärie und hat sich gegen andere nostalgische, emotionsgeladene Renderings durchgesetzt.

Laut Arch Out Loud „müssen Designer*innen erkennen, wie die Menschen ihre Bilder interpretieren. Sie müssen mit den Gefühlen arbeiten, die ein Bild hervorruft. Sie müssen verstehen, wie sie ohne Worte zu ihrem Publikum sprechen können.“

Andere Gewinner*innen des Render of the Year 2021

Tom Burkewitz hatte es mit starker Konkurrenz zu tun. Witchaya Jingjits Bild eines Astronauten, der in einer dystopischen, posthumanen Welt neues Land entdeckt, und Zoe Russion Morenos Rendering „Remembrance“ rufen ähnliche Gefühle hervor wie das Siegerbild.

In der Hauptkategorie wurden von der Jury des Render of the Year Award 2021 drei lobende Erwähnungen bekannt gegeben: „Mass Laminated Timber“ von Eric Meyer, „7th Element“ von Okdraw Studio und „Sake brewery Museum“ von Henrique Driessen.

Der Preis in der Kategorie Junger Designer ging an Vincenzo Sardone für „The Day After Participants“. Lobende Erwähnungen gingen an Joseph Perry für „Work in Progress“, an Sanket Gunjal für „Bold and Brutal“ und an Vincenzo Sardone für „06:36 a.m.“. Die Jury-Mitglieder zeichneten außerdem Witchaya Jingjit für „Finding a New Land“, Dennis Grimm für „Fainted Hope“ und Rui Oliveira für „The Quarry Hotel“ aus.

Der Preis für das beste Innenrendering ging an Zoe Russian Moreno für „Remembrance“, und den Preis für das beste Außenrendering erhielt Eric Meyer mit „Mass Laminated Timber“.

Render of the Year: „Sake brewery Museum“ von Henrique Driessen
Render of the Year: „Sake brewery Museum“ von Henrique Driessen

Die Kunst des Renderns

Rendering war schon immer eine große Herausforderung. Designer*innen und Architekt*innen müssen sich auf der Grundlage einer groben Idee auf Papier oder in einer Software vorstellen, wie der endgültige Entwurf aussehen soll. Diese Visualisierung eines ganzen Gebäudes hilft zu verstehen, wie es sich in die umgebende Landschaft einfügt und wie es mit Grünflächen harmoniert. Viele Gebäude beeinflussen auch die Skyline einer Stadt oder das Aussehen eines Viertels, weshalb das Rendering von entscheidender Bedeutung ist.

Mit Software wie AutoCAD ist das Rendering in mancher Hinsicht einfacher, andererseits aber auch anspruchsvoller geworden: Die Software hilft bei der Erstellung eines realistischen Bildes, Aber die Künstler*innen müssen in der Lage sein, komplexe Faktoren zu verstehen, um ein überzeugendes Rendering zu erstellen.

Die nächste Runde des Render of the Year Award wird im Frühjahr 2022 starten. Junge Designer*innen und Architekt*innen, die noch studieren oder deren Abschluss nicht älter als fünf Jahre ist, können sich für die Teilnahme an dem Wettbewerb bewerben. Arch Out Loud erhebt eine Gebühr pro Bild während des Bewerbungsverfahrens.

Mehr Informationen zum Render of the Year finden Sie hier.

Im Mai wurden zwei Masterarbeiten von der Karl Foerster-Stiftung ausgezeichnet. Mehr zum Ulmer-Preis 2021.

Perspektive mit Baumhain links und offenem Platz im Zentrum. Im Hintergrund eine begrünte Pergola.
Vision für den Europaplatz Süd. credits: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, via Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen

Der Europaplatz Süd, der Vorplatz des Hauptbahnhofs in Berlin, wird umgestaltet. Nun prämierte die Jury den Entwurf von Rehwaldt Landschaftsarchitekten mit dem 1. Preis. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Der Europaplatz Süd übernimmt als Vorplatz des wichtigsten Bahnhofs von Berlin eine wichtige Rolle im Stadtgefüge. Hier kommen Reisende zuerst an, wenn sie die Stadt erreichen. Er macht somit einen wichtigen Teil des ersten Eindrucks aus, den die Hauptstadt vermittelt. Neben dieser repräsentativen Funktion kommt noch der logistische Faktor hinzu. Besucher*innen des Bahnhofs sollte der Vorplatz Orientierung bieten und sie auf dem Weg zum richtigen Gleis subtil leiten. Nach Abstimmung zwischen dem Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima- und Umweltschutz, dem Bezirk Mitte von Berlin und der Deutschen Bahn AG wird nun eine Umgestaltung eben dieses besonderen Platzes angestrebt. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Umsteigebeziehungen.

Wettbewerb zur Umgestaltung entschieden

Um das Bestreben in die Tat umzusetzen, wurden zuletzt vier Landschaftsarchitekturbüros mit der Erarbeitung eines Vorschlages beauftragt. Anfang Oktober diesen Jahres tagte nun die achtköpfige Jury aus Vertreter*innen des Landes Berlin und der Deutschen Bahn AG mit fachlicher Unterstützung durch vier Landschaftsarchitekt*innen und wählte den erstprämierten Entwurf. Durchsetzen konnte sich dabei das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden. Manja Schreiner, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, sagte nach Bekanntgabe der Juryentscheidung, sie freue sich, dass der jetzt noch sehr unübersichtliche Ort durch den Entwurf zu einem einladenden Entrée Berlins werden könne.

Des prämierte Entwurf im Detail

Rehwaldt Landschaftsarchitekten orientieren sich grundsätzlich am städtebaulichen Raum. Unter dem Leitbild „Entrée Berlin“ schlagen sie einen urbanen, einladenden Platzraum in der Mitte der Stadt vor, der eine gute Orientierung sowie atmosphärische Aufenthaltsorte bieten soll. Dazu setzen sie vorrangig auf eine großzügige, offene Platzfläche, durch welche sich die ankommenden Reisenden direkt in der Stadt Willkommen fühlten. Diese Platzfläche erstreckt sich vom Bahnhofsgebäude bis zur Invalidenstraße als durchgängige Oberfläche ohne Stufen oder Bordanlagen. Als Material wird ein Asphalt mit geschliffener Oberfläche vorgeschlagen. Dieser soll nicht nur einen hohen Komfort bieten, sondern in seiner Farbgebung mittels heller Zuschlagstoffe auch einen warmen und gleichsam lebhaften Gesamteindruck schaffen. Rehwaldt Landschaftsarchitekten ließen sich in der Gestaltung dabei von Terrazzobelag inspirieren.

Der Offenheit steht als Kontrast und weiteres Element der „Grüne Schirm“ gegenüber. Als  unregelmäßige Pflanzung hochstämmiger Bäume bildet er sozusagen ein Gegenstück zum Bahnhofsgebäude. Durch die Aufastung der Gehölze bleibt einerseits ein durchlässiger Raum bestehen, während andererseits eine Abschirmung zur Invalidenstraße entsteht. Durch das lockere Blätterdach kann sich ein atmosphärischen Aufenthaltsort ausbilden.

Weiterhin fungiert der Bereich unter dem „Grünen Schirm“ als Speicherrigole. Das Regenwasser, das auf der Platzfläche anfällt, wird dazu in Schlitzrinnen aufgefangen und in den nördlichen Bereich geführt, wo es gesammelt werden kann. Die Bäume werden dann das Wasser über die Wurzeln aufnehmen und es über die Baumkronen wieder verdunsten. So kann zum einen ein angenehmer,  kühlender Effekt für die unmittelbare Umgebung entstehen. Zum anderen wird die Kanalisation entlastet und das Regenwasser vor Ort genutzt, statt es umgehend über Kanäle abzuführen. Für Dr. Almut Neumann, Bezirksstadträtin des Bezirks Mitte für Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen ein wichtiger Punkt: „In Zeiten der Klimakrise ist es besonders wichtig, dass wir das Regenwasser des Platzes sammeln und über Rigolen den neuen Bäumen zuleiten. Dazu liefert das Konzept innovative Ideen, die wir umsetzen wollen.“

Ergänzt wird die Gestaltung des Europaplatzes durch eine funktionale Ausstattung. Dazu werden Fahrradparken und die Jelbi-Station – eine Bündelung von Sharing-Angeboten –  sowie eine öffentliche Toilette am östlichen Platzrand situiert. Dort sind sie für Nutzer*innen gut sichtbar und verdecken den Bauzaun im Bestand. Das Gebäude mit begrüntem Dach soll dabei als einfache Konstruktion ausgeführt werden, die später ggf. demontier- und umsetzbar ist.

Lageplan des prämierten Entwurfes. credits: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, via Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen
Lageplan des prämierten Entwurfes. credits: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, via Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen

Stimmen des Preisgerichtes

Laut Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt hätten die offene und einladende Geste, das grüne Baumdach entlang der Invalidenstraße und die klare Kante mit Fahrradabstellmöglichkeiten und weiterer Infrastruktur nach Osten hin die Jury überzeugt. Weiterhin sagt sie: „Der Entwurf zeigt, dass auch mit der Weiternutzung von vorhandenem Material nachhaltig, barrierefrei und mit einer guten Aufenthaltsqualität der Europaplatz Süd künftig das Entrée Berlins vom Hauptbahnhof werden kann.“ Auch Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist überzeugt, nun den richtigen Entwurf gefunden zu haben: „Mit dieser Variante schaffen wir eine deutliche Aufwertung und mehr Struktur auf dem Bahnhofsvorplatz an der Invalidenstraße.“

Weitere Schritte

Nun gilt es, den Entwurf in die Realität zu übersetzen. Dafür wird das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten mit der weiteren Planung beauftragt. Derzeit ist vorgesehen, die Planungen bis zum Sommer des kommenden Jahres abzuschließen und anschließend mit der baulichen Umsetzung zu beginnen. Wenn der Zeitplan wie angestrebt umgesetzt werden kann, dann könnte die Fertigstellung der anspruchsvollen Bauaufgabe bis Ende 2025 realisiert werden. Und damit zukünftig das Ankommen und Abreisen am Berliner Hauptbahnhof zu einem ganz anderen Erlebnis machen.

Lust auf mehr Wettbewerbsnews? Am 15. Dezember 2023 entschied sich der Wettbewerb zur Gartenschau Vaihingen. Der freiraumplanerische Entwurf eines Büros überzeugte die Jury dabei eindeutig. Alles dazu lesen Sie hier.