bdla-Beiratssitzung 2020: “Wir gestalten Klima”

Im November 2020 fand die bdla-Beiratssitzung erstmals online statt. Der Fokus lag auf den Wahlen – und der Verbandsarbeit. So beschloss der Beirat, ein neues Konzept für den Verband anzustossen, unter anderem um mehr Nachwuchs zu gewinnen.

Am 13. November 2020 fand die diesjährige bdla-Beiratssitzung statt. Coronabedingt musste sie online durchgeführt werden; zugeschaltet waren alle Präsidiumsmitglieder, Landesgruppenvorsitzende und Fachsprecher*innen. Über Verbandsaktivitäten 2019 und 2020 informierten Till Rehwaldt, bdla-Präsident, und bdla-Bundesgeschäftsführer Mario Kahl. Kernpunkte des haupt- und ehrenamtlichen Engagements im Verband waren grüne Infrastruktur und Klimaanpassung sowie die Nachwuchswerbung/ -förderung.

Die gegenwärtige Pandemielage verdeutlicht die Bedeutung des Freiraums und der Landschaft, einhergehend mit der Notwendigkeit, Entwicklung, Pflege und Schutz zu denken, zu planen, zu finanzieren und zu realisieren. Blau-grüne Infrastrukturen dienen in Städten nicht nur der Klimaanpassung, sondern erhöhen insgesamt die Umwelt- und Lebensqualität in urbanen Räumen.

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Neues Konzept für den Verband

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Neustrukturierung der Städtebauförderung. Diese konzentriert sich zukünftig auf die drei Programme “Lebendige Zentren”, “Sozialer Zusammenhalt” und “Wachstum und nachhaltige Erneuerung”. Diese sind ausgestattet mit 790 Millionen Euro. Der bdla begrüßt, dass in den Fördervoraussetzungen aller drei Programme „Maßnahmen des Klimaschutzes bzw. zur Anpassung an den Klimawandel, insbesondere durch Verbesserung der grünen Infrastruktur (beispielsweise des Stadtgrüns)“ verankert sind.

Zu den Kernkompetenzen von Landschaftsarchitekt*innen gehören der klimaresiliente Umbau der Städte und Regionen sowie die nachhaltige Umsetzung der Energiewende und umweltschonender Landnutzungskonzepte. Daran anknüpfend beschloss der Beirat des bdla, unter der Marke „Wir gestalten Klima“ ein umfangreiches Konzept für den Verband „anzustoßen“. Den Beginn macht eine umfangreiche Kampagne zur Nachwuchsgewinnung/-förderung, über Fortbildungen zur Klimaanpassung bis zur Sicherung gesellschaftlicher Akzeptanz der Landschaftsarchitekt*innen und der Anerkennung ihres Expertentums/ihrer Leistungsfähigkeit.

Defizite in der Nachwuchsförderung

Die politische Handlungsfähigkeit von Bund, Ländern und Kommunen ist auf Grund fehlender Fachkräfte im Bereich der Landschaftsarchitektur ungewiss. Jedoch lassen sich politische Programme nur wirkungsvoll und nachhaltig umsetzen, wenn qualifiziertes Fachpersonal in ausreichender Anzahl in Verwaltungen und freien Planungsbüros zur Verfügung steht.

“Wenn es nicht zeitnah gelingt, die Studierendenzahlen anzuheben, wird sich der bestehende Fachkräftemangel bei gleichzeitiger Erhöhung des Bedarfs an Fachkräften und der zunehmenden Brisanz der Aufgaben weiter verschärfen“, so die Analyse des bdla.

Gemeinsam mit Behörden und Verbänden der grünen Berufe, den Architekt*innen- und Ingenieur*innenkammern sowie den Hochschulen und Universitäten sollen zeitnah die Defizite benannt und eine Strategie der Nachwuchsförderung entwickelt und umgesetzt werden. Der Berufsverband der Landschaftsarchitekten sieht die Politik zusammen mit den anderen berufsständischen Akteur*innen aufgefordert, verstärkt an der Nachwuchssicherung zu arbeiten.

Mitgliederentwicklung

Mario Kahl, seit 1. Mai 2020 Bundesgeschäftsführer des bdla, zieht an der bdla-Beiratssitzung eine positive Bilanz der Mitgliederentwicklung. Die Gesamtzahl der Mitglieder ist im Jahresverlauf gestiegen, von 1 317 auf 1 354 (inkl. der Junior*innen). Der bdla repräsentiert nunmehr 729 freischaffende Mitglieder. 374 Mitglieder bilden die Gruppe der Angestellten und Beamt*innen; diese Gruppe wächst am stärksten.

Die hochwertigen Veranstaltungen des Verbandes, auf Bundes- wie auch Landesebene, waren auch 2019/2020 ein Schwerpunkt und Serviceleistung aus erster Hand. Mit Ausbruch der Pandemie lag/liegt die Herausforderung in der Entwicklung eines tragfähigen Modells für Online-Veranstaltungen, der Überführung von Präsenzveranstaltungen in digitale Events.

bdla-Ehrenmitgliedschaften und Wahlen

Zur Verleihung von bdla-Ehrenmitgliedschaften hatten das Präsidium und der bdla Bayern Anträge eingereicht. Jeweils einstimmig angenommen wurden die Anträge zur Ehrenmitgliedschaftsverleihung an Ingeborg Paland, langjährige bdla-Bundesgeschäftsführerin, und Peter Latz, für seine Lebenswerk national und international.

In sieben Ämtern standen Wahlen an, die als Briefwahlen durchgeführt wurden. Wiedergewählt wurde der Präsident Till Rehwaldt. Ebenso die Vizepräsident*innen Irene Burkhardt und Stephan Lenzen sowie die bdla-Fachsprecherin für Städtebau und Freiraumplanung Prof. Ulrike Böhm.

Neuer Fachsprecher Ökonomie

Jörg Homann, club L94 Landschaftsarchitekten GmbH aus Köln kandidierte für das Amt des Fachsprechers Ökonomie und wurde einstimmig gewählt. Jörg Homann (Jh. 1972) erlernte von 1989 bis 1992 den Beruf eines Landschaftsgärtners und nahm 1994 das Studium der Landschaftsarchitektur an der Fachhochschule Erfurt auf.

Nach Beendigung zog es ihn 1999 wieder nach Nordrhein-Westfalen und 2001 gründete er zusammen mit Frank Flor, Götz Klose und Burkhard Wegener das Büro club L94 mit Sitz in Köln. 2016 erwarb er eine Zusatzqualifizierung zum Sachverständigen für Architektenhonorare; seit 2017 ist Jörg Homann Mitglied im bdla. Mit seiner Wahl folgt er Jens Henningsen, der dieses Amt zwölf Jahre ausgeübt hat und seit 2019 Schatzmeister des bdla ist.

Neuer Fachsprecher Wettbewerbswesen

Beim Wettbewerbswesen beendete Andrea Ziegenrücker nach über 17 Jahren ihre „Laufbahn“ als bdla-Fachsprecherin. Gewählt wurde Steffan Robel, A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin. 1972 geboren, studierte er von 1992 bis 1999 Landschaftsplanung an der Technischen Universität Berlin; zw. 1997 und 1998 absolvierte er den European Master of Landscape Architecture an der Internationalen Agrarischen Hogeschool im niederländischen Larenstein.

Nach drei Jahren freier Mitarbeit bei Weidinger Landschaftsarchitekten (2000 bis 2003) gründete Steffan Robel 2004 das Büro A24 Landschaft. Er führte es von 2005 bis 2010 gemeinsam mit dem Architekten Joachim Swillus. Zwischen 2004 und 2008 zog es ihn nochmal in die Lehre an die Technischen Universität Dresden, als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Landschaftsarchitektur. Seit 2011 ist er Geschäftsführer von A24 Landschaft Landschaftsarchitektur; von 2018 an mit Gesellschafter Jan Grimmek. Seit 2017 ist Steffan Robel Mitglied im bdla.

Neue Spitze Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit

Einen weiteren Wechsel gab es an der Spitze des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit. Mit Petra Schoelkopf, freiraumforum schoelkopf, Hannover, folgte ein langjähriges Mitglied aus dem Arbeitskreis auf Jutta Sankowski, die dieses Amt von 2014 bis 2020 ausgefüllt hat. Nach ihrer Ausbildung als Staudengärtnerin im Berggarten Hannover und mehrjähriger Tätigkeit im Garten- und Landschaftsbau studierte sie Landschaftsarchitektur und Umweltentwicklung an der Technischen Universität Hannover.

Von 2001 bis 2004 arbeitete Petra Schoelkopf, Jg. 1968, für Hortec Wörlitz in der Entwicklung der Landesinitiative Gartenträume Historische Parks in Sachsen-Anhalt. seit 2005 ist sie freischaffende Landschaftsarchitektin und Inhaberin des Büros freiraumforum für Landschaftsarchitektur + Freiraummarketing in Hannover. 1998 als Hospitantin in den bdla eingetreten und seit 2005 ordentliches Mitglied, engagiert sich Petra Schoelkopf seit über zehn Jahren in der Landesgruppe Niedersachsen+Bremen im Vorstand sowie als Referentin in den Arbeitskreisen Öffentlichkeitsarbeit und Gartendenkmalpflege und vertritt den bdla im Beirat des Netzwerk Baukultur Niedersachsen.

Die nächste bdla-Beiratssitzung findet auf Einladung des bdla Nordrhein-Westfalen im April 2021 auf Schloss Dyck statt.