Berliner Seilfabrik verbindet Alt und Neu für Klein und Groß

 

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Die Berliner bauen riesige neue Kletterlandschaft auf einem Spielplatz in Reinickendorf

Auf 1500m² erstreckt sich im Berliner Norden, angrenzend an das Sportgelände des Vereins Füchse Berlin, eine neue Kletterlandschaft. In Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Reinickendorf und der Berliner Seilfabrik erarbeitete Landschaftsplanerin Alena Kniesche das umfassende Konzept und berücksichtigte dabei die verschiedensten Themen, wie Bestandsgeräte, U3, Inclusive Play oder das benachbarte Sportzentrum.

Die Ausgangssituation
Schon lange befand sich auf dem Gelände ein „Spielplatz“, hier wurden Schritt für Schritt Geräte ersetzt bzw. hinzugefügt. Es ließ sich kein Gesamtkonzept erkennen. Durch die Vergabe von EU-Geldern für den Bezirk Reinickendorf ergaben sich neue Finanzierungsmöglichkeiten für dieses vernachlässigte Areal. Für die Sanierung und Neugestaltung des Spielplatzes wurde die Berliner Seilfabrik beauftragt.

Konzentration und Übermut
Frau Kniesche teilte das Spielareal in zwei Teilabschnitte auf. Es entstanden ein Bereich für Kleinkinder und einer für ältere Kinder. Für die größeren Kinder und Jugendlichen konzipierte sie einen Parcours, auf dem es möglich ist, von einem Ende des Spielplatzes zum anderen zu kommen, ohne den Boden zu berühren. Dabei geht es durch ein 9m hohes Mittelmastgerät, über diverse Niedrigseilgartenelemente in ein weiteres Raumnetzgerät, einen sogenannten Spaceball. Dieser fand bereits vor einigen Jahren Platz auf dem Gelände und führt über eine Seilbrücke auf ein Feld mit Gummimatten. „Dieser Teil des Spielplatzes war noch in einem so guten Zustand, dass er komplett erhalten bleiben konnte.“, so Frau Kniesche. „Das modulare System der Berliner Seilfabrik erlaubt es, die neuen Elemente des Parcours auf der einen Seite und die Spielhäuser auf der anderen Seite mit den alten Geräten zu verbinden.“ Der Teil mit den Gummimembranen ließ sich so einfach an die Spielhäuser anschließen. Von diesen „Triis“ führt eine lange Kurvenrutsche in Richtung der „Face-to-Face-Swing“, welche Platz für 6 Kinder bietet. Für die kleineren Kinder entstand im schattigeren Bereich des Geländes eine kleine Niedrigseillandschaft kombiniert mit kleinen Baumhäusern. Die Trii-Baumhäuser sind Spielhäuser mit Bambuspaneelen als Aufwertung. Bambus ist umweltfreundlicher als gewöhnliches Holz. Botanisch betrachtet handelt es sich um ein Gras und das wächst nach, wenn es geerntet ist und zwar in diesem Fall bis zu einem Meter am Tag.

Das Farbkonzept bezieht sich auf die Vereinsfarben der Füchse Berlin. Die Seile leuchten orange und rot zwischen den grünen Pfosten. Auf einem der 3m hohen Pfeiler prangt ein Schild in Form eines Fuchskopfes. Getreu dem Motto der Füchse Berlin: konzentriert hier und übermütig an anderer Stelle machen die kletternden Kinder klar: „Hier ist unser Revier“. Passend zur Location finden sich in und um die Anlage weitere Sportgeräte, wie Reck und Barren.

Inclusive Play
Inklusive Spielräume, bei denen Kinder mit und ohne Behinderung, junge und alte Kinder einander begegnen und erleben können, gewinnen an Bedeutung. Bei diesem Projekt befindet sich beispielweise eine Nestschaukel direkt am Weg. Die tellerförmigen, großen Schaukeln geben mehreren Personen gleichzeitig die Möglichkeit, diese zu nutzen, ob im Liegen, Sitzen oder Stehen. So kann ein echtes Wir-Gefühl entstehen.

Individuelle Planung
„Spannend sind die Projekte mit besonderen Gegebenheiten. Wenn bspw. alte Geräte wiederverwendet oder natürliche Vorkommnisse wie Hügel oder Baumbestand mit in die Planung einfließen müssen. In Medebach realisieren wir für Center Parcs gerade das vermutlich längste Spielgerät Europas. 160m schlängelt sich die Kletterlandschaft aus Türmen, Netzen, Brücken und Tunneln den Bromberg auf 500m hinauf.“, erklärt Kniesche. Seit 2012 ist sie festes Teammitglied des 10-köpfigen Berliner Creative Center der Berliner Seilfabrik.

Berliner Seilfabrik, 2015
www.berliner-seilfabrik.com

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Verwaltungsgrenzen als Planungsgrenzen? – Wie interkommunale Kooperation gelingen kann

eine-luftaufnahme-einer-stadt-JSRekW1fRfY
Eine beeindruckende Luftaufnahme einer deutschen Stadt mit Fokus auf nachhaltige Stadtplanung und Urbanität, fotografiert von Ivan Louis.

Verwaltungsgrenzen sind in der Theorie klar gezogen – in der Praxis aber selten so eindeutig, wie es auf dem Papier scheint. Während Klimakrise, Mobilitätswende und Wohnraumbedarf längst stadtregionale Maßstäbe fordern, stößt die klassische Planung mit ihren administrativen Schranken immer wieder an ihre Grenzen. Wie gelingt es, aus kommunaler Vielfalt gemeinsame Stärke zu machen? Wer kooperiert, gewinnt, aber nicht ohne Konflikte, Machtfragen und – ja – eine gehörige Portion Mut. Willkommen in der Welt der interkommunalen Kooperation: Deutschlands urbane Zukunft entscheidet sich jenseits der Verwaltungslinie.

  • Einführung: Warum Verwaltungsgrenzen in der aktuellen Stadtentwicklung zum Problem werden
  • Historische und rechtliche Hintergründe administrativer Abgrenzungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Die Herausforderungen und Chancen der interkommunalen Kooperation in der Praxis
  • Beispiele gelungener und gescheiterter Kooperationen: Was macht den Unterschied?
  • Innovative Instrumente, Governance-Modelle und rechtliche Rahmenbedingungen
  • Die Rolle digitaler Werkzeuge und Datenplattformen für regionale Zusammenarbeit
  • Beteiligungskultur und Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg
  • Risiken, Konfliktfelder und Lösungsansätze für eine produktive Zusammenarbeit
  • Konkrete Empfehlungen für Planer, Verwaltungen und Politik
  • Fazit: Warum interkommunale Kooperation der Schlüssel für nachhaltige Stadtregionen ist

Verwaltungsgrenzen versus Stadtregion – ein gordischer Knoten?

Der Blick auf die Landkarte täuscht gern über die Realität hinweg. Wer aus dem Zugfenster schaut, sieht keine Schlagbäume, wo eine Stadt aufhört und die nächste Gemeinde beginnt. Leben, Arbeiten, Freizeit, Verkehr – all das macht nicht halt an der unsichtbaren Linie, die ein Verwaltungsakt vor Jahrzehnten gezogen hat. Dennoch agieren Stadtverwaltungen, Landkreise und Gemeinden oft so, als wäre das eigene Hoheitsgebiet eine autarke Insel im urbanen Ozean. Das Ergebnis: Verkehrsstaus enden nicht am Ortsschild, Kaltluftschneisen ignorieren Gemeindegrenzen, der Wohnungsmarkt funktioniert regional, aber die Planung bleibt lokal eingeschränkt.

Die Ursachen dieses Dilemmas sind historisch gewachsen. Verwaltungsgrenzen waren einst Ausdruck politischer Macht, fiskalischer Interessen und oftmals auch einer tief verwurzelten Skepsis gegenüber Nachbarn. Bis heute sind sie die Basis für Zuständigkeiten, Haushaltsplanung, Flächennutzungspläne und sogar Fördermittelvergabe. Ein System, das von Effizienz und Bürgernähe zehrt – in ruhigen Zeiten. Doch die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts machen aus diesen Verwaltungsgrenzen zunehmend Planungsbarrieren: Klimaanpassung, Mobilität, Energieinfrastruktur und Digitalisierung verlangen nach großräumigen, flexiblen Lösungen. Das lineare Denken in Zuständigkeiten ist zum Bremsklotz geworden.

Besonders frappierend zeigt sich das im Umland großer Städte. Hier treffen divergierende Interessen aufeinander: Die Kernstadt will Nachverdichtung, der Speckgürtel fürchtet um seine Grünflächen, während die kleineren Gemeinden hoffen, vom wirtschaftlichen Sog zu profitieren, ohne ihre Identität zu verlieren. Wenn dann noch Landesentwicklungspläne, Regionalverbände und Zweckverbände ins Spiel kommen, ist das Chaos perfekt. Jeder will mitreden, aber keiner das Heft aus der Hand geben. Kooperative Planung? Viel zu oft ein Lippenbekenntnis, wenn es ums eigene Bauland oder Gewerbegebiete geht.

Doch es gibt Hoffnung: Überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen stadtregionale Allianzen, die Verwaltungsgrenzen als Einladung zum Dialog begreifen. Sie wissen: Die Zeit der Solisten ist vorbei. Wer heute nachhaltige, resiliente und lebenswerte Regionen schaffen will, muss kooperieren – über alle administrativen Grenzen hinweg. Die große Frage bleibt: Wie gelingt das in einer Verwaltungskultur, die von Paragrafen, Zuständigkeiten und einem gesunden Maß an Misstrauen geprägt ist?

Das Problem ist also klar umrissen – und doch ist die Lösung alles andere als trivial. Interkommunale Kooperation ist viel mehr als ein „nice to have“. Sie ist der Schlüssel zur stadtregionalen Zukunft. Aber sie verlangt, dass Planer, Verwaltungen und Politik neue Denk- und Arbeitsweisen lernen. Der Weg dahin führt über Konflikte, Kompromisse und den Mut, Macht zu teilen.

Historische und rechtliche Wurzeln: Warum wir so denken, wie wir planen

Die Idee klarer administrativer Abgrenzung ist kein Zufallsprodukt, sondern tief in der Geschichte Mitteleuropas verwurzelt. Schon im Mittelalter regelten Stadtrechts- und Lehenssysteme, wer wo wofür zuständig war. Mit der Entstehung moderner Nationalstaaten zementierten Verwaltungsstrukturen und Katasterwesen diese Grenzen weiter. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde die kommunale Selbstverwaltung zum Garanten für Bürgernähe und demokratische Teilhabe. Klingt gut – und hat viele Jahrzehnte hervorragend funktioniert.

Doch die Welt hat sich verändert. Die funktionalen Verflechtungen im Ballungsraum, die Pendlerströme, die Klimawandelfolgen und die Digitalisierung stellen die Zweckmäßigkeit dieser Grenzziehungen in Frage. Während das Grundgesetz die kommunale Selbstverwaltung schützt, gibt es in der Praxis längst eine Vielzahl von übergeordneten Planungsinstrumenten: Regionalpläne, Landesentwicklungspläne, Zweckverbände oder Gebietskörperschaften. Allein: Sie sind eher Koordinationsrahmen als echte Steuerungsinstanzen. Die reale Planungshoheit bleibt lokal – und damit oft fragmentiert.

Das Baurecht setzt der Kooperation weitere Hürden. Jede Kommune kann Flächennutzungs- und Bebauungspläne eigenständig aufstellen. Überregionale Belange werden zwar formal abgewogen, aber die Entscheidung fällt im Zweifel im eigenen Rathaus. Das führt dazu, dass jede Gemeinde ihr Glück sucht – oft zulasten des Ganzen. Wer Gewerbegebiete an der Grenze ausweist, sichert sich Steuereinnahmen, verlagert aber die Verkehrsprobleme auf den Nachbarn. Wer Wohnquartiere plant, hofft auf Zuzug, ohne sich um die regionale Infrastruktur zu scheren. Die Folge sind Zersiedelung, Flächenfraß und ein Flickenteppich von Einzelinteressen.

Österreich und die Schweiz kennen ähnliche Probleme. Zwar sind die Instrumente der Raumplanung dort mitunter stärker regional verankert, doch auch hier bleibt die kommunale Hoheit ein zentraler Pfeiler. Gerade in der Schweiz, wo Gemeinden eine hohe Eigenständigkeit genießen, sind interkommunale Abstimmungen oft mühselig. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie der Zürcher Verkehrsverbund oder die Regionale Planungsgemeinschaft Wien, dass großräumige Lösungen möglich sind – wenn der politische Wille da ist.

Rechtlich gibt es inzwischen zahlreiche Wege zur Kooperation: Zweckverbände, kommunale Arbeitsgemeinschaften, interkommunale Entwicklungsprojekte. Doch Papier ist geduldig. Entscheidend ist, wie diese Instrumente mit Leben gefüllt werden. Und das hängt weniger von Paragrafen ab, als von Menschen, Macht und Motivation.

Praktische Kooperation: Chancen, Stolpersteine und Erfolgsfaktoren

Wer sich in die Untiefen der interkommunalen Zusammenarbeit begibt, landet schnell im Bermudadreieck aus Zuständigkeit, Finanzierung und politischer Eitelkeit. Die Chancen sind enorm: Gemeinsame Flächennutzungskonzepte können Flächenfraß eindämmen, abgestimmte Mobilitätskonzepte den Pendlerwahnsinn entschärfen, regionale Klimaanpassungsstrategien die Stadtregion widerstandsfähig machen. Doch die Realität ist oft ernüchternd. Kooperation scheitert nicht selten an klassischen Hindernissen: Wer profitiert finanziell? Wer gibt Planungshoheit ab? Wer trägt Risiken – und wer erhält den Applaus?

Ein zentrales Problem bleibt die asymmetrische Ausgangslage. Kernstädte haben andere Interessen als Umlandgemeinden. Während die eine Verdichtung und Infrastrukturinvestitionen fordert, will die andere Lebensqualität und niedrige Grundsteuer. Hier braucht es Vermittler, Moderation und vor allem: Verlässlichkeit. Erfolgreiche Kooperationen entstehen dort, wo Vertrauen wächst – und wo die Beteiligten auch unbequeme Kompromisse eingehen.

Ein weiteres Hindernis ist die fehlende Synchronisierung der Planungsprozesse. Während die eine Kommune schon am Bebauungsplan für ein neues Gewerbegebiet arbeitet, diskutiert der Nachbar noch den Flächennutzungsplan. Zeitliche und inhaltliche Abstimmung ist selten selbstverständlich, sondern verlangt aktive Prozessarchitektur. Hier helfen digitale Werkzeuge, gemeinsame Datenplattformen und transparente Kommunikation – aber sie ersetzen nicht den persönlichen Austausch und die politische Führung.

Doch es gibt auch Erfolgsgeschichten: Die Region Stuttgart hat mit dem Verband Region Stuttgart ein Modell geschaffen, das stadtregionale Verkehrs-, Siedlungs- und Freiraumplanung koordiniert – mit eigenen Zuständigkeiten und einem klaren Mandat. In Wien sorgt die Stadt-Umland-Management GmbH für abgestimmte Entwicklung im Ballungsraum. Der Kanton Zürich nutzt regionale Planungsgemeinschaften, um Interessensausgleich zu organisieren. Diese Beispiele zeigen: Wo der politische Wille da ist, wo Ressourcen gebündelt und Macht geteilt werden, gelingt Kooperation – zum Nutzen aller.

Dennoch bleibt Kooperation ein ständiger Balanceakt zwischen Eigeninteresse und Gemeinwohl. Wer langfristig Erfolg will, muss Konflikte aushalten, Kompromisse aushandeln und Erfolge sichtbar machen. Dazu gehört auch, dass Bürger frühzeitig eingebunden werden – denn nur so entsteht Akzeptanz und Identifikation mit stadtregionalen Lösungen.

Werkzeuge, Governance und digitale Chancen: Kooperation neu denken

Wer erfolgreiche interkommunale Kooperation gestalten will, braucht mehr als gute Absichten. Es braucht Strukturen, die Vertrauen schaffen und Transparenz sichern. Moderne Governance-Modelle setzen auf geteilte Verantwortung, klare Spielregeln und verbindliche Entscheidungswege. Hier bieten Zweckverbände, stadtregionale Entwicklungsbeiräte oder interkommunale Planungsräte zukunftsfähige Ansätze. Entscheidend ist, dass diese Gremien nicht nur als Feigenblatt dienen, sondern echte Steuerungs- und Umsetzungskompetenz erhalten.

Ein Gamechanger sind digitale Werkzeuge und offene Datenplattformen. Was nach Buzzword klingt, ist in der Praxis ein echter Hebel für effektive Zusammenarbeit. Gemeinsame Geodateninfrastrukturen ermöglichen es, Flächennutzungspläne, Umweltinformationen und Verkehrsdaten grenzübergreifend zu teilen und auszuwerten. Digitale Zwillinge, wie sie in fortschrittlichen Städten entstehen, schaffen Simulationen, die Auswirkungen von Bauvorhaben, Klimaszenarien oder Mobilitätskonzepten für die gesamte Stadtregion abbilden – und damit informierte Entscheidungen ermöglichen.

Transparenz ist dabei das A und O. Wer Daten offenlegt, Beteiligungsprozesse digital zugänglich macht und Planungsentscheidungen nachvollziehbar dokumentiert, baut Vertrauen auf – und verringert das Misstrauen gegenüber „geheimen“ Absprachen oder Hinterzimmerpolitik. Digitale Beteiligungsplattformen ermöglichen es zudem, Bürger früh und konstruktiv einzubinden. Das erhöht nicht nur die Akzeptanz, sondern bringt auch lokale Expertise und innovative Ideen ins Spiel.

Natürlich ist Technik kein Allheilmittel. Sie muss eingebettet sein in eine lebendige Beteiligungskultur und von einer Verwaltung getragen werden, die offen für Veränderung ist. Governance bedeutet hier: Verantwortung teilen, aber auch klare Verantwortlichkeiten definieren. Regelmäßige Evaluation, externe Moderation und eine lernende Organisationskultur sind unverzichtbar, um aus Fehlern zu lernen und Kooperation auf Dauer zu stellen.

Risiken bleiben: Wer steuert die Daten? Wer definiert die Ziele? Wie werden Interessenskonflikte gelöst? Ohne ein gemeinsames Leitbild, transparente Entscheidungsprozesse und die Bereitschaft, notfalls zurückzustecken, droht jede Kooperation zu versanden. Umso wichtiger ist es, dass Planer, Verwaltung und Politik von Anfang an auf Augenhöhe agieren – und gemeinsam Verantwortung für die stadtregionale Entwicklung übernehmen.

Fazit: Interkommunale Kooperation als Pflichtaufgabe der Zukunft

Verwaltungsgrenzen sind Realität – aber sie müssen keine Planungsgrenzen bleiben. Die Herausforderungen der urbanen Zukunft kennen keine administrativen Schranken. Wer die Klimakrise meistern, bezahlbaren Wohnraum schaffen, Mobilität neu denken und Freiräume sichern will, muss über den eigenen Tellerrand blicken. Interkommunale Kooperation ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie verlangt Mut, Offenheit und den Willen, Macht zu teilen und gemeinsam neue Wege zu gehen.

Die Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen: Wo der politische Wille da ist, wo Ressourcen und Verantwortung geteilt werden, können nachhaltige, resiliente und lebenswerte Stadtregionen entstehen. Moderne Governance, digitale Werkzeuge und eine lebendige Beteiligungskultur sind die Schlüssel zum Erfolg. Das verlangt neue Kompetenzen von Planern, Verwaltungen und Politik – und ein radikales Umdenken im Umgang mit Zuständigkeiten und Macht.

Natürlich bleibt Kooperation ein ständiger Balanceakt. Konflikte lassen sich nie ganz vermeiden, Eigeninteressen nicht immer auflösen. Aber der Gewinn ist enorm: bessere Planungsergebnisse, mehr Lebensqualität, nachhaltige Entwicklung und eine stärkere regionale Identität. Kurz gesagt: Wer kooperiert, gewinnt. Und wer sich hinter Verwaltungsgrenzen verschanzt, wird überholt – von den Herausforderungen, aber auch von den Chancen, die die Zukunft bietet.

Am Ende bleibt: Die Zukunft der Stadtregion entscheidet sich jenseits der Verwaltungslinie. Es ist Zeit, den gordischen Knoten zu durchschlagen – und Kooperation zur Pflichtaufgabe der nächsten Dekade zu machen. Denn nur gemeinsam sind urbane Räume wirklich zukunftsfähig.

Fahrradständer – die vier Trends der Zukunft für die Stadt der Zukunft

Apropos Trends: Das Fahrradfahren an sich liegt voll im Trend und wird das in den letzten Jahren aufgenommene Momentum hinsichtlich seiner Popularität auch die nächsten Jahre beibehalten. Seine vielfältigen Vorteile für Nutzer*innen und Gesellschaft rechtfertigen es, besondere Aufmerksamkeit auf die Planung der Infrastruktur zu legen, die notwendig sind, damit der Umstieg vom Auto auf das Rad, etwa zum Pendeln, leichtfällt und möglichst niedrigschwellig wird.

Trend 1: Die wichtigsten Trends für Fahrradständer gibt das Fahrrad selbst vor

Ein guter Einstiegspunkt für die Konzeption einer Fahrradabstellanlage ist, die Trends des Fahrradmarkts zu identifizieren. Damit wird sichergestellt, dass die Anlage möglichst lange genutzt werden kann und nicht bald schon überholt ist. Ein Beispiel für einen Trend der letzten Jahre, der für Fahrradständer von signifikanter Bedeutung ist, ist der zu immer breiteren Reifen. Selbst an Rennrädern, an denen lange Zeit möglichst dünne Reifen zum Einsatz kamen, sind heute Reifen mit über 30 Millimeter Breite keine Seltenheit mehr. Ganz zu schweigen von Mountainbikes oder anderen Rädern, die ohne weiteres nochmals die doppelte Breite aufweisen können. Der Vorteil der breiten Reifen: Sie bieten mehr Grip und mehr Fahrkomfort, indem sie die natürlichen Federungseigenschaften des breiten Gummis nutzen. Ärgerlich ist nur, wenn das Rad nicht mehr in den Ständer hineinpasst, weil dessen Einstellbreite zu schmal bemessen ist. Moderne Abstellanlagen berücksichtigen den Trend zu breiteren Reifen und erlauben mittlerweile Reifenbreiten von 60, 70 oder, wie im Falle des Fahrradständers Felix® von Gronard, sogar bis zu 110 Millimetern.

Die immer häufiger im Straßenbild anzutreffenden Lastenräder sind ein weiterer Trend, der in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat. Sie bedürfen besonderer Abstellmöglichkeiten, neigen sie doch zwar nicht zum Umfallen, sind aber besonders sperrig und schwer. Für speziell diesen Fahrradtyp können Anlehnbügel angeboten werden – wie Sie aber im ersten Teil unserer Serie zu Fahrradständern erfahren können, sollten für herkömmliche Zweiräder andere Bauformen zum Einsatz kommen.

Der Trend zu immer breiteren Fahrradreifen sollte bei der Konzeption einer Fahrradabstellanlage berücksichtigt werden. Bis zu 7 Zentimeter breit dürfen sie beispielsweise beim abgebildeten "Kappa®" von Gronard sein, andere Modelle des Herstellers erlauben sogar Einstellbreiten bis 11 Zentimetern. Foto: Gronard
Der Trend zu immer breiteren Fahrradreifen sollte bei der Konzeption einer Fahrradabstellanlage berücksichtigt werden. Bis zu 7 Zentimeter breit dürfen sie beispielsweise beim abgebildeten "Kappa®" von Gronard sein, andere Modelle des Herstellers erlauben sogar Einstellbreiten bis 11 Zentimetern. Foto: Gronard

Trend 2: Reparieren und Aufladen – es geht um mehr, als nur ums Abstellen

Moderne Fahrradabstellanlagen bieten weitaus mehr als eine ledigliche Abstellmöglichkeit mit durchdachten Fahrradständern. Immer häufiger wird das Angebot durch zusätzliches Services ergänzt. Eine willkommene Annehmlichkeit können Sie Radler*innen bieten, wenn Sie ihnen eine Wartungsmöglichkeit zur Verfügung stellen, etwa die Servicestation Clorofilla Basic mit Luftpumpe und Werkzeugsatz. Dabei passt das diebstahlsicher an selbstaufrollenden Edelstahlkabeln befestigte Werkzeug nicht nur spezifisch für Fahrräder, sondern ist so ausgewählt, dass damit auch die Nutzer*innen etwa von Rollern und Skateboards ihre Untersätze reparieren können.
Immer wichtiger wird es, Lademöglichkeiten für E-Bikes anzubieten, steigt doch der Bestand der elektrifizierten Zweiräder seit einigen Jahren rasant. Hierfür bieten sich Ladestationen und Ladeschränke an, in denen Fahrradakkus in verschließbaren Einzelschränken geladen werden können.
Auch das Potenzial, dass das Gebäude an sich bietet, sollte nicht vergessen werden. Es kann von einer lediglichen Umhüllung der Abstellanlage etwa durch Solarflächen zu einem Bauwerk mit erweitertem Zusatznutzen werden, das den Bedarf einer E-Bike-Ladestation oder der Objektbeleuchtung durch die selbst produzierte Solarenergie deckt.

Die Clorofilla-Servicestation von Gronard bietet häufig verwendete Werkzeuge für Fahrräder und andere rollende Untersätze, die diebstahlsicher an Stahlkabeln aufgehängt sind. Foto: Gronard
Die Clorofilla-Servicestation von Gronard bietet häufig verwendete Werkzeuge für Fahrräder und andere rollende Untersätze, die diebstahlsicher an Stahlkabeln aufgehängt sind. Foto: Gronard

Trend 3: Lebenswerte Innenstädte

Immer mehr wird das Auto aus den Innenstädten verdrängt, werden Straßen und Parkplätze zugunsten von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen umgewidmet. Gerade in verkehrsberuhigten Zonen, wie etwa in den populärer werdenden Superblocks, bedarf es mehr als nur Abstellmöglichkeit für Zweiräder. Innenstädte werden zunehmend, unzerschnitten durch mit Autos befahrenen Straßen, zu Begegnungszonen und urbanen Oasen. Das sollten auch Planungen rund um Fahrradabstellkonzepte berücksichtigen. Mit Parklets etwa kann die Umgebung von Fahrradparkern immens aufgewertet werden, denn sie bieten durch ihre Grünflächen und Sitzgelegenheiten kleine soziale Zentren in der Nachbarschaft. Grundsätzlich sollten Fahrradabstellanlagen, statt isoliert betrachtet zu werden, integraler Teil eines Mobilitätskonzeptes sein und auch so in der Planung berücksichtigt werden. Sitzplätze und andere Aufenthaltsmöglichkeiten sollten daher direkt mitgedacht werden. Idealerweise wird ein übergreifendes Konzept erstellt, das den gesamten Stadtteil miteinbezieht.
Im Sinne einer nachbarschaftlichen Sharingstrategie bieten sich Fahrradabstellanlagen auch an, um dort Schrankverleihsysteme zu integrieren. Über diese Schließfachsysteme können zum Beispiel gemeinschaftlich genutzte Werkzeuge und Geräte geliehen werden. Denkbare Einsatzorte solcher Verleihsystem sind neben Nachbarschaften auch Schulen oder Unternehmen, die ihren Mitarbeiter*innen einen Zusatznutzen bieten wollen.

Moderne Stadtplanung berücksichtigt Fahrradabstellmöglichkeiten bereits in den frühesten Phasen und sieht sie als Teil eines integrierten Konzepts. Foto: Gronard
Moderne Stadtplanung berücksichtigt Fahrradabstellmöglichkeiten bereits in den frühesten Phasen und sieht sie als Teil eines integrierten Konzepts. Foto: Gronard

Trend 4: Nachhaltigkeit

In nahezu jedem Lebensbereich halten Überlegungen zu Nachhaltigkeit Einzug. Entsprechend sollte – gerade vor dem Hintergrund einer angestrebten Nutzungszeit von mehreren Jahrzehnten – auch bei Fahrradabstellanlagen darauf geachtet werden, dass der Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt wird. Dazu bietet es sich zunächst an, den Bestand zu sichten und zu prüfen, inwiefern er durch gezielte Maßnahmen aufgewertet werden kann. Beispiel: Eine Fahrradparkanlage an einem Bahnhof kann durch ein nachträglich montiertes Dach signifikant an Nutzwert und Akzeptanz gewinnen, weil der Wetterschutz gewährleistet ist, Nutzer*innen beim Einstellen des Rades trocken bleiben und auch die Fahrräder, insbesondere deren Sättel, bei Regen nicht mehr nass werden. Und auch das Dach an sich kann eine Aufwertung erfahren. Voll im Städtebautrend sind bekanntlich Grün- und Solardächer; beachten Sie allerdings, dass die erhöhten Lasten, die ein solches Dach mit Zusatznutzen mit sich bringt, eine Prüfung der statischen Eignung des Gebäudes erfordern. Mit Gronards Kylon lassen sich Dachbegrünungen auch in kleinstem Maßstab realisieren. Bei der Fahrradgarage mit bis zu zwei Stellplätzen ist es problemlos möglich, auch im Nachhinein noch ein Grün- oder Solardach zu realisieren. Besonders nachhaltig handeln Sie außerdem, wenn Sie auf Produkte zurückgreifen, bei denen eventuell beschädigte Teile einzeln ersetzt werden können, anstatt die ganze Anlage erneuern zu müssen – bei den Fahrradabstellanlagen von Gronard ist eine solche Modularität Standard. Dadurch ist es auch möglich, auf zukünftige Trends und Bedürfnisse zu reagieren. So können beispielsweise die Seitenwände einer Einhausung ausgetauscht werden und dort verschiedene Materialien wie Lochblech oder Holzlamellen zum Einsatz kommen.

Erfahren Sie hier mehr über die Mobilitätskonzepte von Gronard.

Die Fahrradgarade Kylon kommt optional ab Werk mit einem Gründach, kann mit selbigem aber auch nachgerüstet werden. Foto: Gronard
Die Fahrradgarade Kylon kommt optional ab Werk mit einem Gründach, kann mit selbigem aber auch nachgerüstet werden. Foto: Gronard
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