Black Rock City neu entwerfen

Von 30. August bis 7. September lebt die Wüste Nevadas auf. Dann findet das weltbekannte Burning Man Festival in den USA unter dem diesjährigen Thema „Carnival of Mirrors“ statt. Eines der wichtigsten Merkmale des Festivals in der Black Rock Wüste ist künstlerische Partizipation. Die Black Rock City breitet sich üblicherweise um den Burning Man herum aus, die Infrastruktur ist C-förmig in konzentrischen Kreisen angelegt, die Straßennamen lehnen sich an des jeweilige Motto des Jahres an. Mit Hilfe unzähliger Freiwilliger wird die Stadt jedes Jahr auf- und wieder abgebaut. Das Black Rock City Ministry of Urban Planning hat jetzt einen offenen Wettbewerb ausgerufen, der in drei Kategorien dazu einlädt, die temporäre Stadt Black Rock des Burning Man Festivals 2016 zu entwerfen:

– Einzelne Design-Elemente wie Parks, Boulevards, Kreisverkehre, …
– Städtbeauliche Konzepte für das Gesamtgelände, die auf dem aktuellen Status aufbauen
– radikal neue städtebauliche Konzepte, die Black Rock City zu einem imaginären Science-fiction-Ort machen

Der Entwurfsmaßstab reicht also von einem kreativen Gesamtkonzept über kleine Verbesserung des aktuellen Konzepts bis hin zu Straßenmobiliar, das einfach in großem Maßstab in einen bestehenden Plan integriert werden kann. Teilnehmen kann an dem zweistufigen Verfahren jeder.  In der zweiten Stufe sollen die in einem Online-Voting ermittelten zehn besten Konzepte konkretisiert werden. Entwürfe können ab Oktober bis Ende Dezember eingereicht werden.

Burning Man wird seit 1986 veranstaltet. Jedes Jahr Ende August, um den amerikanischen Labour Day-Feiertag, versammeln sich für eine Woche zehntausende Teilnehmer, im letzten Jahr fast 70.000, um zu feiern. Dabei geht es um die Gemeinschaft, Kunst und Selbsterfahrung. Als Highlight wird am Samstag die große Holzstatue, der Burning Man, entzündet. Für jeden Teilnehmer hat das Ritual eine andere Bedeutung, für Gründungsmitglied Larry Harvey war die erste brennende Statue, damals am Baker Beach nahe San Francisco, ein radikaler Selbstausdruck. In jedem Jahr ist „the man“, wie die Statue informell genannt wird, gewachsen. Startete man im Gründungsjahr 1986 mit einer 2,4 Meter hohen, nahezu lebensgroßen Figur, war sie vergangenes Jahr 32 Meter groß.

Eine der Besonderheiten ist, dass sich nach dem Festival keine Spur in der Wüste finden lässt, jeder Teilnehmer ist dazu angehalten, den Ort besser zu verlassen als er ihn vorgefunden hat. Die Müllberge, die andere Festivals produzieren, sind hier Fehlanzeige.

Weitere Infos zum Wettbewerb unter: http://brcmup.org