Bücher Neuerscheinungen 2018

Parks und Gärten

TourismNow. Tourismus, Parks und Gärten

Interessiert an aktuellen Bücher Neuerscheinungen über die Landschaftsarchitektur? In der Übersicht der G+L präsentieren wir Ihnen unsere Leseempfehlungen aus diesem Jahr.

 

 

Parks und Gärten waren lange Zeit für Touristen uninteressant. Heutzutage werden sie vielerorts zu touristischen Highlights. Albrecht Steinecke skizziert im ersten Buch der TourismNow-Reihe „Tourismus, Parks und Gärten“ unterschiedliche Gartentypen – von mittelalterlichen Klostergärten über barocke Parkanlagen bis hin zu kommerziellen Gartenerlebniswelten. Er beleuchtet die Bedeutung von Parks und Gärten für die Destination und zeigt beispielhaft auf, wie sich die gartentouristische Nachfrage durch ein professionelles Management und Marketing steigern lässt.

 

Bibliographische Angaben: Albrecht Steinecke: TourismNow. Tourismus, Parks und Gärten, UVK Verlag, München 2018 ISBN 978-3-86764-859-2

 

Altersgerecht wohnen und leben im Quartier. Trends, Anforderungen und Modelle für Stadtplanung und Wohnungswirtschaft

 

„Aging in the Place“ – alt werden in der eigenen Wohnung, in der Stadt. So lautet das maßgebliche Leitbild für die Stadtentwicklung im demographischen Wandel. Was können gemeinschaftliche Wohnformen leisten? Und wie können Kommunikation und Kooperation dazu beitragen? – Diese Fragen behandelt dieses Werk. In zwölf Einzelbeiträgen gewähren Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis Einblick in ihre Arbeit. Sie zeigen Chancen, Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft.

 

Bibliographische Angaben: Heidi Sinning (Hrsg.): Altersgerecht wohnen und leben im Quartier. Trends, Anforderungen und Modelle für Stadtplanung und Wohnungswirtschaft, Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2017 ISBN 978-3-8167-9950-4

 

The Light Code. Light Encodes Reality – Licht codiert die Wirklichkeit

 

„Licht ist die codierte Wirklichkeit“. Das ist für Norbert Werner Wasserfurth-Grzybowski eine der wichtigsten Erkenntnisse aus seiner Arbeit an diesem Buch. Doch wie entsteht gutes Lichtdesign in der Praxis? Welche Rolle spielt es in der Entwicklung der Städte heute und mit welchen Methoden können wir den zukünftigen Entwicklungen entgegentreten? In den vier Grundsatzkapiteln des Buches und den darauffolgenden Projektberichten versucht er auf diese Frage eine Antwort zu geben.

 

Bibliographische Angaben: Norbert Werner Wasserfurth-Grzybowski: The Light Code. Light Encodes Reality – Licht codiert die Wirklichkeit, VIA Verlag, Gütersloh 2018 ISBN 978-3-9811940-9-8

 

Freiraum vertikal denken. Neue Perspektiven durch Vertikale Freiräume

 

Nachdenken über Vertikalität erweitert den Raum und macht frei für neue Perspektiven, das finden Isabel Zintl und Simon Wahlers, die Autoren von „Freiraum vertikal denken. Neue Perspektiven durch Vertikale Freiräume“. Dieser Wechsel ermöglicht auch über die Zukunft von städtischen Freiräumen erneut nachzudenken. Angesicht weltweiter gesellschaftlicher und klimatischer Herausforderungen sind diese neuen Ansätze notwendiger denn je: Es sollten neue Antworten gefunden werden, die es auch in Zukunft möglich machen gut in der Stadt zusammenzuleben.

 

Bibliographische Angaben: Isabel Zintl, Simon Wahlers: Freiraum vertikal denken. Neue Perspektiven durch Vertikale Freiräume, Technische Universität München, Fakultät für Architektur, München 2018 ISBN 978-3-941370-91-3

 

Biography of an Industrial Landscape. Carlsberg’s Urban Spaces Retold

 

Die Publikation erzählt die Geschichte eines der bedeutendsten Stadtumbauprojekte in Nordeuropa um die Jahrhundertwende – die Carlsberg-Brauerei in Kopenhagen. Die Autorin Svava Riesto zeigt den Wert, der hinter zeitgenössischen Design-, Raumplanungs- und Kulturpraxen steckt. Insbesondere untersucht Riesto Möglichkeiten, ein wichtiges Merkmal industrieller Landschaften zu bewerten: den offenen Raum. In diesem Bericht werden industrielle Freiräume neu bewertet.

 

Bibliographische Angaben: Svava Riesto: Biography of an Industrial Landscape. Carlsberg’s Urban Spaces Retold, Amsterdam University Press, Amsterdam 2018 ISBN 978-90-8964-7351

 

Sportzentrum Heuried Zürich. Werkbuch

 

Das Werkbuch über die Freizeit- und Sportanlage Heuried in Zürich beschäftigt sich damit, wie die Architekten sich auf den Ort beziehen. Das Werkbuch beschäftigt sich mit Themen wie Schuttkegeln, Lehmgruben, eingeschlossenen Föhren, mit der bewegten kulturpolitischen Vergangenheit des Gemeinschaftszentrums und dem Bauprozess für das neue Sportzentrum.

 

Bibliographische Angaben: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG (Hrsg.): Sportzentrum Heuried Zürich. Werkbuch, Dielsdorf 2018 ISBN 978-3-033-06735-6

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Transformation und Mischung: Städtebau und Wandel – Buchrezension

Transformation und Mischung - Cover: Jovis
Transformation und Mischung - Cover: Jovis

Das Buch „Transformation und Mischung: Städtebau im Wandel“ präsentiert die Ideen und Konzepte von RHA REICHER HAASE ASSOZIIERTE zur Gestaltung des Strukturwandels auf verschiedenen Ebenen.

Worum es geht:

In einer kurzen Einleitung stellen die Autor*innen die Relevanz von Durchmischung im Stadtquartier heraus. Im Anschluss zeigen sie in einer Vielzahl an Projekten, die RHA in Zusammenarbeit mit weiteren Büros realisiert oder entworfen haben, wie gemischte Stadtplanung aussehen kann. Die Entwürfe sind nach Kategorien wie „Bestand weiterbauen“, „Bildung als Motor für Stadtentwicklung“, „Neue Gewerbestrukturen“, „Stadt neu erfinden“ und „Strategien zwischen Stadt und Region“ kategorisiert. In Kurztexten und Bildern geben RHA einen Einblick zu ihrem jeweiligen Arbeitsansatz und ihrem generellen Verständnis von Stadtplanung.

Was die Autor*innen auszeichnet:

Christa Reicher und Joachim Haase gründeten 1993 das Büro RHA REICHER HAASE Architekten, Stadtplaner und Ingenieure in Aachen. Heute ist das Büro RHA REICHER HAASE ASSOZIIERTE auch Standorte in Dortmund und Luxemburg und entwickelt national wie international Ideen. Seit Oktober 2020 ist Christa Reicher Professorin am Institut für Städtebau und Urbanistik an der RTWH Aachen. Joachim Haase verstarb 2020 nach Krankheit.

Das ist die beste Aussage:

„Das nutzungsgemischte Quartier ist kein Selbstzweck, sondern ein Element der baulich-räumlichen und funktionalen Organisation einer Stadt.“ S. 334

Das ist eine Aussage, die zum Nachdenken anregt:

„Wer sich als Stadtbewohner oder Stadtplaner, abwechslungsreiche Städte mit vielfältigen Nutzungen, Milieus und Settings – kurz mehr Urbanität – wünscht, wird mehr Toleranz – für Brüche, für Konflikte, für Zumutungen – aufbringen müssen.“ S. 338

Der Klappentext wird erfüllt:

Der Klappentext wird exakt erfüllt – das Buch ist eine Werksammlung aus Theorie und Praxis der letzten 25 Jahre.

Mehr Trend als Klassiker, weil:

…es einen Einblick in spezifische Projekte gibt. Der ausformulierte Anteil an allgemein gültiger Information beschränkt sich auf die Einleitung und das Schlusswort.

Haptik:

Das Buch liegt trotz Softcover stabil in der Hand. Die matten Seiten sind angenehm griffig.

Design:

Das Design ist übersichtlich aufgebaut, die gewählte Type ungewöhnlich groß gedruckt.

Lesefluss:

Die Sammlung kann nach Belieben durchblättert werden. Einleitung und Schluss lesen sich gut.

Bildsprache:

Das Buch gleicht einem Ausstellungskatalog. Die Projekte sind vielfach bebildert und lassen einen guten Eindruck vom jeweiligen Konzept entstehen.

Information:

Die thematisch diversen Briefe halten zu unterschiedlichen Bereichen spannende Informationen und Schlagwörter bereit, die einen zum Nachdenken und Nachforschen anregen.

Was sonst noch wichtig wäre:

Der inhaltliche Einstieg zur Relevant von Mischung und Transformation und Mischung ist spannend. Insgesamt ist das Buch jedoch vorrangig eine Projektsammlung. Die Vielzahl an Projekten gibt einen diversen Einblick, leider geht dabei die Möglichkeit zur tiefergehenden Auseinandersetzung mit den Inhalten verloren.

Das Buch gibt es hier bei Jovis.

Noch mehr interessanter Lesestoff: Unsere Buchrezension zu „Deutschland 2050“.

 

Links fließt der Fluss vorbei. Im Zentrum der neu gestaltete Stadtplatz mit verschiedenen grünen Inseln und Mobiliar. Unter anderem Spielgeräte und trichterförmige Schirme
Perspektive des neuen Waageplatzes in Göttingen. credits: QUERFELDEINS Landschaft I Städtebau I Architektur

Der freiraumplanerische Realisierungswettbewerb um den Waageplatz in Göttingen ist entschieden. Welcher Entwurf gewonnen hat und wie dieser aussieht, erfahren Sie hier. 

Realisierungswettbewerb

Der Waageplatz übernimmt in Göttingens Stadtgrundriss eine prominente Postion. Er liegt zwischen der Innenstadt und dem Masch-Straßen-Viertel. Direkt angrenzend fließt der Leinekanal vorbei. Die imposante Fassade des Gebäudes der Staatsanwaltschaft und die Wallanlagen bilden den Rahmen des Ortes. Durch einen Art nicht-offenen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb suchte die Stadt nach einer zukünftigen Vision für den Raum. Die Neugestaltung des Waageplatzes ist dabei auch Teil des Sanierungsgebiets Nördliche Innenstadt. Eine herausfordernde Aufgabe, der sich acht geladene Büros stellten.

QUERFELDEINS überzeugt mit Entwurf für den Waageplatz

Nun wurden die Gewinner*innen gekürt. Das Büro QUERFELDEINS aus Dresden konnte sich vor dem Berliner Büro GM013 Landschaftsarchitektur auf Platz zwei und dem Büro studio polymorph Landschaftsarchitekten, ebenfalls aus Berlin, auf Platz drei durchsetzen. Dabei überzeugten die Planer*innen nicht nur das Preisgericht, sondern auch die Bürger*innen vor Ort. Denn im Vorfeld der Jurysitzung hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, alle eingegangenen Entwürfe in anonymisierter Form anzuschauen und der Jury dann schriftliche Kommentare und Hinweise zu hinterlassen. Die Bewertungen flossen in die Entscheidung des Preisgerichts mit ein. QUERFELDEINS überzeugte dabei mit einem Entwurf, der die Aufenthaltsqualität für ein diverses Spektrum an Nutzer*innen ebenso im Blick behält wie eine klimaangepasste Entwicklung des Platzes.

 

Diverse Ansprüche

Die heutige Gestaltung des Waageplatzes war nicht mehr zeitgemäß. In seiner bisherigen Ausformulierung wurde er eher als Durchgangsraum denn als Aufenthaltsort wahrgenommen. Die Stadt wünschte sich deshalb eine mutige Umgestaltung. Stadtbaurat Frithjof Look betont, dass diese mit dem Entwurf von QUERFELDEINS gefunden worden sei: „Es freut mich, dass Querfeldeins die verschiedenen Ansprüche sensibel abgewogen hat und so einen zeitgemäßen, multikodierten und klimaresilienten Stadtplatz mit Spielmöglichkeiten in der engen historischen Innenstadt schafft.“

Der Entwurf konnte durch seine Details und ökologischen Konzepte überzeugen. credits: QUERFELDEINS Landschaft I Städtebau I Architektur
Der Entwurf konnte durch seine Details und ökologischen Konzepte überzeugen. credits: QUERFELDEINS Landschaft I Städtebau I Architektur

Details des Entwurfs

Die Landschaftsarchitekt*innen plädieren für einen grünen und belebten Stadtplatz. Dabei wählen sie eine organische Formensprache, die sich aus den Verkehrsströmen der Passant*innen ergibt. So entstehen verschiedene Bereiche, gleichsam ermöglichen angepasste Wegverbreiterungen ein reibungsloses Passieren. Darüber hinaus gelingt durch das Motiv die Verzahnung zweier Gestaltungsansprüche. Denn zum Einen soll der Waageplatz auch zukünftig als befestigter und bespielbarer Stadtplatz fungieren, auf dem zum Beispiel Feste und Veranstaltungen stattfinden können. Zum Anderen wird er als Pocket-Park eine wichtige Erholungsfunktion übernehmen. Durch die Themensetzung „Feiern und Treffen“, „Spielen und Toben“ und „Grün und Nass“ versucht der Beitrag von QUERFELDEINS diese unterschiedlichen Ansprüche in Einklang zu bringen.

Die Planer*innen sehen ihren Entwurf selbst nicht als klassischen Stadtplatz, sondern als Hybrid an Orten. Der wohlüberlegte Materialkanon lässt dabei einen in sich stimmigen Ort entstehen, der jedoch gleichzeitig mit dem gegenüberliegenden Robert-Gernhardt-Platz in Verbindung tritt.

Besonders ist auch das durchdachte Regenwassermanagment. Über sogenannte Trichterschirme und offene Rinnen wird das anfallende Regenwasser auf dem Platz gesammelt und Richtung Leinekanal geleitet. Die historische Zaunanlage, die den Platz abschirmt, wird an einigen Stellen durch den Austausch von Sockelsteinen porös. So gelangt das Wasser aus den Rinnen auf eine Regentreppe hinter der Zaunanlage. Hier fließt das Wasser über mehrere Stufen und Waagschalen schrittweise zum Kanal. Der Weg des Wassers wird so für die Besucher*innen inszeniert.

Zukünftige Schritte

Grundlegend konnte die Idee die Jury überzeugen. Im weiteren Prozess soll der Entwurf aber noch bezüglich der sehr dominanten Radverkehrsführung und hinsichtlich der vorgesehenen Einbauten in den Leinekanal überarbeitet werden. Weiterhin sprach sich das Preisgericht für mehr Verschattungselemente für den Spielplatz aus. Diese Änderungen können im Rahmen der nun anstehenden weiteren Planungsschritte vorgenommen werden. Voraussichtlich noch bis Ende des Jahres 2023 soll die Beauftragung des siegreichen Planungsbüros erfolgen.

Mehr spannende Wettbewerbsnews: Der Naumburger Dom und sein Umfeld gelten als UNESCO Weltkulturerbe. Dieses Umfeld braucht nun eine würdige Aufwertung. Alles zu dem Realisierungswettbewerb hier.