Das Thema der 28. Ausgabe des Internationalen Gartenfestivals von Chaumont-sur-Loire sind Paradiesgärten. Die Wettbewerbsteilnehmer entführen an Orte der Träume und Glückseligkeit, bringen Flanierende zum Sinnieren und regen an zum Innehalten und Verweilen. Der Traum vom Paradies ist ein uralter Topos, der die Menschen bis heute fasziniert und in ihren Bann zieht. Diesen Sommer liegt das […]
Paradiesgärten in Chaumont-sur-Loire


Desert City heißt der neue Hotspot für Kakteenliebhaber. In San Sebastián, schufen die Architekten des spanischen Büros Garciagerman ein Garten Center der stacheligen Art.







Vegetative Vielfalt
Das heiße und trockene Klima Madrids assoziiert man nicht mit grüner, fruchtbarer Vegetation. Doch die Spezialisierung der Desert City auf Xerophytes, Gewächse mit geringem Wasserbedarf wie Kakteen und Sukkulenten, verwandelt eine 16 000 Quadratmeter große, brach liegende Fläche nördlich der Hauptstadt in ein eindrucksvolles Kaktus-Paradies. Über 400 verschiedene Pflanzenarten aus fünf Kontinenten bewohnen unzählige Trockenbeete in einem großen Gewächshaus und einem Außenbereich, der einem Botanischen Garten gleicht. Das Garten Center präsentiert eine vegetative Vielfalt, die man in natura in keinem vergleichbaren Maße erleben kann und die es als eines der größten Europas auszeichnet.
Oase neben Autobahn
Trotz direkter Nähe zur viel befahrenen Autobahn A-1, gelang es den Architekten, mit „Desert City“ eine wahre Oase zu schaffen. Zwei flachgedeckte, rundum verglaste Gebäude flankieren den zentralen, dicht bewachsenen Garten. Sie bieten neben Trockenbeeten Raum für Ausstellungen, Verkaufsflächen und ein Restaurant. Das Hauptgebäude, ein großes Gewächshaus, zeichnet sich durch eine helle, lichtdurchlässige Dachkonstruktion aus. Mit Leichtigkeit überspannt sie die große Grundfläche. Ein langgestreckter, aufgeständerter Glaskorridor führt über den Kakteengarten hinweg und verbindet das große Gewächshaus mit dem zweiten, kleineren Trakt. Durch die Lage des Ganges parallel zur Autobahn greifen Garciagerman die Ausrichtung der Straße auf und schirmen den Kakteengarten gleichzeitig partiell von dieser ab.
Nachhaltigkeit und Transformation
Ein besonderes Anliegen der Architekten war die Nachhaltigkeit des Komplexes. Sie verwenden ausschließlich vorfabrizierte, modulare Elementen, die vor Ort montiert wurden. Um den Energieverbrauch des Gebäudes einzudämmen, setzen sie Photovoltaikglas ein und ermöglichen die Wasseraufbereitung sowie die Nutzung von Erdwärme.
Die Transformation des scheinbar so unfruchtbaren Geländes nahm nur zwei Jahre in Anspruch. Nun steht die Desert City täglich offen und bietet ihren Besuchern Veranstaltungen wie Workshops, Führungen, Ausstellungen und kleine Tagungen.
Finanzierungsphase läuft
Wenn Städte aus allen Nähten platzen geht das zu erst auf die Kosten des öffentlichen Raums. Die Planer James Ramsey und Daniel Barasch arbeiten seit 2009 in New York City an einer Lösung, die auch in extrem dichten Vierteln wieder mehr Parkfläche schaffen kann, der Lowline. In einem stillgelegten Straßenbahndepot in der Lower East Side in Manhattan soll der Park durch eigens entworfene Lichtkollektoren mit natürlichen Sonnenlicht versorgt werden, so dass Pflanzen dort wachsen können. Anfang Juli gab die New Yorker Stadtverwaltung den Planern den Zuschlag für die Nutzung der unterirdischen Fläche.
Das Konzept stellen die Planer seit Oktober 2015 im sogenannten Lowline Lab vor, nahe der eigentlichen Baustelle. Mit der Freigabe durch die Stadtverwaltung fiel auch der Startschuss für die erste Finanzierungsphase. Insgesamt soll das Projekt rund 53 Millionen Euro kosten, der jährliche Unterhalt etwa 3,5 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung fordert 8,8 Millionen Euro bis Juli 2017, Ramsey und Barasch hoffen auf die weitere Unterstützung bisheriger Förderer, darunter Unternehmen, Organisationen und private Spender – auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter hält die Lowline den Rekord als größtes gefördertes Public Space Projekt.
Metropolen informieren sich über Untergrundpark
Inzwischen stehen auch andere Metropolen, darunter Moskau, Paris und Seoul, mit dem Team in Kontakt und informieren sich über die Möglichkeiten – Moskau hat mit 6,6 Millionen Fahrgästen das größte U-Bahn-System ausserhalb von Asien. 2030, schätzt die UN, wird es 41 Mega-Städte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern geben. Der Planung des öffentlichen Raums kommt eine entscheidende Rolle zu, wenn es darum geht, die Lebensqualität in diesen Städten zu sichern. Wenn sich das Konzept der Lowline, die im Sommer 2021 eröffnet werden soll, dem Alltag stand hält, scheint das ein Ausweg für den öffentlichen Raum in Großstädten. Dem Forbes Magazine sagte Daniel Barasch: “Im 21. Jahrhundert bauen wir Orte aus, die im 20. Jahrhundert vergessen wurden. Unter unseren Bordsteinen liegt ein enormes Potenzial.”












