Paradiesgärten in Chaumont-sur-Loire

Das Thema der 28. Ausgabe des Internationalen Gartenfestivals von Chaumont-sur-Loire sind Paradiesgärten. Die Wettbewerbsteilnehmer entführen an Orte der Träume und Glückseligkeit, bringen Flanierende zum Sinnieren und regen an zum Innehalten und Verweilen. 

Der Traum vom Paradies ist ein uralter Topos, der die Menschen bis heute fasziniert und in ihren Bann zieht. Diesen Sommer liegt das Paradies ganz nahe: Längst als vitales und wichtiges Schaufenster der Fantasie zeitgenössischer Interpretationen etabliert, inszeniert und zelebriert das gallische Gartenfestival in Chaumont an der Loire die „Gärten des Paradieses“ mit allerlei amüsanten Gestaltungsideen und einer Vielzahl unterschiedlicher Pflanzensortimente.

Ein Tag genügt nicht

Mit Nonchalance verbinden sie die utopische Vision des erträumten Orts der romantischen Glückseligkeit mit Materialien und Objekten unserer Zeit. Deren Spektrum reicht von Folien, Glas, Plastikbeuteln und Stahl bis zur nächtlichen Beleuchtung der Gärten, die in diesem Jahr zum zehnten Mal die Besucher verzaubert. Seit jeher macht über die einzelnen Gärten hinaus aber auch deren Zusammenspiel den besonderen Reiz des Festivals aus.

Die Besucher erleben dies wie einen Film mit knapp 30 Shots, den sie nach ihrer individuellen Choreografie durchlaufen, entdecken und erspüren. Dabei scheinen die Gärten dieses Jahr besonders dicht und kompakt – nicht zuletzt wohl die Folge der über Jahre gewachsenen Bäume und Pflanzungen zwischen den Gärten, die sich inzwischen hinter übermannshohen Buchenhecken immer mehr als kleine Inseln wie in einem Botanischem Garten auftun und präsentieren. So reicht ein Tag wohl kaum, um das Festival zu besuchen – zumal es von Jahr zu Jahr auch in der Ferme, im Schloss sowie im Schlosspark stetig neue Installationen der Kunst und Land-Art zu entdecken gibt.

Der Beitrag ist in Garten+Landschaft 09/2019 erschienen.