Grüne Wände für die Stadt

Ein junges Unternehmen aus Deutschland gewinnt mit seinen CityTrees den zweiten Platz der Postcode Lottery Green Challenge. Das Team gewann 200.000 Euro, um die Idee der mobilen grünen Luftfilter weiterzuentwickeln. Der Preis wurde am 14. Oktober in Amsterdam verliehen.

Für das Wohlbefinden der Bewohner ist Grün in der Stadt unerlässlich. Stadtbäume spenden nicht nur Schatten, sondern übernehmen als Luftfilter eine enorme Rolle im Ökosystem Stadt. In Deutschland filtern diese Bäume circa 62 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr, das entspricht 6 Prozent des gesamten Kohlenstoffvorrats. Zusätzlich dazu sorgen sie für ein besseres Mikroklima und befeuchten die Luft. Doch die Pflege dieser Bäume ist aufwendig und kostspielig, sterben Bäume ab werden sie oft nicht mehr ersetzt. In immer dichter werdenden Städten steht der Grünraum unter enormen Druck.

Diesem Problem will das junge Start-up-Unternehmen „Green City Solutions“ aus Deutschland etwas entgegensetzen – oder besser stellen – mit bewachsenen Stellwänden. Die Konstruktion ist drei mal vier Meter groß und mit Moos überzogen. Ein CityTree soll eine ebenso große Luftmenge reinigen wie 275 urbane Bäume, braucht dafür aber nur ein Prozent der Fläche. In der Konstruktion verbirgt sich eine Menge Technik, Sensoren überwachen die Luftverschmutzung, Sonnenkollektoren und Regenwasserspeicher gewährleisten die Bewässerung. Die Module können zusätzlich mit W-LAN, E-Bike-Ladestationen oder Sitzvorrichtungen ausgestattet werden.

CityTrees weiter auf dem Vormarsch

Green City Solutions war einer von fünf Finalisten, die sich aus 292 Einsendungen durchsetzen konnten. Sie  präsentierten ihre Ideen vor einer internationalen Jury. Miterfinder der CityTrees Zhengliang Wu trat gegen Ioniqa Technologies und PHYSEE aus den Niederlanden, HomeBiogas aus Israel und Steama.co aus Großbritannien und Kenia an.

An den CityTrees lobte die Jury, dass Biologie und Technologie intelligent miteinander verwoben wurden und die Module einen wesentlichen Beitrag zu grüneren Städten leisten können. Zhengliang Wu: Wir werden das Geld dazu verwenden, die Produktion unserer CityTrees zu erhöhen und ein Demonstrationsprojekt in einer großen deutschen Metropole durchführen. Wenn andere Städte sich davon überzeugt haben, dass es wirklich funktioniert, werden sie dem Beispiel bestimmt folgen. Hiermit sind wir dem Ziel einer nachhaltigeren Welt einen großen Schritt näher gekommen.“ Die CityTrees stehen in derzeit in Oslo, Dresden und Klingenthal und wurden kurzzeitig auch schon in Berlin, Hannover, Krefeld und München getestet. Im Juni wurde der erste CityTree in Hongkong installiert.

Finalist mit wegweisenden Fenstern

Der Hauptpreis von 500.000 Euro ging an PHYSEE von Willem Kesteloo. Sein Projekt PowerWindow ist ein transparentes Glas, das in der Beschichtung Energie gewinnt. Nach seiner Kalkulation können seine PowerWindows die Hälfte des Strombedarfs eines bestehenden Bürogebäudes speisen, bei einem Neubau wären 100 Prozent möglich. Zu der transparenten gibt es auch eine getönte Variante, die in sonnigen Klimazonen außerdem den Kühlenergiebedarf senkt. Zum zehnjährigen Jubiläum des Wettbewerbs wurden auch die anderen drei Finalisten mit jeweils 100.000 Euro belohnt.

  1. Preis: PowerWindow von PHYSEE
  2. Preis: CityTree von Green City Solutions
    Finalisten: Ioniqa Technologies; HomeBiogas und Steama.co

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