30.04.2014

Gesellschaft

Das Auditive in der Landschaft

von Nadine Schütz

Landschaft kann man nicht nur sehen, sondern auch hören. Für unser Wohlbefinden ist die klang-räumliche Qualität eines Ortes von grundlegender Bedeutung. Wie sich Klänge in der Landschaftsarchitektur gewinnbringend einsetzen lassen, lesen Sie im Februarheft der Garten + Landschaft “Über Landschaft” ab Seite 24. Begleitend zu ihrem Heftbeitrag “Stadt und Landschaft hören”, präsentiert Nadine Schütz, Assistentin am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur von Christophe Girot an der ETH Zürich, auf unserem Blog zwei Klang-Beispiele.

Tonprobe auf der ETH-Terrasse
Garten der Villa d'Este in Tivoli
Garten der Villa d'Este in Tivoli

Der Neptunbrunnen im Garten der Villa d’Este in Tivoli. Das Rauschen des Wassers erzeugt Klänge, die die Wahrnehmung des Ortes beeinflussen. Fotos: Nadine Schütz

Anders als im Konzertsaal, wo man Musik möglichst rein von anderen Reizen und höchstens von dem hustenden Nachbarn abgelenkt zu hören bekommt, ist das Auditive in der Landschaft immer Teil einer grundlegenden ästhetischen Erfahrung, welche aus der Überlagerung mannigfaltiger Eindrücke gebildet wird. Die akustischen Qualitäten in ihrer Wechselwirkung mit anderen Aspekten der Landschaftswahrnehmung zu verstehen, ist eine wichtige Voraussetzung für die Integration dieser Qualitäten bei der Gestaltung von Landschaft. Die Arbeit mit Aufnahme- und Montagetechniken erlaubt eine vorübergehende Trennung der auditiven und visuellen Ebenen und trägt dazu bei, ihre jeweilige und gegenseitige Bedeutung für die Bewertung der Landschaft zu verstehen. So wird zum Beispiel dasselbe Rauschen, das mit einer unweit gelegenen Autobahn oder einem kaputten Radiosender in Verbindung gebracht und als unangenehmer „Lärm“ wahrgenommenen werden kann, durch das Sehen und Wissen, dass es von einem mächtigen wasserfallähnlichen Brunnen in einem Garten herrührt, zum erwünschten (Natur-)„Klang“. Umgekehrt zeigt eine Konfrontation des zunächst klanglosen postkartenträchtigen Blicks über den Zürichsee mit seiner realen akustischen Umgebung, wie maßgeblich das Gehörte die Gesamtwahrnehmung eines Ortes beeinflusst – durch subtile Lebendigkeit bereichernd oder durch ohrenbetäubendes Getöse überschreibend.

Da die Tonqualität oft wesentlich besser ist als bei integrierten Computerlautsprechern, wird empfohlen, den Klangbeispielen über Kopfhörer zu lauschen.

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Rauschen hören und sehen; der Neptunbrunnen im Garten der Villa d’Este in Tivoli beeinflusst die Wahrnehmung, indem er etwa Geräusche anderer Besucher überdeckt. Montage von Nadine Schütz.

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“Étude Noir“ – Ausschnitt aus einer Arbeit zur klanglichen Umgebung des Zürichseeufers von Korbinian Kainz und Bärbel Zindler, Studierende am Raum-Klang-Labor, Professur für Landschaftsarchitektur Christophe Girot, ETH Zürich.

Nadine Schütz, die Autorin des Beitrags, arbeitet derzeit an der ETH Zürich an ihrer Dissertation zum Thema “The Acoustic Dimension of Landscape Architecture”.

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