#eintrittfrei

Die Open Factory im Eiermannbau in Apolda öffnet ihre Tore. Und zwar nicht nur für Besucher*innen: 20 Probenutzer*innen dürfen ihre Ideen bis im November mietfrei umsetzen. Von Ausstellungen bis zum Workshop findet sich ein buntes Programm.

Ende Juni hat eine Jury aus Projektbeteiligten des Eiermannbaus über 20 Bewerber*innen für eine Probenutzung 2020 ausgewählt. Sie alle sind nun bis November Teil der Open Factory, arbeiten dort, stellen aus und erproben, was die Architekturikone als Ort für Kultur, Kunst und neues Gewerbe leisten kann. Überall im Gebäude und auf der Freifläche finden zwischen Juli und Oktober kleinere und größere Aktivitäten statt; es wird gebaut, gedacht, getanzt, gesungen, ausgestellt und vor allem miteinander gearbeitet – die Open Factory im Eiermannbau Apolda wird lebendig.

Hier geht es zum Programm.

Ikone der Industriemoderne

Alle Fotos: © IBA Thüringen,  Thomas Müller

Unter dem Leitbild „Open Factory“ entwickelt die IBA Thüringen den Standort Eiermannbau in Apolda zu einem Ort für Viele und Vieles. Das ehemalige Feuerlöschgerätewerk Apolda, 1939 weitergebaut durch den Architekten Egon Eiermann, soll durch eine innovative Nachnutzung und Neudeutung ins öffentliche Bewusstsein zurückgeholt werden. Das Gebäude ist eine Ikone der Industriemoderne und dem Stil des Neuen Bauens verpflichtet.

Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“

Als Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen soll sich die Open Factory als neuartiger Arbeits- und Kreativort mit Werkstätten, Ateliers, Büros, Unternehmen und (produktive) Freiflächen in der Stadt Apolda entwickeln und die Potentiale der Kreisstadt des Weimarer Landes stärken und über die Stadt Apolda hinaus für die Impulsregion Erfurt-Weimar-Jena-Weimarer Land und das StadtLand Thüringen insgesamt einen Mehrwert erzeugen.

Das IBA-Projekt Eiermannbau ist Teil des Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. In dessen Rahmen fand auch der Aufruf „Eintritt frei! Deine Saison im Eiermannbau Apolda“ statt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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Radeln in Limburg

Radeln durchs Wasser in Limburg; Foto: Limburg Tourismus
Foto: Limburg Tourismus

Die belgische Provinz Limburg ist bekannt für ihr ausgeklügeltes Radnetz: Von überall her kommen Tourist*innen zum Radeln nach Limburg. Das praktische Knotensystem findet weltweit Nachahmer*innen. Ein Grund für Limburg Tourismus zu reagieren, und seinen Tourist*innen noch mehr zu bieten. Es entstanden drei spezifische “Erlebnisse”, die speziell für Radler*innen gedacht sind.

Radeln in Limburg: Wasser, Bäume und Heide

Der Gedanke an Moses, die Flucht vor den Ägyptern und die wundersame Rettung ist nicht weit, wenn man den Radweg im belgischen Limburg sieht: Das Wasser teilt sich, ein drei Meter breiter und 200 Meter langer Weg führt mitten durch den Teich ans andere Ufer, bis sich Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen auf Augenhöhe mit dem Wasser befinden.

Limburg, die belgische Fahrradprovinz, befand sich zwar nicht in biblischer Not, als sie sich gemeinsam mit Limburg Tourismus für das Projekt entschloss, aber zumindest in wirtschaftlicher: Bekannt für das ausgeklügelte Fahrradnetz, dessen System weltweit kopiert wird, sah sich Limburg unter Zugzwang – es war nötig einen Gang höher zu schalten.

Symbolischer Jahresring

Aus diesem Bedürfnis heraus entstand die Idee für drei „Fahrraderlebnisse“, die sich an den Limburger Landschaftsbildern orientieren. „Radeln durch das Wasser“ betont die typische Teichlandschaft. Das Projekt von Lens°Ass Architekten aus Hasselt (Belgien) ist schon seit 2018 befahrbar.

Das zweite Fahrraderlebnis, „Radeln in den Bäumen“, ist seit 2019 geöffnet. Auch hier ist der Name Programm: Es handelt sich um einen kreisförmigen Radweg – etwa 700 Meter lang – der sich vom Boden abhebt und zwischen die Baumwipfel führt. An seinem höchsten Punkt radeln seine Besucher*innen zehn Meter über dem Boden zwischen den Baumkronen.

Pier ins Heidemeer

Alle Fotos: Limburg Tourismus

Damit so viele Menschen wie möglich die Chance haben, zwischen den Bäumen radeln zu können, beträgt der maximale Anstieg nur vier Prozent: So ist ein angenehmes Fahrerlebnis gewährleistet.

Beim großen, klaren Kreis handelt es sich um eine bewusste Designentscheidung der Schöpfer*innen von BuroLandschap, Atelier Ensemble und De Gregorio & Partners – er ist ein symbolischer Hinweis auf die Baumringe in Baumstämmen. Der Weg steht auf Cortenstahlpfosten, die in einem Muster angeordnet sind, das an die Kiefern im Pijnven-Wald erinnert.

Diesen Frühling wird schliesslich “Radeln in der Heide” eröffnet werden. Das Fahrraderlebnis in der Heide besteht aus einer Fahrradbrücke durch den Nationalpark Hoge Kempen. Die längliche Struktur der geplanten Fahrradbrücke soll an einen Pier am Meer erinnern und in das “Heidemeer” führen.

Für die 294 Meter lange Konstruktion haben sich die Planer*innen von Maat Ontwerpers in Zusammenarbeit mit Witteveen+Bos bewusst für nachhaltige Hölzer entschieden: Die Wände bestehen aus konserviertem Nadelholz und die tragende Struktur besteht aus Azobé, einem Holz mit einer hohen Festigkeitsklasse.

Hier erfahren Sie mehr über das geplante Fahrraderlebnis in der Heide.

Wenn Sie lieber in der Nähe radeln möchten, empfehlen wir Ihnen das Projekt “Trois Pays à Velo” der IBA Basel.

„Stephansplatz Neu“

Bis zu 80 000 Menschen frequentieren den Wiener Stephansplatz täglich. Nun wurde die 40 Jahre alte Oberfläche von Clemens Kirsch Architektur neu gestaltet und der Platzraum neu strukturiert.

Das Konzept „Stephansplatz Neu“ entstand in Anlehnung an die Fußgängerzone der Wiener City, welche bereits 2009 neu errichtet wurde. Der Baubereich umfasst den kompletten Stephansplatz, inklusive der angrenzenden Einmündungen der Rotenturmstraße, der Brandstätte, der Schulergasse sowie die komplette Churhausgasse von Stephansplatz bis Singerstraße. Das Defizit an Sitzgelegenheiten wurde beseitigt, indem neue Bänke installiert wurden, die Beleuchtung wurde erneuert.

Der vorher ungerichtete Platzraum wurde als römischer Verband mit verschieden-farbigen, gestockten Granitplatten und Schmucksteinen in abstrahierter Kreuzform ausgestaltet. Das Material von etwa 36.400 Platten stammt großteils aus dem Waldviertel.

Der neue Stephansplatz Wien

Öffentlicher Freiraum ist die Bühne für menschliche Aktivitäten, der durch eine subtile, aber robuste Gestaltung den Hintergrund für alle denkbaren Nutzungen bildet“, erklärt das Team von Clemens Kirsch Architektur. „Die Neugestaltung bietet einen erhöhten Gehkomfort, eine verbesserte Ausleuchtung des Platzes und eine Vervierfachung des Angebotes an Sitzplätzen.“

So soll die neugestaltete Fußgängerzone den Stadtraum in Wiens Zentrum für Bewohner und Touristen attraktiver machen. Toni Faber, Dompfarrer des St. Stephan, findet das Projekt gelungen: „Unser Steffl weist im Zentrum der Stadt nach oben. Nun bietet auch der erneuerte Stephansplatz wieder Raum für aufbauende, aufrichtende Begegnungen mit Menschen, die sich den Fragen des Woher, Wohin und Warum stellen.“