ERBA-Gelände Bamberg bei Landeswettbewerb ausgezeichnet

2012 fand die Landesgartenschau Bamberg statt. In diesem Zusammenhang gestaltete damals die Stadt Bamberg die Industriebrache ‚ERBA‘ zu einem attraktiven Freiraumgelände mit Wohnbebauung um. So entstand ein neues Stadtquartier. Nun zeichnete der Landeswettbewerb „Gemeinsam Orte gestalten“ das ERBA Bamberg Gelände bei der Jubiläumsveranstaltung „50 Jahre Städtebauförderung“ mit einer Anerkennung aus.

Zum Jubiläum der bayerischen Städtebauförderung führte das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr den Landeswettbewerb „Gemeinsam Orte gestalten“ durch. Die Bayerische Bauministerin Kerstin Schreyer zeichnete die Siegergemeinden aus. Die Veranstaltung fand am 1. Juli 2021 in der Allerheiligen Hofkirche in der Münchener Residenz statt. Die Aufzeichnung des Live-Streams finden Sie hier.

An dem Bayerischen Landeswettbewerb nahmen insgesamt 112 Städte, Märkte und Gemeinden aus ganz Bayern teil. Sie alle zeigten bereits realisierte Projekte zur modellhaften Stadt- und Ortssanierung. Eine virtuelle Ausstellung präsentiert diese Arbeiten. Online begehbar ist die Ausstellung hier.

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Die Geschichte der ERBA Bamberg

Das prämierte Projekt aus Bamberg, „ERBA-Insel – Entwicklung einer Industriebrache zur attraktiven Park- und Wohnlandschaft“, konnte die Jury in der Kategorie ‚Reaktivierung und Entwicklung‘ vollends überzeugen. Das LGS-Gelände ist ein ehemaliger Standort der Textilindustrie. Die Baumwollspinnerei und Weberei Erlangen-Bamberg, kurz ERBA, hatte hier ihren Sitz. Nachdem das Unternehmen im Jahr 1993 seine Produktion einstellte, blieben Gebäude und Gelände vorerst ungenutzt.

Im Jahr 2008 begannen allmählich die Arbeiten für eine neue Nutzung des Geländes. Unabhängig von der Landesgartenschau entstanden bereits zuvor neue Wohneinheiten, die durch Restaurierung ehemaliger Werksgebäude realisiert wurden. Auch neue Gebäude errichtet die Stadt Bamberg. Die Universität eröffnete zudem einen Campus auf dem Gelände.

Schließlich wurden Teile des ERBA-Geländes in Bamberg zur Fläche der Landesgartenschau 2012. Den Strukturplan der damaligen Gartenschau können Sie hier genauer ansehen. Nach dem Ende der Landesgartenschau wurde eine große Teilfläche der Gartenschaufläche in einen öffentlichen Bürgerpark umgewandelt. Seit Mitte 2013 besteht somit der heutige ERBA-Park. Er liegt auf einem Inselgrundstück zwischen zwei Flussarmen der Regnitz. Diese Lage macht ihn für Besucher*innen attraktiv.

Alt und Neu, Grün und Blau

Die Auszeichnung des Landeswettbewerbs, die der ERBA-Park und das umliegende Gelände nun erhalten hat, spiegelt die positive Entwicklung des Quartiers wieder. Der Standort ist heute beliebt bei den Einwohner*innen von Bamberg. Die Innenstadtnähe zeichnet zudem den Standort und seine zahlreichen Grünflächen aus.

Der Charme des Gebiets ergibt sich insbesondere aus dem Zusammenspiel zwischen Neu und Alt. So stehen neue Wohnbauten neben denkmalgeschützten Industriebauten des 19. Jahrhunderts. Wo damals Baumwolle zu Zwirn gesponnen wurde, gibt es heute Cafés und Gastronomie, große und kleinere Spielplätze und einen Coworking Space.

Neben der Grünflächen genießen die heutigen Besucher*innen zudem das Element Wasser. Es umschließt den ERBA-Park und durchfließt ihn. So hat man im Zuge der Landesgartenschau auch einen Bach renaturiert. Der sogenannte ‚Fischpass’ war ein Umgehungsbach, den man flutete. Heute dient er Fischen also wieder zur Wanderung. Dies war 150 Jahre lang nicht möglich. Neben einer großen Anzahl von Fischarten haben sich mit dem Fischpass zudem auch Biber, Komerane und Eisvögel angesiedelt. Die ökologische Aufwertung ist hier erfolgreich umgesetzt worden.

Die Städtebauförderung gestaltet Orte seit 50 Jahren

Die Stadt Bamberg erhält mit dem Preis der Städtebauförderung eine Anerkennung ihrer Bemühungen, die Innenentwicklung qualitativ hochwertig voranzutreiben. Baureferent Thomas Beese sagte während der Preisverleihung: „die ehemalige ERBA-Brache ist das bekannteste Beispiel der Reaktivierung von brachgefallenen Flächen in der Innenstadt. Die Stadt Bamberg darf zurecht stolz darauf sein, den Einwohnerzuwachs von rund 1 000 Menschen pro Jahr ausschließlich in der Innenentwicklung zu bewältigen. Unser Ziel ist es, Grundstücke innerhalb der Stadt zu aktivieren, um keine neuen Flächen am Stadtrand zu versiegeln.“

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr kürt in dem Landeswettbewerb genau derartige städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen. Die bayerischen Ortszentren sollen dadurch ‚fit für die Zukunft’ gemacht werden, wie es dazu auf der Website des Landeswettbewerbs heißt. Ausgezeichnet werden darüber hinaus Gemeinden mit den Partnern. Prämiert wird zudem das gelungene Zusammenspiel von Prozessen, Planungen und Baumaßnahmen. Städtebauliche Erneuerung versteht man hier als eine ‚Gemeinschaftsaufgabe‘.

Insgesamt wurden 19 Gemeinden prämiert. Es gab drei Kategorien im Wettbewerb: Erstens „Aktive Mitte und lebendige, attraktive Ortszentren“, zweitens „Gesellschaftliche Treffpunkte und soziale Integration“ und drittens die Kategorie „Reaktivierung und Entwicklung“, zu der auch die ERBA Bamberg gehört. Eine Übersicht über die Preisträger*innen finden Sie zudem hier.

Seit dem Jahr 1971 gab die Städtebauförderung in Bayern mehr als fünf Milliarden Euro für die städtebauliche Erneuerung in Bayern aus. In verschiedenen Programmen stellt der Freistaat Bayern, der Bund und die Europäische Union Finanzhilfen bereit. Ziel ist stets die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen und der Umwelt. Dementsprechend vielfältig sind also die Themenschwerpunkte der Städtebauförderung. Einen Überblick gibt es hier.

Interessiert an weiteren News aus der Welt der Landesgartenschauen? Das baden-württembergischen Neuenburg am Rhein möchte die Verbindung zum Fluss mit einer LGS wieder stärken. Mehr zu der kommenden Landesgartenschau Neuenburg 2022 erfahren Sie hier.