Fassadengrün: Honig auf dem Dach, Gemüse vor dem Fenster

 

Paris hat ein ehrgeiziges Begrünungsprogramm verabschiedet. Bis 2020 sollen eine Million Quadratmeter Dach- und Fassadengrün installiert, 30 Hektar neue Grünflächen geschaffen und 20.000 neue Bäume gepflanzt werden.

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2003 wurde Frankreich enorm von der Hitzewelle getroffen. Das Stadtklima soll bald Fassadengrün verbessern. Foto: Moyan Brenn, Flickr

Das Besondere am Konzept: Ein Drittel der Fassadenbegrünung ist für Urban-Gardening reserviert. Jede Schule soll einen Obst- oder Gemüsegarten bekommen, es wird eine Stadtimkerei geben. Die Stadtverwaltung will beweisen, dass städtische Landwirtschaft möglich ist. Schon im Rahmen des Projektes „Du vert près de chez moi“ („Das Grün in meiner Nähe“) konnte die Pariser Bevölkerung mitentscheiden. Ein Drittel von ihnen sprach sich für Fassadenbegrünung aus. 

Öffentliche Gebäude werden grün

200.000 Quadratmeter Dach- und Fassadengrün wird sich an kommunalen Gebäuden finden. Bei jedem städtischen Neubau soll die Begrünung automatisch in den Bauplan einfließen. Eine Herausforderung , wenn es um historische Fassaden geht – mit wohl weitreichenden Folgen für den Denkmalschutz.

Mit dem Projekt geht Paris auch gegen den städtischen Wärmeinsel-Effekt vor. Im Hitzesommer 2003 lag die Nachttemperatur in Paris zum Beispiel um acht Grad höher als im Umland. Mit Hilfe des Begrünungsprogramms soll ein besseres Stadtklima geschaffen werden. Die positive Wirkung von Fassadengrün zum Beispiel auf die Sauberkeit der Luft hatte schon 2014 eine Studie des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erwiesen.

Über das Begrünungsprogramm hinaus ist derzeit auch über eine Zoneneinteilung für Niederschlagswasser im Gespräch. Dann wären Grundstücksbesitzer in der Pflicht, einen Teil des Regens etwa durch Dachbegrünung zurückzuhalten.