Fünfzehn Steine

Seit 1999 lädt die Mies van der Rohe Stiftung regelmäßig Künstler und Architekten dazu ein, den zur Weltausstellung 1929 in Barcelona errichteten und nach seinem Erbauer Mies van der Rohe benannten Pavillon mit temporären Interventionen zu verändern. Mit seiner Installation „Fifteen stones (Ryõan -ji)“ schuf der New Yorker Künstler Spencer Finch für zwei Monate eine Verbindung zwischen zwei seiner Lieblings-orte auf der Welt – und damit zwischen westlicher und fernöstlicher Kultur: dem Ryõan-ji Garten in Kyoto und dem Pavillon Mies van der Rohe in Barcelona. Ähnlich wie im Zen-Garten von Ryõan-ji (dort liegen die Steine auf einer nahezu gleich großen Kiesfläche aus weißem Marmor) platzierte Finch insgesamt 15 Steine so in der Wasserfläche des Pavillons, dass man, je nach Standort, immer eine andere Anordnung wahrnimmt, nie aber alle Steine gleichzeitig sieht. Seine Idee, die im September und Oktober unter anderem begleitend zur Landschaftsarchitektur-Biennale zu sehen war, fügte sich perfekt in die Architektur Mies van der Rohes ein – fast so, als hätte der Architekt selbst daran mitgewirkt.