Neues Leser-Panel startet

Die Berufswelt des Landschaftsarchitekten hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Diesen Wandel reflektieren wir mit jeder Ausgabe von Garten + Landschaft. Um aber die aktuellen Themen, Trends und Bedürfnisse noch intensiver als bislang aufgreifen zu können, wollen wir künftig noch stärker in den Dialog mit Ihnen treten, unseren Lesern.

Garten + Landschaft startet ab sofort ein regelmäßiges Leserpanel. Und dabei geht es uns vor allem um Sie: Welche Entwicklungen, Projekte, Themen der Landschaftsarchitektur interessieren Sie? Wie arbeiten Sie? Welche Informationen benötigen Sie dafür? Welche Produkte verwenden Sie bei Ihrer Arbeit? Und nicht zuletzt: Was stellt für Sie, ganz konkret, herausragende Landschaftsarchitektur dar? Wir betreiben also keine„Marktforschung“ im klassischen Sinne. Dennoch interessiert uns auch, wie Sie uns wahrnehmen, unsere Themenmischung, unsere Aufmacher, unsere Texte. Aber dies ist nur ein kleiner Teil. Sie, der Leser, sind der Mittelpunkt.

Das Garten + Landschaft Panel wird ab sofort vier Mal im Jahr stattfinden. Hier können Sie direkt teilnehmen. Als Teilnehmer erhalten Sie umfangreichen Zugang zu den Ergebnissen des Panels. Einzelne Panel-Ergebnisse werden wir auch in Garten + Landschaft zur weiteren Diskussion veröffentlichen.

Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns auf den noch ausführlicheren Dialog mit Ihnen!

 

Tanja Braemer

Chefredakteurin Garten + Landschaft

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Digitale Leerstandserkennung für Transformationsstrategien

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Hochwinkelaufnahme einer urbanen Stadtlandschaft mit nachhaltiger Architektur und Mobilitätslösungen, fotografiert von Markus Spiske.

Leerstand in der Stadt – das klingt nach toten Schaufenstern, verstaubten Büros und geplatzten Wohnträumen. Doch was wäre, wenn wir den Stadtbrachen digital auf die Schliche kommen könnten, noch bevor sie zu Problemzonen werden? Willkommen in der Ära der digitalen Leerstandserkennung. Sie gibt Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Immobilienentwicklern ein Werkzeug an die Hand, das mehr ist als ein cleveres Statistiktool: Es ist ein Schlüssel für nachhaltige Transformation und zukunftsfähige Stadtentwicklung.

  • Definition und Bedeutung digitaler Leerstandserkennung für urbane Transformationsstrategien.
  • Technische Grundlagen: Sensorik, Geodaten, Algorithmen und Datenintegration.
  • Praxisbeispiele aus deutschsprachigen Städten und Lessons Learned.
  • Bedeutung für nachhaltige Stadtentwicklung und Quartierserneuerung.
  • Rechtliche, ethische und technische Herausforderungen.
  • Potenziale für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und soziale Innovation.
  • Wechselwirkungen mit Governance, Partizipation und Stadtökonomie.
  • Risiken durch Kommerzialisierung und algorithmische Verzerrung.
  • Empfehlungen für den professionellen Einsatz im deutschsprachigen Raum.

Digitale Leerstandserkennung – Was steckt dahinter?

Leerstand ist ein uraltes Thema der Stadtplanung. Schon im 19. Jahrhundert sorgten verlassene Gewerbehöfe und leergezogene Mietskasernen für Kopfzerbrechen bei Magistraten und Bauträgern. Doch der Unterschied zu heute ist fundamental: Während damals Leerstände meist nur durch aufmerksame Spaziergänge und nachbarschaftliche Hinweise entdeckt wurden, steht Planern heute eine ganze Palette digitaler Werkzeuge zur Verfügung, die Leerstände quasi in Echtzeit detektieren können. Aber was bedeutet das konkret?

Digitale Leerstandserkennung beschreibt den Einsatz moderner Technologien zur systematischen Erfassung, Analyse und Visualisierung leerstehender Immobilien und Flächen in Städten. Das Spektrum reicht von einfachen Datenbankabgleichen mit Grundbuch- und Einwohnermeldedaten bis hin zu hochentwickelten Systemen, die mit Hilfe von Sensorik, Satellitenbildern, IoT-Geräten und künstlicher Intelligenz Muster erkennen, die auf eine Nichtnutzung hindeuten. Dabei werden verschiedene Datenquellen kombiniert: Energieverbrauchsdaten, Bewegungsprofile, Wasserzählerstände, Mobilfunkdaten und vieles mehr. Das Ziel: Möglichst genau und aktuell zu erfassen, wo Potenziale für Nachnutzung, Umwidmung oder Revitalisierung schlummern.

Diese Technologien sind heute keine Science-Fiction mehr. In Metropolen wie Hamburg, München oder Zürich laufen bereits erste Pilotprojekte, bei denen digitale Leerstandserkennung zum Einsatz kommt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Statt auf veraltete Statistiken oder Bauchgefühl zu setzen, erhalten Entscheidungsträger ein objektives, datengestütztes Bild der tatsächlichen Raumnutzung in der Stadt. Das ermöglicht nicht nur frühzeitiges Gegensteuern bei sich abzeichnenden Problemquartieren, sondern auch eine gezieltere und nachhaltigere Flächenentwicklung.

Doch was unterscheidet diese Systeme von klassischen Erhebungsmethoden? Der Clou liegt in der Kontinuität und Präzision der Daten. Während traditionelle Leerstandserhebungen oft nur alle paar Jahre durchgeführt werden und dabei auf Selbstauskünfte oder stichprobenartige Besichtigungen angewiesen sind, analysieren digitale Systeme große Datenmengen permanent im Hintergrund. Sie erkennen Veränderungen im Energieverbrauch, können Lichtmuster auswerten, detektieren ungewöhnliche Lücken in Mobilitätsdaten und gleichen dies mit Melderegistern ab. So entsteht ein dynamisches, fast lebendiges Bild der Stadt, das weit über die Möglichkeiten manueller Erhebungen hinausgeht.

Natürlich ist digitale Leerstandserkennung kein Allheilmittel. Sie ist ein Werkzeug, das richtig eingesetzt werden muss – und dessen Ergebnisse in den städtischen Kontext eingebettet gehören. Wer glaubt, dass ein Algorithmus alleine die Ursachen von Leerständen versteht oder gar löst, der irrt. Doch als Grundlage für fundierte Transformationsstrategien bietet die Technologie ein enormes Potenzial, das bisher in der deutschsprachigen Stadtplanung oft unterschätzt wird.

Technische Grundlagen: Wie Algorithmen dem Leerstand auf die Spur kommen

Die technische Architektur hinter moderner digitaler Leerstandserkennung ist komplex, aber faszinierend. Im Zentrum stehen Algorithmen, die aus einer Vielzahl von Datenquellen Muster extrahieren, die auf eine Nichtnutzung von Immobilien oder Flächen hindeuten. Doch wie funktioniert das im Detail?

Ein zentrales Element sind sogenannte „Urban Data Lakes“ – große, strukturierte Datenspeicher, in denen Informationen aus verschiedensten Quellen gebündelt werden. Hier fließen beispielsweise Grundbuchdaten, Energienutzungsprofile, Wasser- und Heizungszählerstände, Geoinformationen, Mobilitätsdaten, Sensorwerte aus dem Internet der Dinge (IoT) und sogar anonymisierte Mobilfunkdaten zusammen. Durch die Kombination dieser Daten entstehen belastbare Indikatoren: Wird in einem Gebäude über Wochen hinweg kein Strom oder Wasser verbraucht? Bleibt der Bewegungsfluss an bestimmten Adressen aus? Werden Parkplätze dauerhaft nicht genutzt?

Die eigentliche Magie passiert in der Datenanalyse. Mittels maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz werden Muster erkannt, die für menschliche Beobachter kaum sichtbar wären. Die Algorithmen lernen, zwischen „normalen“ Schwankungen – etwa saisonalen Leerständen oder Betriebsferien – und echten, langfristigen Leerständen zu unterscheiden. Sie können Vorhersagen treffen, wo sich Leerstand anbahnt, und Muster identifizieren, die auf eine drohende Verödung ganzer Quartiere hindeuten. Ein Beispiel: Wenn in einem Büroviertel der Stromverbrauch nach Feierabend nicht wie üblich absinkt, sondern dauerhaft niedrig bleibt, kann das ein Indiz für eine fortschreitende Flächenleere sein.

Sensorik spielt dabei eine immer größere Rolle. Intelligente Messsysteme in Gebäuden – sogenannte „Smart Meter“ – liefern Echtzeitdaten zum Energieverbrauch und ermöglichen so eine sehr genaue Analyse der Nutzung. Auch Licht- und Bewegungssensoren, die etwa in gemeinschaftlich genutzten Fluren installiert sind, bieten wertvolle Hinweise. Nicht zuletzt kommen auch Kameras und Satellitenbilder zum Einsatz, etwa um Veränderungen in der Nachtaussenbeleuchtung oder typische Anzeichen von Leerstand (wie verdreckte Fenster oder überquellende Briefkästen) automatisiert zu erkennen. Natürlich sind hier Datenschutz und Privatsphäre zu beachten – dazu später mehr.

Ein weiteres technisches Schlüsselelement ist die Integration der Daten in Geoinformationssysteme (GIS). Erst durch die räumliche Verortung werden die Leerstandsdaten wirklich wertvoll. Sie erlauben die Visualisierung leerer Flächen auf Karten, die Verknüpfung mit sozioökonomischen Daten, die Analyse von Hotspots und die Simulation möglicher Nachnutzungsszenarien. Moderne GIS-Anwendungen ermöglichen es sogar, verschiedene Transformationstrategien durchzuspielen und deren Auswirkungen auf Quartiere, Mobilität oder Klimaresilienz zu simulieren.

Die technische Herausforderung liegt darin, die Datenquellen zu harmonisieren, Schnittstellen zu schaffen und die Analysemodelle kontinuierlich zu verbessern. Denn so mächtig die Algorithmen auch sind – sie sind immer nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert werden. Professionelle Stadtplaner, IT-Architekten und Datenanalysten müssen deshalb eng zusammenarbeiten, um aus der Vielzahl an Informationen belastbare Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Nur so kann digitale Leerstandserkennung ihr volles Potenzial für nachhaltige Transformationsstrategien entfalten.

Digitale Leerstandserkennung in der Praxis: Chancen und Stolperfallen

Wie sieht der Einsatz digitaler Leerstandserkennung im Alltag aus? Werfen wir einen Blick auf einige Projekte im deutschsprachigen Raum – und die Erfahrungen, die dort gesammelt wurden. Ein Paradebeispiel ist die Stadt Zürich. Hier wurde im Rahmen eines Smart-City-Programms ein System zur automatisierten Erkennung von Leerständen in Gewerbeimmobilien eingeführt. Die Datenbasis: Energieverbrauch, Bewegungsmuster und regelmäßige Abgleiche mit Melderegistern. Das Resultat: Innerhalb weniger Monate konnten mehrere bislang unbekannte Leerstände identifiziert und gezielt für Zwischennutzungen aktiviert werden. Gleichzeitig zeigte sich aber auch: Ohne die Einbindung von Eigentümern und lokalen Akteuren stößt die Technik an ihre Grenzen. Daten alleine schaffen keine Transformation, sie müssen in konkrete Maßnahmen übersetzt werden.

Ein weiteres Beispiel liefert Hamburg. Hier wurden im Rahmen des Programms „StadtRaumMonitor“ erstmals flächendeckend Energieverbrauchsdaten anonymisiert ausgewertet, um potenziellen Leerstand in Wohn- und Bürogebäuden sichtbar zu machen. Die Stadt setzte dabei auf eine enge Kooperation mit Energieversorgern und Datenschutzbeauftragten. Das Ergebnis: Die Leerstandserfassung wurde deutlich präziser, zugleich mussten aber auch zahlreiche rechtliche und technische Hürden gemeistert werden. Ein Learning: Transparente Kommunikation und rechtssichere Prozesse sind entscheidend, um Akzeptanz bei Eigentümern und Bevölkerung zu schaffen.

Auch in Wien wurde mit digitaler Leerstandserkennung experimentiert. Im Fokus standen dabei vor allem die großen Gründerzeitquartiere, in denen der Wandel von Wohn- zu Büroflächen und zurück ein Dauerthema ist. Hier zeigte sich, dass digitale Methoden besonders dann erfolgreich sind, wenn sie mit klassischen Erhebungen und lokalen Ortskenntnissen kombiniert werden. Die Technik liefert Hinweise, die durch Vor-Ort-Kontrollen und Gespräche mit Eigentümern validiert werden müssen. Die Erfahrung: Digitale Leerstandserkennung ist kein Ersatz, sondern eine notwendige Ergänzung zum planerischen Werkzeugkasten.

Natürlich gibt es auch Stolpersteine. Viele Städte berichten von Schwierigkeiten bei der Datenintegration – etwa weil unterschiedliche Systeme nicht miteinander kommunizieren oder relevante Informationen gar nicht erst digital vorliegen. Auch die Angst vor Datenmissbrauch und die Sorge um die Privatsphäre der Bewohner sind allgegenwärtig. Nicht zuletzt fehlt es oft an personellen Ressourcen und digitaler Kompetenz in den Verwaltungen, um die neuen Werkzeuge zielgerichtet einzusetzen. Hier ist Qualifizierung gefragt: Nur wer die Technologie versteht, kann sie sinnvoll nutzen.

Am Ende steht fest: Digitale Leerstandserkennung funktioniert, wenn sie als Teil einer umfassenden Transformationsstrategie begriffen wird. Sie kann Impulse für innovative Nachnutzungen, nachhaltige Quartiersentwicklung und klimagerechte Stadtgestaltung liefern – vorausgesetzt, die Akteure vor Ort sind bereit, die neuen Möglichkeiten zu nutzen und die Technik kritisch zu reflektieren.

Leerstand als Transformationsmotor: Nachhaltigkeit, Governance und soziale Innovation

Leerstand ist nicht nur ein städtebauliches Problem, sondern auch eine Chance. Richtig erkannt und genutzt, können brachliegende Flächen und ungenutzte Immobilien zum Motor nachhaltiger Stadtentwicklung werden. Digitale Leerstandserkennung ist dabei ein Schlüsselwerkzeug, um diese Potenziale systematisch zu heben – und damit weit mehr als ein reines Monitoring-Tool.

Für die Nachhaltigkeit bietet die Technologie enorme Chancen. Indem sie versteckte Ressourcen sichtbar macht, hilft sie, Flächenverbrauch und Versiegelung zu minimieren. Statt immer neue Baugebiete auszuweisen, können Städte bestehende Strukturen umnutzen, sanieren oder für neue Zwecke aktivieren. Das schont nicht nur Böden und Klima, sondern macht auch die Stadt als Ganzes resilienter gegenüber demografischen und ökonomischen Veränderungen. Leerstehende Büros werden zu Wohnungen, alte Kaufhäuser zu Kulturzentren, vergessene Gewerbehöfe zu grünen Oasen – solche Transformationen gelingen nur, wenn der Leerstand rechtzeitig erkannt und in den Planungsprozess integriert wird.

Auch für die Governance eröffnet die digitale Leerstandserkennung neue Perspektiven. Sie ermöglicht eine datenbasierte, transparente Steuerung der Stadtentwicklung. Entscheidungen können besser begründet, Maßnahmen gezielter evaluiert und die Wirkung von Strategien kontinuierlich überprüft werden. Gleichzeitig schafft die Technologie neue Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung: Wenn Leerstände sichtbar und ihre Entwicklung nachvollziehbar wird, können lokale Initiativen, Nachbarschaften und Investoren gezielter eingebunden werden. Die offene Zugänglichkeit der Daten – etwa über Urban Data Platforms – kann so die demokratische Qualität der Stadtplanung stärken.

Soziale Innovation ist ein weiterer Aspekt. Leerstandserkennung kann helfen, Raum für neue, gemeinwohlorientierte Nutzungen zu schaffen – von sozialen Wohnprojekten über urbane Landwirtschaft bis hin zu Start-up-Hubs oder Nachbarschaftszentren. Die gezielte Aktivierung von Leerständen trägt dazu bei, soziale Spaltungen zu überwinden, Stadtteile zu beleben und die Vielfalt urbaner Lebensstile zu fördern. Gerade in Zeiten von Wohnraummangel, Klimakrise und gesellschaftlichem Wandel sind solche flexiblen Lösungen unverzichtbar.

Natürlich gibt es auch Risiken. Die Kommerzialisierung der Leerstandsdaten, etwa durch private Plattformbetreiber, kann zu einer Konzentration von Entscheidungsgewalt und einer Verzerrung der Stadtentwicklung führen. Auch algorithmische Verzerrungen – etwa durch fehlerhafte Modelle oder unvollständige Daten – können zu Fehlsteuerungen führen. Deshalb ist es entscheidend, dass die digitale Leerstandserkennung transparent, nachvollziehbar und gemeinwohlorientiert gestaltet wird. Nur so kann sie ihr volles Potenzial für nachhaltige Transformation entfalten.

Herausforderungen, ethische Fragen und Ausblick für die deutschsprachige Stadtplanung

So verheißungsvoll die digitale Leerstandserkennung auch ist – sie wirft zahlreiche Fragen auf, die Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Verwaltungsexperten klug beantworten müssen. Da ist zum einen der Datenschutz. Die Erhebung und Auswertung von Energie- oder Mobilitätsdaten, so anonymisiert sie auch sein mögen, berührt immer die Privatsphäre von Menschen. Wer darf auf die Daten zugreifen? Wie werden sie geschützt? Und wie verhindert man, dass sie zweckentfremdet oder gar missbraucht werden? Hier sind klare rechtliche Rahmenbedingungen und eine transparente Kommunikation unverzichtbar.

Auch die technische Integration bleibt eine Herausforderung. Viele Kommunen arbeiten mit veralteten IT-Systemen, die kaum kompatibel sind mit modernen Datenplattformen. Die Harmonisierung der Datenquellen, die Schaffung offener Schnittstellen und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Algorithmen erfordern erhebliche Investitionen – sowohl in Technik als auch in Personal. Gleichzeitig gilt: Die besten Daten nützen nichts, wenn sie nicht in die Planungsprozesse integriert werden. Es braucht neue Formen der Zusammenarbeit zwischen IT, Planung, Immobilienwirtschaft und Zivilgesellschaft.

Ein weiteres Feld sind die ethischen Implikationen. Wer entscheidet, was als „Leerstand“ gilt? Welche Interessen stehen im Vordergrund – die der Investoren, der Verwaltung, der Nachbarschaft? Und wie stellt man sicher, dass die Technologie nicht dazu führt, bestimmte Gruppen zu benachteiligen oder soziale Segregation zu verstärken? Hier sind Sensibilität, Diskurs und eine kontinuierliche Reflexion der eigenen Praxis gefragt.

Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach der Akzeptanz. Viele Eigentümer und Bewohner stehen der digitalen Leerstandserkennung skeptisch gegenüber. Sie fürchten Überwachung, Wertverluste oder eine Stigmatisierung ihrer Immobilie. Erfolgreiche Projekte zeigen: Nur wenn die Akteure frühzeitig einbezogen, die Vorteile klar kommuniziert und die Ergebnisse transparent gemacht werden, lassen sich diese Vorbehalte abbauen. Partizipation ist der Schlüssel – Technik allein schafft keine Akzeptanz.

Der Ausblick für die deutschsprachige Stadtplanung ist dennoch vielversprechend. Mit der richtigen Mischung aus technischer Innovation, rechtlicher Klarheit, ethischer Verantwortung und partizipativer Governance kann digitale Leerstandserkennung zum Game Changer für nachhaltige Transformation werden. Die Städte, die heute mutig vorangehen, schaffen die Grundlage für eine resiliente, lebenswerte und zukunftsfähige Urbanität. Am Ende geht es nicht um Technikfetischismus, sondern um die intelligente Nutzung neuer Werkzeuge im Dienst des Gemeinwohls.

Zusammenfassend zeigt sich: Digitale Leerstandserkennung ist weit mehr als ein cleveres Analysewerkzeug. Sie ist ein strategischer Hebel für nachhaltige Transformation, ein Katalysator für soziale Innovation und ein Prüfstein für die Governance der Stadt von morgen. Wer die Technologie versteht, kritisch reflektiert und mutig einsetzt, kann Leerstand vom städtebaulichen Problem zur Ressource machen – und so den Weg für eine neue Ära urbaner Entwicklung ebnen. Garten und Landschaft bleibt Ihr Kompass in diesem dynamischen Feld – mit Fachwissen, Weitblick und einem Augenzwinkern, das den Ernst der Lage nie vergisst.

LAST CALL! Bayerischer Landschaftsarchitektur Preis 2026

2026 lobt der BDLA Bayern zum vierten Mal den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis aus. Logo: Bund deutscher Landschaftsarchitekt*innen Landesverband Bayern

LAST CALL!

Dieses Jahr wird der bdla Bayern wieder den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis vergeben. Für die Teilnahme am Wettbewerb können Projekte noch bis Montag, 06. April 2026 um 18:00 Uhr online eingereicht werden. In welchen Kategorien 2026 Auszeichnungen vergeben werden und wen der bdla Bayern in die Jury berufen hat, lesen Sie hier.

Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) Landesverband Bayern hat am 26. Januar 2026 zum nunmehr vierten Mal den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis ausgelobt. Kooperationspartner sind die Bayerische Architektenkammer und der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern. Schirmherr der Wettbewerbsausgabe 2026 ist Reiner Nagel, Architekt, Stadtplaner und Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur. Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis ist ein Ehrenpreis, der seit 2020 im zweijährigen Rhythmus vergeben wird. Neben dem Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis 2026 (Hauptpreis) werden im Oktober 2026 Auszeichnungen in sieben Kategorien vergeben.

Der Preis würdigt Projekte und Planungen in Bayern, die sich durch innovative, nachhaltige und klimagerechte Außen- und Landschaftsräume hoher Qualität sowohl in der Neuanlage als auch im Bestand auszeichnen. Der bdla Bayern lädt zudem ausdrücklich die junge Generation von Planer:innen zu einer Wettbewerbsteilnahme ein, um ihre beruflichen Ideale und Visionen zu fördern.

Alle Informationen zum Wettbewerb sind seit 26. Januar 2026 unter www.bdla.de/de/bayerischer-landschaftsarchitektur-preis zu sehen.

Dort können die detaillierten Auslobungsunterlagen eingesehen und die Einreichungen vorgenommen werden.

Wettbewerbskategorien

  • Landschaftsplanung und -entwicklung
  • Pflanzenverwendung und Biodiversität
  •  Öffentliche Parks und Grünanlagen
  • Plätze und Straßen im öffentlichen Raum
  • Freiräume für Menschen im Wohn-, Lern,- und Arbeitsumfeld
  •  Experimentelle Landschaftsarchitektur und Bauen im Detail
  •  Reifeprüfung – Projekte, 20 Jahre und älter

 

Die Jury bewertet alle eingereichten Arbeiten insbesondere nach den Kriterien Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, Baukultur, Flächensparen, Biodiversität, Pflanzenverwendung, Materialität sowie Innovation.

Teilnahmeberechtigung, zugelassene Projekte, Einreichung

Zur Teilnahme zugelassen sind Projekte, die durch Landschaftsarchitekt:innen aus dem In- und Ausland sowie Arbeitsgemeinschaften unter Beteiligung vorstehend Genannter verfasst wurden. Zugelassen sind Projekte, die in den letzten fünf Jahren (01.01.2021 – 31.12.2025) in Bayern fertiggestellt wurden. Ausgenommen hiervon sind Einreichungen für die Kategorie Reifeprüfung. Die Teilnahme am bzw. die Einreichung von Projekten zum Wettbewerb Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2026 erfolgt online. Die Wettbewerbssprache ist deutsch. Bearbeitungsschluss ist am 06. April 2026.

Jury, Verfahren

Der bdla Bayern hat folgende Juror:innen berufen:

• Claudia Blaurock, Landschaftsarchitektin, Dresden

• Theresa Burmester, Landschaftsarchitektin, Frankfurt am Main

• Christoph Elsässer, Urban Designer, Rotterdam

• Johannes Kruck, Landschaftsarchitekt – stellv. für mahl gebhard konzepte, München (Preisträger 2024)

• Christian Ufer, Landschaftsarchitekt, Starnberg

• Nicole M. Meier, Landschaftsarchitektin, München

• Sonja Müller, Landschaftsarchitektin, Basel

• Prof. Amandus Samsøe Sattler, Architekt, Berlin

• Prof. Stefan Tischer, Landschaftsarchitekt, Berlin

• Elke Berger, Landschaftsarchitektin, München (stellv. Preisrichterin)

 

Die Entscheidung über die Gewinner des Hauptpreises sowie der Kategorien erfolgt in einem zweistufigen Juryentscheid. Grundlage der finalen Entscheidung in der 2. Jurysitzung ist die Bereisung und Besichtigung aller nominierten Projekte durch eine unabhängige Fachjournalistin.

Einreichungen sind bis 6. April 2026 möglich.

Bekanntgabe Nominierung / Publikumspreis

Die nominierten Projekte werden am 13. Juli 2026 auf der o.g. Website bekannt gegeben. Ab diesem Tag steht auch ein Online-Portal für das Publikumsvoting zur Verfügung, in dem alle interessierten Personen bis 24. August 2026 über den Publikumspreis abstimmen können.

Preisverleihung / Bekanntgabe Preisträger

Die Preisverleihung findet am 30. Oktober 2026 als Festveranstaltung im Oskar von Miller Forum in München statt. Die offizielle Bekanntgabe der Preisträger erfolgt dort sowie im Anschluss auf der o.g. Website.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis wurde zuletzt 2024 vergeben. Der Hauptpreis ging vor zwei Jahren an das Projekt Oberwiesenfeldpark des Münchner Büros mahl gebhard konzepte.
Lesen Sie mehr dazu hier.