Im Juni-Heft betrachten wir aktuelle Wasser-Projekte im städtischen Gefüge und untersuchen deren Mehrwert für die Lebensqualität in unseren Städten.


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Das Projekt „Public Space and Bathing Culture“, das sich derzeit ein Gebiet des stillgelegten Hafens von Frihamnen in Göteborg, Schweden, aneignet, ist mehr als ein Beteiligungsprojekt oder ein Stadterneuerungsprozess. Durch das Prototyping fördert die Stadt eine Transformationskultur mit ortsspezifischen Interventionen, die die Stadtverwaltung von innen heraus verändern kann.











Von der Sauna Göteborg zur Stadt-Vision
Die öffentliche Sauna am Hafen von Göteborg in Schweden ist vielleicht kein diskretes Projekt, aber es ist definitiv eine Ansammlung von kleinen Initiativen, die den dringend benötigten kreativen Widerstand gegen die langfristigen strategischen Visionen und Pläne für die Umgestaltung dieses heruntergekommenen Hafengebiets fördern.
Die vom Stadtplanungsamt und dem öffentlichen Bauträger Älvstaden Utvecklings AB in Auftrag gegebene öffentliche Sauna des Berliner Architekturbüros Raumlabor ist einer von mehreren Prototypen, die die Initiative “Öffentlicher Raum und Badekultur” bilden. Aus der Zusammenarbeit zwischen den Vertretern der Stadt und raumlabor sind bisher Prototypen wie der Strand, das Schwimmbad, die Sauna, eine Segelschule, die Roller-Derby-Bahn, die urbane Landwirtschaft, ein Park in einem der verlassenen Hangars auf dem Gelände und “The Mountain” – eine Wasserinstallation für Kinder der Künstler Akay und E.B Itso – entstanden.
Ziel der Prototypen ist es, die Erforschung dessen anzuregen, was einen Park des 21. Jahrhunderts ausmacht, und dies in die Gestaltung und Programmierung eines künftigen Parks einfließen zu lassen, mit dem das 400-jährige Bestehen der Stadt Göteborg im Jahr 2021 gefeiert werden soll. Der Park wird den Namen Jubileumsparken tragen, was so viel wie “Jubiläumspark” bedeutet. Die aktuellen Initiativen tragen die Bezeichnung Jubileumsparken 0.5, wobei der Zusatz 0.5 darauf hinweist, dass es sich bei den Prototypen um temporäre Konstruktionen handelt.
2010 startete die Stadt Göteborg eine stadtweite Vision für die Sanierung von neun Stadtteilen, die alle in der Nähe der Ufer des Flusses Göta liegen. Die als “River City Gothenburg Vision” bezeichnete und vom Stadtrat im Oktober 2012 angenommene Vision umfasst eines der ehrgeizigsten Stadterneuerungsprojekte, die je in Schweden durchgeführt wurden. Die derzeitige Umsetzungsphase, die in politischen Dokumenten und Planungsrichtlinien ihren Niederschlag findet, konzentriert sich auf die Umgestaltung des Frihamnen-Viertels, eines verfallenen Industriegebiets und ausgedehnten Hafengebiets am Nordufer, direkt auf der anderen Seite des Flusses, gegenüber dem Göteborger Hauptbahnhof.
Da die Stadt Göteborg eine Stadtgestaltung anstrebte, die nicht nur ortsspezifische Qualitäten hervorhebt, sondern diese auch für alle Bevölkerungsschichten zugänglich und bewohnbar macht, ergänzte die Stadt die Masterplanung und initiierte einen innovativen Ansatz für die städtische Umgestaltung. Zu den beiden Hauptanreizen für die Innovation gehören die Mobilisierung des städtischen Unternehmens Älvstranden Utvecklings AB und die Entscheidung, den Prototyp eines Parkdesigns für den Jubileumsparken 0.5 zu entwickeln. Durch den öffentlichen Bauträger ermöglicht die Stadt eine kreativere Überschneidung von Landverteilung, Design, strategischer Planung und Politik. Mit dem Prototyping des Jubileumsparken 0.5 bringt die Stadt die Gestaltung des Frihamnen in Gang, bevor die Immobilienspekulation einsetzt, die oft mit der Aufteilung und Verteilung von Land einhergeht.
Auch interessant: Im Sommer 2018 verwandelte sich das Regenauffangbecken des ehemaligen Flughafens Tempelhof in ein Labor neuer urbaner Praxis. Entworfen vom Architekturkollektiv „raumlaborberlin“. Mehr dazu hier: Floating University

Auf der Suche nach Nachrichten aus der Planung, aktuellen Diskussionen und Neuigkeiten in der Branche? Hier werden Sie fündig: Die News aus dem Mai 2023 gut sortiert zum Nachlesen.
Die Maiausgabe der G+L war das zweite Heft aus unserer diesjährigen Stadt-Spezial-Serie. Darin ging’s um das Thema Parken in der Stadt: In dem Heft suchen wir nach neuen Ideen fürs Parken und stellen Vorreiterprojekte sowie -systeme vor, die zeigen, wie Parkflächen heute eigentlich aussehen sollten. Neugierig geworden? Die Maiausgabe gibt’s hier im Shop.
Das dritte und abschließende Heft unser Serie ist auch schon da: Im Juni widmen wir uns dem Thema Hitze in der Stadt. Einen Einstieg ins Thema gibt Chefredakteurin Theresa Ramisch in ihrem Editorial. Das Heft gibt’s bei uns im Shop – genauso wie die ganze Serie.
Preise
Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2023 vergeben: Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis 2023 geht an das Projekt „Neue Ufer Überlingen“ vom Büro relais Landschaftsarchitekten. Außerdem gab es Auszeichnungen in neun weiteren Kategorien. Welche Projekte und Büros die Auszeichnungen erhielten und was die Planer*innen von relais Landschaftsarchitekten in Überlingen umsetzten, lesen Sie hier.
Wettbewerb Gärten des Jahres 2024 ausgelobt: Der Callwey Verlag sucht, zusammen mit G+L und weiteren Partnern, auch dieses Jahr die Gärten des Jahres 2024. Der Wettbewerb zeichnet die schönsten Privatgärten im deutschsprachigen Raum aus. Darüber hinaus werden auch Produkte und Gartenfotografien prämiert. Beiträge können bis einschließlich dem 5. Juli 2023 eingereicht werden. Mehr Infos dazu gibt‘s hier.
Landschaftsarchitektur-Preis Baden-Württemberg 2024 ausgelobt: Es ist wieder soweit. Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla), Landesverband Baden-Württemberg e.V., lobt den Baden-Württembergischen Landschaftsarchitektur-Preis 2024 aus. Reichen Sie Ihre Arbeiten noch bis zum 23. Juni 2023 um 24:00 Uhr ein. Mehr zur Bewerbung finden Sie hier.
Wettbewerbe und neue Projekte
Krebs und Herde gewinnen in Uetikon am See: Auf dem Gelände einer ehemaligen Chemiefabrik in der Schweiz entsteht bald ein großer öffentlicher Park. Hierzu lobte die Baudirektion Kanton Zürich, vertreten durch das Hochbauamt, mit der Gemeinde Uetikon am See den Projektwettbewerb „Seeuferpark CU-Areal Uetikon am See“ aus. Wie das Gewinner*innenteam mit dem geschichtsträchtigen Standort Seeuferpark Uetikon umgeht, erfahren Sie hier.
Neue Mitte in Erfurt: Im Südosten Erfurts läuft derzeit das größte Stadtentwicklungsprojekt der Landeshauptstadt. Hier sollen bis 2060 soziale Einrichtungen, Sport- und Freizeitflächen, Grünflächen, Straßen und Wege neu- oder umgestaltet werden. In dem städtebaulichen Wettbewerb „Neue Mitte Erfurt Südost“ sollten Planungsbüros dafür die Ortsteile Melchendorf, Wiesenhügel und Herrenberg verbinden. Nun ist der Wettbewerb entschieden. Wer das Siegerbüro ist und was der Entwurf vorsieht, lesen Sie hier.
Die Moosach soll in Freising wieder erlebbar werden: Im Auftrag der Stadt Freising untersuchte das Büro BEM aus München im Rahmen eines Freiraumkonzepts, mithilfe welcher konkreter Maßnahmen der Fluss wieder zugänglich gemacht werden kann. Begleitet wurde das Büro in einem intensiven Prozess von den Landschaftsarchitekt*innen aus dem Stadtplanungsamt: Daniela Süss und Jonas Bellingrodt. Mehr dazu erfahren Sie in Kürze hier.
MVRDV setzt in Heilbronn eckig in rund: Das niederländische Architekturbüro MVRDV plant in Heilbronn einen Stadtteil für die Künstliche Intelligenz. Derzeit wird die Fläche noch landwirtschaftlich genutzt. Aber in den kommenden Jahren soll mit dem KI-Park Heilbronn ein Hotspot für die Entwicklung innovativer KI-Produkte entstehen. Wie das aussehen soll, sehen Sie hier.
Daniel Libeskind baut Ulm ein neues Wahrzeichen: Der US-amerikanische Star-Architekt Daniel Libeskind unterzeichnete einen Vertrag für die Zusammenarbeit mit dem Albert Einstein Discovery Center in Ulm. Er verantwortet damit das neue Ulmer Erlebniszentrum rund um den in Ulm geborenen, jüdischen Physiker Albert Einstein. Der Bau soll bis 2029 stehen – pünktlich zum 150. Geburtstag von Albert Einstein. Mehr dazu in Kürze hier.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Weltkongress Gebäudegrün; Im Juni 2023 findet der Weltkongress Gebäudegrün statt, nachdem der ursprüngliche Termin im Jahr 2020 abgesagt werden musste. Der Kongress in Berlin und online befasst sich drei Tage lang mit allen Themen rund um die Gebäudebegrünung. Mehr dazu lesen Sie hier.
Von Gärten und ihren Menschen: In Wien lässt sich derzeit in einer Ausstellung in der Österreichischen Nationalbibliothek durch die Geschichte der Gartenkunst und Landschaftsarchitektur wandeln. Exponate aus dem Bestand der Bibliothek führen durch historische und zeitgenössische Gärten und Parks, möchten Geschichten der Personen erzählen, die sie entwarfen, pflegten oder anders mit ihnen in Verbindung standen. Die gezeigten Objekte sind vielfältig, von Originalplänen und -zeichnungen über Kupferstiche bis hin zu Fotografien und Ansichtskarten. Die Schau im Prunksaal der ÖNB läuft noch bis zum 5. November. Mehr dazu in Kürze hier.
Gesellschaft und Personen
Nachruf auf Georg Penker: Mehr als 65 Jahre lang führte der Landschaftsarchitekt Georg Penker sein Neusser Planungsbüro und war im Laufe der Jahrzehnte einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten in Nordrhein-Westfalen geworden. Nun ist er kurz vor Vollendung seines 97. Lebensjahres verstorben. Ein Nachruf.
Mehr in den Klimaschutz investieren: Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Auftrag der KfW-Bank eine Analyse zu Klimamaßnahmen in Kommunen durchgeführt. Diese zeigt, dass eine große Lücke zwischen geplanten Investitionen und tatsächlich durchgeführten Maßnahmen besteht. Wie lässt sich diese schließen? Einen Blick auf die Ergebnisse der Studie werfen wir hier.
Cityscaper bei Höhle der Löwen: Anfang April 2023 hat sich cityscaper im Fernsehformat „Höhle der Löwen“ vorgestellt. Das innovative Start-up spezialisiert sich auf Bauvisualisierungen und Projektentwicklung. Das Besondere daran: Hier wird die erste Augmented-Reality-Applikation für Hochbau und Stadtplanung angeboten. Mehr zum Thema finden Sie in hier.
Tag der Städtebauförderung: Am 13. Mai 2023 feierten 565 Städte und Gemeinden in Deutschland den Tag der Städtebauförderung. Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf war dabei: Im Fokus stand das Stadtteilprojekt „Garath 2.0“. Mehr dazu lesen Sie hier.
Sie möchten noch mehr nachlesen? Werfen Sie einen Blick in unsere Presseschau für den März 2023.













