Grün mitten in Berlin

Die Gewinner des zweiten Berliner Firmengartenwettbewerbs stehen fest. Vier Unternehmen überzeugten die Jury mit innovativen und nachhaltigen Konzepten.

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Blumen für die Gewinner. ©Thomas Uhlemann

Großstadtlärm, Hektik, Beton – Menschen, die in einer Großstadt arbeiten, leiden häufig unter psychologischen Problemen, wie Depressionen oder Schizophrenie. Einige Berliner Arbeitgeber haben längst erkannt, dass dieses Problem mit einfachen Mitteln zu lindern ist. Basierend auf Erkenntnissen britischer Forscher der University of Exeter, errichteten die Firmen Grünflächen für Mitarbeiter, um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

Die Initiative Firmengärten Berlin zeichnete nun Arbeitgeber im Zuge des Wettbewerbs „Firmengärten 2018“ aus. Hierbei wurden die Freiflächen anhand der Faktoren „Gestalterische Qualität“, „Umweltqualität“ und „Soziale Funktionen“ bewertet. Vier Unternehmen setzten sich gegen die Konkurrenz durch und gingen als Sieger verschiedener Kategorien aus dem Wettbewerb hervor. Die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther überreichte den Gewinnern am 6. September 2018 den Preis: wie sollte es anders sein – eine Pflanze.

Die Größe zweier Fußballfelder zur Erholung

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Die Mitarbeiter der Contag AG verbringen ihre Mittagspause gerne im Freien. ©Contag

Der Wohlfühlfaktor und die Gesundheit der Mitarbeiter werden bei der Contag AG großgeschrieben. Aus diesem Grund errichtete das Unternehmen innerhalb der letzten zehn Jahre eine Gartenanlage, die nun die Auszeichnung des besten Firmenareals trägt. Die Kombination aus Tischtennisplatten, bequemen Gartenliegen und Nutzgärten, macht die 1,4 Hektar große Anlage in Spandau zu einem preisgekrönten Gesamtkonzept. Zudem fördert das Unternehmen die Biodiversität, indem es Bienen auf dem Firmengelände ansiedelte.

Grüne Lunge des Gewerbegebiets

Das Metallverarbeitungsunternehmen Juliwerk Berlin zeigt, dass Gewerbegebiete nicht trist und grau sein müssen, sondern eine beeindruckende Vielfalt an heimischen und subtropischen Pflanzen beherbergen können. Der Sieger in der Kategorie Firmengarten errichtete eine Anlage mit Sitzgruppen, bienenfreundlichen Blühpflanzen und einem Hochbeet, in dem Mitarbeiter frisches Gemüse zum Eigenverzehr anbauen.

Nachhaltigkeit in allen Bereichen

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Grüner Rückzugsort mit Industrieromantik . ©Anika Hönow

Traumhaftes Sommerwetter, aber man verbringt den gesamten Tag im Büro? Dieses Problem kennen Mitarbeiter der amerikanischen Brauerei Stone Brewing nicht. Meetings finden bei schönem Wetter einfach im schattigen „Outdoor Office“ statt. Das Gelände hat aber weitaus mehr Vorzüge: Vor allem aufgrund des überzeugenden Nachhaltigkeitskonzepts belegte die Firma den ersten Platz in der Kategorie „gewerblich genutzte Freianlage“. Die Fläche kombiniert organische Elemente wie Holz, Stein, Pflanzen und Wasser mit industriellen Elementen wie Metall, Beton und Glas und wird zudem ganz ohne den Einsatz von Schadstoffen gepflegt.

Das große Krabbeln in der Malzfabrik

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Open Air Veranstaltung auf der Gartenanlage des Kreativzentrums Malzfabrik. ©NiIs Krüger

Die Jury zeichnete das Kreativzentrum Malzfabrik mit einem Sonderpreis für Biologische Vielfalt aus. Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit revitalisierte sie ein altes Industriedenkmal, bei dem umweltbezogene, wirtschaftliche und sozialen Ziele gleichberechtigt umgesetzt wurden. Bereichert wird die Gartenanlage durch Bienen, Regenwasserbecken zur Bewässerung und Erfrischung, sowie Kunst- und Kulturveranstaltungen.

Martina Neis studiert Medienkommunikation im Master an der Universität Würzburg. Auf dem angrenzenden Gelände findet aktuell die Landesgartenschau statt, die sie häufig besucht.