durch den ein schwieriger innerstädtischer Raum nachhaltig belebt wird.

Das Haus der Statistik am Berliner Alexanderplatz stand 10 Jahre lang leer. Unvorstellbar, wenn man bedenkt, dass in Berlin der Wohnraum knapp wird. Eine Initiative möchte das ehemalige Verwaltungsgebäude der DDR nun umnutzen: Studenten, Senioren, Künstler und Geflüchtete sollen darin wohnen. 

Haus der Statistik

Bilder: Raumlabor Berlin

Das Haus der Statistik am Berliner Alexanderplatz: Leerstand auf 40 000 Quadratmetern und das seit 10 Jahren. In Anbetracht der Wohnungsknappheit und der steigenden Mieten in Berlin ein verwunderlicher Zustand. Ursprünglich diente der Gebäudekomplex als Sitz für die staatliche Zentralverwaltung für Statistik der DDR. Obwohl das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, ist es ein kulturell wichtiger, geschichtsträchtiger Ort und viele Berliner fühlen sich emotional mit ihm verbunden. Auch städtebaulich liegt das Haus der Statistik an einem interessanten Ort: Der Alexanderplatz dient als Verbindungsstück zwischen den Bezirken Mitte, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg und ist einer der meist frequentierten Plätze Europas. Er vereint Wohngebiete mit Büroflächen und Einkaufszonen.

Neubewertung statt Abriss

Jahrelang diskutierte man, ob das Haus der Statistik abgerissen werden soll. Bis 2015 der Berliner Senat schließlich den Wert des Gebäudekomplexes erkannte und rief innerhalb eines öffentlichen Workshopverfahren dazu auf den Alexanderplatz neu zu bewerten. Im Zuge des Workshopverfahrens gründete sich die Initiative Haus der Statistik – ein bunt gemischtes Bündnis aus Politikern, kulturellen Einrichtungen, Künstlerkollektiven und Architekten. Zu den Gründern der Initiative gehören beispielsweise auch wichtige Berliner Institutionen wie das Zentrum für Kunst und Urbanistik und das Raumlabor Berlin. Und diese besondere Zusammensetzung soll sich auch im geplanten Konzept widerspiegeln.

Wohnraum für Geflüchtete

Ein Ziel der Initiative ist es, das Haus der Statistik zu einem Ort für vielfältige und zeitgemäße Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu machen. Die neuen Räume bieten einerseits Platz für die Verwaltung, wie beispielsweise das neue Rathaus für den Bezirk Mitte. Andererseits werden Wohnräume für Studenten, Geflüchtete und Senioren geschaffen. Gemeinsame Aktivitäten und offen gestaltete Räume sollen einen wechselseitigen Austausch zwischen den unterschiedlichen Parteien ermöglich. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Gebäudekonzepts sind Künstlerateliers sowie Arbeits- und Begegnungsräume für Kultur, Bildung und Kunst. 2023 sollen die ersten Mieter einziehen können. So soll in den nächsten Jahren ein Leuchtturmprojekt für Integration und Bürgerbeteiligung entstehen.

Das könnte Sie auch interessieren
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-GLnZNGNCqj4
Ensemble-Modelle erklärt – wie KI durch Schwarmintelligenz bessere Stadtentscheidungen trifft
Vergessene Garten-Perle in Palermo ausgezeichnet
überschwemmte Straße nach Flut in Australien
Flut in Australien – eine „Regenbombe“
Das Spiel von Licht und Schatten
Reiseziel: Bern
eine-ampel-mit-einem-fahrradschild-daneben-w1L9gQYfGXE
KI-Optimierung für Verkehrsschilder und dynamische Hinweise
Lyon – Licht im Tunnel
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-P2d8SKdbjEE
Hitze-Feedback-Tools für Bürger:innen – Messungen von unten
Eine gestaltete Garten- und Parkanlage zum Thema Großer Landschaftsgarten
Großer Landschaftsgarten: Grundlagen, Geschichte und Bedeutung
Wettbewerbsübersicht Juni 2019

Den Klimawandel leugnen – das kann man eigentlich nicht. Zu drückend sind die Erkenntnisse, die ihn offenkundig bestätigen. Einer schert sich darum gerade allerdings herzlich wenig: Donald Trump. Der hat ja nicht nur in jüngerer Zeit, sondern schon seit Jahren öffentlich und lauthals bekundet, dass er den Klimawandel für einen hoax, einen Schwindel, hält. Trump macht es sich einfach. Er gönnt sich den Luxus, sich aus der Verantwortung für die Ursachen des Klimawandels zu ziehen. Die, die aktuell im Alltag und im planerischen Prozess mit seinen Folgen – Starkregen, Hitze, Schneemassen – kämpfen, haben diese Möglichkeit schlicht und ergreifend nicht. Hier sind Lösungen gefragt, hier geht es ums Handeln und um Existenzen. Dabei spielt, und das ist der Schwerpunkt der Juliausgabe 2017 der Garten + Landschaft, klimagerechte Materialien eine immer größere Rolle. Wir haben neue Möglichkeiten und Technologien untersucht.


Hitze-Hotspot Stadt

Der urbane Raum fördert Wärmeinseln, die sich im Zuge des Klimawandels noch verstärken. Es kommt zur Überwärmung. Verantwortlich dafür sind die Gebäude selbst, die Versiegelung der Böden, fehlendes Grün und künstliche Materialien wie Beton und Asphalt. Wir sprachen mit Stadtplaner und Klimatologe Sebastian Kupski über Materialien, die sich positiv auf das Klima in urbanen Gebieten auswirken und darüber, wie eine klimabewusste Stadtentwicklung aussehen kann.

Smarte Straße
Der Bijlmerdreef in Amsterdam wird bis 2019 nach ökologischen Gesichtspunkten transformiert und damit einem grünen Facelift unterzogen. Der Entwurf der Landschaftsarchitekten karres+brands sieht eine Straße der Zukunft aus umweltfreundlichen Materialien vor, die Energie speichern, den Energieverbrauch verringern und sogar Wasser recyceln kann.

Eine Fliese gegen den Starkregen
Mithilfe eines neuen Regenwassermanagementsystems für Kopenhagens Gehwege will das Planungsbüro Tredje Natur auf die Folgen des Klimawandels reagieren. Um künftig große  Wassermassen durch Starkregen aufzunehmen, haben sie die „Klimafliese“ entwickelt. Das Projekt zeigt beispielhaft die Schwierigkeiten und Erfolgsaussichten urbaner Anpassungspläne an den Klimawandel, wobei Kopenhagen Versuchsfeld und globaler Vorreiter ist.


Die Wissen-Lieferanten

Sie bezeichnen sich als Zukunftsagentur, scannen den Markt nach innovativen Materialien und neuen Technologien der Materialherstellung. Ihr Wissen ist ihr Kapital. Mit diesem bringen sie Entwickler mit Unternehmen zusammen, Branche A mit Branche B, Forschungsinstitute mit Designern. Das große Ziel von Haute Innovation: Mit intelligenten Produkten die Kreisläufe der karbonisierten Industrie durchbrechen.

Klimawandel ist nicht für Weicheier
Falk Jaeger über die Bedeutungslosigkeit des Klimawandels – Eine Glosse

Mit Kunst gegen den Klimawandel
Klimaabkommen aufgekündigt, Rückkehr zur Nutzung von Kohle und Stahl, Depriorisierung des Umweltschutzes – wie sollen die USA eigentlich in zehn Jahren aussehen? In New York City setzt das interdisziplinäre Team Aesop nun ein Zeichen gegen den Klimawandel. Und dies überraschenderweise mit Aluminium.

Auf grünen Säulen gebaut
Seit März 2017 lehrt der Architekt Ferdinand Ludwig als Tenure-Track Assistant Professor an der TU München „Green Technologies in Landscape Architecture“. Zuvor leitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter das von ihm mitbegründete Forschungsgebiet Baubotanik an der Universität Stuttgart. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht – für einen Architekten ungewöhnlich – die Pflanze. Wir sprachen mit ihm über Vorteile und Herausforderungen des Baustoffs Pflanze in Zeiten des Klimawandels.

Frage: Wie gestalte ich meine Webseite?

Praxis: Wasser marsch! – Multicodierung von Flächen

Lösungen: Neue Lösungen und Systeme

Referenz: Bühnenreife Beleuchtung

Sichtachse: Zwischen Gosse und Kommerz

 

Hier geht’s zur Juli-Ausgabe 2017 Garten + Landschaft!

Hier geht’s zur Juni-Ausgabe 2017 Garten + Landschaft!

Feuervogel über Neu Holland

St. Petersburg

Die Installation „Firebird descent“ schwebte bis Ende September über dem von West 8 designten Stadtpark auf der Insel Neu Holland in St. Petersburg. Wechselnde Kunstinstallationen sind Teil des Parkkonzepts.

Neu Holland ist eine historische Landmarke unweit der Newa in St. Petersburg, Über drei Jahrhunderte von den Militärs genutzt und streng gehütet, war die Insel wohl im Bewusstsein der Einwohner der Stadt präsent, aber bis vor wenigen Jahren nicht zugänglich. Erst mit dem Ende der militärischen Nutzung setzte eine Diskussion über die mögliche Öffnung der Insel für die Bürger ein. Nach einem 2010 von Roman Abramovich gemeinsam mit Daria Zhukova entwickelten Konzept soll das Eiland in die Stadt integriert werden und neues Leben dorthin bringen. Der erste Schritt dazu war 2011 der Wettbewerb „Neue Ideen für Neu Holland“, den Work AC aus New York gewannen. Zudem wurde von 2011 bis 2013 getestet, wie das Areal von der Bevölkerung angenommen würde. Gut 700 000 Besucher in knapp zehn Monaten zeigten, wie begehrt der Ort ist und führten dazu, die erhaltenen Gebäude für Freizeit und Kultur umzunutzen sowie einen Stadtpark anzulegen.

Geplant von West 8 aus Rotterdam, öffnete er im Sommer 2016 und ist seither frei zugänglich. Dabei war es erklärtes Ziel der Planer, Kunstinstallationen im Park einzubringen. Wie etwa jetzt den „Firebird descent“ der Gruppe „Poetic Kinetics“ aus Los Angeles: Unter Bezug auf den magischen Feuervogel der slawischen Mythenwelt, der mit dem Wind lebt und den dieser bewegt, war der Feuervogel bis Ende September dort zu erleben. Zehn insgesamt rund 10 000 Quadratmeter große, über den Köpfen der Besucher wogende Schwingen aus schmalen Stoffstreifen – vom dezenten Aufplustern des vermeintlichen Gefieders bei leichten Brisen bis zum heftigen Auf und Ab der gesamten Installation bei kräftigen Böen. Gespannt warten nun alle, was dem Feuervogel folgen wird.