Anfang Mai wurde das Kunstwerk Hollow von Katie Pearson und Zeller & Moye Architects eingeweiht und ist der Öffentlichkeit nun in den Royal Fort Gardens in Bristol zugänglich.
Drei Jahre Forschung und Recherche waren notwendig um die Sammlung aus über 10.000 Baumarten zusammenzutragen. Darunter finden sich Exemplare aus der ganzen Welt, unterschiedlich alt und selten, von Holzfossilien der ältesten Wälder (ca. 390 Millionen Jahre alt) bis zu den neuesten Baumspezies. Jedes der Holzstücke kann von einer erstaunlichen Vergangenheit berichten: Eines stammt vom Methuselah Baum, einem der ältesten noch lebenden Bäume der Welt, ein anderes von einem japanischen Phönixbaum, der den Einschlag der Atombombe in Hiroschima überlebte. Manche der Hölzer haben auch eine Zwischenstation vor ihrer Einbindung in das Kunstwerk durchlaufen, und waren zum Beispiel Teil der “Panama Canal Railway” oder des “Atlantic City Boardwalk”.
Die äußeren großen Holzbalken bestehen aus Douglasie und sollen mit ihren unterschiedlichen Größen an die Baumwipfel eines Waldes erinnern. Der Innenraum von Hollow wirkt abgekapselt und meditativ. Eine kleine Deckenöffnung lässt gerade genug Licht durch, um an die dämmrigen Lichtverhältnisse im inneren eines Waldes zu erinnern. Tausende von Holzblöcken bilden verschiedene Formen und Öffnungen, zum Teil wirken sie wie Stalaktiten. Sie bilden einen Miniaturwald, bestehend aus einer Vielzahl von Wäldern. Der Besucher ist dabei umgeben von Geschichte. Die verschiedenen Baumarten sind Zeitzeugen der Evolution unseres Planeten und erzählen von Millionen von Jahren.
Bilder: Max McClure
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Wie kann das Kulturangebot in ländlich geprägten Regionen und kleineren Städten weiterentwickelt werden? Wie lassen sich neue Aufgaben und Ideen vor Ort etablieren? Und wie werden regionalübergreifende Kooperationen initiiert? Lösungsansätze für diese Fragestellungen zu finden, das hat sich das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ auf die Fahnen geschrieben. Und dazu jetzt gemeinsam mit dem Difu eine Handreichung veröffentlicht.
Bei dem Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ handelt es sich um eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, die ländliche Regionen dabei unterstützt, ein vitales Kulturprogramm aufzubauen. Schon seit einigen Jahren läuft das Programm mit unterschiedlichen Partnergemeinden. Aus den Erfahrungen entstand nun eine Handreichung mit wertvollen Tipps aus der Praxis. Verantwortlich sind das trafo-Programmbüro und das Deutsche Institut für Urbanistik. Seit Ende 2019 ergänzt das difu die Programme des Trafo durch wissenschaftliche Arbeit. Während das Trafo-Programm mit Modellregionen in der Praxis arbeitet, versucht das difu die Erkenntnisse daraus zu systematisieren. So entstehen Leitlinien, wie Kulturarbeit im ländlichen Raum auf lange Sicht erfolgreich gestaltet werden kann.
Die Relevanz der Kulturarbeit
Hortensia Völckers von der Kulturstiftung des Bundes betont, welche Relevanz die Kulturarbeit in ländlichen Regionen hat. Dabei stehe nicht etwa ein touristisch vermarktbares Kulturangebot im Vordergrund. Vielmehr gehe es „um sozialen Zusammenhalt, um die Lebensqualität der Ortsansässigen, um gelebte Demokratie vor Ort“. Und Carsten Kühl vom difu führt aus, dass diese Erkenntnis von den Akteur*innen vor Ort zunächst überhaupt erstmal realisiert werden müsse. Danach sei es an den Kommunen, die Kulturschaffenden in ihren Projekten zu unterstützen. Die Förderung umfasst dabei Hilfen und Beratung, Angebote der Weiterbildung sowie den Zugang zu Fördermitteln. Durch den regen Austausch zwischen Verwaltung und engagierten Bürger*innen werde es möglich, an den wirklich relevanten Punkten aktiv zu werden.
Kooperationen stärken
In ihrer Veröffentlichung fordern difu und Trafo einen Perspektivwechsel. Sie empfehlen den Betroffenen als Region zu denken und zu handeln. So könnten statt individueller vermehrt gemeinschaftliche Belange in den Mittelpunkt treten.
Mit dem ersten Teil ihrer Publikation bündeln Sie grundlegende Gedanken zur Rolle von Kulturarbeit für die regionale Entwicklung. Unter anderem wird der Aspekt der Vernetzung angesprochen. Außerdem die Identifikation mit einem gemeinsamen Anliegen, das der gesamten Region am Herzen liegt. Weiterhin beschäftigt die Handreichung sich mit dem Thema der Selbstreflexion. Institutionen sollten ihr Verständnis von bisherigen Arbeitsweisen überdenken und sich neuen Formen der Zusammenarbeit öffnen. Die Bereitschaft zur Kooperation betrachten die Programminitator*innen als Startpunkt. Deshalb trägt der erste Teil der Handreichung auch den Untertitel: „Loslegen“.
Im Bild ist eine Infobroschüre zum Ideenkongress des Trafo 2018 zu sehen. (Foto: Tim Schenkl)
Kulturarbeit als Lernprozess
Zunächst sollten die Kooperationspartner*innen sich über ihre Ziele klarwerden. Diese müssen dem jeweiligen Kontext und den Möglichkeiten angemessen sein. Anschließend sind konkrete Maßnahmen festzulegen. Dabei zeigen die Erfahrungen, dass diese Maßnahmen sich im Laufe der Kulturarbeit weiterentwickeln können. Die Handreichung spricht deshalb von einem lernenden Konzept. Nur durch Ausprobieren kann sich zeigen, was vor Ort funktioniert. Und wo im Zweifelsfall nachjustiert werden muss. Zusammengefasst gilt auch in der Kulturarbeit der altbekannte Leitsatz: „Probieren geht über Studieren.“
Nachhaltige Wirksamkeit
Sobald sich eine vernetzte Gemeinschaft mit der Möglichkeit zur Beteiligung gebildet hat, können weiterführende Prozesse anschließen. Zur fortlaufenden Entwicklung der Kulturarbeit erstellen TRAFO und difu eine zweite Veröffentlichung. Für Anfang 2023 ist dann eine weitere Handreichung geplant. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Themen der Nachhaltigkeit. Bezüglich der Kulturarbeit bedeutet das, Strategien zu entwickeln, durch die sich die Projekte verstetigen lassen.
Die Handreichungen sind auf der Website des Deutschen Instituts für Urbanistik hier frei zugänglich.
Mehr spannende Projekte im ländlichen Raum finden Sie hier.
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