Das Poster der Ausstellung zeigt eine typische "grüne" Alpenlandschaft.

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Die Frühlingsblüte und seinen 90. Geburtstag am 22. März 2019 wollte Hubert Matthes noch erleben, er erlag jedoch schon am 21. Dezember einer schweren Krankheit. Manche meinen, er habe sich den Tag zum Sterben ausgesucht, mit Weihnachten wusste er nichts anzufangen. Hubert Matthes war Gärtner und Architekt, war Landschaftsarchitekt, einer der herausragenden in der DDR, vielfach mit Preisen geehrt. Am 18. Februar 2019 wurde er in Berlin beigesetzt.

Die Zeit in Berlin

Geboren 10 Jahre vor Kriegsbeginn in Söllichau in der Dübener Heide, lernte er nach dem Krieg in einer Gärtnerei. Ende der 1940er Jahre studierte er an der Fachschule für Gartenbau in Pillnitz bei Hans F. Kammeyer. Die Anstalt verließ er als Gartentechniker. Anfang der 50er arbeitete und lernte Matthes dann beim Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner, (Hauptamt für Grünplanung beim Magistrat von Berlin, später an der Deutschen Bauakademie). Zu den bekannten Arbeiten aus dieser Zeit zählt die Neugestaltung des Parkes am Schloss Schönhausen, dem Amtssitz des Präsidenten der DDR. Ab Mitte der 50er Jahre gehörte Matthes dem Buchenwald- Kollektiv an. Das Kollektiv schuf die Gedenkstätten für die in den Konzentrationslagern Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen Ermordeten. Nach dem Korea-Krieg beteiligte sich Matthes in Nordkorea an den Planungen für den Wiederaufbau. Eine große Empathie für das geschundene Land hat er sich wohl bis zuletzt bewahrt. Anfang der 60er Jahre wurde Matthes wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauakademie. Ab 1962 war er für 15 Jahre Leiter der Freiflächenplanung im Volkseigenen Betrieb (VEB) Berlin-Projekt, später im VEB Ingenieurhochbau Berlin. In diesem Betrieb wurden außer dem kommunalen Wohnungsbau alle wesentlichen und originären Bauaufgaben in Berlin-Ost geplant und vorbereitet. Zu diesen Vorhaben gehörten zum Beispiel das Ensemble des Alexanderplatzes und der in den letzten Jahren wiederhergestellte Rosengarten im Treptower Park.

Die Freiflächengestaltung des Alex ist , bis auf die Fixpunkte Brunnen und Weltzeituhr in den 90er Jahren beseitigt worden, wie auch das Erscheinungsbild des Warenhauses und die Fußumbauung des Hotels. Die Gestaltung des Raumes zwischen Fernsehturm und Spandauerstraße ist sein – bisher noch weitgehend erhaltenes Werk. Zum Ende der 60er absolvierte Matthes ein Fernstudium an der Humboldt-Universität und schloss mit einem akademischen Diplom ab. Ende der 70er leitete Matthes den Bereich Freiflächengestaltung im Büro für Städtebau (BfS) des Magistrats. Dieses Planungsbüro diente sowohl der Stadtplanung als auch der Vorbereitung des „komplexen Wohnungsbaues“ in Berlin. Alle neuen Wohngebiete (heute gerne als ‚Plattenbaugebiete‘ gescholten) wurden dort von der architektonischstädtebaulichen bis hin zur Bebauungs-Planung (1:1000) in toto geplant – einschließlich Verkehrsanlagen und Freiflächen für jeweils funktionsfähige Wohngebiete mit Wohnbauten, Schulen, Sportanlagen,Kindergärten und -krippen, Schwimmhallen, Kaufhallen etc. Matthes, wie auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, arbeitete in den vielfältigen Planungsprozessen eng und gleichberechtigt mit den Stadtplanern, Architekten Verkehrsplanern und Ingenieuren der technischen Infrastruktur zusammen. Von Hause aus war Matthes Gärtner. Doch durch seine Bildung und dank seines Gestaltungsvermögens konnte er sich prominent in den Planungs- und Gestaltungsprozess der Bau-Ensemble einbringen. Das Haus der Pioniere in der Wuhlheide und das Nikolai-Viertel, zum Beispiel sind in der Zusammenarbeit von Stahn und Matthes entstanden.

Die Zeit in Weimar

Matthes war ein beliebter und gesuchter Partner bei Städtebauern und Architekten. Die Berufung an die Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar – Sektion Gebietsplanung und Städtebau – zum Ende der 70er Jahre kam daher nicht überraschend. Allerdings konnte er den Lehrstuhl dauerhaft erst besetzen, nachdem er 1980 einen Nachfolger für die Bereichsleitung Freiflächenplanung im BfS fand. Der Hochschullehrer Matthes verstand es, die angehenden Stadtplaner und Architekten auf eine gedeihliche, verständnisvolle und achtungsvolle Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten durch Vorlesungen, Komplexbelege und Exkursionen vorzubereiten. Studenten, die ihre großen Arbeiten bei ihm anfertigten, forderte er einerseits in hohem Maße und unterstützte sie aber andererseits auch weitreichend und verständnisvoll. Für Arbeiten an Wettbewerben stellte er gelegentlich sein kleines Reihenhaus in Oberweimar zur Verfügung, um dort eine produktive Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen. Nach seiner Emeritierung 1992 verließ Matthes aus ‚klimatischen Gründen‘ Weimar und kehrte zurück ins weltoffene Berlin. Matthes blieb als Landschaftsarchitekt durchaus Gärtner. Meinungsstark und durchsetzungsfähig beeinflußte er jüngere und ältere Kolleginnen und Kollegen – nicht nur ’Landschafter’ – nach seinem Bilde. Er trug wesentlich dazu bei, dass im Prozess der städtebaulichen Planung großer Wohngebiete im Nordosten Berlins die Belange des ‚Grüns‘ , hier besonders der für die Baumwurzeln benötigte unterirdische Raum, von den Planern der Verkehrs- und Technischen-Infrastruktur nicht nur berücksichtigt sondern auch Dritten gegenüber vertreten wurden.

Hubert Matthes privat

Matthes war ihm fremden Menschen gegenüber grundsätzlich zurückhaltend und doch besaß er die Gabe Freundeskreise um sich zu scharen; als deren Mittelpunkt regte er an und gab sein umfängliches Wissen durchaus meinungsbildend weiter. Hier, wie auch in seinem Planungskollektiv, war er weltoffen und ohne ideologische Scheuklappen sowohl beim Informieren als auch beim Diskutieren. Matthes war ein begeisterter Wanderer. Ausflüge in die Umgebung von Weimar und gemeinsame Reisen des Freundeskreises in botanisch und kulturhistorisch interessante Habitate wurden durch Matthes zu meist unvergesslichen Ereignissen.

Der Gärtner Matthes

Der Gärtner Matthes kannte, liebte und nutzte sein besonderes Material: die Pflanzen. Für den eigenen Garten führte dies dazu, dass er mit seinen Lieblings-Pflanzen umzog: von Berlin nach Weimar und dann wieder zurück nach Berlin. Zu seinen umzugsbegleitenden Lieblingen gehörte auch die Rose ‚Königin von Dänemark‘ (von 1826). Vor einem guten Jahr hörte sie, gleichsam ihm vorangehend, zu wachsen auf.. Mit Hubert Matthes ist ein bedeutender deutscher Landschaftsarchitekt von uns gegangen. Es bleibt zu wünschen, dass sich junge Kolleginnen und Kollegen mit seiner Person und seinem Werk kritisch und bewahrend auseinandersetzen. Sein Nachlass wird im IRS in Erkner bewahrt.

 

Über den Autor:

Hans Georg Büchner, Dr. agr., Jg. 1941 – 1959-1961 Gärtnerlehre Dresden, 1961-1965 Studium der Garten- und Landeskultur und bis 1970 wiss. Ass. bei Reinhold Lingner a. d. Humboldt-Universität zu Berlin, 1971-1972 Mitarbeiter f. Landeskultur Magistrat von Groß-Berlin, 1972 Promotion a. d. HUB, 1972-1977 Ing. f. Forschung u. Entwicklung und 1977-1980 Dir. f. Technik im VEB Grünanlagenbau / Wohnungsbaukombinat Berlin, 1980-1990 Bereichsleiter Freiflächen im Büro für Städtebau / Magistrat von Berlin, 1990 amt. Direktor Stadtgartenamt beim Magistrat und Abt.-Leiter i. d. Magistratsverwaltung für Stadtentwicklung, 1991-2006 Gruppenleiter Stadtgrün i. d. Senatsverwaltung f. Stadtentwicklung Berlin; zeitweilig Mitglied des Redaktionsbeirates der Zeitschrift Landschaftsarchitektur, 1977 Architekturpreis der DDR für Spielplatzgestaltungen, 2005 Lomonossow-Orden der Russischen Föderation i. Zusammenhang m. d. Grundinstandsetzung Sowjetischer Ehrenmale; 1987-1995 Lehrbeauftragter a. d. Kunsthochschule Berlin/Weißensee sowie 2004-2006 a. d. TFH Berlin.

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Alejandra Loreto liebt Architektur und Fotografie. Sie ist neugierig auf das Unbekannte, auf eine vielfältige Lesart des Sehens. Wie blinde und sehbehinderte Menschen ihre Umgebung, den Raum um sich herum wahrnehmen, darum geht es in ihrem Fotoprojekt „Blind Photography“. Dabei ist die Fotografie das Medium, um Kontakt mit der blinden Community aufzunehmen, um den urbanen öffentlichen Raum zu erkunden und die Sichtweise des anderen zu beleuchten.

In Wien war die studierte Architektin und Fotografin etwa mit Mathias und Angela unterwegs. Mathias machte während drei Foto-Sessions 268 Fotos; Angela 86. In ihrer Heimatstadt Caracas erkundete Loreto mit dem blinden Victor den städtischen Raum – diesmal mit einer  Wegwerfkamera, denn der öffentliche Raum der Venezuelanischen Metropole gehört zu den gefährlichsten der Welt.

Zur Person: Alejandra Loreto stammt aus Venezuela und lebt seit 2014 in Wien. Sie studierte Architektur in Caracas, besuchte als Austauschstudentin die Universität in Stuttgart. Mit 16 fing sie an zu fotografieren. Ihr Schwerpunkt liegt auf urbaner Fotografie, Reise- und Architekturfotografie, bei der der Mensch immer im Zentrum steht, selbst wenn er nicht auf dem Foto abgebildet ist.

Weitere Informationen zum Projekt und zu Alejandra Loreto gibt es in der Garten+Landschaft April 2017.

 

 

“Assessment Center sind für mich selbstverständlich”

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Gaus Architekten ist ein Planungsbüro mit Hauptsitz in Göppingen und einem Denklabor in Rotterdam. Neben Architekten stellt Gaus Architekten auch Landschaftsarchitekt*innen und Stadtplaner*innen ein. Die Niederländerin Saskia Gaus­-Mens verantwortet die Personalthemen und sprach mit New Monday über Assessment Center, Bürohunde und wieso der erste Eindruck am meisten zählt.

Angst vor dem Bürohund?

 

Frau Gaus-­Mens, was ist Ihnen wichtiger: Anschreiben und CV oder das Gespräch?
Das Gespräch – am wichtigsten finde ich immer noch den persönlichen Eindruck.

Wie reagiert Ihr Büro auf Anforderungen, die die Generationen Y und Z an ihren Arbeitsplatz stellen?

Wir nehmen die nachrückende Generation ernst und gehen auf ihre Bedürfnisse ein: Wir haben ein Open-Space-Office, in dem wir in kleinen Teams flexibel zusammenarbeiten. Gegenüber Anforderungen wie Teilzeit, Homeoffice oder individuellen Familienanforderungen sind wir immer offen, solange es ins Team passt und wir im Dialog stehen.

Wer hat bei Ihnen alles Mitspracherecht, was neue Mitarbeiter*innen angeht?

Unsere Hierarchien sind flach: Für uns ist es selbstverständlich, das Team in die Bewerbungsgespräche einzubeziehen. Vor Kurzem erst hatten wir die Bewerbung eines Architekten. Zum Gespräch habe ich zwei Kollegen dazugebeten, die in der Wettbewerbsabteilung arbeiten. Wir haben es gemeinsam geführt. Alles andere würde wenig Sinn ergeben – letztendlich würden die beiden Kollegen aus der Wettbewerbsabteilung und mein Mann Christian Gaus mit dem Bewerber zusammenarbeiten. Wenn es dann um die finale Entscheidung geht, sind mein Urteil und das meines Mannes ausschlaggebend. Ich treffe keine Personalentscheidung allein.

Wie viele Bewerbungsrunden gibt es bei Ihnen: eine oder mehrere?

Definitiv mehrere. Vor einiger Zeit habe ich ein Assessment Center eingeführt, um den ersten Eindruck zu bestätigen. Dies findet im Rahmen des ersten Gesprächs statt. Wenn es zwischenmenschlich und fachlich passt, kommen die Kandidat*innen für ein bis zwei Tage zum Probearbeiten zu uns. Nur so können wir sehen, ob es zwischen den Kolleg*innen passt, die Anforderungen und Qualifikationen stimmig sind und ob sich die Kandidat*innen bei uns auch wirklich wohlfühlen. Viele sprechen bei einem Bewerbungsgespräch nicht alles an.

Was meinen Sie damit?

Zum Beispiel unser Bürohund Five: Manche trauen sich nicht, im ersten Gespräch zu sagen, dass sie Angst vor Hunden haben.

Nach dem Assessment Center bei Gaus Architekten

Ein Assessment Center in einem Planungsbüro. Das ist eher ungewöhnlich, oder?

Ja, ich denke schon. Da ich aber aus dem Personalbereich komme, sind Assessment Center für mich selbstverständlich und ein aufschlussreiches Tool – auch später für die Personalentwicklung.

Und was passiert nach dem Assessment Center?

Während des ersten Gesprächs sehe ich mir die Ergebnisse gemeinsam mit dem neuen Teammitglied an, und wir sprechen darüber. Nachdem die sechs Monate Probezeit abgelaufen sind, gucken wir uns die Ergebnisse erneut an und sehen, wo es noch Entwicklungspotenzial gibt. Abschließend kann ich aber sagen: Das Assessment Center ist nur ein Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Ein für uns ausschlaggebender Aspekt ist das Miteinander und die Arbeit in flexiblen Teams.

Hier finden Sie das Gespräch mit Eik Kammerl von kammerl + kammerl zum Thema Lebenslauf.

Mehr Einblicke in Planungsbüros finden Sie auf www.new-monday.de.