nextpractice StadtLand – neues Online-Format der IBA Thüringen

Eiermannbau Apolda (Foto: Thomas Müller)

Eiermannbau Apolda (Foto: Thomas Müller)

nextpractice StadtLand ist ein Format der IBA Thüringen. Als Online-Veranstaltung informiert es über Projekte der Internationalen Bauausstellung im Themenfeld StadtLand. Im April richtet sich der Blick dabei auf den Eiermannbau in Apolda. Seit 2016 wird der unter dem Leitbild Open Factory neu entwickelt. 

Weitere Themenfelder der IBA Thüringen

Schon seit einigen Jahren arbeiten verschiedene Akteur*innen in Thüringen. Sie steuern dabei auf das Finale der Internationalen Bauausstellung IBA Thüringen im Jahr 2023 zu. Auf dem Weg dorthin stehen vor allem ressourcenbewusste Projekte mit gemeinwohlorientierten Werten im Fokus. Gemeinsam mit verschiedenen Partner*innen entstehen in und für Thüringen innovative, experimentelle und vor allem Projekte zum Nachahmen. Da der Freistaat eine kleinteilige Siedlungsstruktur aufweist, widmen sich die Aktivitäten der IBA Thüringen dem Themenfeld StadtLand. Dabei steht der Begriff für veränderte Beziehungen zwischen Individuen und Natur, zwischen Siedlung und Landschaft sowie zwischen Gesellschaft und ihren Ressourcen.

Dementsprechend nimmt StadtLand eine Einbettung in natürliche, landschaftliche, stoffliche und Ressourcenzusammenhänge vor, insbesondere dort, wo einige Jahrhunderte lang Abkopplung im Vordergrund stand. Der IBA Thüringen geht es also um einen veränderten, gesellschaftlichen Stoffwechsel. Gleichberechtigte und innovative Stadt-Land-Beziehungen sollen Probleme lösen helfen. Dabei wird der Regionalbezug zur thematischen Klammer für Diskurse und Projekte der. In der Veranstaltung nextpractice StadtLand gewährt die IBA Thüringen allen Interessierten einen genauen Einblick in Projekte dieses Arbeitsschwerpunkts. 

Neben StadtLand ist die IBA auch bemüht, Leerstände im Land umzubauen. Unter dem Titel LeerGut aktiviert die Bauausstellung den Bestand und sucht nach Weiternutzungen. Dabei unterstützt die IBA Thüringen Raumunternehmer*innen und sucht darüber hinaus neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Diese Aktivitäten gehören zum Themenfeld SelbstLand aufbauen. Zuletzt realisiert die IBA mit ihren Partner*innen experimentelle Neubauten und macht Baukultur zum Markenzeichen von Thüringen. Diese Ideen sind unter dem Stichwort ProvinzModerne neubauen gebündelt. Die IBA Thüringen will mit all ihren Aktivitäten Thüringen zum Ort des Fortschritts und eines experimentierfreudigen Zukunftslabors machen. 

Die IBA Thüringen hat ein kurzes Video erstellt, um die Open Factory vorzustellen.

Der Eiermannbau in Apolda

Eines der Projekte der IBA Thüringen im Themenfeld StadtLand ist der Eiermannbau in Apolda. Dieser wird seit 2016 unter dem Leitbild Open Factory neu entwickelt. Dieses Projekt steht auch im Fokus der nächsten Veranstaltung nextpractice StadtLand. Unter dem Titel „Ressource Bestand – neue Nachhaltigkeit, neue Produktivität“ kommen verschiedene Expert*innen online zusammen. Gemeinsam diskutieren sie verschiedene Aspekte im Umgang mit Bestand, neuer Nachhaltigkeit und innovativer Produktivität. 

Ursprünglich war der Eiermannbau in Apolda eine Weberei und bis Mitte der 1990er Jahre auch als Feuerlöschgerätewerk bekannt. Nun bietet das Gelände, der zwei Hektar große Standort, die Chance neue gewerblich-kulturelle Nutzungen aufzunehmen. Unter dem Titel Open Factory soll ein Lern- und Versuchsort wachsen, an dem Nachhaltigkeit groß geschrieben wird. Dementsprechend sollen an diesem alten Webereistandort zukünftig Unternehmen, Start-ups, Kreative und Forscher*innen zusammen kommen, die ihre Arbeit lokalen Rohstoffen und regionaler Wertschöpfung widmen. Abgesehen vom Eiermannbau mit seinem robust ausgebauten und großzügigen Flächenangebot stehen auch Freiflächen zur Neuentwicklung zur Verfügung. Insgesamt strebt die IBA Thüringen an diesem Standort ein breites Bildungs- und Vermittlungsangebot an, für das der öffentlich zugängliche Standort sich hervorragend eignet. 

Nachhaltigkeit im Fokus

Der Schwerpunkt der neuen Entwicklung auf dem Gelände des Eiermannbaus führt zu einer neuen Produktivität und Identität. Der Standort wird im Rahmen der IBA Thüringen nicht nur neu programmiert, sondern er soll auch der Kreisstadt Apolda neue Impulse geben. Wie genau diese aussehen werden, wie die hohen Ansprüche in Planung und Bau umgesetzt werden, ist Inhalt der Veranstaltung IBA Thüringen nextpractice StadtLand. Im April kommen in diesem Kontext verschiedene Expert*innen und Projektbeteiligte zu einer Online-Veranstaltung zusammen. Gemeinsam präsentieren sie zentrale Konzeptbausteine zur Entwicklung der Open Factory. Hierzu erläutern sie das Ressourcenschutzkonzept, das Freiflächenkonzept und das Konzept zum Umbau des Eiermannbaus.

nextpractice StadtLand

Auf der letzten Veranstaltung der IBA Thüringen nextpractice StadtLand stand die Ressource Bestand im Mittelpunkt. Überdies blickte die Veranstaltung auf die Themen neue Nachhaltigkeit und neue Produktivität. Den Auftakt bei nextpractice StadtLand machte der Abteilungsleiter für Stadt- und Regionalentwicklung der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen. Dieser Aufgabe kam er als Eigentümer des Eiermannbaus nach. Im Folgenden sprach der Fachbereichsleiter Stadtplanung und Bauwesen der Stadt Apolda. Darüber hinaus erläuterte die Projektleiterin der IBA Thüringen in dieser nextpractice StadtLand Veranstaltung das Projekt an sich und sein Umbaukonzept. Von Seiten der IBA Thüringen kamen Impulse zum Ressourcenschutzkonzept und Nachhaltigkeitsansatz.

Auch über das Freiflächenkonzept und den Rahmenplan wurden die Teilnehmer*innen informiert. Schließlich sprachen Akteur*innen der ARGE Treibhaus Landschaftsarchitektur Hamburg mit Renée Tribble. Auch ein Vertreter des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sprach bei nextpractice Stadtland, insbesondere zum Eiermannbau als Nationales Projekt des Städtebaus. Nach zahlreichen Impulsen von Expert*innen und beteiligten Akteur*innen gab es die Gelegenheit zum Austausch. Interessierte konnten Rückfragen stellen und ihren Wissensbedarf stillen.

Die nächste Veranstaltung der Reihe ist am 26. April zum Thema „Neue Strukturen. Die LeerGut-Agenten Thüringen“.

Mehr Artikel zur IBA Thüringen finden Sie hier.

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Die Vollversammlung des Münchner Stadtrats hat vergangene Woche den Einstieg in eine konkrete Planung für einen Tunnel durch den Englischen Garten beschlossen. Geplant wird ein 390 Meter langer Tunnel unter dem Isarring, der den bislang getrennten Stadtpark wiedervereinen soll.

Seit Jahrzehnten trennt eine Verkehrsader, über die sich täglich tausende Autos schieben, den Englischen Garten in Nord- und Südteil. Die Idee für eine Untertunnelung des Rings existiert bereits seit vielen Jahren, jetzt hat das Projekt einen weiteren großen Schritt Richtung Realisierung genommen. Nach der Bestätigung durch die Stadtrats-Vollversammlung wird das Baureferat nun in die Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung für einen Tunnel im Englischen Garten einsteigen.

Geprüft wurden drei unterschiedlich lange Tunnel-Varianten: Das Planungsreferat bevorzugt dabei die mittellange Version, die nun auch geplant wird.

Das Bauwerk soll 390 Meter lang sein und etwa 125 Millionen Euro kosten. Die mittellange Variante bietet, so das Prüfungsergebnis, die größten Vorteile bei der Reparatur des Gartenkunstwerks Englischer Garten und erlaubt die Wiederherstellung des durchgängigen historischen Wegenetzes, der einstigen Bachläufe sowie der Wiesen und Gehölzstrukturen auf der Tunneldecke.

Aber die optische Verschönerung durch den Wegfall der Autoschneise ist nicht der einzige Vorteil des Tunnels: Die Lärmbelästigung für direkte Anwohner reduziert sich und der bislang weniger frequentierte Nordteil des Englischen Gartens ist wieder direkt zugänglich.

Wir unterhielten uns für unsere Januar 2017-Ausgabe mit dem Architektenpaar Grub-Lejeune, Gründer der Initiative „(M)Ein Englischer Garten“, über Widerstände, Erfolgserlebnisse und den Mut, beständig gegen den Strom zu schwimmen.

Hier geht’s zum Video „Wiedervereinigung Englischer Garten“

Libeskind entwirft Einstein Discovery Center

Ein Mann und drei Frauen stehen in einer Halle. Daniel Libeskind, Nancy Hecker-Denschlag, Nina Libeskind und Ditte Endriß in der alten Paketposthalle in Ulm. Foto: Petra Böger
Daniel Libeskind, Nancy Hecker-Denschlag, Nina Libeskind und Ditte Endriß in der alten Paketposthalle in Ulm. Foto: Petra Böger

Seit kurzem ist es offiziell: Daniel Libeskind wird das Albert Einstein Discovery Center in Ulm bauen. Über ein Stück Architektur, das gleichzeitig als Brücke zwischen zwei Städten fungieren soll. 

 

 

 

Daniel Libeskind entwirft in Ulm und Jerusalem

Es ist einer der großen Namen in der Gegenwartsarchitektur: Daniel Libeskind. In seinem Portfolio finden sich Projekte wie das Jüdische Museum in Berlin oder das neue World Trade Center in New York City. In nicht allzu ferner Zukunft darf sich nun auch Ulm über einen Bau des Star-Architekten freuen. Denn Daniel Libeskind wird die Planung des geplanten Albert Einstein Discovery Centers in Ulm übernehmen. Dazu unterzeichnete er nun den entsprechenden Vertrag. Und nicht nur das: Zeitgleich erarbeitet Libeskind den Bau eines neuen Einstein-Museums an der Hebrew University in Jerusalem. Das Projekt wird beide Städte in besonderer Weise architektonisch verbinden.

Einstein Discovery Center als Teil eines Brücken-Projektes

In Ulm wurde Albert Einstein 1879 geboren. In Jerusalem begründete er 1919 die Hebrew University mit – auch sein wissenschaftlicher Nachlass wird bis heute dort verwaltet. Durch die Arbeit Libeskinds treten die Stationen in Einsteins Leben nun in eine neue Art von Austausch. „Gemeinsam mit unseren Partnern in Ulm und Jerusalem möchten wir eine Brücke im Namen Albert Einsteins schlagen, der mich von jeher fasziniert“, sagte Libeskind dazu im letzten Jahr. Nach mehrmonatigem intensivem Austausch mit Beteiligten des Einstein Discovery Centers hatte er vergangenen Monat seine endgültige Zusage zum Projekt erteilt.

Erste Schritte in Ulm

In Ulm steht nun zunächst die Vorplanungsphase an. Dazu hatte Daniel Libeskind bereits im vergangenen Jahr den Projektort erstmalig besucht. Seine Frau Nina sowie der Architekt Stefan Blach vom Studio Libeskind begleiteten ihn bei der Besichtigung. Auf einem Grundstück am Ulmer Hauptbahnhof, wo heute die alte Paketposthalle steht, wird das Einstein Discovery Center entstehen. Die endgültig zur Verfügung stehende Fläche ist noch nicht abschließend geklärt. Dazu stehen Abstimmungen sowohl mit öffentlichen als auch privaten Parteien an. Libeskind und sein Team konnten in der ersten Besichtigung jedoch einen Eindruck gewinnen und somit zumindest konzeptuell bereits Ideen ausloten. Weiterhin traf er den Baubürgermeister Tim von Winning und Verantwortliche des Ulmer Discovery Centers.

Einstein Discovery Center bis 2029

Die Euphorie vor Ort ist groß: „Daniel Libeskinds Besuch hier in Ulm war für uns alle eine tolle Erfahrung. Die Gespräche und seine ersten Ideen haben uns begeistert und die Stimmung war hervorragend – das motiviert uns selbstverständlich“, beurteilte Nancy Hecker-Denschlag, Vorsitzende des Ulmer Discovery Centers den Besuch. Das Projekt soll nicht nur eine Brücke zu Einsteins Wirken in Jerusalem schlagen. Es soll auch für die Stadt Ulm ein bedeutender Baustein im Stadtensemble werden. Geplant ist eine Mischung aus Museum und Wissenschaftsspielwiese, die Besucher*innen selbst zum Entdecken einlädt. Im Jahre 2029 soll das Erlebniszentrum in Ulm fertiggestellt sein, pünktlich zu Albert Einsteins 150. Geburtstag. In Jerusalem hingegen ist der Bauprozess bereits weiter fortgeschritten. Dort wird das neue Einstein-Museum bereits in zwei Jahren – 2025 – eröffnet.

Es ist eine große und spannende Aufgabe, der sich Daniel Libeskind an gleich zwei Standorten stellt. Das Brücken-Konzept, das beide Wirkräume des Physikers einbezieht, stellt auch für den renommierten Architekten und sein Studio eine besondere Entwurfsaufgabe dar. Eine Herausforderung, der sich Libeskind mit Freuden stellt: „Mein Team und ich freuen uns, dieses großartige Projekt aktiv begleiten und mitgestalten zu dürfen.“

Was sich sonst in Ulm tut? Zum Beispiel dieses Projekt zur Umgestaltung der Innenstadt.