Brücken schlagen

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Eine Ode an die IBA: Sichtachsen-Autorin Maria Auböck reminisziert über die Ausstellung “Wie wohnen wir morgen?”, die den Zwischenstand der IBA Wien präsentierte. Ihr Fazit? Die Ausstellung zeichnet ein Bild von Wien ohne Nostalgie – und hat besonders viele junge Planer*innen angesprochen.

IBA-Wien-Zwischenstand schafft Austausch

 

In den letzten Jahren entdeckte die Teenagerszene in Wien kuriose Orte der Gartenkunst als Treffpunkte. Beispielsweise ZWIDEMU – Zwischen den Museen –, den Park am Maria-Theresien-Denkmal. Hier war 1888 ein überdimensionales Topiarium eingerichtet worden, das heute als unkonventionelle, konsumfreie Zone gilt. Ein Zeichen für den Paradigmenwechsel, den wir in der Bewertung von Freiraum und Hochbau momentan erleben.

Diese Entwicklung wird durch und nach COVID-19 auch andere Bereiche der Stadt ergreifen: Der öffentliche Raum in Wien ist – jenseits der nostalgischen Vermarktung als Touristendestination – Gestaltungs- und Nutzungsraum. Diese Stadtlandschaft gilt es jetzt als Ganzes zu begreifen.

Ein guter Anfang war die Ausstellung mit dem Titel „Wie wohnen wir morgen?“, die im Herbst 2020 in Wien zu sehen war. Ohne Nostalgie zeigte sie frische und moderne Ideen für den zeitgemäßen Umgang mit Freiräumen im sozialen und geförderten Wohnbau und verknüpfte diese beispielhaft mit Projektpräsentationen und allgemeinen Fragen der Stadtentwicklung.

Anlass der Ausstellung war die IBA Wien, die ihren Zwischenstand vor dem Ausstellungsjahr 2022 präsentierte. Sie befand sich auf dem Gelände des ehemaligen Sophienspitals, dem selbst die Entwicklung als Konversionsfläche mit Wohnbau bevorsteht und zusätzlich Start-ups und sozialen Einrichtungen Platz bieten soll.

 

Sechs Wochen lang war die Ausstellung Treffpunkt der Wiener Planungsdiskussion – kurz vor dem zweiten Lockdown. In ihrem Rahmen fanden Workshops und Diskussionen statt, unter anderem vom österreichischen Berufsverband der LandschaftsarchitektInnen ÖGLA, der die Bühne der IBA-Ausstellung mit aktuellen berufsrelevanten Fragestellungen bespielte.

Die IBA 2022 findet zwar erst in zwei Jahren ihren Abschluss, doch war dieser Zwischenstand eine gute Gelegenheit zum Austausch. Während die ausgewählten Bauprojekte Form annehmen, wurden Zwischennutzungen diskutiert, Besuchstermine organisiert, Interessierte wanderten die Stadt ab. Urbane Initiativen wurden vorgestellt, wie etwas das BERTA-Paket von der Gruppe GrünStattGrau, die für Fassadenbegrünung ihre Beratung in schlaue und kompakte Beratungspakete stecken.

Neues Verständnis für Landschaftsgestaltung

 

Der Architekt Walter Stelzhammer plädierte für die urbane Verdichtung über der Traufenzone der Stadt, und das Projekt „Pocket Mannerhattan“ will die Sanierung von Bestandsbauten mit ambitionierter Partizipation verknüpfen. Exkursionen zu den großen, realisierten Freiräumen in der Aspern Seestadt, den Wohnhausanlagen „In der Wiesen“ und der sehenswerten PAHO Ost aus den 70er-Jahren rundeten das Programm ab.

Die international weithin beachteten Bauausstellungen wirken seit vielen Jahren in Deutschland als Publikumsmagnet. So vermögen sie die Aufmerksamkeit von Presse und Öffentlichkeit auf die sperrigen Themen der Stadt zu lenken.

Hier können die Vertreter*innen der Freiraumplanung heute ansetzen und integrativ Themen einbringen, die topaktuell sind: Manifeste zum Thema Schwammstadt, zur Pflanzenverwendung im Klimawandel, zu Fragestellungen von Urban Gardening am Haus.

Erstaunlich bei diesen Exkursionen war das Interesse und die große Teilnahme von jungen Kolleg*innen – eine neue Generation an Planer*innen und Nutzer*innen meldete sich zu Wort. Aus diesen Projekten wird ein neues Verständnis für Landschaftsgestaltung entstehen.

Mehr zu Internationalen Bauausstellungen, etwa zur IBA Basel, erfahren Sie hier.

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Berliner Seilfabrik verbindet Alt und Neu für Klein und Groß

 

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Die Berliner bauen riesige neue Kletterlandschaft auf einem Spielplatz in Reinickendorf

Auf 1500m² erstreckt sich im Berliner Norden, angrenzend an das Sportgelände des Vereins Füchse Berlin, eine neue Kletterlandschaft. In Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Reinickendorf und der Berliner Seilfabrik erarbeitete Landschaftsplanerin Alena Kniesche das umfassende Konzept und berücksichtigte dabei die verschiedensten Themen, wie Bestandsgeräte, U3, Inclusive Play oder das benachbarte Sportzentrum.

Die Ausgangssituation
Schon lange befand sich auf dem Gelände ein „Spielplatz“, hier wurden Schritt für Schritt Geräte ersetzt bzw. hinzugefügt. Es ließ sich kein Gesamtkonzept erkennen. Durch die Vergabe von EU-Geldern für den Bezirk Reinickendorf ergaben sich neue Finanzierungsmöglichkeiten für dieses vernachlässigte Areal. Für die Sanierung und Neugestaltung des Spielplatzes wurde die Berliner Seilfabrik beauftragt.

Konzentration und Übermut
Frau Kniesche teilte das Spielareal in zwei Teilabschnitte auf. Es entstanden ein Bereich für Kleinkinder und einer für ältere Kinder. Für die größeren Kinder und Jugendlichen konzipierte sie einen Parcours, auf dem es möglich ist, von einem Ende des Spielplatzes zum anderen zu kommen, ohne den Boden zu berühren. Dabei geht es durch ein 9m hohes Mittelmastgerät, über diverse Niedrigseilgartenelemente in ein weiteres Raumnetzgerät, einen sogenannten Spaceball. Dieser fand bereits vor einigen Jahren Platz auf dem Gelände und führt über eine Seilbrücke auf ein Feld mit Gummimatten. „Dieser Teil des Spielplatzes war noch in einem so guten Zustand, dass er komplett erhalten bleiben konnte.“, so Frau Kniesche. „Das modulare System der Berliner Seilfabrik erlaubt es, die neuen Elemente des Parcours auf der einen Seite und die Spielhäuser auf der anderen Seite mit den alten Geräten zu verbinden.“ Der Teil mit den Gummimembranen ließ sich so einfach an die Spielhäuser anschließen. Von diesen „Triis“ führt eine lange Kurvenrutsche in Richtung der „Face-to-Face-Swing“, welche Platz für 6 Kinder bietet. Für die kleineren Kinder entstand im schattigeren Bereich des Geländes eine kleine Niedrigseillandschaft kombiniert mit kleinen Baumhäusern. Die Trii-Baumhäuser sind Spielhäuser mit Bambuspaneelen als Aufwertung. Bambus ist umweltfreundlicher als gewöhnliches Holz. Botanisch betrachtet handelt es sich um ein Gras und das wächst nach, wenn es geerntet ist und zwar in diesem Fall bis zu einem Meter am Tag.

Das Farbkonzept bezieht sich auf die Vereinsfarben der Füchse Berlin. Die Seile leuchten orange und rot zwischen den grünen Pfosten. Auf einem der 3m hohen Pfeiler prangt ein Schild in Form eines Fuchskopfes. Getreu dem Motto der Füchse Berlin: konzentriert hier und übermütig an anderer Stelle machen die kletternden Kinder klar: „Hier ist unser Revier“. Passend zur Location finden sich in und um die Anlage weitere Sportgeräte, wie Reck und Barren.

Inclusive Play
Inklusive Spielräume, bei denen Kinder mit und ohne Behinderung, junge und alte Kinder einander begegnen und erleben können, gewinnen an Bedeutung. Bei diesem Projekt befindet sich beispielweise eine Nestschaukel direkt am Weg. Die tellerförmigen, großen Schaukeln geben mehreren Personen gleichzeitig die Möglichkeit, diese zu nutzen, ob im Liegen, Sitzen oder Stehen. So kann ein echtes Wir-Gefühl entstehen.

Individuelle Planung
„Spannend sind die Projekte mit besonderen Gegebenheiten. Wenn bspw. alte Geräte wiederverwendet oder natürliche Vorkommnisse wie Hügel oder Baumbestand mit in die Planung einfließen müssen. In Medebach realisieren wir für Center Parcs gerade das vermutlich längste Spielgerät Europas. 160m schlängelt sich die Kletterlandschaft aus Türmen, Netzen, Brücken und Tunneln den Bromberg auf 500m hinauf.“, erklärt Kniesche. Seit 2012 ist sie festes Teammitglied des 10-köpfigen Berliner Creative Center der Berliner Seilfabrik.

Berliner Seilfabrik, 2015
www.berliner-seilfabrik.com

Im Hintergrund Bergpanorama, davor ein See und grüne Wiesen. Im Vordergrund blüht eine lilafarbene Blume. Der schöne Schein trügt? Das Landesentwicklungsprogramm Bayern braucht einen Neustart. Foto: Mario Dobelmann via Unsplash
Der schöne Schein trügt? Das Landesentwicklungsprogramm Bayern braucht einen Neustart. Foto: Mario Dobelmann via Unsplash

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