Nachwuchs in der Landschaftsarchitektur

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Markts sind für Landschaftsarchitekten so gut wie schon lange nicht mehr. Zahlreiche Wettbewerbe, Ausschreibungen und Aufträge winken. Doch die Zahl der Bürogründungen in Deutschland war in den vergangenen Jahren stets rückläufig. Gerade junge Berufskollegen scheinen wenig Anreize zu finden, sich beruflich auf eigene Beine zu stellen. Das bestätigt auch die jüngste Jahresumfrage der Berliner Architektenkammer. Anstatt Neugründungen zu fördern, bewirkt die gute Auftragslage eher das Gegenteil: Bestehende Büros mit vollen Auftragsbüchern durchstöbern den leergefegten Markt händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Und dennoch gibt es einige Nachwuchslandschaftsarchitekten, die den Schritt zur Selbstständigkeit gewagt haben. Ihre Projekte stellen wir hier vor. 

Franz Reschke, Berlin

Gründungsjahr: 2011
Büroinhaber: Franz Reschke (36), Studienabschluss 2009 an der TU Berlin, Leiter Arbeitsgruppe Junge Landschaftsarchitekten beim BDLA
Aktuelle Mitarbeiterzahl: 12
Derzeitige Hauptprojekte: Geschichtspark Großfestung Koblenz, Wettbewerbsgewinn 2017; Winkelriedplatz Basel, Wettbewerbsgewinn 2017

GM013 Landschaftsarchitektur, Berlin

Gründungsjahr: 2013
Büroinhaber: Paul Giencke (37), Studienabschluss 2009 an der TU Berlin; Marco Mattelig (36), Studienabschluss 2010 an der Beuth Hochschule für Technik, Berlin
Aktuelle Mitarbeiterzahl: 3
Derzeitiges Hauptprojekt: Auenpark Lemgo, Wettbewerbsgewinn 2017

Grieger Harzer Landschaftsarchitekten, Berlin

Gründungsjahr: 2015
Büropartner: Stefan Grieger (36), Studienabschluss 2009 an der TU Dresden; Norman Harzer (42), Studienabschluss 2008 an der TU Dresden
Aktuelle Mitarbeiterzahl: 2
Derzeitiges Hauptprojekt: Stadtpark Kempten, 1. Preis (2017) mit ZILA Freie Architekten, Leipzig

Grüne Welle, Grünkraut bei Ravensburg

Gründungsjahr: 2013
Büroinhaber: Johannes Jörg (37), Studienabschluss 2007 an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen
Aktuell keine Mitarbeiter
Derzeitige Hauptprojekte: Ortsmitte Nufringen, Wettbewerbsgewinn 2014; Entwicklungskonzept Untere Stadt Altensteig, Wettbewerbsgewinn 2014

Lavaland, Berlin

Gründungsjahr: 2011
Büroinhaberin: Laura Vahl (39), Studienabschluss 2006 an der TU Berlin
Aktuelle Mitarbeiterzahl: 10
Derzeitige Hauptprojekte: Neugestaltung Mehringplatz und südliche Friedrichstraße Berlin, Wettbewerb 2015 und Aspern Seepark Nordpromenade, Wien, Wettbewerb 2011

Schelle Heyse Landschaftsarchitektur, Bad Endorf

Gründungsjahr: 2016
Büroinhaber: Rupert Schelle (35), Studienabschluss 2009 an der TU München-Weihenstephan; Johannes Heyse (37), Studienabschluss 2010 an der FH Weihenstephan
Aktuell Mitarbeiterzahl: 2
Derzeitige Hauptprojekte: ARGE raumcloud (für Wettbewerbe und konzeptionelle Projekte) in Zusammenarbeit mit Tobias Behr (35), Studienabschluss 2009 an der TU München-Weihenstephan
Wichtiges Projekt: Infrastrukturkonzept mit Bürgerbeteiligung Höllentalbrücken, mit Hüttner Architekten, Lichtenberg

silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten, Ulm

Gründungsjahr: 2014
Büroinhaber: Stephanie Gresz (41), Studienabschluss 2002 an der FH Weihenstephan; Roberto Kaiser (35), Studienabschluss 2009 an der TU München
Aktuelle Mitarbeiterzahl: 3
Derzeitige Hauptprojekte: Rathausplatz und Marktstraße Giengen an der Brenz, Wettbewerbsgewinn 2017; Ortsmitte Aystetten, Wettbewerbsgewinn 2017

Topografik paysagistes, Marseille

Gründungsjahr: 2014
Büroinhaber: Mélia Reiff (35), Studienabschluss 2008 an der Ecole Nationale Supérieure du Paysage de Versailles; Hannes Banzhaf (36), Studienabschluss 2009 an der TU München-Weihenstephan; Guillaume Laulan (35) seit 2017 bei topografik, Abschlüsse: 2005 Gartenbaulehre, 2016 Anerkennung als Paysagiste-Concepteur der FFP (Fédération Française de Paysage, französisches Äquivalent zum BDLA)
Aktuell keine weiteren Mitarbeiter
Wichtiges Projekt: Neumarkt Mannheim, Wettbewerbsgewinn 2018, topografik paysagistes zusammen mit Greenbox Landschaftsarchitekten, Köln und trint + kreuder d.n.a., Köln

Ein Stimmungsbild über die Chancen und Tücken, als Nachwuchslandschaftsarchitekt durchzustarten finden Sie in der Januarausgabe 2019 der G+L.