Leuchtwürfel

Void-Non-Void, eine Lichtinstallation des Amsterdamer Studios PolyLester macht den Gegensatz zwischen Licht und Dunkelheit sinnlich erfahrbar. In der NDSM-Werft im Norden Amsterdams erleuchtet ein elektrischer Würfel die Dunkelheit ringsum des Industriegeländes.

Am Ufer des Flusses IJ, früher ein Meeresarm der Zuiderzee, befindet sich eine ehemalige Werft, die heute die alternative Künstlerszene von Amsterdam nutzt. Das Gewässer trennt diesen Stadtteil nicht nur geografisch vom historischen Zentrum mit den bekannten Grachtenhäusern und Touristenattraktionen. Auch die Lichtverhältnisse verändern sich drastisch, wenn man mit der Fähre zum anderen Ufer übersetzt. Der Norden Amsterdams scheint eine unaufhörliche Dunkelheit zu verschlucken, je weiter man sich von der Innenstadt entfernt – ein Zustand, der sowohl Verzauberung als auch Unbehagen hervorruft.

 

Licht und Dunkelheit

Aus der Dunkelheit im Norden heraus, entwickelt man einen ganz anderen Blick auf die Stadt, deren Lichter am anderen Ende des Ufers glitzern. Inmitten der großflächigen NDSM-Werft befindet sich die Lichtinstallation des Studios PolyLester mit dem Namen Void-Non-Void. Die sechs mal drei Meter hohen Wände bilden zusammen einen Würfel, der in unterschiedlichen Zeitabständen für einige Sekunden leuchtend aufflackert. Das Licht ist so strahlend hell, dass es nach dem Erlöschen noch in den Augen nachwirkt und die Besucher für einige Sekunden orientierungslos in der Dunkelheit zurücklässt. Vor dem inneren Auge erscheint das Nachbild des Würfels: eine optische Illusion. Wenn alle vier Wände des Würfels erloschen sind und sich die Augen wieder an die Dunkelheit gewöhnt haben, erinnert die Skulptur an einen dunklen Hohlraum und lenkt den Blick zurück auf die Kulisse Amsterdams.