club loko und das lokomobil

Der FC Bayern München war gestern – jetzt kommt club loko und bringt mit dem „lokomobil“ die lokale Stadtgestaltung ins Rollen. Der club steht für mehr Teamspirit in der Stadtentwicklung, Einlass für alle, mehr Vielfalt unter den Dancemoves, eine gerechtere Platzverteilung und faire Schiedsrichter*innen. Die studentische Initiative club loko – der club für lokale Ko-Gestaltung in München – beschäftigt sich mit alternativen Ansätzen nachhaltiger Stadtentwicklung. Mit dem Projekt „lokomobil“, einem mobilen Kiosk, soll in München ein offener und niedrigschwelliger Raum für Dialog aufgespannt werden.

Urbane Liga ist ein Fan von club loko

Die aktuelle Veränderung des urbanen Alltags ist stellvertretend für die Auswirkungen vieler weiterer Krisen in der Zukunft. Momentan ist noch ungewiss, welche neuen Realitäten beispielsweise die Folgen des Klimawandels konkret auslösen werden. Was es jedoch in der Gegenwart braucht, ist ein verstärktes Bewusstsein dafür, dass Stadträume umgestaltet werden müssen. Damit das urbane Zusammenleben weiterhin – beziehungsweise wieder – lebendig wird. Die Auswirkungen der Krisen sind vor allem im lokalen Umfeld zu spüren. So gewinnen dabei die kleinsten städtischen Einheiten, die Quartiere, als Handlungsebene wieder an Bedeutung.

Alle Fotos und Grafiken: club loko

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Der aus Architekturstudentinnen der TU München gegründete club loko will in die Planungsprozesse der gebauten und gelebten Umwelt einsteigen. Und einen Teil der Verantwortung für ihre notwendige Veränderung übernehmen. München soll zusammen mit der Stadtgesellschaft und der Verwaltung zum bisher unentdeckten Spielfeld für neue Experimente und mutige Handlungsansätzen werden. Angeknüpft an die aktuelle Dynamik der Stadtverwaltung sollen Planer*innen, Interessierte und Lai*innen in lebendigen Diskursen über neue Taktiken der Stadtentwicklung verhandeln. Die sechs jungen Planerinnen werden durch die Professur für Urban Design von Professor Benedikt Boucsein betreut und sind Teil des aktuellen Jahrgangs der Urbanen Liga – einem 2-jährigen Programm für junge Stadtmacher*innen des Bundesministeriums des Inneren.

Lokomobil als sozialer Treffpunkt

In Großstädten fehlt es momentan noch häufig an niedrigschwelligen, konsumfreien Begegnungsräumen in den Nachbar*innenschaften, um über lokale Stadt- bzw. Quartiersgestaltung zu diskutieren. Die Beteiligung der Bürger*innen an der Gestaltung ihrer Stadt beschränkt sich auch in München noch auf wenige Formate. Mangelnde Transparenz, Hemmschwellen oder die Lage im Stadtraum, machen Partizipation oftmals für den Großteil der Stadtgesellschaft nicht zugänglich.

Die Umsetzung von alternativen – aber dringend notwendigen – Lösungsansätzen leidet oft noch unter veralteten Spielregeln der Verwaltung. Initiativen, Vereine, Institutionen und Bürger*innen Münchens sollen sich dennoch stärker vernetzten können. Um etwa wirksame Lösungen gemeinsam zu entwickeln und die Lücke zwischen Stadtgesellschaft und städtischer Verwaltung zu schließen. Um auf Augenhöhe über aktuelle Regeln zu diskutieren, braucht dieser Dialog Räume. Nur so kann es zu einer Entwicklung von neuen Positionen und Taktiken für München kommen. Das Konzept des Kiosks als sozialer Treffpunkt birgt das Potenzial, den Rahmen für ein zugängliches Format der Partizipation und Aktivierung zu schaffen.

Träume und Skizzen in Detailplänen werden die Realität umgesetzt

Mit dem lokomobil schafft der club loko deshalb einen offenen Kiosk für lokale Ko-Gestaltung in der Nachbarschaft. Er wird das Zusammenkommen der Stadtgesellschaft fördern, aber auch den Dialog öffnen. Das lokomobil soll als Ort der Interaktion und des Austauschs in der Nachbarschaft fungieren und ist sowohl in sozialer, als auch in struktureller und kultureller Hinsicht offen für alle Menschen und Ideen. Der Mission folgend, die Stadtgestaltung zum urbanen Alltag vieler zu machen, das lokomobil mehr Bewusstsein für die Verantwortung jede*r/s einzelnen an der aktiven Mitgestaltung der Stadt schaffen.

Alle Fotos: club loko

Nachdem der club loko im vergangenen Semester die theoretische Grundlage des lokomobils erarbeitete, welche in der ersten Ausgabe des lokomagazins festgehalten nachzulesen ist, liegt der Fokus aktuell im Entwurf. Um die einzelnen raumbildenden Elemente des lokomobils schnell, unkompliziert aber anschaulich darzustellen und deren Wirkung sowohl zu untersuchen, als auch zu messen, werden in den nächsten fünf Wochen jeweils Feldversuche an unterschiedlichen Orten im städtischen Raum stattfinden. Die Fusion der daraus resultierenden Erkenntnisse wird schließlich die Grundlage für die bauliche Realisierung des lokomobils darstellen.

lokomobil bringt den lokalen Dialog ins Rollen

Um die Vorteile des mobilen Charakters des lokomobils schließlich während der Nutzungsphase voll auszunutzen, soll es im Laufe der ersten Saison seinen Standort in der Stadt mehrmals wechseln. So kann es  in mehreren Quartieren und Projekten Impulse setzen. Andere aktive Stadtmacher*innen Münchens sollen zudem die Möglichkeit erhalten, das lokomobil als Instrument für ihre Aktionen zu nutzen.
In den jeweiligen Nachbar*innenschaften sollen zugängliche Beteiligungsformate zum Einsatz kommen. Damit soll wertvolles, lokales Wissen und Ressourcen gesammelt, geteilt und vermittelt werden. Aktuelle Regeln der Stadt sollen gemeinsam diskutiert und neue Positionen und Taktiken für das jeweilige Quartier und München Ko-gestaltet werden.

Im Laufe der Nutzungsphase sollen im Sinne der Ko-Gestaltung bereits gemeinsame Momente der Wirkungsmessung und Reflexion stattfinden. Dabei ist das Einbeziehen von Feedbacks, Wünschen und Bedürfnissen der Nutzer*innen von besonderer Bedeutung. Nach Abschluss der ersten Saison sollen im Herbst 2021 notwendige Veränderungen des lokomobils definiert und in die Planungen für die nächste Saison 2022 übertragen werden.

Hier zeigen wir Ihnen eine Vision, wie sich das lokomobil in den städtischen Raum einfügt. Mehr dazu in der G+L Mai 2021.