23.04.2014

Gesellschaft

Lyon – Licht im Tunnel

von Robert Schäfer

Mehr als vier Millionen Besucher strebten in diesem Jahr vom 6. bis 9. Dezember nach Lyon zur „Fête des Lumières“, dem seit 2001 gefeierten Lichterfest. Einst wurden zur Marienverehrung am 8. Dezember Kerzen ins Fenster gestellt. Heute ist die Stadt am Zusammenfluss von Rhône und Saône Schauplatz spektakulärer Lichtinszenierungen, entworfen von mehr als 80 Künstlern.

Die Lichtkunst kann nur während des Festes bestaunt werden. Ein Werk der Künstlergruppe Skertzò mit Hélène Richard – Jean-Michel Quesne wurde am 5. Dezember eröffnet und wird permanent zu sehen sein. Lyon ist um eine Attraktion reicher: Lichtinszenierungen in einem neuen Tunnel neben dem Tunnel de la Croix-Rousse. Als Fluchtweg konzipiert und seit 2009 in Bau, dient er zugleich als zehn Meter breite Fuß- und Radwegeverbindung zwischen den beiden Flüssen der Stadt. Auch eine Busspur für Hybridbusse gibt es.

Auf 1.763 Meter Länge installierten die Künstler im Auftrag der Stadt zwölf Projektionsstrecken von je etwa 150 Meter. Bewegte Bilder, die alle zwei Stunden, am Wochenende stündlich wechseln, werden auf das sieben Meter hohe Gewölbe projiziert, Dschungelbilder, Dachlandschaften und Fantasiegebilde wechseln sich ab. Radfahrer werden auf ihrer Passage acht Minuten, Fußgänger 25 Minuten eine sehr spezielle Galerie genießen können, untermalt mit Musik.

Das Atelier Skertzò, erfahren in der Illumination großer Bauwerke, sah sich erstmals vor die Aufgabe gestellt, keine plane Fläche zu inszenieren. Im Tunnel mussten die Künstler zu einem Trick greifen, der darin besteht, die Bilder als Anamorphosen auf die Wand zu werfen, sie so zu verzerren, dass sie das Gewölbe ausfüllen aber auch weite Strecken der Tunnelwand bedecken.”

Bilder: Skertzò/Jean-Michel Quesne

Geöffnet für den „sanften“ Verkehr („Mode doux“) ist der Tunnel täglich vom frühen Morgen bis Mitternacht. Die Chancen sind groß, dass dies der erste Verkehrstunnel der Welt sein wird, in dem sich die Passanten länger als nötig aufhalten und auch öfter wiederkehren um das ganze Repertoire der Lichtinszenierung kennenzulernen. Bewegte Impressionen aus dem Tunnel gibt es in diesem Video:

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