Ein Museum fürs Internet

Die Gesellschaft wurde durch das Internet in eine Informations- und Wissensgesellschaft transformiert. Mittlerweile ist weltweit fast jeder zweite Mensch in irgendeiner Form online. Die Abschlussarbeit von Julia Thielen, Studentin der HafenCity Universität, setzt sich für eine museale Aufarbeitung der mittlerweile fast 50-jährigen Geschichte des Internets ein und entwickelte dafür zwei verschiedene Visionen. Die vorgesehenen Bauten unterscheiden sich nicht nur in ihrem Design, sondern auch hinsichtlich ihrer Lage. Während sich ein Konzept am Hudson River in New York befindet, wurde das andere für die nordschwedische Stadt Luleå konzipiert.

Realer Raum trifft virtuellen Raum

Zunächst erscheint es widersprüchlich, den virtuellen Raum des Internets in einem Museum festhalten zu wollen. Jedoch hat sich, ebenso wie das Internet, die Darstellungsform der musealen Ausstellung mit den Jahren entwickelt und kann mittlerweile mehr als die bloße Platzierung von historischen Exponaten. Die Internetmuseen sollen mit modernen Medien die Geschichte des Internets präsentieren und dabei auch die hervorgerufenen gesellschaftlichen Prozesse aufzeigen. Die Ausstellung kann mit ihren realen Räumlichkeiten und virtuellen Medien auch als symbolische Darstellung dieser Prozesse verstanden werden.

New York trifft Luleå

Für den ersten Standort wurde der Pier 57 in Manhattan, New York City gewählt. Der Pier, welcher mit ehemaligen Industriegebäuden bebaut ist, soll insbesondere das Miteinander zwischen Alt und Neu, Realität und Virtualität darstellen. Die Räumlichkeiten der Bestandsgebäude fließen  flexibel in das Konzept ein. Die zweite Vision entsteht für das nordschwedische Luleå, nur 110 Kilometer südlich des Polarkreises, am Rande der Zivilisation. Facebook hat hier erst kürzlich ein Serverzentrum in Betrieb genommen, da die niedrigen Temperaturen für eine ideale Kühlung sorgen. Im Gegensatz zum 200 Meter langen Pier 57, soll in Luleå ein ebenso hoher Turm als Museumsbau dienen.