Paul-Rosenbaum-Platz

Seit Februar 2021 steht fest: Franz Reschke Landschaftsarchitektur planen den Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz in Ahlen. Nun ist eine Dokumentation über die zukünftige Gestaltung kostenlos im Bürgerservice der Stadt oder per Download erhältlich.

Drei Millionen Euro will Ahlen in die Neugestaltung investieren und dabei auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz mehr Grün und mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Das Motto: Aus Parkplatz wird „Platzpark“. Zweieinhalb Hektar umfasst der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz im Südosten der Stadt, wie ein nach Südosten zeigendes Dreieck eingefasst durch Ostbredenstraße, Rottmannstraße und Emanuel-von-Ketteler-Straße. Bisher eine monotone, geschotterte Parkplatzfläche, soll nach dem Siegerentwurf des dazu von der Stadt Ahlen ausgerufenen Planungswettbewerbes ab 2023 ein lebendiger und grüner Ort der Kommunikation und Freizeitgestaltung entstehen, der zusätzlich noch das Stadtklima verbessert.

Franz Reschke gewinnt Wettbewerb zu Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz

 

Fotos: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Der Entwurf des Büros Franz Reschke Landschaftsarchitektur aus Berlin zur Umgestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz überzeugte die Jury am meisten. Auf zwei dritten Plätzen folgten die Einreichungen der Kolleg*innen von bbz Landschaftsarchitekten aus Berlin und RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Köln. Der Entwurf des Büros Franz Reschke Landschaftsarchitektur wurde von Franz Reschke unter Mitarbeit von Frederik Springer, Hendrik Bartelt, Gerome Vogt und Suzan Schwaner erarbeitet. Für die Lichtplanung zeichnet zudem Anselm von Held verantwortlich.

Franz Reschke beeindruckt mit Proportionen

Der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz soll zu einem identitätsstiftenden und stadtbildprägenden Anziehungspunkt im Quartier werden, geeignet als Rückzugsort vom Lärm der Stadt, gleichzeitig aber auch für allfällige größere Veranstaltungen, dabei leicht zu pflegen und möglichst kostengünstig zu erbauen und zu unterhalten. Eine besonders häufig in Öffentlichkeitsbeteiligungen von den Bürger*innen der Stadt genannte Forderung: mehr hochwertige Grünbereiche mit schattenspendenden Bäumen.
Die aus Fachleuten aus der Ahlener Stadtverwaltung und der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung bestehende Jury beeindruckte beim Entwurf von Franz Reschke Landschaftsarchitektur besonders die gelungene Kombination eines angemessen, nicht allzu weitläufig strukturierten Platzraumes, auf dem dennoch genügend Freifläche vorhanden ist, damit dort Großveranstaltungen stattfinden können.

Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz soll grün und autofrei werden

 

Zeichnungen: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Die den Platz heute dominierenden Autos werden nach den Plänen des siegreichen Büros auf Parkplätze am nördlichen Rand des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz an der Emanuel-von-Ketteler-Straße verbannt. Diese grundlegende Entscheidung öffnete den Platz für die weiteren Überlegungen. Grüner und schattiger soll die Fläche, die in Ahlen auch als „Kirmesplatz“ bekannt ist, durch etwa 120 neu gepflanzte, stadtklimaverträgliche Bäume werden. Sie ergänzen den bisherigen Bestand an Bäumen entlang seiner Westseite und sollen den Platz parkartig als lockeren Gehölzsaum umrahmen. Die Bäume erhöhen außerdem den Anteil von abgeschatteter Fläche und sollen so auch an besonders heißen Tagen eine hohe Aufenthaltsqualität und die Möglichkeit vielfältiger Aktivitäten auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz sicherstellen.

Trotz kleinteiliger Struktur können auch Großveranstaltungen stattfinden

Zwei nördliche Haupteingänge zum Platz und ein südlicher Eingang bieten erste Möglichkeiten zum Aufenthalt. Einrichtungen wie Cafés, Kioske oder Toiletten sowie die Möblierung verteilen sich um die zentrale Freifläche, auf der Veranstaltungen wie Konzerte oder Märkte stattfinden können. Die Aufteilung der Freifläche in sogenannte „Aktionsfelder“, also Aktivitäts-, Spiel- und Verweilräume, die sich unter anderem durch unterschiedliche Bodenbeläge abgrenzen, nimmt der Kernfläche, die die Gestalter*innen des Büros Franz Reschke als „weite Lichtung“ bezeichnen, einen Teil ihrer Weitläufigkeit und soll sie kleinmaßstäblicher und dadurch angenehmer wirken lassen.

Regenwasserbeete statt versiegelter Fläche

 

Zeichnungen: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Zur Klimaresilienz der Stadt Ahlen soll der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz zukünftig neben der neu platzierten Bäume auch durch einen nachhaltigen Umgang mit dem anfallenden Regenwasser beitragen. Regenwasserbeete mit einer robusten Mischbepflanzung sind dabei Teil der Entwürfe, im weiteren Planungsprozess soll nun noch eine weitere Minimierung der Oberflächenversiegelung erzielt werden, um anfallendem Regenwasser die Möglichkeit zu geben, ins Erdreich versickern zu können und nicht etwa über die Kanalisation abfließen zu müssen. Dabei berücksichtigt werden muss die Robustheit des Bodenbelags insbesondere im südlichen Teil, auf dem zukünftig auch Großveranstaltungen mit der entsprechenden Abnutzung der Bodenbedeckung stattfinden sollen.

Broschüre zum Download

Die in einer Auflage von 250 Exemplaren erschienene Broschüre „’Neugestaltung Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz’ in Ahlen“ bietet viele weitergehende Informationen zum Wettbewerb, den gestellten Anforderungen der Stadt Ahlen sowie den besten eingereichten Entwürfen. Sie können sie kostenlos beim Bürgerservice der Stadt Ahlen erhalten oder aber hier herunterladen.

Mehr zu den Projekten von Franz Reschke lesen Sie hier.

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Zum Tod von Hans Luz

Am 9. April ist der Garten- und Landschaftsarchitekt Hans Luz mit knapp 90 Jahren verstorben. Lebens- und Arbeitsmittelpunkt war zeitlebens seine Heimatstadt Stuttgart. Nach einer Lehre als Landschaftsgärtner folgte von 1953 bis 1955 die Weiterbildung zum Gartenarchitekten bei Otto Valentien. 1956 tritt Hans Luz in die Fußstapfen seines Vaters, Karl Luz, und wird freischaffender Landschaftsarchitekt.

Seinen ersten öffentlichen Auftrag erhielt er 1961 im Zuge der Bundesgartenschau in Stuttgart womit er den Schwerpunkt seiner Arbeit vom Privatgarten in den öffentlichen Freiraum verlagerte. Außenanlagen von Wohnsiedlungen, Hochschulen und Krankenhäusern zählten in den Folgejahren ebenso zu seinen Projekten wie Friedhöfe und Stadtgärten. Das Grüne U in Stuttgart aber ist zweifelsohne eines seiner bekanntesten Werke: Das verknüpfende Parkband in Form eines „U“ entstand anlässlich der IGA 1993 und erstreckt sich über acht Kilometer von den Schlossgärten bis zum Höhenpark Killesberg und fand 2012 mit der Grünen Fuge seinen Abschluss.

Für sein Gesamtwerk erhielt Hans Luz 1993 den ersten Landschaftsarchitektur-Preis des BDLA, 1997 folgte die Auszeichnung mit dem­ Friedrich-Ludwig-von-Sckell-Ehrenring. 1998 wurde Luz+Partner zu Luz Landschaftsarchitektur, das Büro wird inzwischen von seinem Sohn Christof Luz geleitet.

Ein Denkmal für Euthanasie-Opfer

70 Jahre nach den sogenannten Euthanasie-Morden der Nationalsozialisten wird es nun endlich einen würdigen Gedenk- und Informationsort in Berlin geben. Bei der “Aktion T4” (benannt nach der Adresse der damaligen Planungszentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4) wurden zwischen 1940 und 1941 mehr als 70.000 Psychiatrie-Patienten und behinderte Menschen durch SS-Ärzte und Pflegekräfte ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Taten als Euthanasiemorde bezeichnet.

Die Arbeitsgemeinschaft der Berliner Architektin Ursula Wilms, dea Konzeptkünstlers Nikolaus Koliusis aus Stuttgart und des Landschaftsarchitekten Heinz W. Hallmann aus Aachen hat nach der Juryentscheidung vom 23. November mit ihrem Konzept den 1. Preis des Gestaltungswettbewerbs gewonnen.

Mit einer 31 Meter langen und 3,10 Meter hohen transparenten und hellblau eingefärbten Glaswand möchte die Arbeitsgemeinschaft auf einer schiefen Fläche aus anthrazitfarbenen Betonplatten an die Opfer der NS-Euthanasie erinnern. Eine 40 Meter lange Sitzbank verbindet die Tiergartenstraße mit dem Denkmal. Die nach Westen ausgerichtete, schräg gestellte Betonwand dient als Grundkonstruktion für ein durchlaufendes Informationspult in 13 Elementen. Dieses soll Opferbiographien beispielhaft präsentieren und 13 Medienstationen aufnehmen.

Das Preisgericht hob hervor, dass der Gedenk- und Informationsort sich  nicht aufdränge und doch, durch die lange hellblaue Wand, ein markantes Zeichen setze.
Den Wettbewerb „Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen ‘Euthanasie’-Morde am Ort der Planungszentrale, Tiergartenstraße 4 in Berlin“ hatten das Land Berlin und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgelobt. Die Realisierung und Fertigstellung ist für 2013 geplant, die Mittel in Höhe von bis zu 500.000 Euro stellt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zur Verfügung. Am 10. November 2011 hatte der Deutsche Bundestag beschlossen, auf dem historischen Areal der Berliner Tiergartenstraße 4, dem heutigen Vorplatz der Philharmonie, einen „Gedenkort für die Opfer der NS-Euthanasie-Morde” zu errichten.
Der zweite Preis ging an Yves Dreier von Dreier Frenzel Architektur + Kommunikation aus Lausanne, die Künstlerin Susanne Muller und k1 Landschaftsarchitekten, beide aus Berlin.